Preise und soziales Gefüge in Myanmar?

  • Hallo Myanmar-Kenner,

    da wir mit dem Gedanken spielen in diesem Jahr Myanmar zu bereisen, möchte ich an dieser Stelle eine Frage loswerden die mich beschäftigt.

    Ich habe mich bereits in einige Beträge hier im Forum eingelesen und bekomme immer mehr das Gefühl, dass in Myanmar ein sehr eigenartiges Preisgefüge vorherrscht.

    Ich glaube HaPe schrieb in einem seiner Beiträge:

    Quote

    Myanmar ist ein sehr günstiges Reiseland. Wenn sich Reiseveranstalter nicht auf das Preisniveau vor Ort einstellen, sondern auf das Kostenniveau, das westliche Touristen normalerweise bereit sind zu zahlen, passt das im Land einfach nicht zusammen und ich habe den Verdacht, dass man so als Reisender zum Bestandteil des Problems der sozialen Schieflage in einem Schwellenland wird.


    Genau dieses Gefühl des „es passt nicht zusammen“ und der „sozialen Schieflage“ habe ich schon in Kambodscha empfunden und mir scheint, dass es in Myanmar ähnlich ist.
    Herrscht dort mittlerweile tatsächlich der $ vor? Und wie kann es (z.B.) sein, dass ich für ein Essen im Restaurant 1-2 $ bezahle (ich vermute die Angabe bezieht sich auch auf das Landesinnere) und für ein Auto mit Fahrer 60,- bis 80,- USD pro Tag fällig sind, oder ein Zimmer in einem Strandhotel an die 100$ (oder auch deutlich mehr) kostet? Und das bei einem Durchschnittseinkommen von weniger als einem US-Dollar pro Tag (wenn diese Zahl noch stimmt).

    Wie empfindet Ihr denn diese Diskrepanz bzw. viel wichtiger, wie geht Ihr damit um?

    Vielen Dank für Eure Erfahrungen.

    Liebe Grüße
    ellimobil

  • Bin zwar kein Myanmar-Kenner, wir waren nur 1x dort vor 1 1/2 Jahren, aber das mit den Diskrepanzen stimmt schon und es ist in der Tat so, daß Europäer pauschal bereit sind, relativ viel zu zahlen, gerade am Ngapali Beach merkt man das besonders.
    Ich denke, es gibt - mit Abstufungen - zwei Arten von Reisenden in Myanmar oder Burma; die Individual-Reisenden, die auf eigene Faust oder zumindest nicht in einer Dertour-Reisegruppe unterwegs sind (und vielleicht mit lokalen Agencies reisen) und eben die Dertour-Touristen. Am augenscheinlichsten ist das sicher am Ngapali-Beach; wir waren dort im Ngapali-Beach-Hotel für 90 US$ die Nacht für einen Bungalow, der nix besonderes war (aber für uns O.K.), das war aber zu unserer Reisezeit die zweitgünstigste Übernachtungsmöglichkeit am Strand (das am Ende der Bucht, Name vergessen, war günstiger, aber das gefiel uns überhaupt nicht).
    Wenn Du in die einschlägigen Kataloge siehst, gibt es ja schon eine entsprechende Auswahl an Myanmar-Rundreisen und Strandurlaube und das zieht die Preise in diesem Segment stark nach oben, weil eben manche bereit sind das zu zahlen, aber last but not least, ist die Diskrepanz schon zu spüren.
    Aber ich denke, das werden wir nicht ändern können, im Gegenteil, ich vermute, daß der Tourismus und dessen Infrastruktur weiter ausgebaut wird und daß das so bleiben wird oder noch extremer wird.
    Wolfgang

    P.S.: Aber das ist ja nicht nur in Myanmar so, wie Du sagtest, auch in Kambodsche.
    Aber ... bleibt fest zu halten, unsere Reise nach oder in Myanmar war wohl mit die schönste und aufregendste und interessanteste Reise bis dato.

    Wolfgang

    There's nothing like jumping on your bike and hitting the road. Whether you are heading across the country, ripping up the canyons or just taking a short spin around the neighborhood, it always seems to clarify things.

    https://www.youtube.com/user/3N82632

  • Hallo ellimobil,

    Quote from ellimobil

    Wie empfindet Ihr denn diese Diskrepanz bzw. viel wichtiger, wie geht Ihr damit um?


    das tragische an der Situation ist, dass man fast keine Chance hat, es wirklich richtig zu machen. Fährt man in das Land, können sich fatale Änderungen einstellen. Fährt man nicht, fördert man die nicht minder fatale Stagnation und Isolation des Landes. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist IMO, wenn man sich der von Dir geschilderten Tatsache bewußt ist und nicht nur als konsumierender Fremder durch das Land pflügt und eine Wohlstandsfurche hinterläßt, die die Menschen im Land voneinander trennt.

    Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Je nach Quelle bewegt sich das durchschnittliche Jahreseinkommen in Myanmar zwischen 150 und 350 Dollar. Zum Vergleich: Namibia ... nicht gerade eine Oase industriellen Wohlstandes ... bringt es immerhin auf 1800 Dollar pro Jahr. Klar, ist Geld nicht das ausschließliche Kriterium, das eine bäuerliche Familie in die Lage versetzt zu überleben, aber offensichtlich gibt es Familien, die einen halben Dollar pro Tag auskommen müssen und andere, die ein Vielfaches davon haben - nicht weil sie besonders fleißig, intelligent oder sonstwie begünstigt sind, sondern weil sie dort Geschäfte machen, wo Geld vorhanden ist. Nach dem was ich beobachtet habe, ist ein Taxifahrer sehr gut in der Lage, einen Tag lang (von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang) seine Dienste für etwa 15 bis 20 Dollar bereit zu stellen. Es ist für ihn ein lukratives Geschäft und nach Abzug seiner Kosten dürfte er deutlich mehr als ein Dollar verdient haben und als "Gutverdiener" gelten. Und was machen wir? Wir haben keine Probleme auch mal 30, 50 oder gar 100 Dollar (habe ich selbst vor Ort erlebt) für einen Tag auszugeben ... es sind ja Ferien und da läßt man gerne mal Fünfe gerade sein.
    Die Menschen in Myanmar sind ja nicht dumm. Welchen Sinn sollte es dann haben, die Kinder länger als nötig (falls überhaupt) in ein Kloster oder eine Schule zu schicken. Warum sollte man eine produktive, wertschöpfende Arbeit leisten, wenn sich anders viel leichter leben läßt?

    Mit einer Trishaw bin ich durch sengend heiße Mandalay gefahren und haben mich ganz lange mit meinem Fahrer unterhalten dürfen, einem smarten jungen Mann, der sich als priviligiert sieht, weil er Arbeit hat und glücklich ist, weil er sein Auskommen damit hat. Er fragte mich, ob denn noch irgend jemand in Deutschland sei oder ob inzwischen alle Deutschen in Myanmar seien. "Junge, wenn Du wüßtest!" dachte ich mir. Die meisten hier wissen nicht einmal, wo sie auf dem Globus suchen müssen. Er ahnt nicht, welche Lawine da möglicherweise auf ihn zurollen könnte. Was denn sein größtes Glück sei, frage ich ihn und er sagte, dass er sich auf die Regenzeit freue. Er liebe liebe es, im Regen durch sein Mandalay zu laufen. Das ist für ihn wahres Glück. Dann sind zwar die Touristen weg und wenn er bis dahin nicht genug verdient hat, muss seine Familie hungern. Aber dann gehört Mandalay ihm ... ihm ganz alleine. Man ist geneint sich an Heinrich Böll´s "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral" erinnert zu fühlen, aber es braucht offensichtlich keinen Reichtum um glücklich zu sein. Die Abwesenheit von "Leid" in seiner unmittelbaren Form scheint bereits zu reichen. Viele Menschen dort wissen das noch. Das Land und die Kultur ist so traumhaft schön und die Menschen so liebenswert. Laßt uns achtsam und sensibel mit ihnen umgehen. Wir konnen viel von ihnen lernen.

    Ich würde mich auch sehr freuen, wenn hier noch viele weitere Myanmarreisenden ihre Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen berichten würden.

    Ciao
    HaPe

  • Quote from ellimobil


    Wie empfindet Ihr denn diese Diskrepanz bzw. viel wichtiger, wie geht Ihr damit um?


    Ich bin nicht Myanmarerfahren, aber stelle hier mal die Frage, wer bekommt denn das Geld z. Beispiel, das die Touristen bezahlen, wenn sie für eine Übernachtung 100 USD ausgeben müssen? Bekommen die Angestellten dann auch einen angepassten Lohn, oder wandert es in die Taschen der Militärs und wird für Waffen und Aufrüstung o. ä. ausgegeben?
    Dies würde mich schon interessieren.
    Viele Grüße
    Petra

  • hallo,

    HaPe hat es ja schon sehr gut versucht zu erklären. Aber schiefe Lagen lassen sich nun mal nicht einfach gerade rücken. In den schwarzafrikanischen ist die Diskrepanz noch größer. Da aber fürs durchschnittliche Einkommen eben auch die Superreichen herangezogen werden, kommen da relativ große Zahlen zustande.

    Code
    Herrscht dort mittlerweile tatsächlich der $ vor?


    Jein. Man kann fast alles mit Kyat zahlen. Auch Hotels und Flüge. Muss nur den aktuellen Schwarzmarktkurs bezahlen und ein wenig verhandeln. Dass die Preisangaben in den Berichten meist in Dollar sind, macht es einfacher mit dem Verständnis für den Leser.

    Quote

    Und wie kann es (z.B.) sein, dass ich für ein Essen im Restaurant 1-2 $ bezahle


    Weil es Menschen gibt, die für dieses Geld ein Essen zubereiten können und dabei immer noch einen Verdienst haben.

    Quote

    (ich vermute die Angabe bezieht sich auch auf das Landesinnere)


    Nein, das gilt auch für die Touristenzentren, wenn man nicht gerade in einem größen Hotel oder nach westlichem Stil essen will.

    Quote

    und für ein Auto mit Fahrer 60,- bis 80,- USD pro Tag fällig sind, oder ein Zimmer in einem Strandhotel an die 100$ (oder auch deutlich mehr) kostet?


    Da kommen eben noch ganz andere Kosten hinzu. Bestechungsgelder, Steuern, Zulassungen, der unheimlich teure Sprit, die sehr teuren Autos, die schlechten Straßen ... Bei den Hotel die Investoren, die ihr Geld in ein unsicheres Land gesteckt haben und deshalb eine gute Rendite haben wollen. Aber auch die Touristen, die das klaglos bezahlen, nicht handeln etc.
    Zu Petras Frage: Die Angestellten bekommen nach unseren Maßstäben keinen entsprechenden Lohn. Das Militär schiebt seinen Teil ein, das ist klar. Aber weniger für Waffen, eher eben dafür, dass sie auch leben müssen. Sprich, da Soldaten ja nicht produktiv sind, muss jemand ihren Lohn bezahlen. Und die Militärbonzen müssen ja einen ganzen Staat damit einigermaßen am Laufen halten. Also, der große Daimler muss ebenso drin sein wie die Fluglinie und so weiter. An Steuern ist in dem industriearmen Land nicht viel zu holen, Entwicklungshilfe fällt auch flach, Tourismus ist da immer gut.
    Schönen Tag noch
    Gar

  • Hallo,
    in der Tat stimmt da im Preisgefüge in Myanmar etwas nicht. Wir waren im Jan/Febr 2007 zum 3. Mal in Myanmar. Und wir waren im Yangon mit unseren burmesischen Freunden unterwegs. Gemeinsam wollten wir ein 5tägige Reis zum Inle See unternehmen. Aber egal, ob wir gemeinsam versuchten den Preis auszuhandeln, oder unsere Freunde alleine, es war nichts unter 5oo US$ zu bekommen. Uns wurde gesagt, dass im " Rundreise - Geschäft " Behörden inzwischen fast alles übernommen habe und privat organisierte Rundfahrten kaum noch möglich sind. Auch die Eintrittsgelder zu den Sehenswürdigkeiten werden vom Staat kassiert, und immer in US$. Wir machten den Versuch, in Landeswährung zu bezahlen. Keine Cance, wir wären nicht reingekommen. Andererseits, es gibt immer mehr private Unterkünfte, die auch Übernachtunegn in angenehmer Atmospäre und guten Komfort für 10 - 15US$ anbieten. Problem ist, sie sind nicht so einfach zu erkennen. Denn auch die staatlichen Unterkünfte versuchen hier mit zu halten. Dennoch sind wir der Meinung, fahrt nach Myanmar, und versucht die kleinen privaten Unternehmen zu unterstützen. Nur so geben wir den Menschen dort die Möglichkeit, sich ein weiteres Stück Freiheit zu erarbeiten. Mehr könnt Ihr auch in unserem Reisebericht " Myanamr 2007 " unter http://www.geigers.de erfahren.
    Gruss liwo63

  • Ich schiebe ein paar Fakten zum Preisniveau nach. Wir waren vor einem Jahr (Mai/Juni 2006) in Myanmar (Yangon - Inle See - Kakku - Kalaw - Pindaya - Mandalay - Pyin U Lwin - Mandalay - Monywa - Bagan - Yangon), allerdings nicht an der Küste.

    DZ (incl. Frühstück, nicht die letzte Bude, aber eben auch kein Luxushotel) kostete im Durchschnitt 18 $ (da ist auch ein Hotel mit Pool in Bagan enthalten für 4 Nächte enthalten).

    Fahrzeug (Minibus mit theoretisch 8 Plätzen) für 55 $ pro Tag für eine 8-Tages-Tour vom Inle See nach Bagan. Pkw sind preiswerter.

    Pkw für zwei Tage in Yangon incl. Abholen vom und Bringen zum Flughafen 60 $, also 30 $ pro Tag.

    Das teuerste Essen für 5 Personen ca. 16.000 Kyat (incl. Pupetshow in Bagan), das preiswerteste für 4 Personen 5.500 Kyat, jeweils incl. Softdrinks und Bier.

    Über Preise an den Stränden sagt dies natürlich nichts aus, aber es rückt doch ein paar in den Raum gestellt Ziffern zurecht.

    Gruß

    Immanuel

  • Hallo,

    Quote from Immanuel

    Das teuerste Essen für 5 Personen ca. 16.000 Kyat (incl. Pupetshow in Bagan), das preiswerteste für 4 Personen 5.500 Kyat, jeweils incl. Softdrinks und Bier.


    Dann schiebe ich auch noch mal eine Zahl hinterher: Ich habe fast immer versucht an Garküchen oder kleineren Restaurants zu essen. Eine Portion, von der man wirklich mehr als satt wird, hat meistens um die 300 Kyat (ca. 20 Cent) gekostet - meist garniert von supersuper netten Köchinnen oder Bedienpersonal. Nach oben wurden die Preise zumeist getrieben durch typisch westliche Getränke in Flaschen mit einem Kronkorken (Limonaden, Cola, Bier).

    Viele Grüße
    HaPe

  • @ HaPe:

    Dass Softdrinks und Bier die Restaurantkosten relativ stark beeinflussen ist vollkommen richtig. Deshalb habe ich auch gesondert erwähnt, dass diese in unseren Preisen enthalten waren. Im Nachhinein schätze ich sie auf etwa die Hälfte unsere Essenskosten.

    Immanuel

  • Hallo
    Wir waren im März in Myanmar und es hat uns supergut gefallen. Zu den Taxipreisen ist zu sagen das das Benzin rationiert ist. Jeder bekommt pro Tag nur eine bestimmte Menge Benzin. Braucht man mehr muss auf dem Schwarzmarkt gekauft werden. Das ist natürlich dementsprechend teuer. In Mandalay haben wir mal einen Run auf eine Tankstelle am Mandalay Hill erlebt. Zu hunderten kommen Mopedfahrer dorthin und stellen sich in einer Riesenschlange an. Jeder hat ein Heft dabei wo die Menge eingetragen wird.Vor der Tankstelle wird Restbenzin aus dem Tank in diverse Behälter abgefüllt, Abenteuerlich.Die Autos die dort fahren sie zumeist Gebrauchtwagen aus China. Sind meist aus Einzelteilen zusammengesetzt. Aber immerhin Aircond. ist vorhanden.Teuer sind sämtliche Getränke ins Land teuer eingeführt müssen wie Cola, Bier,Wein. Für eine Dose Cola bekam man fast schon was zu essen.In den Hotels haben wir dem Personal des öfteren Trinkgeld gegeben, Das wurde auch von denen behalten.Am Flughafen war Kofferservice unumgänglich. Unter 1000 Kyat ging nichts. Auf der Rückreise hatte ich nur noch 500 da hat der Kofferträger mich ausgelacht. Also habe ich nochmal nen Dollar rausgerückt. Wir sind während der Rundreise des öfteren geflogen aus Zeitgründen und es läpperte sich ganz schön was zusammen.Wir haben am Flughafen beobachtet das die Kofferträger das Geld abgeben müssen. Da steht dann einer und kassiert das Geld ein. Aber alles in allem ist es sehr günstig in diesem Land zu leben. Liebe Grüße Meggi

  • Hallo Meggi,

    wieso war am Flughafen ein Kofferträger unumgänglich?? Ok, wir hatten Rucksäcke, aber mir ist nicht aufgefallen, dass jeder Touri seinen Kram hat tragen lassen, eigentlich sogar nur ein paar wenige Leute, als "unumgänglich" würde ich das nicht bezeichnen. Aber ist schon klar, dass in Ländern wie Myanmar die Leute alles mögliche versuchen, um ein bißchen Geld zu verdienen, ist ja auch nichts gegen einzuwenden.
    Wir sind in Myanmar drei Etappen per Auto/Taxi gefahren, das waren stets alte Toyota Corollas ohne AC, das geht schon auch und ist ggf. etwas günstiger. Bei Cola-Getränken muss es übrigens nicht immer der Marktführer sein - in Myamar gibt es die einheimischen Marken "Max Cola" und "Star Cola", die sehr viel günstiger sind und ebenfalls sehr gut schmecken, sehr Pepsi-ähnlich (im Reiseführer stand etwas von einem Gerücht bez. gestohlener Rezeptur).

  • Hallo Silke
    Das mit den Kofferträgern war fast unumgänglich. Sobald der Karren mit dem Gepäck kam haben die sich drauf gestürzt.Schlimm war ja nur das die Träger das Geld abgeben mussten.Habe auf Eurer Seite den Bericht gelesen. Ihr wart ja auf eigene Faust unterwegs.Alles toll wiedergegeben.
    Liebe Grüße Meggi

  • Erst einmal meinen herzlichen Dank für Eure Eindrücke und Meinungen.

    Ich bin mir noch nicht so ganz darüber im Klaren, welche Schlußfolgerung ich aus Euren Berichten ziehen soll - aber dabei könnt Ihr mir natürlich nicht helfen.

    Die allgemeine Tendenz, die ich sowohl aus Euren Beiträgen hier als auch generell im Myanmar-Forum herauslese scheint mir zu sein: Myanmar ist auf jeden Fall eine Reise wert.
    Darüber hinaus scheint sich aber auch meinen Eindruck der sozialen Schieflage zu bestätigen.

    Wir werden das Für und Wider einer Reise nach Myanmar, auch unter Berücksichtigung dieser neuen Eindrücke, noch einmal überdenken. Wenn wir uns dafür entscheiden, komme ich sicherlich noch einmal mit Detailfragen auf Euer Wissen und Eure Erfahrungen zurück.

    LG
    ellimobil

  • Hallo ellimobil,

    danke für die Thread-Idee =).

    wenn Dich der Thread ins Grübeln gebracht hat, dann hat er auf jeden Fall Gutes bewirkt. Eine bewußte Entscheidung für oder gegen eine Reise nach Myanamar (die auch andersgelagerten Meinungen standhält) halte ich für sehr wichtig.

    Neben der eigenen Wirkung auf die Bevölkerung ist natürlich auch noch die Wirkung der Bevölkerung auf die eigene Person und Persönlichkeit, Anschauungen, Vor- und Nach-Urteile bedenkenswert. Ich sags mal so: Wer bewußt und sensibel durch das Land fährt, kommt unweigerlich als anderer Mensch wieder zurück. Auf vielleicht kein anderes Land dieser Welt trifft der alte Spruch so gut zu wie auf Myanmar: "Reisen bildet!".

    Solltest Du Dich gegen eine Reise entscheiden: Melde Dich noch mal. Dann müssen wir nochmal miteinander reden ;)

    Ciao
    HaPe

  • Das Problem ist auf der halben Welt so, sogar in der Weltstadt BKK zahlt man als Touri beim Eintritt in den Wat Phra Kheo ein Vielfaches. Diese Länder müssen eben von den Touri-Geldern ihre Kulturdenkmäler restaurieren und wollen die eigene Bevölkerung von ihren Kultstädten nicht ausschließen. Der Einkommensunterschied ist ja auch nicht ganz unbedeutend.
    In Burma ists eigentlich auch nicht schlimmer als in Indien oder anderswo. Ich glaube, wenn man das gewohnt ist und genau hinterfragt, macht das durchaus Sinn und man kann damit leben.
    Vom Preis-Leistungsverhältnis hatte ich in Burma nie ein Problem, es ist auch ähnlich günstig wie Kambodscha, Laos, Indonesien oder Nordostthailand.

    Gruß Franz

  • @HaPe

    Quote

    wenn Dich der Thread ins Grübeln gebracht hat, dann hat er auf jeden Fall Gutes bewirkt. Eine bewußte
    Entscheidung für oder gegen eine Reise nach Myanamar (die auch andersgelagerten Meinungen standhält)
    halte ich für sehr wichtig.


    Nun, gegrübelt habe ich schon vorher. Ungeachtet des hier aufgeworfenen Themas will (bzw. sollte) eine Reise nach Myanmar ja wohl überlegt sein.

    Quote

    Solltest Du Dich gegen eine Reise entscheiden: Melde Dich noch mal. Dann müssen wir nochmal miteinander
    reden ;)


    Aber ich sehe schon, grundsätzlich würdest Du mir/uns doch dazu raten ;)


    Der Thread ist eigentlich aufgrund meiner "Recherchen" zu Myanmar und unseren Erfahrungen bei unserer Reise nach Kambodscha (konkret Thailand/Kambodscha) im November 2006 (5 Tage in Siem Reap) entstanden.
    Von den tageszeitlich schwankenden - und zum Teil unglaublichen – Menschenmassen einmal abgesehen, hat es uns sehr gut gefallen. Wir sind Hobbyfotografen mit einem Faible für „alte Steine“, kurz: die Region Angkor ist für uns ein Traum!

    Es gab allerdings (primär) zwei Aspekte, die bei uns ein Stück weit einen faden Beigeschmack hinterlassen haben.


    Der erste ist der allgemeine Umgang mit den Tempelanlagen.

    Tausende Touristen trampeln (in der Regel nicht oder nur kaum reglementiert) über die „alten Steine“ hinweg. Zugegeben, auch wir haben diese Freiheit in dem Moment genossen. Im Hinblick auf den Erhalt dieses Erbes scheint dieses Vorgehen aber doch eher kontraproduktiv bzw. kurzsichtig zu sein.


    Der zweite ist die empfundene soziale Schieflage.

    Man erzählte uns, dass ein Polizist der Touristenpolizei 50 $ im Monat verdient.
    Ein PKW-Fahrer, der seinen Wagen und seine Dienste einem Touristen zur Verfügung stellt, verlangt dafür ca. 20 bis 25 $ pro Tag. Er hat aber auch Ausgaben für Benzin und Unterhalt des Fahrzeugs.
    Und dann gibt es noch die Kinder, die an den Tempelanlagen Getränke, selbstgemachte Armreifen, Postkarten usw. verkaufen oder auch einfach nur „Hello, one dollar“ rufen und vermutlich häufig genug Erfolg damit haben. Mit wie vielen Dollars mögen die am Abend heimkommen?


    franz

    Ich glaube, Du hast mich falsch verstanden. Es ging mir nicht um Eintrittsgelder oder ein generelles Preis-Leistungsverhältnis.
    Dass ich als Tourist höhere (oder überhaupt) Eintrittsgelder bezahle, während der Eintritt für Einheimische günstiger oder kostenlos ist, finde ich völlig in Ordnung.
    Und aus meiner bisherigen (zugegebenermassen nicht sehr reichhaltigen) Erfahrung bin ich auch der Meinung, dass die Länder Südostasiens für den Europäer eher preiswerte Reiseländer sind.
    Es ging mir eher um das Preisgefüge und die Auswirkungen des Tourismus auf dasselbe.
    Um bei Deinem Beispiel zu bleiben. Wir sind in Bangkok relativ viel Taxi gefahren (Strecken zwischen 7 und 10 km). Die Taxifahrten lagen so um die 60-70 Bath, die mit Abstand teuerste lag bei 100 Bath (zum damaligen Wechselkurs gute 2 €). Je nach Getränkeauswahl, kann ich in Bangkok für 100 Bath gut essen gehen (auch als Tourist).
    Hier scheint mir das Verhältnis der Kosten einfach eher zu passen.