Barcelona und Valencia und umzu - unterwegs im Nord-Osten Spaniens

  • Kurzfristiges Buchen, das hat mein Reisejahr 2021 bestimmt. Irgendwas mit PCR-Test nach der Ankunft will ich auf keinen Fall. Aber geimpft ist in der zweiten Jahreshälfte 2021 schon eine ganze Menge möglich.


    “Eigentlich” soll es ja nach Kreta gehen, aber da sind die Flüge aktuell so teuer. Also schaue ich mal, was das Ticket nach Valencia kostet. Hmmm, ist auch ziemlich teuer. Aber wer sagt eigentlich, dass ich von 2 Wochen Urlaub nur 3 oder 5 Tage nutzen kann? Ich kann ja auch die ganzen zwei Wochen da bleiben und eine kleine Rundreise machen. Und da Flüge nach Barcelona erstaunlich günstig und in großer Auswahl buchbar sind, erstehe ich ein Ticket:


    Der erste Flug seit die Seuche die Welt regiert. Die erste Auslandsreise seit die Seuche die Welt regiert. Ganze zwei Wochen an der spanischen Ostküste zwischen Valencia und Cadaques erwarten mich.


    OK, also Barcelona und Valencia. Was noch? Ein netter Ort an der Küste darf es noch sein und vielleicht ein Abstecher weiter ins Land, vielleicht in die Pyrenäen? OK, das sollte reichen.


    Ich reise also am Freitag, den 10.9.2021 nach Frankfurt und sehe meine liebe Freundin und Kollegin Tanja das erste Mal seit ziemlich genau 1,5 Jahren wieder. Wir erkennen uns noch, gehen essen und haben einen schönen Abend.


    Ich schlafe schlecht und nehme am Samstag somit noch früher als eigentlich geplant die S-Bahn zum Flughafen. Meine Sorge, dass durch Corona alles komplizierter ist und länger dauert, ist unbegründet. Die erforderliche App bzw. Impfstatus werden gar nicht kontrolliert. Ich habe noch Zeit für ein Frühstück an einem der Bäckershops und dann am Gate sogar noch für die letzten beiden Folgen von “The good doctor”, die ich gestern Abend verpasst habe.


    Ich freue mir ein Loch in den Bauch, dass ich wieder mal im Flugzeug sitzen darf. Viel zu schnell ist der Flug herum und schon sehe ich unter mir das leuchtend blaue Mittelmeer, Strände und das Häusermeer Barcelonas.


    Die Mietwagenanmietung bei Budget dauert ewig. Offenbar sind die dort völlig überrascht, dass da Menschen eintrudeln, die ein schon gebuchtes Auto zur vereinbarten Zeit abholen wollen. Nun ja, dass es in Spanien manchmal etwas dauern kann, ist ja ein gängiges Stereotyp, dem darf das Land auch mal entsprechen. Aber plötzlich nach über einer Stunde Herumstehen geht es ganz schnell und ein Corsa ist meiner. Prima, da muss ich mich nicht einmal umgewöhnen.


    Heute steht noch die Anreise nach Valencia auf dem Programm, das dauert etwa 4 Stunden. Maut kann man überall bar oder mit Karte zahlen oder Mautstraßen umfahren, wenn man geschickter als ich ist.


    Und ohne Pause komme ich an meinem Ziel an, finde das Hotel auf Anhieb, kann im angrenzenden Parkhaus teuer, aber sicher und direkt am Hotel parken und beziehe für die folgenden vier Nächte ein ruhiges und angenehm unaufgeregtes Zimmer im Hotel Vincci Lys nahe der Placa de l’Ajuntament. Dahinter wiederum beginnt die Altstadt und zieht sich bis zu dem die Stadt umgebenden Stadtpark, der sich in einem ausgetrockneten Flussbett breit macht.

  • Valencia (4 Nächte)


    Das Hotel Vincci Lys ist zentral und gefällt mir gut: Die Zimmer sind schlicht, aber nicht durchgehend langweilig. Mein Zimmer geht nach hinten heraus. Ich schaue nur in eine Art Lichtschacht zwischen zwei Häusern. Aber dadurch ist es extrem ruhig. Das finde ich gut, denn das Hotel liegt neben einem Kino und mitten zwischen Läden und Lokalen, sodass hier in der Ecke viel los ist. Fürs Frühstück muss man sich unter Covid-Bedingungen für ein Zeitfenster entscheiden und hat dann mit viel Abstand zwischen den Tischen freien Zugang zum für die mediterrane eher genügsame Frühstückskultur ordentlichen Frühstück.


    Valencia strotzt vor Gastronomie und hat wohl die größte Eiscafédichte außerhalb von Rom. Man kann essen, essen, essen, Eis essen ohne Ende und sich betrinken. Und Essen gibt es aus aller Welt. Sicher haben die überall präsenten italienischen Restaurants auch Valencia erreicht. Aber es gibt auch vieles andere, sodass ich neben Calamares, Muscheln und Paella auch indisch esse und Poke Bowls und mexikanische Burritos. Hier ein paar kleine Appetithappen für euch:








    Geht man außerhalb der Altstadt durch die Stadt, beispielsweise um in angrenzenden Ausgehvierteln auch noch essen zu gehen, findet man immer wieder Jugendstilhäuser. Der Jugendstil heißt hier “Modernisme”.


    Und nun dürft ihr mich gerne begleiten, um auch die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenzulernen. Dieses mache ich nicht in chronologischer Reihenfolge, weil ich ein bisschen planlos unterwegs bin.

  • Beginnen wir mit der Altstadt:


    Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten hier in der Altstadt sind die Kathedrale, der Mercat Central und die Seidenbörse.


    Die Kathedrale kostet gleich einen ganzen Batzen Eintritt, sodass ich mich für einen schüchternen Blick von der abgeteilten Zone für reuige betende Sünder beschränke und beschließe, dass ich die nächsten 15 Minuten nicht im Innenraum verbringen will, sondern die Zeit und das für den Eintritt nötige Kleingeld lieber dafür verwenden will, in der Sonne zu sitzen und meinen Hüften ein weiteres Eis zuzuführen. Da der gesamte Platz vor der Kathedrale mit einem Bauzaun eingerüstet ist, kann die Kathedrale leider auch nicht wirklich mit einem prachtvollen Bild der Außenansicht glänzen.



    Die Placa de la Mare de Deu hinter der Kathedrale ist großzügig. Mich beeindruckt, der… ja, was ist er? Künstler? Tänzer? Artist?, der hier am Samstag Abend zwischen anderen Musikern, Gauklern und sicher auch Taschendieben atemberaubende und wunderbar anzusehende Kunststücke in und mit einem großen Reifen vollbringt.





    Der Mercat Central: Eine Markthalle, architektonisch besonders von außen interessant und hat mit viel Licht und Luft im Innenraum alles zu bieten, was Markthallen der Welt so zu bieten haben.


    Drum herum eine Menge Lokale. Hier könnte man nett essen, wenn nicht der Baulärm die Atmosphäre so ungemütlich machte…








  • Llonja de la Seda: Die Seidenbörse und wichtigste Sehenswürdigkeit in der Altstadt, erbaut im 15. Jahrhundert. Das Erklärvideo, das auf eine Wand projiziert wird, hat als Hintergrundmusik interessanterweise “Es ist ein Ros entsprungen”, sodass für den Rest des Tages in meinem Kopf Weihnachten ist.






  • Stadt der Künste und der Wissenschaften


    Was für ein Kontrast zu der Altstadt und dem sehr spanisch wirkenden Stadtbild, das mit dem vielen Modernisme oftmals etwas verspielt wirkt.


    Hier hat man es mit einem weitgestreckten, durchdachten und aufeinander abgestimmten strahlend weißen Gebäudekomplex zu tun, der sich am Tag meines Besuchs wirkungsvoll vom ebenfalls strahlenden Blau des Himmels abhebt.


    Hier befinden sich verschiedene Museen, ein Konzertsaal, ein IMAX, ein großes Aquarium. Ich besuche das helle und großzügig angelegte Technikmuseum, habe dann nach dem Abschreiten des Geländes Lust auf etwas Sitzen und gehe ins IMAX. Begeisterte Museumsbesucher können hier auch Tage verbringen, mir reicht ein Tag.












  • Strand


    Einmal fahre ich mit dem Auto und einmal mit dem Bus zum Strand. Bei meinem ersten Besuch am Sonntag nach meiner Ankunft ist es voll, überwiegend einheimische Familien in Arrangements aus Campingstühlen, Decken und Picknickkörben, um die herum sich Grüppchen aus verschiedenen Generationen drängen. Es ist richtiges Badewetter, sodass ich im wirklich noch schön warmen Mittelmeer eintauchen kann, während ich meine am Strand liegenden Sachen nicht aus dem Auge lasse. Ein klarer Nachteil des Alleinreisens!


    Mein zweiter Strandbesuch findet bei etwas grauem Wetter am menschenleeren Strand statt. Der Spaziergang an diesem Tag sorgt nicht für tolle Bilder, aber doch immerhin Klarheit im Kopf.




    Und hier noch ein paar Eindrücke von einigen anderen über die Stadt verteilten sehenswerten Orten:


    Jardin del Turia, der Stadtpark im Flussbett, bei der Stadt der Künste und der Wissenschaften sehr schön hergerichtet, weiter in Richtung Altstadt eher ein bisschen trüb und unstrukturiert wirkend.





    Mercat de Colon, eine Markthalle, in der sich die Gastronomie angesiedelt hat.





    Estacio del Nord, der Bahnhof:





  • Valencia - mein persönlicher Eindruck


    Valencia ist eine schöne Stadt, wenn man einen weitläufigen Strand und gute Gastronomie mag und es sich damit einfach ein paar Tage gut gehen lassen will, während man vielleicht die Museen in der Stadt der Künste und der Wissenschaft ausgiebig erkundet.


    Aber ganz ehrlich? Ich bin kein Fan geworden…


    Valencia habe ich irgendwie nicht erfühlt, habe einfach kein Gespür dafür entwickelt, was wo ist, wie die Stadt strukturiert ist, habe die Stadt nicht als harmonisches Ganzes erlebt. Ich habe mir in vielen ähnlich aussehenden Stadtvierteln die Füße platt gelaufen, fand es oft laut und wenig anheimelnd, habe verschwiegene Plätze zum Durchatmen und Runterkommen vermisst mit Bänken unter Bäumen, sicherlich auch wegen der riesigen Baustellen, die in der Altstadt für eingeschränkte Sicht, längere Umwege, Lärm und Staub sorgten. Die angepriesenen Gassen der Altstadt waren kein Gewirr, in dem man sich verlieren konnte und wollte. Tourikitsch hatte Vorrang vor nur vereinzelten netten Lädchen. Und bei aller Liebe: Einen echt spanischen “Kuschelschinken” made in Bangladesh brauche ich nun wirklich nicht.



    Rückblickend auf alles, was ich hier berichtet habe: Was habe ich hier gemacht? Ich bin von einer Ecke der Stadt in die andere gelaufen, teilweise sehr weit und lange ohne etwas zu finden, was wirklich anhaltende Begeisterung ausgelöst hätte. Da wird irgendein Laden oder ein besonderes Haus oder ein Platz in einem Blog oder Reiseführer beworben. Ich laufe los mit Google Maps und erwartungsvoller Haltung und denke dann: OK, das ist also das Haus, das ist also der Platz…. Bist du hier richtig? Was gibt es hier noch zu sehen? OK, na gut, dann weiter zum nächsten Ziel.

  • Sitges (2 Nächte)


    Ich fahre wieder zurück in Richtung Barcelona und möchte ein bisschen Strandleben. Mein Ziel ist Sitges.


    Auf halber Strecke lege ich noch einen Stopp in Peniscola ein, ein bunter mittelgroßer Ferienort mit ausgedehnten Stränden im Grunde überall um den Ort herum, da dieser auf einer Landzunge liegt. Es gibt eine Burg, die man besichtigen kann und von der aus man die Aussicht genießen kann.







    Sitges, nur eine kurze Fahrt südlich von Barcelona, ist zwar nicht berühmt für tolle Strände, ist aber ein nicht von Reisebussen und riesigen Hotelanlagen überfrachteter sympathischer Badeort. Ich erhoffe mir ein bisschen Bummeln und Gucken, gute Cocktails, Seafood, ein paar entspannte Stunden am Pool und habe einen Ausflug nach Montserrat vor und werde nicht enttäuscht.


    Ich werde sehr, sehr nett im Hotel Capri empfangen, einem eher kleinen Hotel mit einem Pool und viel Rasen und Garten, ein paar Schritte vom Zentrum des Ortes und vom Meer entfernt. Ich beziehe ein allerliebstes Zimmer im Retro-Look, in dem ich mich auf Anhieb wohl fühle. Das Frühstück gibt es auf der Terrasse am Pool unter Bäumen.





    Ich liege hier in Sitges viel am Pool und lasse mir durch den Kopf gehen, wie schön es ist, wieder reisen zu können.

  • Sitges hat eine nette kleine Altstadt, in der man ein bisschen bummeln und gucken und shoppen und natürlich wie auch schon in Valencia essen und trinken und Eis essen kann. Es gibt ein bisschen Strand in Buchten, das Wasser ist hier eher wild, es gibt eine Menge Wellen.


    Ich bummele durch den Ort, gehe über die Promenade bis zu der FKK-Bucht am Ende des Ortes, suche mir nahe am Wasser eine Bar mit Blick oder sitze mit einem Eis auf einer Bank an der Promenade und beobachte Leute.


    Das Publikum hier ist im allgemeinen nicht allzu jung, eher so meine Altersklasse, keine Partymäuschen. Es sind einige Familien unterwegs, Vor allem aber merkt man, dass in Sitges die Schwulenszene präsent ist.


    Ich amüsiere mich ein wenig darüber, wie auffällig viele dieser Paare unterwegs sind wie Zwillinge: Beide Bart und Glatze, Sonnenbrille, Polo-Shirt in Pastelltönen, knielange karierte Shorts und Flip-Flops. Oder: Beide ohne Bart, lange naturfarbene Leinenhosen mit weißem Hemd, brauner Ledergürtel, Turnschuhe aus Canvas. Oder: Beide Bart, Basecap, einer schwarze Jeans und weißes Shirt, der andere weiße Jeans und schwarzes Shirt. Nie beißen sich die Farben, selbst bei den Schuhen nicht. Echt auffällig, diese vielen sorgfältig aufeinander abgestimmten Looks, wie die vielen aufeinander eingespielten Paare in den gleichen Jacken von Jack Wolfskin und den gleichen Goretex-Schuhen im Herbsturlaub an der Nordsee, nur schicker.












  • Hallo Birgit,


    am besten gefallen mir die Waffeln und Meeresfrüchte —- hhmmmhhh, lecker, ganz nach meinem Geschmack und ja, ein Helado geht auch immer :thumbsup:


    Es scheint auch in Valencia maurische Einflüsse zu geben? Irgendwie hätte ich das jetzt auf Andalusien begrenzt, interessant.


    In der Stadt der Künste und Wissenschaft hätte ich mich sicherlich auch sehr lange aufhalten können. Diese sieht man immer mal wieder in Filmen oder Serien.


    Viele Grüße

    Sabine

  • Kloster Montserrat


    Mit 17 Jahren war ich mit Mutter und Bruder an der Costa Brava. Wir machten einen Ausflug zum Kloster Montserrat. Das habe ich auch am späten Nachmittag meines zweiten Tages in Sitges vor. Es ist nur etwa eine Stunde Fahrt, bei der man sich über sich windende Straßen das letzte Stück auf den Berg hochschraubt, auf dem das Kloster erbaut ist.


    Man kann von hier oben interessante Ausblicke genießen. Aber das Kernstück des Klosters ist die Basilika mit der schwarzen Madonna. Ich habe noch dumpf in Erinnerung, wie wir uns damals mit den ganzen anderen Busladungen an der Madonna vorbeischoben.


    Covid hat auch etwas Gutes, es gibt hier derzeit keinen Massentourismus. Zudem ist es ein Spätnachmittag in der Nachsaison, und gerade auf der Fahrt hat es gegossen. Bei der Ankunft am Kloster ist es sehr leer. Das war vor 35 Jahren ganz anders!


    Heute bin ich hier fast allein. Und nachdem ich schon in unzähligen Kirchen war, ist dieses eine Kirche, die mich schwer beeindruckt mit dem hohen, dunklen Gewölbe, in das von oben durch die Kuppel ein wenig Licht fällt und dem gleichzeitig märchenhaft anmutenden Ambiente durch die metallenen Lampen im Mittelschiff, die alle unterschiedlich sind.











    Ich sitze eine ganze Zeit hier und lasse die Ruhe und Gelassenheit dieses schönen Ortes auf mich wirken. Und auch der Madonna negra kann ich ohne Eile meine Aufwartung machen und ihr ganz intim ins Gesicht sehen…

  • Cadaques (3 Nächte)


    Mit verschiedenen Stopps in einigen netten Orten fahre ich nach Cadaques. Leider regnet es einen Großteil der Strecke, aber kurz vor der Ankunft in Cadaques wird der Himmel wieder blau und so kann ich nach dem Überqueren des Bergkamms den ersten Blick auf mein nächstes Ziel mit blauem Meer im Hintergrund und mit blauem Himmel über mir riskieren.


    Cadaques ist ein Ort für Segler und Outdoor-Sportler, weniger für Badeurlauber. Im Ort selbst gibt es nur kleine Hotels, meist ohne Pool, etwas außerhalb gibt es auch etwas großzügigere Hotelanlagen. Der Massentourismus kommt hier nicht an, dazu ist der Ort zu abgeschieden. Es geht etwas schicker und elitärer zu als in Sitges, aber auch etwas hippiemäßiger.


    Das Hotel Tarongeta wurde es, da es hier einen Hotelparkplatz gibt, das ist hier nicht selbstverständlich. Aber es gibt mitten im Ort ein großes Parkdeck, sodass das Auto in jedem Fall untergebracht werden kann. Die Zimmer sind hell und modern eingerichtet. Ich bin zufrieden und ziehe voller Erwartung los zum Erkunden des Ortes.


    Cadaques ist sehr hübsch um eine Bucht arrangiert, wobei die Strände nicht sehr zum Baden einladen, was dennoch einige nicht davon abhält, es doch zu versuchen. In zahllosen teuren und nicht besonders guten Lokalen mit Meerblick kann man sehen und gesehen werden.


    Aber es gibt auch die hübsche Altstadt mit steilen Gassen, tollen Ausblicken und wirklich netten Lädchen und Lokalen. Hier esse ich superleckere Paella, ein marokkanisches Restaurant bewirtet mich und ich habe einen tollen Abend in einem sehr schönen kleinen gepflegten modernen Lokal mit ausgefallenen Leckerbissen. Und es gibt ein sehr nettes Café bzw. Bäckerei mit tollem Kaffee und einer riesigen Auswahl an herzhaften und süßen Backwaren. Hier bin ich gerne zum Frühstück und probiere mich durch die reiche Auswahl.













  • Wer nach Cadaques kommt, muss unbedingt auch das Dali-Haus im Ort oder Ortsteil Cala de Portlligat besichtigen. Hierher führt ein kurzer Spaziergang von Cadaques, bei dem es aber auch wieder ziemlich aufwärts und dann wieder abwärts geht. Der exzentrische Künstler lebte und arbeitete hier mit seiner Frau und Muse.


    Die ruhige und nur wenig frequentierte Bucht hier zieht mich magisch an, und da ich in weiser Voraussicht Badesachen dabei habe, kann ich hier noch ein paar Stunden in der Sonne entspannen, ein bisschen in das hier schon ziemlich kühle Wasser gehen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Ein paar Meter entfernt sitzt eine junge Frau auf einer Decke und liest konzentriert, auf der anderen Seite baut eine Familie aus 4 Erwachsenen und ungefähr 7 Kindern mühevoll eine Art Festung auf mit zahlreichen Wind- und Sonnenschutzvorrichtungen, und als sie endlich fertig sind, verlassen sie diese wieder und können von mir nur noch in der Ferne gesichtet werden.


    Leider füllt sich die nette Strandbar sehr, sodass ich sehen muss, wie ich anderweitig etwas in den Magen bekomme später nach der Rückkehr nach Cadaques. Irgendwann kann ich das Magenknurren nicht mehr überhören trotz des mitgebrachten Gebäcks und mache mich auf den Rückweg, um in Cadaques eine winzige Portion Calamares für viel Geld mit Blick zu essen.











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  • Das ist ein sehr schöner Reisebericht mit tollen Bildern, da bin ich gerne mit dabei.

    Auch die Fotos von Valencia sahen abwechslungsreich und interessant aus, Jugendstil und streetart, gutes Essen und ebensolches Wetter, eigentlich alles, was es für einen gelungen Städteaufenthalt braucht. Doch das Fazit läßt daran Zweifel, das ist manchmal so, der Funke springt nicht über.

    Ich freue mich auf weitere Berichte und Fotos.

  • Doch das Fazit läßt daran Zweifel, das ist manchmal so, der Funke springt nicht über.

    Genau, ich schiebe es nicht nur auf die Stadt. Mit anderem Programm, bei durchgehend gutem Wetter und wenn ich nicht die ersten tage des Urlaubs noch auf einem beruflichen Problem herumgekaut hätte, wäre es vielleicht ganz anders gewesen.


    Ja, es gibt dort schöne Ecken, aber letztlich dreht man sich von dem schönen Motiv weg und sieht ne Baustelle und hört die Großstadt tosen, das war zu dem Zeitpunkt einfach nicht das Richtige für mich.

  • Weiterfahrt nach Girona - eigentlich sollte es in die Pyrenäen gehen (1 Nacht)


    Oh, verdammt, ich habe ausgerechnet Girona vergessen. Dort war ich eine Nacht zwischen Sitges und Cadaques und hole es jetzt hier nach.


    Der Plan war, heute einen kleinen Schlenker weiter ins Inland zu fahren und in den Pyrenäen zu übernachten. Die Fahrt in Richtung Andorra ist ganz nett, aber die Orte am Ziel nehmen mich nicht mit. OK, der Reiz der Region liegt sicherlich auch eher in Wanderungen und Radtouren zu mit dem Auto schwer erreichbaren Seen und im Wintersport.


    Ich komme nach mehreren Stunden Fahrt am gebuchten Hotel an, aber es ist niemand da. Vom Hotel aus kann man auch nicht zu Fuß in den Ort gehen. Im angeschlossenen Restaurant frage ich, ob man jemanden ins Hotel rufen kann. Ich muss 20 Minuten warten. Aber eigentlich habe ich schon gar keine Lust mehr, hier zu bleiben. Und während ich warte, fasse ich schon einen anderen Plan, drücke noch eben auf “Buchen” für das Doubletree Hotel in Girona, sage kurz Bescheid, dass ich hier nicht einchecken werde und mache mich auf den Weg für die letzten 1,5 bis 2 Stunden nach Girona.


    Zwei Stunden ungefähr wird es noch hell sein, sodass ich die überschaubare Stadt noch erkunden kann. Was soll ich sagen? Ich habe es nicht bereut. Ich bin hin und weg!


    Es gibt eine bunte Häuserfront in der Abendsonne am Fluss, eine mächtige Burganlage, eine dunkle, mittelalterliche Altstadt, einen weiten Platz mit feiernden Menschen am Abend, Es gibt wieder mal einladende Lokale. Ich erwische eins mit tollem Essen und hervorragendem Wein.












  • Figueres, Dörfer und ein See im Nord-Osten


    Von Cadaques aus kann man Ausflüge machen, auch wenn es etwas beschwerlich ist, denn erst einmal fährt man sicherlich 20 bis 30 Minuten in Kurven über den Berg, der Cadaques vor zu vielen Besuchern schützt.


    Dennoch: Auch wenn ich beim Buchen des Fluges nicht damit gerechnet habe, hier gibt es abseits der Stranddestinationen aus den Prospekten der Reiseveranstalter mit den langweiligen mehrstöckigen Bauten vor gelbem Sand wunderschöne Orte, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Diese gibt es sogar an der Küste. Hier finden sich nur kleinere Ferienwohnungsanlagen, die eher wirken, als ob gut situierte Stadtbewohner hier ihre Wochenendrückzugsorte haben.


    Natürlich sind besonders die nicht so abseits liegenden Orte auch touristisch, was hier aber lediglich bedeutet, dass die Orte gut in Schuss und gepflegt sind, dass es Restaurants und Cafés und kleinere Pensionen gibt, dass es nette Läden mit Kunst und Kitsch gibt und außerhalb Parkplätze, sodass die Gassen nicht vollgeparkt werden. Ich bedaure ein wenig, dass ich in meiner Planung nicht eine Übernachtung in so einem Ort berücksichtigt habe.


    Einige dieser hier vorgestellten Orte beehre ich auf dem Weg von Girona nach Cadaques mit meinem Besuch, andere sind Teil eines Ausfluges von Cadaques aus.


    Figueres


    Ein kurzer Stopp mit dem Wunsch das Theater-Museum von Dali zu besuchen. Ein Blick auf die um 9 Uhr schon lange Schlange lässt mich jedoch diese Ansicht revidieren und ich trolle mich nach dem einen oder anderen Bild von außen wieder.






    Estany de Banyoles


    Sehr entspannter See in einem Naherholungsgebiet bei Figueres. Ruderer trainieren hier, nahe gelegene Sporteinrichtungen laden zu Aktivität ein, Radfahrer sind unterwegs, der Parkplatz füllt sich bei meinem Besuch hier schnell mit Wochenendausflüglern. Es ist hier total nett, um ein bisschen spazieren zu gehen, aber kein Muss für Touristen: Seen können wir in Deutschland auch.





    Santa Pau


    Ein winziger mittelalterlicher Ortskern neben einem modernen Ort, malerisch wie aus einem Märchenfilm mit ner verarmten feschen Maid und einem Prinzen.