Reisebericht Armenien

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    • Vielen lieben Dank euch allen.
      Gut, mein Reisebericht wird wohl auch nicht dafür sorgen, daß das Land jetzt in die Top10 der beliebtesten Reiseziele aufsteigen wird :D
      Der Osten ist auf seine Art vielleicht doch noch etwas speziell, allerdings hat er einiges zu bieten. Ich hätte schon längst mal einen Russischkurs buchen sollen, aber da macht mir der Schichtdienst dann doch einen Strich durch die Rechnung. Andererseits habe ich auch 4x China "geschafft", dagegen ist der Kaukasus ein Kinderspiel. :thumbsup:
      Kulturmäßig ist es ganz großes Kino, auch Neppereien wie in S/O Asien sind dort noch unbekannt. Dafür ist es an einigen Stellen halt noch etwas rustikal. Hat eben alles Vor- und Nachteile. :thumbup:
      LG kiki
    • auch von mir ein fettes Dankeschön für den gelungenen Reisebericht mit aussergewöhnlichen Bildern! ( darf man sich ja auch immer wieder auf deiner Webseite zu Gemüte führen :) )
      ...eine Frage hätte ich noch; aber vielleicht bleibt es das Geheimniss der Berichterstatterin; kein Problem.
      Hast du diese Aufnahme nachträglich bearbeitet oder mit Filtervorsatz; oder weder noch..... 8-)

      kiki schrieb:



      Der Regen begleitete mich bis in die Hauptstadt. Gestört hat es mich nicht, ich war in Abreisestimmung.


      Jedes erreichte Ziel ist auch eine Belohnung für den gegangenen Weg. 
    • Vielen lieben Dank numwahn (freu!)

      Die Aufnahme ist eine (mit Absicht verwackelte) Mehrfachbelichtung. Ich hab schon im Hongkong Reisebericht erwähnt, wie das zustande kommt. Im RAW Konverter werden nur Farbe und Kontraste angepasst.
      Wir haben hier ja erst kürzlich in der Fotoabteilung ein Wackelthema gehabt, aber es gibt da von meiner Seite aus nix zu erklären. Nicht weil ich es nicht will, sondern weil es dazu keine Erklärung braucht. Es gibt kein Tutorial über die Kontrolle des Zufalls. Versuch macht klug, das ist alles ;)

      LG kiki
    • kiki, ich finde, man muss ja auch nicht gleich unbedingt jedes Land bereisen wollen. Ich schaue mir gerne so schöne Bilder an und freue mich, wenn ich etwas mehr über ein Land erfahre, welches ich sonst nur dem Namen nach kannte.

      Also danke schön! :thumbsup:

      Viele Grüße
      Petra
    • Geht mir ja genauso, Petra. :thumbup:
      Ich wollte es möglichst gut rüber bringen, auch wenn es oft etwas häßlich ausschaut, so hat es doch seinen Charme.
      Vieles ist dort nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion irgendwie auf der Strecke geblieben und auch der Übergang in die heutige, ach so freie Welt hat nur wenige Gewinner, aber sehr viele Verlierer hervorgebracht.
      Man berappelt sich wieder, das war schon an vielen Stellen wahrzunehmen. Leider lassen mich meine Fremdsprachenkenntnisse da etwas in Stich, um dies genauer zu hinterfragen. :(
    • kiki schrieb:

      Ich kann es nur so darstellen, wie ich es vorgefunden habe. Beschönigen will ich da nix. Nur ist das auch in beliebteren Gegenden oft nicht anders. Indien mit seinem Dreck und der Armut kommt mir da als erstes in den Sinn und auch die ein oder andere Bambushütte am Strassenrand in S/O Asien wirkt nicht romantisch sondern zeigt, daß auch dort die Leute am Existenzminimum leben müssen.
      Das sehe ich ähnlich. Ich versuche auch nicht, auf Reisen die Lebensrealität der dort lebenden Menschen auszublenden. Mir gelingt es mittlerweile recht gut, mich einfach auf die Beobachterrolle zurückzuziehen und die Welt so zu nehmen, wie sie ist. Ich werde sie nicht ändern können. Schon gar nicht, indem ich versuche, nur die schönen Dinge zu sehen. Bester Strand, schönstes Hotel, weichste Liegenauflagen, tollstes Restaurant und dann wieder nach Hause, das ist nix für mich.
      12/2016 Köln ... 01/2017 Südafrika ... 05/2017 Manchester ... 02/2018 Vietnam (Teil 4)
      reiseweg.at ... flickr.com/photos/nodurians/sets/
    • Ich finde die Fotos sehr beeindruckend aber auch durch das Schwarz/Weiss teilweise so duester. Es entspricht alles sicher der Realitaet dort und es ist ein gute Versuch es darzustellen. Es macht mich traurig dass es dort noch so ist wie ich es aus meiner Kindheit viel weiter westlich (aber im Ostblock) kenne.

      kiki schrieb:

      Zurück am Busbahnhof stöberte ich dann erst einmal über einen kleinen Markt. Ist ja immer wieder interessant zum gucken, allerdings bin ich die ganze Zeit in Armenien nicht so richtig fündig geworden. Vielleicht war ich auch nur zur falschen Zeit am falschen Ort, das Angebot war jedenfalls sehr übersichtlich. Vielleicht setzen sich auch hier die Supermärkte so langsam durch.
      Hast Du einen gesehen? Ich meine Supermarkt? Wuerde mich "beruhigen", dass es diese auch dort inzwischen gibt. Denn die Maerkte und das "Warenangebot", welches Du abgelichtet hast, habe ich noch bildlich (so aehnlich) in Erinnerung ;)
    • Ich hatte diesen Bericht ganz bewusst bisher "ignoriert" - mir war klar, wenn Kiki reist, gibt's excellente Bilder, die man in Ruhe betrachten möchte. Heute nun hab ich mir die Zeit genommen....

      Und jetzt weiss ich so recht nicht, wie ich ausdrücken kann, was diese Bilder für mich aussagen.
      Vorweg - ganz großes Kino. Natürlich.
      Arthousekino allerdings, morbide, düster und von einer solch überwätigenden Tristesse, dass ich mich ab und an gefragt habe, ob es denn in diesem bedauernswerten Land nicht auch mal einen Tupfer Farbe - oder Hoffnung - gibt.
      Natürlich sind die Akzente ganz bewusst gesetzt, natürlich mag das Wetter eine Rolle gespielt haben, aber im Grunde finde ich nahezu alles, was ich gesehen habe, todtraurig, kalt.

      Das liegt nicht nur an dieser teils monströsen Architektur, die Vorbild für Lang's Metropolis gewesen sein könnte. Nein, auch die Kirchen / Klöster (die sich für mich im übrigen gleichen wie ein Ei dem anderen - ist jedoch bei thailändischen Tempeln nicht anders) lassen mich nur innerlich frieren. Wirken diese denn tatsächlich so?
      Oder wird mein Eindruck nur durch die bewusste Manipulation der Bilder in s/w hervorgerufen? (Interessantes Beispiel zu der Diskussion hier im Forum Farbe vs. s/w. Nach meinem Empfinden wird hier genau durch die fehlende Farbe eine ganz andere Bildaussage getroffen).

      Das ich persönlich dieses Land nicht bereisen möchte, war mir vorher schon klar, interessant aber immerhin, diese Einblicke zu erhalten.
      Mein Eindruck ist kein Land im Aufbruch, sondern voller Resignation. Wenn auch Deine Texte diesem zu wiedersprechen scheinen, bleibt die Bildsprache doch mächtiger.
      Einen Reisebildband mit Deinen Fotos, liebe Kiki, würde ich mir allerdings sofort kaufen!

      Ich Danke Dir für den wunderbaren Abend.
      LG
      Gusti

      redfloyd............................................. Gusti

      Heaven is where the police British, the cooks Thai, the mechanics German, the lovers Italian and it is all organised by the Swiss.
      Hell is where the cooks are British, the mechanics Thai, the lovers Swiss, the police German and it is all organised by the Italians.
    • Danke, Gusti - so treffend hätte ich mich nicht ausdrücken können!

      4 Freunde waren im letzten Jahr dort, mit einem privaten einheimischen Reiseführer, die Unterkünfte hatte er ausgesucht, zwei davon bei seinen Verwandten.
      Deren Bilder + Berichte geben zwar die Tristesse, andererseits aber auch eine sehr positive Stimmung wieder.

      :) Es liegt immer im Auge des Betrachters

      Und kiki: Deine Bilder sind Zeitzeugen!
    • Ui, was für ein Feedback :thumbsup:
      Gisela, es gibt dort reichlich Supermärkte mit grandioser Auswahl. Natürlich auch jede Menge "Westprodukte", wenn man es sich wünscht. Da ich abends Selbstversorger im Hostel war, bin ich natürlich auch häufig drin gewesen.

      Gusti, natürlich wirkt vieles im Osten trist. Diese Eindrücke lassen sich nun nicht so einfach ausblenden, da sie die Umgebung maßgeblich prägen. Mir persönlich macht das nix aus, oft finde ich es auch interessant. Am Sevansee mußte die Kamera Schwerstarbeit leisten. Natürlich spielt auch die Reisezeit eine Rolle. Am See gab es kaum Besucher am Strand, ohne "Leben" wirkt es dann eher trist. Die Kirchen wirken auf Dauer sehr ähnlich. Sie sind auch recht sparsam ausgestattet, mit unseren Sakralbauten hat es erst einmal wenig zu tun. Es ist dann eher die Geschichte und die Bedeutung, warum diese Bauten das UNESCO Zertifikat bekommen haben. Ich habe oft keine Farbe "gesehen", das wirkt sich dann auch am heimischen Computer auf die Bildgestaltung aus. Aber weil du so einen tollen Kommentar geschrieben hast, zeig ich jetzt noch einmal kurz Farbe :thumbup:



      Mußte allerdings sehr tief in den Farbtopf greifen. ;)

      Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum ich mich selber nicht als Reisefotograf bezeichne. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie ich für mich Reisefotografie definieren würde. Von daher ist es mir auch egal.
      Die Tristesse des Ostens hat sich bis in die heutige Gegenwart gehalten, da man viele "Bausünden" nicht einfach beseitigen kann. Zumindest der Wohnraum erfüllt ja nun die wichtigsten Bedürfnisse. Bei uns wäre vieles schon lange wegsaniert worden, weil man damit nichts mehr zu tun haben möchte. Dort ist noch vieles präsent, ein Grund, warum ich z.B. das verrottete Riesenrad fotografiert habe. Das erzählt in meinen Augen noch eine Geschichte.
      Wie Angelika schon schreibt, es herrscht Aufbruchstimmung. In vielen heruntergekommenen Hinterhöfen stehen fette Wagen. M-Klasse, Porsche Chayenne... Hauptsache groß und teuer. Riesenfernseher, Internet überall verfügbar. Das ist die heutige Priorität. iPhones gibt es ebenso häufig im Strassenbild zu sehen, wie bei uns. Man konsumiert, geht aus, flaniert und schickt Selfies an die liebe Verwandschaft. Nur die Kulisse ist manchmal vielleicht etwas "spezieller", zumindest für unsere Augen ;) Aber dafür bin ich auch dort hingefahren.
      Es gibt auch genügend Orte in beliebteren Reisezielen, die bei mir schon ein gewissen Grauen verursachen. Ich hab's ja schon einmal erwähnt. Indien z.B. ist mit seinen bunten Farben als Reiseland fotografisch wahrscheinlich reizvoller, verdeckt aber oft dadurch erst recht eine unvorstellbare Armut und viel Elend und Dreck. Dagegen ist Armenien echter Luxus.

      LG kiki
    • Ja, so ist es, es ist nicht "schön" aber eben ausdrucksstark.
      In China erzählte mir ein Reiseleiter vorvielen Jahren, what a beautiful palace als wir vor einem heruntergekommenen Palast standen, die Farbe bröckelt ab und es war einfach nur grausam. Ich habe dann zurückgefragt, ob er das ernst meint und ich nichts Schönes mehr sehen kann. Er war beleidigt. Ich war sicher zu jung, um das zu verstehen, was er mir mitteilen wollte. Es ging um die Geschichte Chinas.
      Heute sehe ich vieles anders, bin aber leider durch meine Vergangenheit Ostblockgeschädigt.

      Kiki, ich finde Deine Bilder einfach toll, Du hast eine kreative Ader, die mir schon immer fehlte.
      Liebe Grüße von meiner ersten Rast im Hotel Glasgow...
      Petra
    • Ach Petra, nimm mir mein ganzes Linsenspielzeug weg, dann ist es mit der angeblichen Kreativität auch vorbei.
      Viele haben bestimmte Schwerpunkte beim Fotografieren und das können die dann richtig. Ich fummel mich fotografisch durch alles mögliche und bleibe dann auf halber Strecke stehen 8|
      Wie sagt man so schön... nicht Fisch, nicht Fleisch :D Das weiß ich, manchmal wurmt es mich, aber meistens ist es mir egal. Jeder Tag, den man mit der Kamera verbringen darf und an nix anderes zu denken braucht, ist ein Gewinn. Wie bei jedem Hobby eben... :thumbsup:
      Allerdings habe ich in Armenien wirklich etwas morbides entdeckt. In einem Reisebericht kann man das nicht zeigen, aber da ich hier so viel tollen Zuspruch bekommen habe, zeig ich jetzt noch eine kurze Serie. In Echmiadzin entdeckte ich ein altes Freibad. Riesengroß, zumindest für die dortige Einwohnerzahl. :D
      Es war eine meiner coolsten Sessions mit der Kamera im Urlaub. Der Regen verjagte mich dann leider wieder sehr schnell vom Sujet. :confused:
      Wie schon in einem anderen Thread geschrieben, was ist eigentlich Reisefotografie??? :D









      LG und allzeit gut Licht
      kiki