Was macht den Unterschied aus zwischen Reisen und Urlaub?

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    • Ich bin ja sowieso eine totale Leseratte und vorm Urlaub lese ich alles was ich erwische über das jeweilige Land.
      In der Türkei und auf Madeira haben mir Reiseleiter meine Reiseführer abgekauft, sie haben gar nicht soviel wo sie nachlesen können, sagten sie.
      Der Isländische Guide fragte auch, woher ich soviel weiß.
      Nie im Leben würde ich wo hinfahren ohne mich vorher darüber zu informieren und auch während der Reise lese ich am Vorabend über den nächsten Tag.
      Aber jeder mag das sicher nicht so gern.
    • BeateR schrieb:

      Da wir immer allein reisen und alles selbst organisieren, bleibt uns schon gar nichts anderes übrig, als uns vorher, aber auch während der Reise, immer wieder sehr genau zu informieren.
      Aber ich finde, gerade vorher so viel lesen, damit steigt doch die Vorfreude auch immer weiter. Ich würde es gar nicht anders haben wollen.

      Beate
      absolut, grosse Karte hängt auch immer neben dem Bett an die Wand gepinnt und der Edding-Stift liegt auf dem Nachttisch - auch wenn die Tour dann doch meistens (ob Improvisation unterwegs) dann anders aussieht :)
      Wolfgang

      There's nothing like jumping on your bike and hitting the road. Whether you are heading across the country, ripping up the canyons or just taking a short spin around the neighborhood, it always seems to clarify things.

      youtube.com/user/3N82632
    • NoDurians schrieb:

      Erhard schrieb:

      NoDurians schrieb:

      Wobei ich es schon verstehen kann, dass jemand nach Cambodia fährt, und Angkor auslässt. ....
      Verstehe ich nicht. Warum fahre ich dann nach Kambodscha? :shock:
      Menschen, Natur, Landschaft, Kulinarik, Strände, Kolonialarchitektur, ....
      Nur weil Angkor Weltkulturerbe ist, muss es nicht jeden interessieren. Ich war z.B. in erster Linie in Cambodia, weil der Mekong durchfließt.
      Zu Deinen Punkten um nach Kambodscha zu fahren:
      Menschen: So gross ist der Unterschied zu den Nachbarn auch nicht. Gut, die Vietnamesen sind ein wenig chinesischer.
      Natur: Da können die Nachbarländer auf alle Fälle mithalten
      Kulinarik: Da ist mir Thai Küche lieber
      Strände: die Thailand Strände sind schöner
      Kolonialarchitektur: ja vielleicht, wenn man sich dafür interessiert

      Nur weil der Mekong durchfließt, würde ich nicht nach Kambodscha fahren.
      Ich würde auch nicht nach Wien fahren, nur weil die Donau durchfließt, sondern weil ich nach Wien will.

      Ich glaube trotzdem , dass die meisten Kambodscha Touristen wegen Angkor Wat hinfahren

      ;)
      Viele liebe Gruesse

      Erhard
      www.vivien-und-erhard.de
      Reiseerinnerungen Palermo 2018
      Kalimera aus Paros und Naxos 2018

      Das Leben beginnt da, wo die Zeit egal ist
    • quaxi schrieb:

      Aber wenn jemand eine geführte Rundreise macht, und am Vorabend gefragt wird, was er am nächsten Tag macht, und dann nicht weiß, dass er nach Angkor kommt - das find ich schon tragisch. :S
      Vielleicht gefällt demjenigen das aber genau so und er findet das gar nicht tragisch. Ich finde, jeder sollte so reisen, wie er mag. Ich denke, wer sich hier im Forum beteiligt, wird wohl eher nicht so reisen, wie oben beschrieben. Aber vielleicht wird ja in einem anderen Forum voller Unverständnis darüber diskutiert, wie man sich denn so akribisch auf eine Reise vorbereiten kann :D :D :D
      über meine Reisen und Kreuzfahrten berichte ich in meinem Blog: silvertravellers.de/
    • Erhard, Deine ganzen Wertungen bezüglich Menschen, Stränden, etc. decken sich durchaus weitgehend mit meinen. Trotzdem ist das alles subjektiv.
      Ich wollte lediglich sagen, dass man versuchen sollte, sich zu fragen, was man selber sehen und erleben will anstatt eine Sehenswürdigkeit nur deshalb zu besichtigen, weil andere sie als “must see“ einstufen.

      Ich war 3 x in Köln, erst beim 4. Mal war ich im Dom. In London hab ich erst beim 7. oder 8. Mal Madame Tussaud's gesehen. Und wenn Du mal nach Wien kommst, werd ich Dir auch sicher nicht mit Riesenrad, Schönbrunn und Hundertwasserhaus auf die Nerven gehen, nur weil das die Hauptsehenswürdigkeiten sind. ;)
      12/2016 Köln ... 01/2017 Südafrika ... 05/2017 Manchester ... 02/2018 Vietnam (Teil 4)
      reiseweg.at ... flickr.com/photos/nodurians/sets/
    • Ich mache das manchmal auch so, dass ich mich nicht großartig vorbereite, dafür lassen wir dann alles auf uns zukommen. Das ist auch ganz interessant. Jetzt auf unserer Reise haben wir die Hotels und die Orte schon festgelegt, wo wir übernachten. Was es dort alles zu sehen gibt, das sehen wir dann, wenn wir dort sind.

      Finde ich nicht schlecht. Ich habe keinen vernünftigen Polenführer bekommen und im Netz alles vozulesen, dazu hatte ich keine Lust und daher wird improvisiert. Schon jetzt kann ich sagen, manche Städte/Orte auf unserem Weg waren lohnenswert, mache nicht so. Aber noch haben wir nicht alles gesehen und mal schauen, was wir uns letztendlich alles ansehen. Für morgen steht der Plan auch noch nicht, außer, wir lassen die Motorräder stehen und laufen zu Fuß.

      Viele Grüße
      Petra
    • Also ganz formell ist Urlaub erstmal bezahlte Freizeit von einer Erwerbstätigkeit. Den Urlaub kann ich zu Hause oder sonst wo verbringen. Wenn ich ihn nicht zu Hause verbringe bin ich wohl verreist. Natürlich gibt es auch Dienstreisen, Geschäftsreisen, Erholungsreisen, Entdeckungsreisen, Abenteuerreisen u. v. a. Der Name ist wohl jeweils vom Zweck abgeleitet. Aber ich glaube das wolltest du garnicht zur Diskussion stellen. Ich bin übrigens kein Beamter :)
      Sicherlich meinst du mit Urlaub das dort die Erholung, das Entspannen, das Wohlfühlen im Mittelpunkt stehen, oder? Im Gegensatz zum Reisen wo man sich offensichtlich mehr oder weniger vom normalen Aufenthaltsort entfernt, was natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Wozu und wie weit auch immer? Nun gibt es Leute, wie mich z.B. die nicht länger als eine Stunde irgendwo am Strand oder Pool liegen können. Ich muss mir einfach etwas anschauen, etwas unternehmen oder auch mit Menschen sprechen mit denen ich mich sonst nicht unterhalten kann. Ich genieße die lokalen kulinarischen Spezialitäten, zumindest meistens, und ich gucke mir Leute an. Ich begaffe sie nicht und erfreue mich auch nicht daran, dass es ihnen vielleicht materiell schlechter geht. Nein, ich versuche mir einfach was abzuschauen, was ich für mich nutzen kann. Vielleicht machen die ja irgendwas besser und ich bin überzeugt man kann überall, auch von einem noch so kleinen Stamm oder Volk etwas lernen. Es heisst nicht umsonst "Reisen bildet" Ich reise gerne und oft und auch weit weg von zu Hause. Aber ich muss nicht nach Südafrika fliegen, um mich da nur an den Pool zu legen. Gleichwohl habe ich es aufgegeben, mir von jedem Pharao die Lebensgeschichte erzählen zu lassen bzw. mir das vielleicht merken zu wollen. Ein gewisses Grundwissen ist ok. Aber darüber hinaus wäre es für mich nur interessant, wenn ich besonders auf Geschichte oder ein spezielles Fachgebiet fokussiert wäre. Oft höre ich vorwurfsvoll die Frage: Warum reist du denn in ein so armes Land? Ja warum wohl? Erstens, weil mich irgendetwas dort wahrscheinlich sehr interessiert. Und zweitens, damit gebe ich schließlich den Menschen die Möglichkeit etwas zu verdienen.Ich glaube, so etwas nennt man dann Win - Win Situation.
    • Vielleicht ist es auch eine Frage des Alters.
      Als ich zum ersten Mal Anfang der 90er in Nordthailand am Mekong-Dreieck stand, war das für mich unglaublich. In den 70er Jahren war das der Inbegriff der Hölle, des Drogenschmuggels und des Krieges gewesen - und jetzt steh ich mit knapp 50 einfach so da und schaue auf den Fluss ...

      Beim ersten Mal in Saigon - auch in den 90ern - oben in der Bar auf dem Rex Hotel - da hab ich echte Gänsehaut bekommen. Hier saßen damals die Journalisten, die über den Krieg berichteten. Die Dong Khoi war in den 90ern noch keine Shopping Mile wie heute, sondern der "Stille Amerikaner" noch sehr präsent, das Rex sah noch so aus wie 1970 - heute ist es ein Glitzerpalast. Saigon ist im Grunde nur noch eine - beliebige - südostasiatische Großstadt.

      Und als wir ins Mekong Delta gefahren und mit einem kleinen Boot durch den Xeo Quyt Forest gepaddelt sind, wo sich der Vietcong vor den Amerikanern in Sümpfen und Tunneln verborgen hat und mit Napalm bekämpft wurde, hätte ich heulen können - weil der Vietnamkrieg noch so präsent war, gegen den wir als Schüler auf die Straße gegangen sind. Aber wer von den heutigen Touristen weiß überhaupt noch, dass es einen Vietnamkrieg gegeben hat?

      Angkor Wat war etwas, von dem ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass ich das jemals zu Gesicht bekommen würde - als ich dann aber zum ersten Mal vor den Tempeln stand, war ich sprachlos. Stundenlang, tagelang sind wir dort herum gestreift...Heute ist das nur noch ein Punkt unter vielen auf einer Kreuzfahrt oder in einem All-inklusive Urlaub.

      Und Myanmar - es gab damals rigorose Einreisebeschränkungen, länger als 14 Tage durfte man nicht im Land bleiben, aber es war das Land der "Burmese Days" von George Orwell, der "Moulmein Pagoda" von Rudyard Kipling, des "Glass Palace" von Amitav Ghosh und später des "Herzenhören" von Jan Philipp Sendker.
      Ich wollte es endlich sehen und erleben - und es war mehr als überwältigend schön, so ganz anders als alles andere Das Hinkommen war schwierig, das Reisen im Land ebenfalls, und dass man sein gesamtes Geld in Dollar mit sich herumschleppen und auf dem Schwarzmarkt wechseln musste, war nicht immer nur aufregend.

      Heute ist es auch nur noch ein schnell und leicht erreichbares Ziel in Südostasien.

      Vielleicht ist es das - man kommt überall schnell hin, kann sich schnell mal was anschauen und überall sind schon Massen von anderen Touristen. Nichts ist mehr wirklich "besonders" - deshalb kann man es auch einfach auslassen ....
    • happytraveller schrieb:

      Warum reist du denn in ein so armes Land? Ja warum wohl? Erstens, weil mich irgendetwas dort wahrscheinlich sehr interessiert. Und zweitens, damit gebe ich schließlich den Menschen die Möglichkeit etwas zu verdienen.Ich glaube, so etwas nennt man dann Win - Win Situation.
      Und drittens: Weil ich mir dadurch längeres und öfteres Reisen bzw. einen gewissen Komfort und manchmal auch Luxus überhaupt erst leisten kann. So ehrlich bin ich schon, das zuzugeben.
      12/2016 Köln ... 01/2017 Südafrika ... 05/2017 Manchester ... 02/2018 Vietnam (Teil 4)
      reiseweg.at ... flickr.com/photos/nodurians/sets/
    • @serenity: Auf der Terrasse des Rex bin ich mit den selben Gedanken und Gefühlen gesessen wie Du. In meiner Vorstellung sind unten die Panzer gerollt. Das war bei mir allerdings 2015! Das ist keine Frage, ob der Amerikanische Krieg 20 Jahre länger oder kürzer her ist, sondern eine Frage des persönlichen Interesses. Und wenn dieser Teil der Geschichte jemanden nicht interessiert, dann ist das wie ich meine zu respektieren.
      12/2016 Köln ... 01/2017 Südafrika ... 05/2017 Manchester ... 02/2018 Vietnam (Teil 4)
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    • NoDurians schrieb:

      In meiner Vorstellung sind unten die Panzer gerollt. Das war bei mir allerdings 2015!
      Das ist keine Frage, ob der Amerikanische Krieg 20 Jahre länger oder kürzer her ist, sondern eine Frage des persönlichen Interesses.
      ich habe dein Pin nun mehrmals gelesen. Manchmal ergibt sich ja durch wiederholtes lesen, eine andere Sichtweise....
      Wenn du schreibst, dass es eine Frage des persönlichen Interesse ist; wieso dann erst 2015?
      Erschliesst sich mir nicht wirklch.
      Jedes erreichte Ziel ist auch eine Belohnung für den gegangenen Weg. 
    • NoDurians schrieb:

      -) 1975 war ich noch zu klein. :P
      Das ist genau das, was ich mit dem Alter meine!
      Du warst in den 60/70er Jahren noch zu klein - ich war ein Teenager bzw. in den 20ern und der Vietnamkrieg etwas unglaublich präsentes! Wir sind dagegen auf die Straße gegangen, haben protestiert, waren empört über das, was die USA hier veranstalteten und haben auch einiges an Repressalien deswegen aushalten müssen.

      Viele Jahre später dann einfach dort hin reisen zu können, wo das alles passiert ist - mit der (erlebten, wenn auch nicht erlittenen) Geschichte im Kopf - ist etwas völlig anderes, als wenn man als wesentlich jüngerer Mensch dort hin reist und alles nur aus Geschichtsbüchern kennt.
      Die Straße entlang zu fahren, auf der 1972 das "Napalm Mädchen" Kim Phuc völlig nackt und schreiend entlang läuft, hat für meine Generation sicher eine völlig andere Bedeutung als für deine. Ich war damals vollkommen außer mir, als ich das Bild in der Zeitung gesehen habe - konnte nicht verstehen, wie eine "zivilisierte" Nation Menschen, Kindern so etwas wie Napalm antun kann (inzwischen gibt es noch viel Schlimmeres, ich weiß - aber damals glaubte man/wir eben noch an das Gute im Amerikaner ...)

      Die Ruinen von Angkor sehen zu können, die z.T. sehr mühselig freigelegt wurden - und das z.T. unter Lebensgefahr, weil überall noch Minen herumlagen - war für mich keine solche Selbstverständlichkeit, wie z.B. die ebenfalls uralten griechischen Tempel zu besuchen.
      Laos - ein Land, das sich selbst nie am Krieg beteiligt hatte und dennoch unglaublich gelitten hat und mit Landminen förmlich zugepflastert ist, wieder besuchen zu können, war toll - dass es inzwischen von zugedröhnten Party-Youngstern einerseits und von den Dämme-bauenden Chinesen andererseits erneut zerstört wird, ist eine Tragödie.

      Worauf ich hinaus will, ist, dass es sicherlich eine unterschiedliche Sichtweise in Bezug aufs Reisen gibt, je nachdem, ob man noch weiß, wie unzugänglich manche Länder früher mal waren und wie schwer es war, dort hin zu kommen.

      Oder wie schwierig und umständlich die Organisation einer Reise war, als es weder Internet noch Smartphone gab. Als es noch keine Billigflieger gab und keine Buchungsportale. Als individuelles Reisen noch etwas war, das entweder extrem viel Zeit und Mühe schon im Vorfeld erforderte - oder man wählte eben den Blick in den Katalog und buchte im Reisebüro was Pauschales.

      Heute genügen ein paar Klicks, ein Blick in ein Buchungsportal und man kommt praktisch überall hin. Und mit dieser Leichtigkeit des Buchens und Reisens, auch mit den im Vergleich zu früher deutlich niedrigeren Preisen, hat eine Reise - auch eine große - einfach nicht mehr den selben Stellenwert, den sie mal hatte.

      Nicht zuletzt auch deswegen, weil man sich heute über praktisch jede Destination vorher per Video oder anderen Medien umfassend informieren kann - und dann einfach sagen kann "interessiert mich nicht ..." Früher musste man selbst mal vor Ort sein, um sich ein Urteil zu bilden - heute genügt die virtuelle Realität.

      Allerdings - was mich angeht - ziehe ich die analoge Realität doch immer vor. Da kann man nämlich auch noch riechen und schmecken und fühlen ... Und sich dann ein Urteil bilden.
    • Also gut, ich kann das halt nicht verstehen, weil ich's damals nicht live im Fernsehen gesehen habe. Deshalb können meine Gefühle nicht so stark sein. Danke dafür, hab ich schon länger nicht mehr gehört, dass ich für etwas zu jung bin. :)

      Ich bleib trotzdem dabei, dass mir Menschen lieber sind, die Angkor oder Macchu Picchu bei ihrer VN- bzw. Perureise auslassen, weil es sie nicht interessiert, als welche, die gelangweilt durchschlurfen, weil es ein “must see“ ist. Das war eigentlich mein Gedanke.
      12/2016 Köln ... 01/2017 Südafrika ... 05/2017 Manchester ... 02/2018 Vietnam (Teil 4)
      reiseweg.at ... flickr.com/photos/nodurians/sets/
    • NoDurians schrieb:

      Ich bleib trotzdem dabei, dass mir Menschen lieber sind, die Angkor oder Macchu Picchu bei ihrer VN- bzw. Perureise auslassen, weil es sie nicht interessiert, als welche, die gelangweilt durchschlurfen, weil es ein “must see“ ist. Das war eigentlich mein Gedanke.
      Da hast du sicher recht - insofern sind wir uns einig, denn das meine ich ja: Das "Abhaken" von Sehenswürdigkeiten, nur, um sie gesehen zu haben und auf der "Bucket-List" einen weiteren Punkt als erledigt markieren zu können, finde ich unsäglich.
      Aber es scheint mir doch ein Phänomen der "digitalen" Gesellschaft zu sein - früher konnte man sich diesen Luxus gar nicht leisten!

      Nur - vielleicht solltest du doch mal nach Angkor - denn das liegt nicht in VN, sondern in KH .... ^^
    • NoDurians schrieb:

      Ich bleib trotzdem dabei, dass mir Menschen lieber sind, die Angkor oder Macchu Picchu bei ihrer VN- bzw. Perureise auslassen, weil es sie nicht interessiert, als welche, die gelangweilt durchschlurfen, weil es ein “must see“ ist. Das war eigentlich mein Gedanke.
      Da kommt mir unweigerlich die Szene vom Borobudur in den Sinn. Wir standen damals in aller Herrgottsfrühe auf; kletterten über den Zaun des Geländes um den Sonnenaufgang "am Puls" erleben zu können.
      Ein unvergesslicher emotionaler Moment.
      Einige Tage später als wir von Dieng Plateau ein Teilstück mit einer geführten Gruppe von Touristen zurück fuhren,
      ( Transportmöglichkeiten von dort waren damals sehr beschränkt ) machte der Fahrer einen Zwischenstopp
      damit die Touris die buddhistische Tempelanlage besichtigen konnten. Auf Grund schlechter Wetterverhältnisse, es regnete leicht, bummelten einige nur um die Souvenierstände herum.
      So kann man Reisen & "Sehenswürdigkeiten" auch "registrieren." :D
      Jedes erreichte Ziel ist auch eine Belohnung für den gegangenen Weg. 
    • serenity schrieb:

      Vielleicht ist es auch eine Frage des Alters.
      Als ich zum ersten Mal Anfang der 90er in Nordthailand am Mekong-Dreieck stand, war das für mich unglaublich. In den 70er Jahren war das der Inbegriff der Hölle, des Drogenschmuggels und des Krieges gewesen - und jetzt steh ich mit knapp 50 einfach so da und schaue auf den Fluss ...

      Beim ersten Mal in Saigon - auch in den 90ern - oben in der Bar auf dem Rex Hotel - da hab ich echte Gänsehaut bekommen. Hier saßen damals die Journalisten, die über den Krieg berichteten. Die Dong Khoi war in den 90ern noch keine Shopping Mile wie heute, sondern der "Stille Amerikaner" noch sehr präsent, das Rex sah noch so aus wie 1970 - heute ist es ein Glitzerpalast. Saigon ist im Grunde nur noch eine - beliebige - südostasiatische Großstadt.

      Und als wir ins Mekong Delta gefahren und mit einem kleinen Boot durch den Xeo Quyt Forest gepaddelt sind, wo sich der Vietcong vor den Amerikanern in Sümpfen und Tunneln verborgen hat und mit Napalm bekämpft wurde, hätte ich heulen können - weil der Vietnamkrieg noch so präsent war, gegen den wir als Schüler auf die Straße gegangen sind. Aber wer von den heutigen Touristen weiß überhaupt noch, dass es einen Vietnamkrieg gegeben hat?

      Angkor Wat war etwas, von dem ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass ich das jemals zu Gesicht bekommen würde - als ich dann aber zum ersten Mal vor den Tempeln stand, war ich sprachlos. Stundenlang, tagelang sind wir dort herum gestreift...Heute ist das nur noch ein Punkt unter vielen auf einer Kreuzfahrt oder in einem All-inklusive Urlaub.

      Und Myanmar - es gab damals rigorose Einreisebeschränkungen, länger als 14 Tage durfte man nicht im Land bleiben, aber es war das Land der "Burmese Days" von George Orwell, der "Moulmein Pagoda" von Rudyard Kipling, des "Glass Palace" von Amitav Ghosh und später des "Herzenhören" von Jan Philipp Sendker.
      Ich wollte es endlich sehen und erleben - und es war mehr als überwältigend schön, so ganz anders als alles andere Das Hinkommen war schwierig, das Reisen im Land ebenfalls, und dass man sein gesamtes Geld in Dollar mit sich herumschleppen und auf dem Schwarzmarkt wechseln musste, war nicht immer nur aufregend.

      Heute ist es auch nur noch ein schnell und leicht erreichbares Ziel in Südostasien.

      Vielleicht ist es das - man kommt überall schnell hin, kann sich schnell mal was anschauen und überall sind schon Massen von anderen Touristen. Nichts ist mehr wirklich "besonders" - deshalb kann man es auch einfach auslassen ....
      Guten Morgen,
      also ich finde die Diskussion von Serenity und NoDurians teilweise schon ein bisschen schräg. Mit den meisten Statements bin ich grundsätzlich einverstanden und finde die Argumentation schlüssig und kann auch gewisse Gefühlslagen nachvollziehen. Aber ich höre hier so einen latenten Antiamerikanismus heraus. Also ich glaube immer noch an das Gute im Amerikaner, das gilt im Übrigen auch für Deutsche, Russen, Italiener usw. Natürlich kann man über Amerika, gerade zur Zeit, viel Negatives hören. ( über den amtierenden Präsidenten brauchen wir garnicht reden, der entlarvt sich mit jedem Tag selber immer mehr) Auch ich habe ein ambivalentes Verhältnis gerade zu den USA aber das gilt mehr oder weniger für alle Staaten(Deutschland eingeschlossen). Ich könnte mir auch vorstellen das es Leute gibt die nicht an das Gute im Deutschen glauben. Aber so voreingenommen bin ich nicht. Ich denke es gibt gute und schlechte Menschen und die sind relativ gleichmäßig verteilt auf dieser Welt.
      Früher scheint alles besser gewesen zu sein, das Reisen war schwieriger, es gab noch nicht so viele Touris, Angkor Wat und Machu Picchu zu erkunden war noch ein Abenteuer und vor allem konnte sich das auch nicht jeder leisten. Heute dagegen kann man alles im Internet anschauen, buchen und was sonst noch dazu gehört zu einer ordentlichen Reisevorbereitung. Meine Meinung dazu: Ich finde es gut das es heute leichter geht und das auch mehr Menschen als früher reisen und ihren Horizont erweitern. Natürlich wäre es im letzten Jahr schöner gewesen wenn ich Machu Picchu alleine besichtigt hätte. Aber ich war nur einer von Tausenden, die Tag für Tag dorthin fahren. Meiner Freude daran tat das aber keinen Abbruch. Ja ich war glücklich und die Endorphine in meinem Körper schlugen Purzelbaum. Schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis, mit der Schmalspurbahn den Rio Urubamba entlang auf der einen Seite und auf der Anderen riesige Berge teilweise vergletschert. Dazu eine ungwöhliche ja einzigartige Vegetation. Um es mal ganz salopp zu sagen: Einfach geil. Ich hatte während dieser Zufahrt Minuten lang Tränen in den Augen das ich das erleben durfte. Es kam dann noch hinzu das ich ja noch einen Punkt auf meiner persönlichen Bucketlist abhaken konnte. (Scherz) Also ich wäre im Leben nicht drauf gekommen nach Südamerika ( u.a. Peru) zu reisen und Machu Picchu auszulassen. Auch wenn ich mein Glück mit Tausenden teilen musste. Ich habe auch eine Bucketlist, keine aus Papier oder gar digital, einfach nur in meinem Kopf. Teilweise wächst sie noch.. ( ich bin ja eine Reisejunkie) obwohl ja immer Sachen "abgehakt" werden. :) Das hier über Machu Picchu gesagte gilt natürlich auch für Angkor, Taj Mahal, für das Schnorcheln mit Walhaien, das Schwimmen mit Seekühen und vielen anderen Dingen bzw. Unternehmungen. Ich habe übrigens noch nie einen Touri gesehen der gelangweilt durch eine Örtlichkeit wie Angkor oder Machu P. gelaufen ist. Im Übrigen gilt: Jeder soll auf seine Art glücklich werden. Das gilt fürs Reisen wie auch in anderen Bereichen des Lebens. Schönes Wochenende wünsche ich allen Reisefans, Bucketlistabhaker, Reisejunkies, Nicht nach Angkor Reisende , allen Reiseverrückten aber auch den Normalos die nur Urlaub machen!