Lightroom 7

    • Wer hier im Forum arbeitet eigentlich mit Adobe Produkten?
      Nun ist ja das neue Lightroom 7 auf dem Markt und ich ärgere mich gerade maßlos... :cursing:
      Es gibt leider keine Kaufversion mehr, sondern diese raffgiereige Firma drängt ihre Nutzer in ein Mietmodell mit Cloudnutzung.
      Mir ist das Ganze suspekt. Ich weiß im Moment auch nicht wohin die Reise da noch gehen soll. Solange ich mit meinem jetzigen Zeug weiter arbeite, brauche ich mir da keine Gedanken machen, aber eines Tages, falls ich mir eine neue Kamera kaufe oder das Betriebssystem erneuern werde, muß ich mich mit diesem Thema ernsthaft befassen.
      Irgendwie war es fast schon abzusehen, daß sowas kommt, da diese Abo Nutzung wohl viel Geld in die Kassen spült.
      Im Moment sieht es ja so aus, daß die LightroomCC "Classic" Version aus dem Abo zumindest weiter verfügbar ist und man nicht gezwungen ist, seine Bilder in die Cloud zu schicken. Allerdings ist mit LightroomCC auch eine kompaktere Version erschienen, die etwas abgespeckter ausgestattet ist und das Bearbeiten der Bilder auf Tablets, Smartphones oder sonstwas zu jeder Zeit und überall möglich macht. Dafür muß man dann aber seine Bilder in Adobes Cloud schicken und das behagt mir garnicht. Das will ich NICHT!

      Ich frag jetzt mal aus Neugier andere Lightroomnutzer hier im Forum, ob sie sich mit diesem neuen Problem auch schon beschäftigt haben.
      Wechseln? Falls ja, wohin? Capture One?

      LG von einer verärgerten kiki :cursing:
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    • Hi kiki,

      als ich vor rund 10 Jahren auf Lightroom (Version 1) wechselte, war es, als ob sich eine Bremse in meinem Workflow löste. Endlich ein Produkt, das sich an den Bedürfnissen der Fotografen orientierte und das innovativ und wirklich rund war. 2012 kam mit der neuen Version 4 die Prozessversion 2012 und damit die eigentlich letzte wirkliche Innovation in Lightroom. Als dann die "Major Released" 5 und 6 nur Schönheitskorrekturen und Funktionen brachte, die eigentlich niemand braucht (Smart Previews), die schnarchlangsam sind (Gesichtserkennung) oder die andere Tools wesentlich besser können (HDR, Pano) war klar, dass sich etwas tun muss im Hause Adobe. Die funktionalen Ideen waren einfach aufgebraucht. Es mussten Marketing-Ideen her damit der Rubel weiter rollt

      So verwunderte es nicht, dass im April 2015 mit Lightroom CC und dem Abo-Modell das Ende einer Ära eingeläutet wurde. Mit etwas Phantasie konnte man damals schon ahnen (und das haben viele auch getan), wie sich Lightroom weiter entwickelt. Es gibt noch ein paar Schein-Innovationen und Schein-Argumente für das Abo, aber die ganz offensichtlich einzige Absicht von Adobe war (und ist) es, Kunden an sich zu binden, die regelmäßig zahlen sollen ohne dafür neue Funktionen zu bekommen. Vorgeschobene Argumente waren beispielsweise die Cloud (jeder hat heute quasi unendlich viel Speicherplatz irgendwo im Web wenn er sich nur umsieht und braucht die teuere Adobe-Cloud nicht) und dass man mit "nur" 12 Euro im Monat neben Lightroom auch noch Photoshop bekommt. Alle die, die bereits 1000 Euro und mehr für die Anschaffung und noch mal so viel für die Updates bezahlt hatten, sahen in die Röhre. Argument für die Abo-Lösung war, dass man so viel schneller Updates und Produktverbesserungen zu den Kunden bringen kann. Gegenargumente: (a) nein, kann man nicht, (b) viele Nutzer möchten vor allem ein stabiles System haben und nicht permanent Updates und (c) seit Einführung des Abo-Modells gab es kein einzige Produktverbesserung (wie auch, das Abo-Modell wurde ja eingeführt, weil Adobe am Ende der Kreativität angekommen war).

      Jetzt zündet Adobe die nächste Stufe. Das alte "Lightroom CC" wird umbenannt in "Lightroom Classic CC" und es gibt ein komplett neues Lightroom CC (ich nenne es mal Lightroom Light CC) zum gleichen Preis aber mit halbiertem Funktionsumfang und ohne die Möglichkeit die Bilder lokal zu speichern. Für das letzte wirklich "gute" Lightroom 6 (Kaufversion) wird es noch ein Update 6.13 (=> Nikon D850) geben und ab Ende des Jahres wir es nicht mehr unterstützt. So wie 2015 klar war, dass die Kaufversion sterben wird, ist jetzt schon klar, dass es in wenigen Jahren auch kein Lightroom Classic CC mehr geben wird. Macht aus Adobe Sicht ja auch überhaupt keinen Sinn.

      Ich persönlich bin ebenfalls maßlos enttäuscht von dieser Entwicklung. Lightroom war mein liebstes Tool, in dem ich viele, viele Stunden verbracht hatte und es war IMO mit Abstand das beste EBV-Tool am Markt. Man kann Adobe nicht vorwerfen, dass ein kommerzielles Unternehmen Geld verdienen will. Aber es geht auch anders. Auch wir wollen in unserer Firma lieber einen Euro mehr als weniger verdienen, aber bei uns stehen die Kundenbedürfnisse wirklich im Zentrum aller Betrachtungen. Und auch das funktioniert kommerziell sehr gut. Vielleicht sogar besser als das Adobe-Modell. Man kann auch mit Kundenzufriedenheit punkten und nicht nur mit Knebelverträgen. Da Lightroom Classic CC ganz offensichtlich ein toter Gaul ist und Lightroom Light CC (a) alles weg lässt, was mir wichtig ist (Presets, Kameraprofile und hundert andere Feature), (b) die Cloud-Pflicht irrwitzigerweise auch für Bild-Dateien gilt (auch für jene Bilder, für die ich Vertraulichkeit zugesichert habe) und (c) ich für meine 3 TByte an Daten Monate brauchen würde um sie irgendwo ins Web zu laden (von den Kosten gar nicht zu reden), wurde hier eine rote Linie gezogen, die ich nicht bereit bin zu überqueren. Alternativen kenne ich leider momentan keine.

      Ciao
      HaPe
    • Moin HaPe,
      schön zu hören, daß es anderen ähnlich geht.
      Manche finden das ja ganz toll, ich will jetzt auch nicht über 12€ im Monat schimpfen, zumindest bei Photoshop find ich das ganz gut, das hat ja früher Unsummen gekostet.
      Was mich ärgert, ist die Tatsache, daß sie mich jetzt im Moment irgendwie in der Kralle haben. Meine ganze "Infrastruktur" rund um die Bildbearbeitung ist auf dieses Programm herum aufgebaut. Man spürte schon hier die Macht des Marktführers, z.B. bei Farbprofilen der Onlinedienste oder bei Presets, die sich so wunderbar einfach in das Programm einfügen lassen. Ich hab nie was anderes benutzt, war von der Benutzerfreundlichkeit in der Fotoverwaltung echt angetan. Wenn ich damit klarkomme, konnte das auch wirklich jeder andere.
      Falls es mich irgendwann trifft, werd ich wohl grummelnd auf Lightroom "Classic" umschwenken, allerdings hab ich ebenso das Gefühl, daß ich mir nur ein wenig Zeit kaufe, bevor dann der große Knall kommt.
      Und dann?
      Nur noch Photoshop? Zumindest bleibt mir dann das ACR enthalten und die Lightroomdateien mit den Bearbeitungsschritten, bzw .xmp Dateien können ja noch gelesen werden. Können andere RAW Konverter dies auch?
      Oder fängt man dann wieder von vorne an?
      CaptureOne ist zwar teurer, hat aber nicht diesen Cloud Mist. Allerdings funktioniert da wohl die Einbindung von gekauften Presets nicht. Mein VSCO wäre dann wohl nicht zu gebrauchen. Alles irgendwie eine große Sackgasse.
      Bilder haben bei mir in der Cloud nichts zu suchen. Das ist etwas persönliches, was ich keinem Dritten so unbedarft anvertrauen möchte.
      So weit ich informiert bin, werden in der "Classic" Version nur Smartvorschauen in die Wolke geschickt, da ich keine verwende, kann mir das egal sein. Im Moment jedenfalls.... alles andere ist Ratlosigkeit. ?(
      www.spiegelbremse.wordpress.com
    • Hallo,

      die Weiterverwendung bearbeiteter RAW-Daten in anderen RAW-Convertern wird immer unvollständig sein, weil die RAW-Bearbeitung (das liegt in der Natur der Sache) immer sehr proprietär ist. C1 bietet ja auch den Import der LR-Kataloge an, wenn man aber mal sieht, wie viele der Bearbeitungsschritte dann tatsächlich importiert werden, ist das wirklich ernüchternd. Die Bearbeitung ist faktisch nicht mehr nutzbar. Hinzu kommt, dass die Tools an sich ja nicht kompatibel sind. Wie will man eine Funktion (z. B. Lightroom Kamera-Profile) importieren, wenn dies das Ziel-Tool gar nicht gibt?

      Es ist ein wirklich Trauerspiel. Begonnen hat es IMO, als Apple´s Aperature (das war mal ein großer Lightroom-Konkurrent) völlig überraschend die Preise gesenkt hat um Marktanteile zu gewinnen. Darauf hin sah sich Adobe genötigt den Preis von Lightroom von 150 Euro auf 80 Euro zu halbieren. Mir persönlich wäre es auch mindestens zehnmal so viel wert. Inzwischen ist Aperature aufgrund der Marktdominanz von Lightroom vom Markt verschwunden und Lightroom zu billig als dass Adobe davon leben könnte. Der klassische Fall eines ruinösen Wettbewerbs bei dem letztendlich nur die Kunden das Nachsehen haben. Es lebe die Geiz-ist-geil-Konsumwelt.

      Ciao
      HaPe
    • Ich habe den Adobe Photoshop Elements 9, werde ihn aber demnächst gegen Adobe Photoshop Elements 15 oder 16 austauschen.
      Für meine Anforderungen reichte bisher der Adobe Photoshop Elements
      Viele liebe Gruesse

      Erhard
      www.vivien-und-erhard.de
      Sawadee aus Phuket und Bangkok 2017
      Reiseerinnerungen Palermo 2018

      Reise vor dem Sterben, sonst reisen Deine Erben
    • RAW Konverter gibt es ja viele, auch welche, die man für lau bekommt und eigentlich ganz gut funktionieren.

      Das Problem ist auch die Verwaltung der Bilder. Lightroom bietet nicht nur Bildbearbeitung, sondern das Organisieren der Bilder wird ebenfalls über die Benutzeroberfläche gestaltet. Das finde ich sehr praktisch und übersichtlich. Wenn ich mir jetzt ein neues Programm suchen würde, wäre auch das neu zu bewältigen.
      Ich hatte mal an anderer Stelle geschrieben, daß Lightroom mit seinen Möglichkeiten in der Bildbearbeitung eher an das große ACR in Photoshop erinnert. Es gibt da einge Dinge, auf die ich nicht mehr verzichten möchte/kann.
      Dazu das Problem, welches HaPe erklärte, mit dem Verlust der Bearbeitungsschritte, Kameraprofile, Presets durch Inkompatibilität. Man wird dadurch schon fast erpressbar, weil ein Haufen Arbeit beim Wechsel im Grunde genommen wertlos wird.
      Dazu der Zwang mit der Cloud, das mag nun mal nicht jeder. Im Moment hat man ja zumindest bei der neuen "Classic" Version da noch die Möglichkeit das auszubremsen. Mit Lightroom CC steht aber eine neue Variante zur Verfügung, die nur über Cloudspeicher funktioniert, anscheinend abgespeckte Funktionen bietet, dafür aber an Tablets und Mobilephones besser angepasst ist. Das brauche ich nicht, aber es könnte sein, daß dies der neue Weg ist und die "Classic", oder besser gesagt, die normale Desktop Version irgendwann eh eingestampft wird. Im Prinzip bleibt mir dann wahrscheinlich nur noch Photoshop.

      Elements ist ja eher eine abgespeckte Photoshop Version. Von allem ein wenig, aber das Gesamtpaket ist für reine Bildbearbeitung zu eingeschränkt.

      Nachtrag: Es geht mir nicht um den Preis. Meinetwegen sollen sie das bekommen. Man kann für sein Hobby an anderen Stellen wesentlich mehr Geld ausgeben. Für den Preis meiner Kamera könnte ich mir über ein Jahrzehnt lang dieses Abo leisten ;) das nur mal als kleiner Preisvergleich. Bei Photoshop find ich so eine Lösung eigentlich ganz gut, da nicht jeder Hobbyanwender sich so ein Programm in der Vergangenheit leisten konnte/wollte. Zumindest nicht auf legalem Wege ;) Mit dem Cloudzwang hab ich aber das beklemmende Gefühl, daß ich meine "Privatsphäre" (das sind nun auch mal meine Bilder) an einen Anbieter regelrecht ausliefere. Das behagt mir nicht. Dazu muß man auch immer bedenken, daß ohne Internet die Funktionen oft nicht mehr abrufbar sind. In der Stadt ist es weniger ein Problem, aber wenn ich mir z.B. die "digitale Infrastruktur" auf dem Land bei meiner Mutter anschaue, dann weiß ich nicht, ob das nun wirklich eine gute Lösung ist.
      www.spiegelbremse.wordpress.com
    • Wenn man so viel macht wie Du, kiki, was die Bildbearbeitung betrifft, dann lohnt sich sicher so ein Programm. Für mich nicht, ich mache einfach nicht viel mit meinen Bildern. Das habe ich nie gemacht und habe auch keine Lust dazu.

      Die Bilderorganisation war für mich genau das, was ich an Lightroom nicht mochte, ich möchte meine Bilder so verwalten, wie ich es will und nicht wie das Programm das macht. Ich nutze auch bei Elements nicht die Verwaltung des Programms.

      Auch wenn wir hier diskutieren, Adobe wird seine Richtung nicht ändern. So bleibt dem gefrusteten User nur die Möglichkeit, hier Dampf abzulassen. Bringen wird es nichts.

      Ich habe schon so viele Programme den Bach runtergehen sehen und war auch oft selber betroffen. Das ist nirgendwo aufzuhalten und irgendwann trifft es immer irgendeinen.

      Viele Grüße
      Petra