Reif für die Insel II

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    • Das erste Mal

      Von meinen Kolleginnen bekam ich zum Geburtstag einen Gutschein für den Katamaran geschenkt. der wurde nun letztes WE eingelöst. War eine etwas rauhe Überfahrt, man merkte die kleinste Welle. Mir wurde auch etwas kodderig und ich mußte an die frische Luft. Dann ging es wieder. Wo das Bäderschiff gemütlich schaukelt, fängt der Kat eher an zu hüpfen, insgesamt ist die Fahrt einfach unruhiger. Dafür aber auch schneller. Nach 75min war ich auf der Insel.






      Abschied

      Dienstags ist langer Inselaufenthalt und die Rückfahrt startet erst um 17:00. Gemeinsam ging es dann mit der MS Helgoland zurück in Richtung CUX. Die wurde aber gleich abgehängt und verschwand recht zügig am Horizont.
      Ich hoffe, ich bekomme Ende des Jahres noch einmal die Möglichkeit meine Lieblingsinsel zu besuchen. Dann werde ich wieder berichten.





      LG kiki
    • Ein Mal in diesem Jahr muß doch noch was gehen mit meiner Lieblingsinsel! :thumbsup:
      Ich hatte diese Woche Urlaub und so buchte ich spontan ein Zimmer für 4 Übernachtungen und machte mich Dienstag noch einmal auf den Weg nach Helgoland. Vorher checkte ich die Fähre und da alles tutti war, stieg ich um 6:00 in den Zug und war pünktlich um 8:00 am Fährschalter. Gerade als ich mein Ticket abholen wollte, kam ein Mitarbeiter von Cassen Eils hereinspaziert und verkündete, daß die Fähre wegen des aufziehenden Sturms nun doch abgesagt wird.
      Gleichzeitig raunte er uns zu, daß ab Freitag der Fährverkehr erst einmal ganz eingestellt wird.
      Toll.... nun stand ich da und rechnete... Kann also nur von Mittwoch auf Donnerstag auf der Insel bleiben. Das Bahnticket für die Strecke HB-CUX kostet 23€ pro Fahrt. Da wäre es schon besser, ich nehme mir heute ein Zimmer in Cuxhaven, das kostet mich kaum mehr. Aber lohnt sich der Aufwand für gerade mal eine Übernachtung? ?(
      Es gab allerdings noch eine dritte Möglichkeit und so fragte ich alter Hasenfuß ganz mutig nach einem Flugticket. Die regulären Flüge waren ausgebucht, allerdings bestand die große Chance, daß die OFD bei Fährausfall weitere Flieger bereitstellt. Da ich nun als erste am Ticketschalter war, rutschte ich auch als Erste auf die Warteliste. Ich ging dann im Restaurant erst einmal ausgiebig frühstücken und als ich fertig war, hieß es auch schon, daß ich um 13:30 in den Flieger steigen kann. Juhuu! Aber.... ich saß noch nie in so einer kleinen Kiste und die Tatsache, daß ich bei Sturm auf der Insel lande, war mir nicht ganz geheuer. ?(



    • Als ich im Hotel ankam, lag nur ein Schlüssel mit Zettel für mich bereit. Man kennt sich hier. Ich bin Stammkunde und so war dies auch gleichzeitig mein Check-in.
      Ich nutzte den Rest des Tages und spazierte durch den Südhafen. Die Westseite der Insel, kurz "Kringel" genannt, war leider gesperrt. Irgendwelche Altlasten aus dem 2. Weltkrieg wurden dort gefunden und so hatte man alles verbarrikadiert. Blieb also nur das Hafenbecken.













      Nach einer Stunde war die Sonne auch verschwunden und ich machte mich auf den Weg in's Stammrestaurant, wo ich mir zur Feier des Tages ordentlich einen auf die Glocke goß. :thumbsup:
    • Am nächsten Morgen machte ich mich dann mit großer Vorfreude auf den weg zur Düne. Jetzt ist wieder die Zeit, wo die kleinen Robben am Strand zu bestaunen sind und ich hoffte auf reichlich Knuddelalarm. :thumbup:



      Ich durfte allerdings gleich als erstes eine wirklich herzzereißende Szene beobachten. Ein kleines Jungtier schrie lauthals nach seiner Mama. Er bedrängte ein anderes Jungtier, indem er ständig bei ihm nach Milch suchte.
      Er wirkte regelrecht ausgemergelt, anscheinend hatte er schon längere Zeit keine Nahrung bekommen.



      Eine Fotografin rief die Rangerin heran und so beobachteten wir die Szene dann zu viert. Brenzlig wurde es, als ein Alttier auf den Kleinen losging, weil er auch an ihr Gesäuge wollte und ihn mit kräftigen Bissen davon jagte.
      anschließend kroch er in Richtung Treppe vom Aussichtspfad, welcher für uns Besucher und Fotografen als Beobachtungmöglichkeit eingerichtet wurde.




      Er war ganz erschöpft :-/



      Hier bat uns dann auch die Rangerin aus dem Blickfeld des Jungtieres zu verschwinden. Die kleinen Robben können nicht gut sehen und es schien so, als würde er uns mit seiner Mutter verwechseln. Er suchte und suchte....



      Wenn man die Düne betritt, wird man gebeten, den Nordstrand und die Aade zu meiden, da dort sehr viele Tiere versammelt sind und man nur für unnötig Unruhe sorgt. Am Nordstrand wird im Winter extra ein kleiner Steg gebaut, wo man das Treiben gut beobachten kann, aber gleichzeitig auf Distanz bleibt. Viele Fotografen beklagen sich über diesen Zustand, da er ihnen die Möglichkeiten in der Tierfotografie zu stark beschneidet. Manche sind auch von den Rangern genervt, weil sie natürlich einschreiten, wenn sich die Tiere gestört fühlen.
      Ich muß gestehen, daß mir diese Lösung sehr gut gefällt. Habe mich früher nie an den Nordstrand getraut, diesmal konnte ich in aller Ruhe das Treiben beobachten. Auch die Ranger verhalten sich toll. Oft bekam man Tipps, wo was los war und man gut an die Tiere heran kam. Alles eine Frage von Geduld und Freundlichkeit. ;)

      Der Kleine wurde übrigens am nächsten Tag eingesammelt und an's Festland in die Robbenaufzuchtstation gebracht.
      Das hat mich sehr gefreut.
      :thumbup:
    • Nach so viel Aufregung mußte ich erst einmal das Sujet wechseln und verkroch mich auf den Campingplatz.



      Im Hintergrund der Beobachtungspfad am Nordstrand.



      Oft liegen die Tiere dicht dran, dann klappt es ab und zu auch mit dem Fotografieren. Man braucht Geduld. Die oben gezeigten Szenen von den Robbenbabys spielten sich gerade mal 5-7m vor meiner Linse ab. Dann reichen auch 400mm.
    • Ein anderer guter Beobachtungspunkt ist der Eingang zum Nordstrand an der Betonmauer. Hier gab es weniger Jungtiere, aber anscheinend etwas gröbere Kabbeleien zwischen den Bullen. Eine Fotografin habe ich nur an diesem Punkt getroffen. Anscheinend war sie auf große Kampfszenen aus.

      Eine kleine "Ansage" konnte ich auch festhalten.



      Die paar Jungtiere lagen dafür in guter Reichweite. Einmal kurz über die Mauer gelugt und fertig.



      Ab einem gewissen Körperumfang kann man sich auch nicht mehr so gut in's Versteck pressen. Muttis Milch ist sehr gehaltvoll.

    • Zumindest hat man durch die neuen Beobachtungsmöglichkeiten auch einen tollen Blick über die Düne. Im Sommer geht das nicht.



      Hier mal ein Blick über den Nordstrand. Näher kommt man nicht an die Tiere ran. Zum Gucken aber völlig ausreichend und spannend ist es allemal.



      Die Besucherzahlen halten sich schon sehr in Grenzen und die leeren Campingbuchten sind eine gute Möglichkeit mal eine Pause einzulegen.













    • Beruhigend, dass nun endlich mal was zum Schutz der Tiere veranlasst wurde. Wie man sehen kann, bist Du jetzt ja sogar noch näher rangekommen als man es sonst ohne Absperrung konnte.
      Tolle Bilder kiki!
      VIele Grüße
      Petra
    • Danke Petra.
      Ja, teilweise konnte ich von der Besucherplatform sehr gut die Tiere in's Visier bekommen. Die Ranger beobachten ja auch intensiv das Treiben, haben aber mit den Fotografen eindeutig mehr Arbeit. Natürlich kennen die die Tricks mit denen gearbeitet wird. Da legt man sich in den Sand und schon kommt ein Lütter angerobbt, weil er denkt, da liegt die Mama. Dann noch einen auf unschuldig machen mit den Worten, "er kam doch auf mich zugerobbt".
      Oder den großen schwarzen Rucksack als Lockmittel positionieren. Bei solch Verhalten gibt es dann eben eine Ansage!
      Du weiß viel besser als ich, wie oft bei solchen Bildern der Zufall nachgeholfen hat. Dazu noch die ellenlange Geduld, die man aufbringen muß. Oft geht man wieder nach Hause und hat kaum gute Aufnahmen im Kasten. Dann ist es halt so. Auch wenn ich kein Foto geschossen hätte, allein das beobachten war eine Freude. Das ist schon etwas ganz besonderes auf dieser Insel. 8)