Bigtrip2018 - Die große Herausforderung danach

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Bigtrip2018 - Die große Herausforderung danach

      "Na, du gehst ja wohl alle Herausforderungen an. Weiterhin so viel Glück bei deinen Abenteuern!!!", Danke Margarete für dieses Stichwort. Ja, das Leben ist eine Herausforderung und fast immer ist es auch ein Abenteuer, ob man es will oder nicht. John Lennon sagte einmal: Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.
      So ähnlich ging es mir, als ich vor einigen Jahren mit einer schrecklichen Diagnose konfrontiert wurde. Ja, Ich bin unheilbar krank. Erkrankt an einer der schlimmsten Krankheiten, die ein Mensch bekommen kann und die ich meinem schlimmsten Feind nicht wünsche. Es ist mir sicher nach einem langen Siechtum einen grauenvollen Tod zu sterben. So oder so ähnlich kann man es lesen, im Internet, in Fachbüchern, so hört man es auch in Selbsthilfegruppen, eine ausweglose Situation halt. Tagelang versuchte ich einen Ausweg zu finden, das Problem zu lösen, aber vergebens. Dann beschäftigte ich mich wochenlang mit meinem Suizid und während ich immer fleißig meinen eigenen Tod plante, hörte ich James lachen. James Parkinson, der "Erfinder" dieser schrecklichen Krankheit, lachte über mich, es war ein hämisches Lachen. Fast hatte er mich soweit. Soviel zu meiner Gefühlswelt in jenen Tagen und Wochen. Fast 7 Jahre sind mittlerweile vergangen seit der Diagnose, der Beginn der Krankheit liegt bestimmt fast 10 Jahre
      zurück. Irgendwann kam ein Tag, an dem ich zu mir und James sagte: Okay James, morgen werde ich sterben, aber heute lebe ich. Du bist ein Arschloch und du willst mich brechen, aber heute schaffst du es nicht. Vor ein paar Wochen war ich auf dem Gipfel des Kilimanjaro. Als Parkinson Kranker mit Gleichgewichtsstörungen und diesen vielen anderen unangenehmen Symptomen, die einen behindern und oft auch peinigen. "Yeah, Yeah, Yeah", Ich habe den Kilimanjaro bezwungen. James habe ich lange nicht gesehen, das hämische Lachen scheint ihm vergangen zu sein. Aber ich weiß er ist noch da und er wird wieder kommen.
      Das ist aber nicht das was ich als größte Herausforderung angekündigt habe.
      Von Tansania reiste ich weiter nach Äthiopien.
      Ein privates Hilfsprojekt beginnt und das wird wohl meine größte Herausforderung.


      "Liebe auf den ersten Blick." Das trifft es wohl am besten. Aber warum ausgerechnet Äthopien? Die Menschen sind arm und doch sehr gastfreundlich. Die Infrastruktur ist schlecht aber das Land ist wunderschön. Wenn man Addis Abeba verläßt und mit dem Auto in Richtung Süden fährt, passiert man eine Landschaft, die mich sofort an Italien, genauer gesagt , an die Toskana erinnerte. Eine leicht hügelige Landschaft, Zypressen und gemähte Getreidefelder, der Geruch von trockenem Stroh, ich meine sogar noch ein paar Olivenbäume gesehen zu haben.... man glaubt also wirklich für einen kurzen Moment in Italien zu sein. Das dachten wahrscheinlich auch die Italiener, als sie das frühere Kaiserreich Abessinien vor dem 2. Weltkrieg annektierten. Später wurde aus Abessinien Äthopien, aus einem besetzten und ausgebeutetem Land ein freies Land.
      Äthopien ist heute auf einem guten Weg, auch Dank einer stabilen und progressiven Regierung. Trotzdem bleibt es eines der ärmsten Länder dieser Welt. Permanenter Wassermangel ist die Ursache für viele Probleme. Viele Menschen leiden an Unterernährung und Hunger. Der Kampf um die tägliche Ration Wasser und Energie ist omnipresent. Fast überall sieht man wie Menschen Wasser in gelben Plastikkanistern nach Hause transportieren. Wasser das größtenteils aus fast ausgetrockneten Flüssen oder Teichen stammt, welche zu Rinnsalen oder Modderlöchern verkommen sind. Neben den gelben Kanistern gehören Brennholz tragende Frauen zum Straßenbild Äthopiens, denn der Hauptenergieträger ist Holz. Deshalb ist Holz auch Mangelware und wird nicht nur "gesammelt" sondern wahrscheinlich auch aus der Not heraus durch das Abholzen von Bäumen "organisiert".










    • Wasser für die Karo, die große Herausforderung

      Äthiopien ist ein faszinierendes Land. Es ist im Grunde die Wiege der Menschheit.
      Das Skelett unserer Ur-Ahnin Lucy wurde 1974 in Hadar (Äthiopien) entdeckt und beweist das bereits vor mehr als 3 Millionen Jahren Menschen in dieser Gegend waren. Die sagenumwobene Königin von Saba (es ist nicht bewiesen ob es sie wirklich gab) soll dort einst auch gelebt haben. Auch das Christentum hat hier sehr früh seine Spuren hinterlassen. Lalibela ist eine sehr bekannte Kirche und Ziel für viele Äthiopienreisende. Als ich im Februar diesen Jahres das erste Mal hier, war ich aber mehr auf den Vulkan Erta Ale und die Danakil Wüste fokussiert, welche auch im Norden des Landes liegen. Zuvor besuchte ich im Süden Äthiopiens einige lokale Stämme. Angezogen von Bildern aus dem Internet, von Gesprächen mit einem Kollegen, der auch schon dort war und von meiner Liebe für alles Außergewöhnliche, Bizarre, Wunderschöne und Fremde war das Omo Valley ein Traumziel. Wie viele andere Touristen habe ich diese Menschen fotografiert. Die Leute nehmen Geld dafür, damals waren es 5 Birr pro Person und Foto. So kann es sein das sich plötzlich 50 Menschen vor der Kamera befinden und die genau mitzählen wieviel Fotos man macht. Das ist vollkommen legitim. Man sollte es nur wissen und entsprechend Kleingeld dabeihaben. Ich habe auch mit Touristen gesprochen die das Ganze ablehnten, weil es unwürdig wäre, so ähnlich wie im Zoo Tiere fotografieren oder die vielleicht auch nur kein Geld dafür ausgeben wollten. Ich finde wenn man respektvoll mit den Menschen umgeht und berücksichtigt, das das ja eine wichtige Einnahmequelle für sie ist, kann und sollte man es auf jeden Fall machen. Besonders beeindruckt war ich vom Stamm der Karo (manchmal auch Kara geschrieben). Einerseits führte die Fahrt dorthin durch eine herrliche Landschaft und andererseits sind die Dörfer wunderschön gelegen am Omo River. Es gibt nur 3 Dörfer der Karo nämlich Lebuk, Korcho und Dus. Im Februar war ich in Lebuk und vor ein paar Wochen in Korcho. Das hört sich jetzt alles toll ja fast traumhaft an, aber das kurze Leben (ca. 43 Jahre Lebenserwartung) der Karo gleicht mehr einem Albtraum. Aufgrund des Wassermangels leiden fast alle Menschen an Unterernährung und an Krankheiten die auf das Trinken von zu wenig und/oder schlechtem verunreinigtem Wasser zurückzuführen sind. Bis heute gibt es keine Wasserleitung und keine Pumpe die das Wasser vom nahen Omo River nach oben in die Dörfer pumpt. Das Omo Wasser ist stark sedimenthaltig und wahrscheinlich mit Keimen und Krankheitserregern belastet und müsste dann auch noch aufbereitet werden. Eigentlich technisch keine allzu große Sache, wenn man das in Deutschland errichten müsste und hier alle Möglichkeiten nutzen kann. Aber in Äthiopien ist das viel schwieriger und sehr teuer. Schon die Anreise ist nicht ganz billig und die Unterkünfte teilweise exorbitant teuer oder keinem Europäer zuzumuten. Ich habe mit den Leuten vom Stamm der Karo gesprochen und ihnen gesagt, das ich hier bin um zu helfen. Es war ein sehr interessantes Gespräch mit Fragen und Antworten und ich habe gemerkt das sie auch Hoffnung in mich setzen. Da kam sofort die Frage: Wann kommst du wieder? Wann fängst du damit an? Aber auch resignierende Sätze wie: Das haben schon so viele versprochen. Die Leute werden oder sind krank. Uns hilft niemand.
      Versprochen habe ich nur, das ich es versuchen werde und das ich viele Möglichkeiten sehe das Leben der Karo zum Besseren zu gestalten. Welche Möglichkeiten? Davon später mehr.







    • Bitte erlaube mir, unabhängig von Deinem Reisebericht, meine persönliche Meinung zu M. Parkinson hier zu schreiben!

      Ich bin seit gut 20 Jahren mit dem Thema vertraut. Inzwischen ist M. Parkinson zwar (noch) nicht heilbar, aber die Forschung macht riesige Fortschritte.

      Und nach einem jahrelangen Siechtum ein grauenvollen Tod zu sterben, das gilt schon zum Glück lange nicht mehr: Dafür bist Du ja das beste Beispiel!

      Die Lebenserwartung ist zwischen Erkrankten und Nichterkrankten ist inzwischen gleich hoch.