Travelbook - Nie wieder Vietnam

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    • Wir waren 2010 in Vietnam und sind dort von Hanoi über die Halongbucht, Hoi An, Hue, Da Nang nach Saigon gereist. Damals jedenfalls war es noch wunderschön, die Leute freundlich, Hoi An idyllisch, Hue beeindruckend. Es ist so schade, dass sich das so dramatisch geändert hat und ich glaube tatsächlich, dass das so ist. Denn nicht nur dort fallen die chinesischen Touristen wie eine Heuschreckenplage ein, sondern in den übrigen südostasiatischen Ländern ist das ebenfalls so. Wir waren 2016 noch einmal in Saigon und anschließend auf Phu Quoc. Diese angebliche Trauminsel kannten wir noch nicht, würden aber niemals mehr dort hinreisen, denn das Unheil war schon damals deutlich zu erkennen, wir sind mit unserem Moped durch riesige Baustellen gefahren, in denen wohl neue überdimensionierte Hotels entstanden sind. Der Strand an dem wir waren, war tatsächlich wirklich schön und damals noch nicht überlaufen, aber ein Müllproblem gab es dort, wie in vielen anderen Teilen Vietnams, auch.
      Es ist wirklich traurig, dass Südostasien nicht mehr die traumhafte Destination ist, d.h. es gibt natürlich immer noch viele Ecken, die wirklich schön und idyllisch sind, man muss sie nur suchen und darf nicht dorthin fahren, wo dieser Massentourismus vorherrscht, allerdings sind das ja auch die Orte mit den sicherlich sehr beeindruckenden Sehenswürdigkeiten. Bleibt zu hoffen, dass dieser Hype irgendwann nachlässt, allerdings glaube ich persönlich nicht daran. Übrigens fand ich, im Gegensatz zu dem Travelbookschreiber, die vietnamesische Küche (allerdings erst ab Hue in südlicher Richtung) sehr lecker. Die Pho Bo ist unschlagbar.
    • Hallo Michael,
      ich war noch nicht in Vietnam, aber möchte meinen Senf zu der Seite geben. ;)
      Von solchen Blogseiten, wie die von Dir genannte, halte ich nicht sehr viel. Sicherlich steckt da überall ein Körnchen Wahrheit drin, aber wenn ich das so lese, dann würde ich mir sagen, jetzt erst Recht! Schauen, ob es dem entspricht.
      Viele Grüße
      Petra
    • Grundsätzlich fast alles richtig, was da geschrieben wurde, aber...


      1) Overturisism: Ja, klar! Zuerst die beiden Orte besuchen, die überall als "must see" angepriesen werden (Hoi An und Halong) und dann wundern, dass sie überlaufen sind. Hat die Alte komplett einen an der Waffel?

      2) Müll: Großes Problem. Wer den Anblick nicht erträgt, soll wegschauen. Ob er/sie das macht, indem er nie wieder nach Vietnam fährt (Frau Brandenburg) oder ober er/sie in Vietnam lieber seinen Fokus auf andere Dinge richtet (wie z.B. ich), das muss jeder für sich selbst entscheiden.

      3) Moped-Wahnsinn: Also, was die Tante alles stört! Normalerweise sind die Leute fasziniert und erzählen ganz stolz, dass sie bereits am zweiten oder dritten Tag ohne Begleitung über die Straße gehen können. Und außerdem: Wartet mal, wenn die alle aufs Auto umsteigen! :P

      4) Essen: Geschmäcker sind verschieden. Für mich ist die vietnamesische Küche eine ausgesprochen schmackhafte und vielfältige. Und sie ist gesünder (weniger Fett, weniger Zucker als die thailändische, viel Gemüse und Kräuter) Vietnamesisches Essen liegt auch absolut im Trend. In Wien gibt es mittlerweile über 20 authentische Vietnam-Restaurants, mehr als Thailänder. Wer befürchtet, dass das Reiseerlebnis in VN am Esen scheitert, kann ja vorab mal zum heimischen Vietnamesen gehen.

      5) Fehlende Freundlichkeit: Vietnamesen sind nicht unfreundlicher als Europäer. Wenn jedoch in Vietnam jemand zu Dir freundlich ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er es ehrlich meint, viel höher als in Thailand. Den Mythos vom "ewig bös kuckenden Vietnamesen" hab ich übrigens schon vor meiner ersten VN-Reise gelesen. Wenn jemand will, dass er ständlich angelächelt wird, ist er in Thailand besser aufgehoben. Über die vielzähligen Gründe des berühmten Thai-Lächelns sollte man aber nicht nachdenken.

      6) Abzocke: Wenn ein Rickscha-Fahrer oder eine Bootsführerin Trinkgeld will, ist das keine Abzocke. Er/sie ist halt einfach durch den Tourismus versaut worden. 100.000 Dong sind übrigens 3,80 Euro. Abzocke ist für mich was anderes. Abzocker gibt es natürlich in Vietnam sehr wohl, allen voran die Taxifahrer, die gerne mit manipuliertem Meter rumfahren und am Fahrtende das 3- bis 5-fache des reelen Fahrpreises verlangen. Muss man aber nicht bezahlen. Ansonsten hilft in Vietnam normaler Hausverstand eines Reisenden, dazu gehört z.B. dass man Leistungsumfang und Preis im voraus unmissverständlich klärt.


      Mein Fazit: Die Dame ist thailandverwöhnt und voreingenommen. Für Vietnam sind mehrere Dinge hilfreich:

      Vorbereitung: Wo will ich hin und wann? Damit ich nicht an überfüllten Orten lande, wenn ich eigentlich Beschaulichkeit möchte (oder umgekehrt). Was sind wo die lokalen Spezialitäten? Was kostet eine Taxifahrt in Hanoi und müssen die Fahrer das Meter verwenden? Und wie ist das in Saigon? Welche Schiffe in der Halong Bay bieten guten Service? Was für eine Alternative gibt es zur Halong Bay? Wie gehe ich in Hanoi über die Straße? Wo ist wieviel Trinkgeld angebracht? Warum lächelt nicht ständig jeder?

      Zeit: Vietnam ist nicht Thailand! Das Land breitet sich nicht wie ein offenes Buch vor einem aus. Vietnam macht keinen Kniefall vor seinen Besuchern. Manches dauert länger. Ist versteckter. Manche nervt das, es kann aber auch reizvoll sein.

      Gelassenheit: Es klappt nicht immer alles. Es sind nicht alle freundlich. Man wird oft nicht verstanden. Es regnet auch mal. Aber ich finde, das macht Reisen doch aus. Beispiel: Wenn mir ein Ricksha-Fahrer (rein hypothetisch, das alberne Tourizeug benutze ich nicht) am Ende der Tour erzählt, er hätte gerne 100.000 Dong extra, lächle ich und verabschiede mich von ihm mit einem herzlichen "No, thank you!". Sauer ist dann er. Nicht ich, denn ich hab Urlaub!



      Margot wrote:

      Wir waren 2010 in Vietnam
      Ich war 2009, 2012, 2015 und 2018 für jeweils vier Wochen in Vietnam. Ich kann bestätigen, dass sich vieles ändert (Infrastruktur z.B.) aber ganz sicher nicht die Mentalität der Vietnamesen. Natürlich werden die Orte, an denen man Trinkgeld kennt und nimmt, mehr, aber dass mehr und offensiver danach gefragt wird oder mehr Versuche unternommen werden, abzuzocken, kann ich definitiv nicht bestätigen.
      12/2016 Köln ... 01/2017 Südafrika ... 05/2017 Manchester ... 02/2018 Vietnam (Teil 4)
      reiseweg.at ... flickr.com/photos/nodurians/sets/
    • Daher habe ich es unkommentiert hier reingestellt.
      Aber ich denke, auch wenn ich noch nie in Vietnam war, wie ND.

      Vietnam steht auf unserer Liste relativ weit oben, aber erst mal ist wohl Thailand 2020 dran.
      Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben
      - Alexander von Humboldt -

    • Wie ND war ich auch schon mehrfach in Vietnam. Und (wie auf jeder Reise) gab es auch dort tolle und schlechte Erlebnisse. Und (wie auf bisher jeder Reise) haben die guten weitaus überwogen!

      Mich wundert, dass sich Reisende beklagen, wenn sich an Hotspots wie Hoi An oder in der Halong Bucht Menschenmassen drängen, das selbe Phänomen aber in Rom oder Paris achselzuckend hinnehmen. Dabei ist es dort mindestens genauso schlimm - und das gilt vermutlich mittlerweile für fast alle "Must Sees" weltweit.

      In Rom oder Berlin ist die Chance, von einem Taxifahrer abgezockt zu werden, mindestens genauso hoch - dort fahren sie einfach Umwege, die der Ortsunkundige nicht merkt, in Vietnam oder Thailand wird der Meter nicht angestellt oder ist manipuliert.

      Die Rikschafahrer - egal, ob in Vietnam oder Myanmar - zählen zu den ärmsten Teufeln dort, sie können sich nicht mal ein Moped leisten. Eine beliebte Strategie ist, einfach länger/weiter zu fahren, als (vermeintlich) ausgemacht - denn wenn man sich mit dem Touristen auf 1 Stunde zu 100.000 Dong geeinigt hat, heißt das für den Fahrer noch lange nicht, dass er auch nach einer Stunde wieder am Ausgangsort ist. Da fährt man halt einfach mal 1 1/2 Stunden oder länger - und der Tourist ärgert sich hinterher maßlos über die Nachforderung. Hier hilft nur konkrete Zeitangabe - also sagen "ich muss um 5 Uhr wieder hier sein!" oder so ähnlich. Dann gibt's keine Missverständnisse. Oder Zettel nehmen, Preis und Zeit drauf schreiben und dem Fahrer vor der Fahrt hin halten.

      Ich weiß nicht, wie sich jemand von uns in so einer Situation verhalten würde - da kommt ein Tourist, der für so eine Reise locker mal ein paar Tausend Euro ausgibt - und ich weiß nicht, wie ich die Milch für das Jüngste oder die Schulsachen für den Ältesten bezahlen soll. Dass die Fahrer da oft sehr ungeschickt und offensiv vorgehen, ist natürlich blöd - aber würden sie von vornherein einen höheren Preis nenne, würden wohl kaum noch Touris bei ihnen einsteigen.
      Wir waren vor Jahren einmal bei einem der Rikschafahrer in Saigon zu Hause - seine Frau hatte gerade ein Baby bekommen und er wollte uns den Nachwuchs unbedingt zeigen. Wenn man sieht, wie die Menschen so leben, schämt man sich, wenn man wegen 3-4€ rumzickt ... Unser Mitleid hatte er sicherlich einkalkuliert - aber das änderte nichts an der menschenunwürdigen Situation, in der die Familie leben musste.

      Jedenfalls hab ich mich bei mittlerweile 5 Reisen nach Vietnam bisher nur einmal abgezockt gefühlt - und da war's ein Reisebüro in einem Hotel, das einen so heftigen Aufschlag für ein Busticket wollte, dass es mehr als doppelt so teuer geworden wäre.
    • Wir waren 2014 in Vietnam und haben die in dem Bericht erwähnten Destinationen (und mehr) besucht. Bei der Lektüre des Reiseberichts hab ich mich als erstes gefragt, ob die Autorin wohl dafür bezahlt wurde, alles schlecht zu reden?

      Wie auch immer, auch ich ...

      Mikado wrote:

      möchte meinen Senf zu der Seite geben.

      Was man leicht vergisst: Vietnam ist eine sozialistische Republik und deshalb schon nicht mit Thailand vergleichbar (das gilt auch für Laos, dort waren wir 2016), obwohl ich im Folgenden Thailand, meine Wahlheimat, zum Vergleichen hinzuziehen werde.

      Vietnam ist laut, die Städte sind voll (nicht nur mit Touristen), und Abfall liegt oder schwimmt tatsächlich überall. Aber das ist in Thailand in einigen Gegenden nicht anders (Gott sei Dank nicht so sehr auf Lanta).

      Die Strände können m.M.n. nicht mit denen in Thailand mithalten, zumal es in Vietnam die Unsitte gibt, dass eine Strandpromenade her muss. Gar nicht meins.

      ABER: Die Menschen sind freundlich, fröhlich, neugierig (bei der Einstellung/Voreingenommenheit der Autorin wundert es mich nicht, dass sie kein Lächeln kriegte, denn wie man in den Wald ruft ... ), das Essen schmackhaft, und die Preise weitaus günstiger als die in Thailand.

      Es gibt großartige Landschaften (Halong Bucht, die Gegend um Sapa) und das kulturelle Erbe ist bemerkenswert.

      Wie ND schon sagte: Man (frau) sollte sich auf eine Reise vorbereiten und sich für das Land öffnen, evtl. Erwartungen sollten zu Hause bleiben ...
      Sonnige Grüße von der Insel

      We travel not to escape life, but for life not to escape us.

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      Travel safely!
    • gesunder Menschenverstand hilft immer,
      auch in thailand wurden uns teilweise unverschämte preise für taxifahrten oder bus Tickets genannt. wir wussten meistens im voraus was es kosten könnte, und haben dan einfach dort nicht gebucht. schade dass es trotzdem versucht wird, aber wer weiß warum und was für persönliche gründe dahinterstehen.

      vietnam waren wir auch schon, steht aber bei uns so schnell auch nicht mehr auf dem Reiseplan, uns hat es mehr gestört, dass wir nichts alleine anschauen konnten, irgendwie sind wir immer in einer großen geführten tour gelandet, z.b Halongbucht oder Mekongdelta. wir nicht so unser ding, vielleicht hatten wir auch nur Pech.in hue und ho an hatten wir echt glück, nicht soviele reisende und haben mit dem roller alles in ruhe erkunden können.

      menschen haben wir teilweise sehr freundliche oder auch andere getroffen, wie eben überall

      essen fanden wir sehr lecker.
      im strand hatten wir meistens unsere ruhe, sobald aber eine asiatische reisegruppe kommt ist es mit der ruhe vorbei, finde es aber trotzdem lustig zum zuschauen, wie sie bei 35 grand irgendwelche wettrennen am strand veranstalten. nach 1stunde sind sie sowieso wieder weg :P
      Schon besucht: Thailand, Malaysia, China, Vietnam, Bali, Philippinen, Mexico, Hongkong, Taipei, Spanien Italien, Türkei, Griechenland, Österreich, Schweiz
    • froggy wrote:

      uns hat es mehr gestört, dass wir nichts alleine anschauen konnten, irgendwie sind wir immer in einer großen geführten tour gelandet, z.b Halongbucht oder Mekongdelta.
      Das ist mir in insgesamt 16 Wochen kein einziges Mal passiert. Dazu muss man wahrscheinlich vor Ort in ein Reisebüro gehen, oder?


      DokBua wrote:

      Bei der Lektüre des Reiseberichts hab ich mich als erstes gefragt, ob die Autorin wohl dafür bezahlt wurde, alles schlecht zu reden?
      Indirekt könnte das der Grund sein. Je kontroversieller ein Text, desto öfter wird er geteilt und geklickt. Und dadurch klingt die Kasse.
      12/2016 Köln ... 01/2017 Südafrika ... 05/2017 Manchester ... 02/2018 Vietnam (Teil 4)
      reiseweg.at ... flickr.com/photos/nodurians/sets/

      The post was edited 1 time, last by NoDurians ().

    • Ich war noch nicht in Vietnam, stelle aber in Bezug auf viele Länder immer wieder fest, dass sich die Meinungen spalten.

      Meine These: Meistens ist es eine Frage der grundsätzlichen Haltung und Erwartung und der ersten Erfahrungen mit einem Land.

      Beispielsweise falle ich in Indien von einem Glückstaumel in den nächsten, während andere das Land als dreckig, korrupt, unfreundlich und gefährlich erleben.

      Meine Negativ-Erfahrung, bei der ich die ganzen Schwärmereien nicht nachvollziehen konnte, war Taiwan. Da fand ich es unfreundlich, oft irgendwie langweilig, die Städte nicht charmant und das hochgelobte Streetfood wenig appetitlich.

      Auch Thailand hatte es bei mir schwer: Ich konnte mit dem „tollen“ thailändischen Essen nicht viel anfangen, und Bangkok konnte mich nicht bezaubern. Balis Essen hingegen, von dem viele meinen, es könne mit Thai-Food nicht mithalten, fand ich hingegen superlecker.

      Wenn man mit einer gewissen Erwartungshaltung durch ein Land reist, strahlt man diese auch aus. Und auch die Menschen im anderen Land reagieren darauf. Man sieht es doch, wenn jemand misstrauisch, ängstlich, desinteressiert oder ablehnend reagiert.

      Und es ist doch auch völlig überzogen anzunehmen, dass jeder in einem Land einen aus lauter Gastfreundschaft gleich nach Hause einladen müsste oder dass eine Millionenstadt die idyllische Ruhe von Reisfeldern bis zum Horizont ausstrahlen müsste.

      Ich zumindest weiß in Bezug auf Taiwan, dass ich zu der Zeit schlecht drauf war und dass das Land es daher schwer hatte bei mir. Und in Bezug auf Thailand war es auch so, dass ich nur eine Woche hatte. Es war mein „Asien-Probeurlaub“, den ich leider mit einem heftigen Infekt angetreten habe. Und auch die Lebensmittelvergiftung zu Silvester überschattete vieles. In beiden Ländern habe ich dazu tendiert immer wieder „einen Flunsch zu ziehen“ und dem jeweiligen Land das übel zu nehmen, was ich eher meiner Verfassung hätte zuschreiben müssen.

      Und letztlich ist es doch super, dass nicht jeder den gleichen Geschmack hat. Würde jeder an den Ghats von Maheshwar herumlaufen, hätte ich dort sicher nicht mehr so viel Freude.

    • Das ist mir in insgesamt 16 Wochen kein einziges Mal passiert. Dazu muss man wahrscheinlich vor Ort in ein Reisebüro gehen, oder?

      genau, sind in die Reisebüros an der Strasse gegangen, wie es sie überall in asien gibt. warscheinlich haben wir es einfach nur falsch angestellt, wir hatten aber trotzdem überall unseren spass.
      Schon besucht: Thailand, Malaysia, China, Vietnam, Bali, Philippinen, Mexico, Hongkong, Taipei, Spanien Italien, Türkei, Griechenland, Österreich, Schweiz