Bald keine Elefanten-Ritte mehr in Ayutthaya

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Bald keine Elefanten-Ritte mehr in Ayutthaya

      Ayutthaya Geschichtspark: Elefanten-Tour wird abgeschafft!


      Wie auch schon zuvor in Angkor Wat, soll es nun einem etablierten Elefantenreitbetrieb im thailändischen Ayutthaya Historical Park an den Kragen gehen. Ihm wurde befohlen, innerhalb von 30 Tagen den Betrieb einzustellen und seine Anlage kurzfristig zu verlassen. Die Besitzer wehren sich. KLICK

      Binnen 30 Tagen ist natürlich krass und in unseren Breiten undenkbar. Und wenn 200 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren, ist das natürlich nicht ohne. Aber ich finde, der Satz "Wovon sollen die Mahouts leben, wenn nicht durch diese Einnahmen?" ist keine Rechtfertigung. Man kann ja in diesem Satz Mahout durch andere Berufe ersetzen, die es nicht mehr gibt. Hexenverbrenner zum Beispiel, Henker oder KZ-Wärter.
      2019/08 Ulm - 2019/12 Nürnberg - 2020/02 Isaan/Angkor/Bangkok
      reiseweg.at - flickr.com/photos/nodurians/sets/

      The post was edited 1 time, last by NoDurians ().

    • Sehr gut! Ich freue mich darüber, es kommt endlich alles in Bewegung durch den internationalen Druck!

      Dass jetzt so viele Mahouts ihr Stellen verlieren, gut, das kann man so oder so sehen. Mir tut es jedenfalls nicht leid, denn jeder sollte wissen, wie es dazu kommt, dass man die Elefanten streicheln, baden, auf ihnen reiten konnte. Nur das will man meist als Tourist nicht sehen.

      Erhard hat ja schon vor 7 Jahren diese Videos von den gequälten Elefanten hier ins Forum hineingesetzt (Tierqual für Tourismus) Nur so etwas möchte man eigentlich ungern sehen und blendet es gerne aus.

      Auch PETA berichtet Jahr für Jahr über die grausamen Methoden.

      Viele Grüße
      Petra
    • 30 Tage sind natürlich krass. Aber man weiß ja nicht, ob und wie viele (ignorierte) Aufforderungen dem schon vorangegangen sind.
      Ich frage mich, wo sollen die Elefanten so schnell hin. Man kann sie ja nicht in den Wald jagen.

      Der Karlsruher Zoo nimmt gerne welche auf ;)

    • Leider weiß ich nicht mehr, welcher Podcast es war, aber genau das, was Bernhard anspricht, wurde dort - meiner Auffassung nach einleuchtend - diskutiert:

      Wenn Elefanten 70 Jahre alt werden, also ähnlich alt wie Menschen, dann muss irgendwie für diese gesorgt werden.

      Viele Elefanten stammen noch aus der Zeit, in der man sie als Arbeitstiere gebraucht hat, sie waren ursprünglich nicht zur Touristenbelustigung da.

      Was macht man also mit einem Elefanten, der vor 30 oder 40 Jahren im Alter von 10 Jahren durch Maschinen ersetzt wurde? Man kann sie ja nicht einfach aussetzen. Aber um sie zu pflegen und zu ernähren, bedarf es Geld, sodass diese Elefanten weiter "arbeiten" mussten. Und dazu brauchte man auch einen Mahout.

      Ein wenig Umsicht in Bezug auf die Frage, wie man mit diesen "Altlasten" umgeht, braucht es da schon. Irgendwo müssen sie ja bleiben. Die Tiere haben keinen Lebensraum mehr und sind sicher auch gar nicht mehr in der Lage sich selbst zu versorgen.

      Dass es nicht geht zur Volksbelustigung neue Elefanten heranzuzüchten und zahm zu machen, bleibt natürlich unbestritten!
    • Inspired wrote:

      Was macht man also mit einem Elefanten, der vor 30 oder 40 Jahren im Alter von 10 Jahren durch Maschinen ersetzt wurde? Man kann sie ja nicht einfach aussetzen. Aber um sie zu pflegen und zu ernähren, bedarf es Geld, sodass diese Elefanten weiter "arbeiten" mussten. Und dazu brauchte man auch einen Mahout.
      Volksbelustigungsanstalten wie z.B. der Betrieb in Ayutthaya sind keine Einrichtungen zur Altersvorsorge von Elefanten sondern beinharter Kommerz. Wenn ein Elefant stirbt, kommt von irgendwo ein neuer, junger Elefant her. Eher zwei oder drei, denn das Angebot folgt der Nachfrage, und die ist steigend. Schon alleine deshalb, weil die Chinesen, Koreaner, etc. einen immer höheren Anteil an den Urlaubern haben. Und die scheren sich einen Dreck um Tierschutz.

      Es gibt in Thailand einige Organisationen, die sich um ausgemusterte Arbeitselefanten kümmern, in der Nähe von Hua Hin z.B. WFFT (Wildlife Friends Foundation Thailand). Wenn man im Urlaub unbedingt "was mit Elefanten" machen möchte, kann man solche Organisationen besuchen und unterstützen.
      2019/08 Ulm - 2019/12 Nürnberg - 2020/02 Isaan/Angkor/Bangkok
      reiseweg.at - flickr.com/photos/nodurians/sets/
    • Das Hauptproblem sind halt die Touristen. Das Thema ist doch schon alt, aber es galt halt als toll, einmal auf einem Elefanten zu reiten und und und. Wäre nicht die stetige Nachfrage von Touristen gewesen, dann gäbe es das Problem nicht. So viele Elefanten hat Thailand gar nicht als Arbeitselefanten gehabt.

      Sie wurden auch aus den Nachbarländern ins Land hineingeschmuggelt, ebenso kleine Elefantenbabies entführt und dazu missbraucht. Das "Problem" der Tierquälerei wurde einfach totgeschwiegen, Hauptsache der Rubel rollte. Nun empören sich halt immer mehr Länder im Ausland darüber und nun wird irgendwie die Notbremse gezogen.

      Mit Sicherheit sind das jetzt alles Schnellschüsse, aber dennoch ist es gut, wenn die Misshandlungen endlich mal ein Ende finden.

      Es würde ja vieles anders laufen, wenn man mehr Hintergrundwissen hätte. Die Mahouts sollten vor jedem Ritt den Touristen zeigen, wie sie die Tiere dazu bringen, zu gehorchen. Denn das Gefügigmachen liegt ja nicht 30/40/50 Jahre zurück, sondern ist stes aktuell.

      Viele Grüße
      Petra
    • Natürlich kann man die 70 Elefanten nicht innerhalb von 30 Tagen wo unterbringen. Es ist aber sicher der Schritt in die richtige Richtung wie man in Kambodscha sieht.
      Was mich schon oft in Thailand verwundert hat, wie die Thais mit den Tieren umgehen.
      Und das, wo Buddhismus in Thailand schon fast eine Staatsreligion ist.
      Irgendwie passt dies nicht zusammen.

      :confused:
    • Ich hoffe nur, dass auch Indien diesen Schritt macht. Ich kann das Elend der Arbeits- und Tempelelefanten kaum mitansehen. Leider sind sich Touristen dem Elend nicht bewusst und unterstützten so diese traurigen Machenschaften und schrecklichen Methoden, die eingesetzt werden, um die Tiere gefügsam zu machen.

      In Indien gibt es einige Elefanten-Camps, wo man sich um aus der Gefangenschaft befreite oder kranke und verletzte Tiere kümmert. Ich war mal in einem. Doch auch hier werden die Tiere mehr und mehr zu Touristenattraktionen. Ein schwieriges Thema. Aber ohne radikal umgesetzte Verbote wird sich für die Tiere gar nichts ändern.

      Auch den wilden Elefanten geht es nicht so gut. Der Lebensraum dieser wunderschönen Tiere wird leider immer mehr eingeschränkt, sodass es häufig zu Konflikten kommt. Von 2015-2018 kamen in Indien mehr als 1700 Menschen durch Elefanten zu Tode. Im Gegenzug werden jährlich rund 80 Elefanten getötet.

      meinlebeninindiendotblog.wordp…/06/07/die-grauen-riesen/