Live aus Rumänien 2019

  • Hallo aus Temeswar,
    mal wieder bin ich Zum Ende des Jahres in Temeswar. Es ist kein Urlaub, denn ich helfe ein paar Tage Mechtild Gollnick vom Verein Hilfe für Kinder.


    Freunde und Bekannte gaben mir viele Spenden mit, so dass ich diese hier an Ort und Stelle verteilen kann. <3


    Der Flug über München war ok, der Koffer kam an und ich wurde am Flughafen von Temeswar abgeholt und wir fuhren gleich unsere erste Tour in das kleine Dorf Bencecu de Jos. Hier untestützen wir u. a. einige arme Familien mit Lebensmitteln, Kelidung und Schulmaterialien, auch helfen wir mit Baumaterialien.


    Diese kinderreiche Familie lebt in einem nur notdürftig fertig gestellten Raum, aber sie haben nun wieder ein Dach über den Kopf.










  • Am 1. Dezember ist der Nationalfeiertag, ein Tag, der in Rumänien immer besonders gefeiert wird. Gleichzeitig wird an diesem Tag auch der Weihnachtsmarkt geöffnet.


    Für uns bedeutet es, dass wir so gut wie keine Besuche machen können, also wird es für uns auch recht geruhsam werden.


    Einen Termin bei einer Familie haben wir jedoch. Wir bringen Lebensmittel, die Kinder bekommen je ein Päckchen mit Kleidung, Schulsachen, Zahnbürste, Zahnpasta und Seife und natürlich auch eine Süßigkeit. Die Freude ist riesengroß.





    Wir fahren noch auf den Friedhof, denn meine Vater ist vor 15 Jahren hier beerdigt, ein weiterer Grund, weshalb ich immer im Dezember in Temesvar bin.


  • Nun wagen wir uns ins Getümmel vom Weihnachtsmarkt. Jedes Jahr dasselbe, immer voll, aber jedes Jahr muss ich einmal über dem Markt gehen und da wir heute nicht viel zu tun haben, bot es sich geradezu an. :-)


    Ein besonderer Anziehungspunkt ist auch immer die Fressmeile. Hier reihen sich die Fleischbuden aneinander. Ich frage mich jedes Jahr, wer soll das alles essen? Und ja, ich muss jedes Jahr einmal dort entlang schlendern. ;-)


    Viele Grüße
    Petra


    Hier gibt es noch mehr Bilder: Live aus Temeswar - Dezember 2019







  • Am nächsten Tag kam ein LKW aus Deutschland, der uns viele Hilfsgüter brachte, die wir abladen und verteilen mussten. Es waren zum größten Teil Weihnachtspäckchen für Kinderheime, Kindergärten und andere Familien. Dank vieler helfenden Hände ging das recht flott, aber es war schon anstrengend.


    Die letzten 6 Paletten kamen bei uns auf den Hof und wir hatten dann am Abend im strömenden Regen das Vergnügen, diese Kisten in einen Sprinter umzuladen, der die Weihnachtspäckchen in ein entlegenes Dorf brachte.


    Ich wusste jedenfalls am Abend, was ich alles gemacht hatte, denn ich spürte jeden einzelnen Knochen. Da half dann nur noch ein Palinka am Abend. ;)


    Der LKW hatte auch mit einigen Problemen zu kämpfen. Man wollte natürlich Backschisch an der Grenze haben, außerdem war der LKW überladen und 4 Paletten mussten in Ungarn abgeladen werden. Die bekommen wir dann irgendwann nachgeliefert. Außerdem mussten wir den LKW vor den Toren von Temeswar abholen, er wusste a) den Weg nicht und b) hatte er die Einfahrerlaubnis nicht mit.


    Egal letzten Endes hat es doch alles ganz gut geklappt.


    Viele Grüße
    Petra







  • In der Metro kauften wir für 12 Familien Grundnahrungsmittel ein wie Maismehl, Zucker, Nudeln, Reis, Öl, Dosenwurst, Fisch in Dosen, Suppen, Tomatensauce, Milch etc.



    Danach besuchten wir ein Projekt der Witwe des Malers Karl Stengel,1926 geboren in Ungarn und in Deutschland gelebt.


    Quote

    "Karl Stengel - Children´s" ist ein Projekt, das für 10 Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten aus dem Bereich Autismus vorgesehen ist. Der Verein Vivart arbeitet mit der Spezialschule für hörbehinderte Kinder zusammen, auch andere behinderte Kinder (z.B. mit dem Downsyndrom) werden durche Art-Therapie und Psychomotorik gefördert.

    Es war sehr interessant und wir nahmen auch an einer Stunde mit den Kindern teil.






  • Zusammen mit dem Sozialarbeiter Marius fuhren wir nun zu drei verschiedenen sehr armen Familien. Zwei davon kannte ich auch schon, wir helfen ihnen schon seit einiger Zeit.


    Es ist schon schwer zu sehen, dass es noch Menschen in Europa gibt, die weite Wege gehen müssen, um Wasser mit Flaschen zu holen. (Bild 4) Wir werden versuchen, dass wir die Familie unterstützen, damit sie einen Brunnen bekommen. Das wäre schon eine große Hilfe.


    Wir lassen eine Tüte mit Lebensmitteln da und für Kinder ein paar Süßigkeiten.







  • Dieser Familie lebte bislang in einem Bretterverschlag. Nun haben sie einen Wohncontainer und sogar fließend Wasser. In der Küche fehlen noch ein paar Möbel. Da der Winter vor der Türe steht, bekommen sie zunächst Brennholz. Ich habe von einer Spenderin einige Plüschtiere bekommen. Die Freude ist groß.








  • Hier ein paar Bilder, die ich unterwegs gemacht habe. Wir sind dann noch zu einer Familie in Temeswar gefahren, die Hilfe braucht. Die Heizung ist defekt und die Kinder benötigen Schulmaterial. Wir werden mit einem leckeren Kuchen beadcht und bekommen ein Glas Cola. Abschlagen kann man diese Einladung nicht. Ich habe es versucht, es hat nichts genutzt.







  • Am nächsten Tag machten wir ein paar Besuche, aber kaum Fotos, da wir nur fotografieren, wenn uns die schriftliche Erlaubnis vorliegt. Egal, in staatlichen Kinderheimen darf überhaupt nicht fotografiert werden, dann lässt man es halt. Aber die Hilfe wird deswegen nicht verweigert. Ein Bild von Alex, den eine Sponsorin unterstützt, habe ich aber. Er hatte am folgenden Tag Geburtstag und bekam ein Geschenk.


    Am Abend gingen wir dann - wie so immer, wenn ich in Temesvar bin - in eine Pizzaria und ich trank endlich mal ein Timisoreana und die Pizza schmeckte köstlich! Das Essen gehen ist in Rumänien noch recht günstig, die Gesamtrechnung betrug noch nicht einmal 40 Euro für 6 Pizzen, Getränke und zwei Saucen, eine davon war superscharf (für die Ungarn unter uns)






  • Der nächste Tag fing richtig gut an. Wir hatten eine Einladung zu einer Nikolausfeier. Die Kinder sangen Lieder, sagten Gedichte auf, irgendwann schreckte ich auf, weil ich auf einmal etwas verstand. Es wurde nämlich auch was auf englisch und deutsch aufgesagt.


    Alle Kinder bekamen von uns eine Nikolaustüte und hinterher gab es für uns echt rumänischen Kaffee und Kuchen.


    Das war eine gelungene und schöne Veranstaltung. Auf meiner Seite habe ich ein paar Videoclips hochgeladen. So war ich gut gerüstet für das, was wir danach gesehen haben.






  • Mit der Sozialassistentin Claudia Radu fuhren wir nun noch zu drei wirklich armen Familien. Die ersten beiden bewohnen jeweils ein Zimmer in dieser Bauruine, ohne Fenster, ohne Wasser, ohne Strom, nur mit einem kleinen Ofen wird geheizt.






    Die letzte Familie, die wir besuchen, lebt in einer Bretterbude, es ist ein kleiner Raum, ohne Bad oder Küche, auch hier kein Strom, kein Wasser. Für die Kinder ist es schwierig, sie haben natürlich Probleme in der Schule und der Kleine im Kindergarten. Die ersten Überlegungen sind gemacht, wie wir hier helfen können. Ich bin ganz schön betroffen.



  • Meine Zeit ist um, am nächsten Tag fliege ich wieder heim, schweren Herzens. Am frühen Morgen ist Topi gestorben, er war über 12 Jahre ein treuer Begleiter.



    Mein Rückweg war auch gespickt mit Widigkeiten, von Temesvar flogen wir verspätet ab, daher war der Anschluss in München weg. 2 Stunden später sollte die nächste nächste Maschine fliegen, auch hier gab es wieder eine Verspätung erst eine Stunde dann noch eine weitere, dann musste die Maschine enteist werden, da es einen Maschinenwechsel gegeben hat, das Catering hat auch nicht statt gefunden, also gab es Wasser und Spekulatius, immerhin was.


    Ich hatte aber in München schon eine Stärkung zu mir genommen.



    Sehr spät am Abend kam ich in Hannover an und wollte mit dem Zug nach Hause fahren. Als ich am Fahrkartenautomaten ankam, fand ich mein Portomonnaie nicht. Ich hatte es zu gut versteckt. Hektisch stieg ich in den Zug ein, der Schaffner schloss die Türe und ich fragte ihn: wo ist mein Koffer? Ihr seht, ich war schon ganz schön durcheinander. Der stand noch am Bahnsteig vor dem Automaten. :o


    Der Schaffner war nett und wartete bis ich den Koffer geholt hatte, dann fuhr der Zug ab. Da ich immer noch kein Fahrschein hatte, kaufte ich schnell ein Handyticket über die App. Mittendrin hielt dann der Zug und es kam die Durchsage: Wegen einer Betriebsstörung wir die Zugfahrt auf unbestimmte Zeit unterbrochen.


    Irgendwann holte Friedrich mich dann vom Bahnhof ab.


    In der Nacht erkrankte ich an einer ziemlich schrecklichen Magen-Darm-Geschichte und habe 2 Tage lang das Bett nicht verlassen können.Das war insgesamt auch für mich ein wenig zu viel Stress.


    Aber im nächsten Jahr werde ich wieder vor Ort sein. :thumbsup:

  • Nun möchte ich mich auch hier bei allen Spendern ganz herzlich bedanken. <3


    Auch aus Rumänien habe ich wieder einen Brief mitbekommen, da könnt ihr noch einmal genau nachlesen, wofür das gesammelte Geld verwendet wurde.


    Ja, das ist mal ein ganz anderer Reisebericht und zeigt die Schattenseiten in diesem Land. Als wir im Sommer mit dem Motorrad hier waren, da haben wir die Sonnenseiten kennengelernt.


    Viele Grüße
    Petra



  • Oh! Beim Lesen des Briefes habe ich Gänsehaut gekriegt und Tränen stiegen mir in die Augen.


    Bei uns unterstütze ich - zusammen mit vielen anderen - die Children of the Forest (childrenoftheforest.org). Die Familien sind Mon und Karen, die aus Burma geflohen sind. Eine Gruppe von ca. 60 Kindern kommt auch einmal im Jahr, unterstützt von der hier ansässigen schwedischen Schule, nach Lanta, wohnt dann kostenlos in einem Hotel, die Kinder planschen dort im Pool und holen die Spenden ab, die im Laufe des Jahres zusammen gekommen sind. Sie machen hier "dream holidays".


    So "hautnah" macht das Spenden auch den Spender glücklich.


    @ Mikado: Hut ab vor deinem Einsatz!

  • Danke, natürlich weiß ich, dass viele hier andere Projekte unterstützen. Das ist auch gut so, es gibt auf der Welt genügend Elend. :-)


    Ich habe mich vor vielen Jahren für das Projekt meines Vaters in Rumänien entschieden und seit seinem Tod führt seine Frau das Projekt in seinem Sinne weiter. Das heißt, es gibt keine Aufwandsentschädigungen, alle arbeiten ehrenamtlich, jeder gespendete Euro kommt zu 100% an. Alle Unkosten wie Benzin/Porto/Lagerhallen etc werden aus der privaten Schatulle bezahlt.


    Viele Grüße
    Petra