Reisebericht Indien: von Bangalore (Karnataka) über Hampi und Agonda nach Kochi (Kerala)

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    • Reisebericht Indien: von Bangalore (Karnataka) über Hampi und Agonda nach Kochi (Kerala)

      Nachdem wir den Januar ganz entspannt hauptsächlich beim Inselhopsen in Thailand verbracht haben, fliegen wir nach 30 Tagen weiter nach Indien, somit brauchten wir zumindest für Thailand kein Visum.
      Um das indische Visum kommen wir nicht herum, doch um das ganze „Geschiße“ mit dem Visum sinnvoll zu machen, habe ich uns gleich das mit 5 Jahren Gültigkeit besorgt. Wir haben jetzt ja viel Zeit zum reisen und kommen sicher mal wieder nach Indien - wenn es uns gefällt.
      Wir waren vor einigen Jahren zum ersten Mal in Indien, damals eine Rundreise mit Fahrer durch Rajasthan und danach ein Aufenthalt in Kerala.

      Um 4 Uhr früh ging der Flug mit Indigo von Bangkok nach Bangalore. Bei indigo nerven im Vorfeld die dauernde Änderungen, von spät auf früh, Flugnummer geändert, all sowas. Doch der Flug ging pünktlich, keinerlei Service während des Fluges, aber um die Zeit wollen sowieso alle nur schlafen.
      Die Einreiseformalitäten gingen fix, es waren nur wenig Touristen an Bord.
      Nachdem wir in Bangkok kaum noch Menschen ohne Atemschutzmasken sieht fällt uns auf, daß das in Indien kein Thema ist, nur ein paar Polizisten, die an Kreuzungen den Verkehr regeln, tragen eine.
      Per Taxi ging es ins Hostel, wir haben uns dieses ausgesucht wegen der guten Bewertungen, und ein privates Zimmer mit eigener Dusche und Toilette gebucht, das muß es schon sein.
      Am ersten Tag in Bangalore hatten wir ein reduziertes Programm.
      Wir bekamen ein Empfehlungsschreibens vom Hostel und sind damit zu Vodafone, eine SIM Karte kaufen, die wollen wir aber nur fürs iPad fürs Internet nutzen. Doch zur Aktivierung benötigt muß man mit der neuen SIM Karte irgendwo anrufen, doch der nette junge Mann („happy to help“ stand auf seinem Namensschild) hat das hinbekommen und bereits als wir den Laden verließen, funktionierte es.
      Nach einem kleinen Mittagessen sind wir zum Bangalore Palace gelaufen, haben den Palast aber nur von außen besichtigt. Am Abend sind wir einer Empfehlung der netten Mädels vom Hostel gefolgt und lecker in einem nahen Restaurant gegessen und dazu kühles Kingfisher getrunken.

    • Am zweiten Tag ging es los ins pralle indische Leben, gleich am frühen Morgen zum K.R. Markt, einen Blumen und Gemüsemarkt.
      Nachdem es im Hostel erst ab 8:30 Frühstück gibt (die jungen traveller sind wohl alle Schlafmützen) haben wir beim Markt gefrühstückt. Bis jetzt ist es uns auch gut bekommen, da muß unser Magen einfach durch. Es gab eine Art Pfannkuchen mit Kartoffeln und Zwiebeln gefüllt und einen Krapfen (aus ??) in Currysauce. War lecker.



      Der Blumenmarkt ist eine Überdosis an Farben.
      Mich würde interessieren, wo die gigantische Menge an Blumen wächst, die hier jeden Tag zum Verkauf kommt.
      Die meisten Blumen sind auf Schnüre aufgefädelt, solche kurzen Ketten kennen wir aus Thailand, doch es gibt auch richtig lange und aufwändig gearbeitete, richtig schwere Kunstwerke. In einem Bereich haben wir die Blumenketten am Boden aufgewickelt gesehen wie dicke Seile, aber es waren alles frische Blumen, die als Meterware verkauft wurden.




    • Danach haben wir einen stop im botanischen Garten Lalbagh gemacht, eine weitläufige Anlage mit einem schönen Gewächshaus, von dem leider nur noch das Dach steht. Schulkinder nutzen die Grünflächen für Turnuntericht und haben viel Spaß dabei.


      Bei der Rückfahrt zum Hostel haben wir einige interessante Bauwerke von außen gesehen, hier sind staatliche Behörden untergebracht, deshalb war auch kein Zutritt möglich war. Einige kesse Jungs (auf Schulausflug) wollen unbedingt lässig fotografiert werden.
    • Es gab eine Art Pfannkuchen mit Kartoffeln und Zwiebeln gefüllt und einen Krapfen (aus ??) in Currysauce. War lecker.

      Das war ein Masala Dosai und ein Vadai. Beides wird aus einem Reis-Linsen-Teig zubereitet.

      Außerhalb von Bangalore gibt es sehr viele Blumenfelder und Treibhäuser. Hier in Tamil Nadu hat es viele Blumen auf dem Markt, die aus Bangalore stammen, v. a.Rosen.
    • Nach 2 Tagen verlassen wir unser guesthouse in Bangalore, wir fahren mit dem Zug für 3 Tage nach Mysore und kommen danach wieder hierher zurück.
      Hier im guesthouse haben wir uns sehr wohl gefühlt, hauptsächlich auch wegen der beiden Mädels an der Rezeption, die kümmern sich wirklich um ALLES. Restaurantempfehlungen, gute Laune verbreiten, ein Uber tuk tuk bestellen (das funktioniert wirklich!), die Weiterreise organisieren, ein Empfehlungsschreiben ausstellen, damit wir eine indische SIM Karte kaufen konnten und sie reden uns immer mit Namen an. Sie haben uns Taxi bestellt (da putzig kleine gelbe) das uns zum Bahnhof bringt, der Fahrer kauft mit uns die Tickets und bringt uns zum Bahnsteig- die Mädels befürchten wohl, daß wir alten Leutchen das alleine nicht hinbekommen..
      Die Zugfahrt dauerte ca. 3 Stunden, unterbrochen von einigen halten, ein entgegenkommender Zug hatte Vorfahrt. Das Bordbisto hatte wieder 2 Füße, doch anders wie in Thailand oder Myanmar wurde das Angebot nicht offen präsentiert sondern in Kartons durch den Zug getragen, zwar lautstark angepriesen, aber das verstanden wir ja nicht. Wir mußten in viele Kartons reinschauen, bis wir Snacks nach unserem Geschmack gefunden hatten.

      Danke Irene, mit vielen Bezeichnungen auf der Speisekarte wissen wir nicht so recht etwas anzufangen. Entweder wir bestellen nach dem Zufallsprinzip oder wir nehmen Google zur Hilfe. Bisher hat alles geschmeckt, obwohl ich keine Vegetarierin bin, esse ich hier ausschließlich die vegetarischen Gerichte, für meinen Mann sollte schon Fleisch dabeisein.
    • Da kommen wieder viele Erinnerungen an unsere 4 wöchige Südindien Reise im März letzten Jahres auf.
      Wir haben uns da auch hauptsächlich vegetarisch ernährt.
      Es gab sehr oft "Pasta arrabiata". Das stand auf vielen Speisekarten und hatte auch eine schöne Schärfe.
      Weiterhin gute Reise.
    • Hallo Erhard, das haben ich bisher noch nicht auf der Karte gelesen, aber ich halte die Augen offen, scharf ist immer gut.

      weiter gehts in Mysore

      Am nächsten Morgen besichtigten wir den Palast von Mysore, der Wohnsitz des früheren Maharajas, ein imposantes Gebäude von außen und innen mit verschwenderischer Pracht ausgestattet.



      Abends kommen wir nochmals hierher, jeden Sonntag wird der Palast für eine Stunde mit Tausenden von Glühbirnen erleuchtet, dazu spielt ein Blasorchester.
    • Devaraja Markt in Mysore

      Nach dem Palast haben wir den Devaraja Markt besucht.
      Wieder ein wuseliger und geschäftiger Markt.
      Uns fasziniert vor allem das Angebot an Obst und Gemüse und Blumen.
      Auch hier wurden Unmengen von Blumen und Blüten angeboten, die lose verkauft wurden oder als Meterware oder als kunstfertige Girlanden. In einer Gasse kann man zusehen, wie die Girlanden gefertigt werden, ein kleiner laden ist neben dem anderen.
      Es ist schön und interessant anzusehen, doch die Verkäufer haben eine schwere und harte Arbeit, von früh bis spät, unglaubliche Lasten werden von Hand (oder auf dem Kopf) transportiert.
    • Nach dem Markt haben wir uns ein tuk tuk geschnappt und sind zu dem etwas außerhalb gelegenen Sri Chamundeshwari Tempel gefahren.
      Rund um den Tempel waren viele Verkaufsstände und viel Trubel. Den Tempel selbst haben wir nur von außen besichtigt, zu groß war der Andrang von den Gläubigen draußen und das Gedränge drinnen im Tempel.
    • Von Mysore aus haben wir einen Ausflug zum Somnathpur Tempel unternommen, ein gut erhaltener und restaurierter Tempel , der vor ca. 800 Jahren erbaut wurde. Die Steinmetzarbeiten waren beeindruckend. Die dargestellten Frauen haben eine erstaunlich üppige Oberweite, das ist zumindest meinem Mann gleich aufgefallen.
      Mit uns hat eine Schulklasse den Tempel besichtigt, gerne lassen sie sich fotografieren und bedanken sich danach freundlich dafür.
      Und weil ein Tempel nicht genug ist, haben wir auf dem Rückweg noch einen angeschaut

      Ein tuk tuk Fahrer hat uns in der verwinkelt Altstadt von Mysore kleine Werkstätten gezeigt, jeder betreibt auf engstem Raum ein Handwerk oder ein Gewerbe, in einem kleinen Raum standen sogar 3 Kühe, für die frische Milch jeden Tag,
    • Hampi, der Ort in Indien steht schon lange auf meiner „Wunschliste“ der Reiseziele.
      Doch Hampi liegt „abseits“ im Bundesstaat Karnataka und ist nicht ganz einfach zu erreichen. Dieses Jahr haben wir es endlich geschafft.
      Busfahrten von 10 - 15 Stunden auf indischen Straßen kommen nicht in Frage, also sind wir von Bangalore aus geflogen, vom Flughafen aus waren es noch 170 km, wir wurden abgeholt, aus den kalkulierten 2 Stunden wurden jedoch 4 Stunden, holprige Straßen und Baustellen waren schuld.
      Ursprünglich hatte ich für die 4 Nächte ein Hotel gebucht, sogar mit Pool, doch dann war mir das nicht authentisch genug. Nun übernachten wir in einem kleinen homestay, unten wohnt die Familie mit Kindern, Tante, Oma und im 1. Stock sind 2 Gästezimmer, mit Ventilator, Dusche und Toilette, also ganz komfortabel und mit einer umlaufenden Terrasse, hier wird das Essen serviert. Wir werden umsorgt und komplett bekocht, wir werden gefragt, ob wir etwas zum Essen wollen, wir nicken und lassen uns überraschen.
      Es schmeckt sehr gut, ist komplett vegetarisch, Alkohol gibt es keinen, es ist ein „holy place“, weil ringsum Tempelgebiet ist.
      Die Wäsche wurde heute auch für uns erledigt, und für die nächsten 3 Tage fährt uns ein Familienmitglied mit dem tuk tuk zu den Sehenswürdigkeiten von Hampi.
      Genauso hatte ich mir das erhofft.

      Rund um Hampi, einst Hauptstadt eines Königsreiches, gibt es einem weitläufigen Gebiet viele Überreste der Bauwerke, und die wollen wir uns ansehen.

      Die Landschaft ist grün, Reisfelder, Bananen, Zuckerrohr, dazwischen Granitfelsen, wie von einem Riesen hingeworfen. Überhaupt ist die umgebende Felslandschaft beinahe so interessant anzuschauen wie die Tempel und Bauwerke.



    • Am zweiten Tag in Hampi sind wir es lässigerer angegangen, Besichtigungen bei der Hitze stengen doch sehr an.
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      Ich bin froh, daß ich zuhause Maschinen für die Wäsche habe, hier sieht ein Waschtag anders aus, waschen am Fluß und trocknen auf dem Felsen.
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      Nachmittags haben wir in unserem guesthouse relaxt, am frühen Abend ging es nochmals los.
      Erst hat mein Mann noch belustigt geschaut als er die „Boote“ gesehen hat, 2 Minuten später saß er schon drinnen. Es war auch ganz bequem, nachdem wir die Schwimmwesten als Polster umfunktioniert hatten.
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      Danach ging es zum Sonnenuntergang gucken.
      Während die Sonne auf der einen Seite unterging, kam der Vollmond auf der anderen Seite schon zum Vorschein.

    • Das Fotografieren scheint jetzt aber erlaubt zu sein, nur nicht mit Blitz. So steht es auf der offiziellen Seite.

      In Hampi waren wir auch vor ein paar Jahren, sind mit den Motorrädern von Goa aus hingefahren. Der Ort ist schon sehr mystisch. Uns hat er auch gut gefallen.

      Viele Grüße
      Petra
    • Hallo Irene,
      toller Blog , vielen Dank, da werde ich in den nächsten Tagen öfter mal reinschauen und alles lesen.
      Sehr schöne Bilder von den Blumen Mandalas, ich versuche mich im Sommer auch immer daran, aber nicht in der Perfektion. Die Rangolis vor den Häusern sind mir hier zum ersten Mal aufgefallen. Alles wunderbar erklärt, ich frage immer nach, wenn mir etwas auffällt, aber die Erklärungen sind oft nicht so verständlich....

      Hallo Inspired,
      in verschiedenen Berichten habe Ich auch gelesen, daß der Fotoapparat im Palast von Mysore verboten ist. Es gab jedoch keine Hinweise beim Ticketkauf oder beim Eingang. Heimlich aufnehmen, das hätte ich mich nicht getraut (ist es auch nicht wert...) es war auch überall Personal mit Trillerpfeifen. Die meisten fotografieren sowieso mit dem Handy, und das wurde ja bisher auch nicht konfisziert, also, wo ist da der Unterschied ?

      hallo Mikado, ja, Hampi ist ein ganz besonderer Ort, wir sind froh, daß wir hier waren (heute ist schon wieder Abreisetag). Die Kombination von der Landschaft mit den Granitfelsen (erinnert mich sehr an die Seychellen) und den Tempeln und Bauwerken ist einmalig. Dazu wenig Besucher, der weite Weg hat sich gelohnt.
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      Nach 4 Tagen mußten wir unser indisches homestay mit der rundum-Vollversorgung verlassen , hier haben wir uns sehr wohlgefühlt.
      Mit dem Auto ging es bis Hubli zum Flughafen.

      Mikado wrote:




      In Hampi waren wir auch vor ein paar Jahren, sind mit den Motorrädern von Goa aus hingefahren.
      Wow, für die Fahrt mit dem Motorrad von Goa nach Hampi und zurück muß man schon ein eine echte Liebhaberin von Motorradtouren sein... :thumbsup: . ich empfand die Fahrt mit 4 Stunden schon als lang und rüttelig.

      Doch auf der Strecke haben wir 2 interessante stops gemacht. Unterwegs sahen wir, wie Chilli mengenweise getrocknet und der Stil entfernt wurde.wir mußten husten, als wir näher gekommen sind, das reizte sofort die Schleimhäute.

      Rechts und links der Straße waren in Richtung Hubli endlose Baumwollfelder. Bei einem Gebäude, wo sich weiße Berge auftürmten, haben wir gehalten und sind in die Fabrik. Es wurde nur angeliefert, die Maschinen standen stil (Sonntag), von 2 freundlichen Männern wurden wir herumgeführt. Die vom Kern/Kapselrest befreite Baumwolle fühlte sich an wie Wattebäuschen.
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      An den Chili- und Baumwollfeldern haben wir auch angehalten. :) Es war schon ein kleines Abenteuer mit den Motorrädern zu fahren. Wir haben in Hubli einen Übernachtungsstop eingelegt. Ich habe ja auch hier bei Erhard über diese Tour berichtet.
      Viele Grüße
      Petra
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      Für ein paar Tage sind wir nun am Strand von Agonda.
      So einen sauberen Strand hätte ich in Indien nie erwartet. Am dem breiten Strand stehen ca. alle 20 Meter Mülltonnen und jeden Morgen schwärmen Frauen aus, jedes noch so kleine Flitzelchen einzusammeln oder aufzukehren.
      Es liegt wirklich nichts herum und es wird auch kein Müll angeschwemmt.

      mein Mann hat sein Lieblings Shirt an, mit der Lizenz zum Nichtstun

      Liegestühle sind am Strand nicht erlaubt, direkt vor den Unterkünften gibt es hin und wieder welche oder Matten auf dem Boden.
      Die Bungalowanlagen sind allesamt aus Holz gebaut, alle Bungalows werden am Saisonende abgebaut und zu Beginn wieder aufgebaut, eine konkrete Bauweise ist nicht erlaubt, die werden alle eingerissen, so ist’s auch letztes Jahr geschehen, zu Beginn der Saison. Leider heißt es deswegen „vorne hui, hinten pfui“ denn hinter den Bungalowanlagen liegt jede Menge Bauschutt, für den wohl niemand zuständig ist.
      Parallel zum Strand verläuft eine schmale Straße, kleine Geschäfte mit Schmuck und Kunsthandwerk, vermutlich viel von Tibet und Nepal (es gibt ganz weiche Schals, Yakwolle steht dran, ob das stimmt ?) kleine Lädchen mit Getränken und Obst, Frisöre und Restaurants.
      Nachdem bei uns in der Bungalowanlage die Karte eher international und teuer ist (und viel: sorry, no have) haben wir unseren Favoriten gefunden, Fatima‘s Corner an der „Hauptkreuzung“ gegenüber der Kirche, gut um von oben das Geschehen zu beobachten und die lange Schlange vor dem einzigen Geldautomaten .
      So verlaufen unsere Strandtage sehr erholsam.