Faktischer Lockdown für die Reisewirtschaft

  • Faktischer Lockdown für die Reisewirtschaft


    So bezeichnete der Präsident des deutschen Reiseverbandes heute Morgen im Deutschlandfunk die gegenwärtige düstere Situation in der Reisebranche . Was Herr Fiebig allerdings nicht erwähnte in dem Interview, ist die Tatsache, dass die Grenzen der betroffenen Länder weiterhin geschlossen bleiben. Somit wird sich auch bei einem Umschwenken der deutschen Politik bzgl. der Definition von „Risikoländer“ eigentlich nicht viel für die kranke Reisebranche bei uns ändern.


    Oder glaubt jemand, dass sich die zu Unrecht betitelten Risikoländer wie Thailand, Vietnam etc. in der Planung ihrer nationalen Schutzmaßnahmen durch die eventuelle Neudefinition von Risikoländern in Deutschland beeinflussen lassen?

    Viele Grüße

    horas

  • Hallo horas,

    Thailand, Vietnam, Kanada und Tunesien stehen nicht auf der Liste der Risikogebiete, aber es existiert eine Reisewarnung. Da diese Länder zur Zeit nicht als Risikogebiet definiert wurden, muss man auch nicht hinterher in Quarantäne. (Liste der Risikogebiete)


    Die Reisewarnung besagt, ich zitiere der Einfachheit halber mal das Auswärtige Amt:


    Code
    Die Ausbreitung von COVID-19 führt weiterhin in vielen Ländern zu teilweise drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens wie z.B. Ausgangssperren.
    Änderungen der Einreise- und Quarantänevorschriften erfolgen teilweise ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung. Einige Länder verlangen ein negatives PCR-Testresultat für die Einreise.
    Zahlreiche Reisende waren in mehreren Ländern betroffen und an der Weiter- oder Rückreise gehindert, einige sitzen noch immer in entfernteren Ländern und Regionen fest.
    Im Infektionsfall im Ausland müssen Quarantänevorgaben des Reiselandes Folge geleistet werden, eine Rückholung kann nicht erfolgen.

    Dass auf die Schwierigkeiten in einem Land mittels einer Warnung hingewiesen wird, finde ich ok, halte das sogar als dringend notwendig. Theoretisch kann man ja in das Land reisen, wenn das Land einen hineinlässt.


    Den Artikel finde ich nicht irgendwie nicht richtig. Wer in Tunesien/Tunesien/Kanada etc war, muss nicht in Quarantäne, also könnten Betriebe die Mitarbeiter schon in das Land schicken, wenn sie ein Visum/Arbeitserlaubnis etc bekommen. Nur wie es dann im Lande aussieht, das ist doch die Frage. Welcher Unternehmer würde Mitarbeiter in Länder schicken,wenn man nicht weiß, wie die Lage sich dort entwickelt? Das sehe ich als Unternehmensfürsorge an.


    Viele Grüße
    Petra

  • ........Oder glaubt jemand, dass sich die zu Unrecht betitelten Risikoländer wie Thailand, Vietnam etc. in der Planung ihrer nationalen Schutzmaßnahmen durch die eventuelle Neudefinition von Risikoländern in Deutschland beeinflussen lassen?

    Viele Grüße

    horas

    Das dürfte Vietnam und Thailand ziemlich egal sein. Sie werden ihren eigenen Kurs wie bisher weiter fahren und die Grenzen geschlossen halten.

  • Thailand, Vietnam, Kanada und Tunesien stehen nicht auf der Liste der Risikogebiete, aber es existiert eine Reisewarnung. Da diese Länder zur Zeit nicht als Risikogebiet definiert wurden, muss man auch nicht hinterher in Quarantäne. (Liste der Risikogebiete)

    Für mich wären das insofern durchaus Risikoländer (auch wenn sie vom AA nicht als solche definiert werden), weil ich nicht abschätzen kann, was dort mit einem passiert.

    Landet man unvermittelt in Quarantäne? Darf man nicht frei herum reisen? Gelten andere Einschränkungen - wie z.B. Hinterlegung einer absurd hohen Kaution oder Nachweis einer ebenso absurd hohen Krankenversicherung?


    So lange es dermaßen viele Unwägbarkeiten gibt, zählt zumindest für mich, nicht alleine der Faktor, dass es in einem Reiseland ein hohes Corona-Risiko gibt, sondern auch, ob und wie man sich in einem Land bewegen kann, für die persönliche Einordnung als Risikoland.

  • Für mich wären das insofern durchaus Risikoländer (auch wenn sie vom AA nicht als solche definiert werden), weil ich nicht abschätzen kann, was dort mit einem passiert.

    Ja, das wird ja auch in der Reisewarnung alles beschrieben. Ist ja auch ok, wenn Du diese Länder persönlich als Risikoländer definierst.

    Das was das AA als Risikogebiet bezeichnet hat halt Folgen für den Reisenden. Da ich ja immer im Dezember nach Rumänien reise, beobachte ich die Liste ganz genau, mal ist der Kreis Timis als Risikogebiet ausgewiesen, mal nicht. Das ist jetzt eine schwierige Entscheidung für mich, zumal es nicht um eine "Lustreise" geht.

    Viele Grüße
    Petra

  • Dieser Lockdown besteht ja zum Teil auch doppelseitig: zu den Ländern und seitens dieser Länder - siehe Thailand. Das Land nicht mehr als Risikogebiet zu titulieren ändert für den Normalo-Touristen nichts, es sei denn er hat Bock auf einen bootcampähnlichen Zwangsurlaub in einem Resort.