Was ist, wenn es keinen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt?

  • Die letzten Tage hörte man vereinzelt, dass es vielleicht keinen Impfstoff so schnell geben wird. Weder in einem Jahr, noch in fünf Jahren.

    Aber was hätte es für Auswirkungen für jeden Einzelnen von uns, wenn es nicht gelingt, einen Impfstoff auf den Markt zu bringen?

    Selbst, wenn man dann das Risiko einer Fernreise eingehen würde, würden uns die Länder überhaupt rein lassen?

    Ist dass das Ende vom Reisen?

    Wie seht ihr das?

  • Ich persönlich halte dies eher für eine Luftdiskussion. Es wird mit ziemlicher Sicherheit einen Impfstoff geben, die Frage ist eher, wie sicher und wie lange wirksam wird dieser sein. Darüber hinaus ist auch die Frage, ob es ein Medikament zur Behandlung der Krankheit geben wird und wann und wie zuverlässig dieseses zur Verfügung stehen wird.

    Wir sollten uns von solchen Meldungen aber auch nicht verunsichern lassen und besser weiterhin abwarten. Meiner Meinung nach würde nicht bereits soviel in die Produktion investiert, wenn die bisherhigen Ergebnisse nicht so vielversprechend wären.

  • Das war aber nicht die Frage.

    wieso nicht? Ich kann doch die Frage was wir ohne einen Impfstoff tun nicht von den Möglichkeiten einer Behandlung trennen. Das wäre in einem solchen Fall doch absolut entscheidend. Wenn ich mich mit Covid-19 anstecke und schmeiße danach eine Pille ein und alles ist gut, dann ist es mir fast egal ob es einen Impfstoff gibt.

  • Es gibt ja genügend andere Viren, die gefährliche Krankheiten auslösen für die es keine Impfung gibt, obwohl man fieberhaft danach forscht.

    Wie die Länder damit umgehen, das wird keiner sagen können. Vermutlich wird sich kein Land über Jahre hinaus abschotten. Vermutlich wird es dann aber Regularien geben.


    Das Ende vom Reisen wird es sicher nicht sein. Die Frage ist, wohin reist man dann. Wird es überhaupt noch Flüge zu solch günstigen Preisen überall hingeben? Werden die Krankenversicherungen Länder einschließen, die eine Corona-Hochburg sind? Wird es Reiseversicherungen und Rückholgarantien auf Jahre hinaus geben?


    Das wären alles Mutmaßungen, der Blick in den Kaffeesatz bleibt jedem offen.


    Viele Grüße
    Petra

  • Spekulatius. Ich bin Optimist und gehe davon aus, dass es nächstes Jahr einen Impfstoff geben wird. Auch, dass man den jährlich auffrischen muss. Und ich will und werde (?) nächstes Jahr reisen. So. :thumbsup:

  • Auch ich gehe davon aus, dass es einen Impfstoff geben wird und vermutlich - wie bei der "richtigen" Grippe - eine jährliche Auffrischung nötig sein wird.


    Manchmal vergessen wir offenbar, dass es ohne die jährliche Grippeimpfung jedes Jahr Tausende von Toten geben würde! Im Extrem-Jahr 2017/18 waren es - trotz Impfmöglichkeit! - laut RKI mehr als 25.000 Menschen alleine in Deutschland (siehe Ärzteblatt vor fast genau einem Jahr, am 30. September 2019). Und wir vergessen wohl auch, dass selbst die Grippeimpfung keineswegs einen 100%igen Schutz bietet, sondern nur zu ca. 65% schützt und eher für eiinen milderen Verlauf als für eine echte Immunität sorgt. Ähnlich könnte es auch bei Corona kommen.


    Und ja - ich gehe davon aus, dass es künftig sowohl hinsichtlich des Versicherungsschutzes als auch ggf. für die Einreise wichtig oder sogar erforderlich sein wird, eine entsprechende Impfung nachweisen zu können. Deshalb glaube ich nicht wirklich, dass ein uneingeschränktes Reisen wie früher möglich sein wird, so lange es keinen nachweislich wirksamen Impfstoff gibt.


    Was die Eigengefährdung angeht, gebe ich denen recht, die anführen, dass es in vielen Ländern Krankheiten gibt, die zum Tod führen können und gegen die man sich nicht impfen und nur unzureichend schützen kann. Insofern ist das Corona-Risiko z.B. in Thailand garantiert nicht höher bzw. eher geringer als das, Malaria oder Dengue zu kriegen. Allerdings ist die Gefahr, einfach mal in Quarantäne gesteckt zu werden, weil jemand im selben Flieger infziert war, dermaßen groß, dass ich so ein Risiko nicht eingehen würde.

  • Was die Eigengefährdung angeht, gebe ich denen recht, die anführen, dass es in vielen Ländern Krankheiten gibt, die zum Tod führen können und gegen die man sich nicht impfen und nur unzureichend schützen kann. Insofern ist das Corona-Risiko z.B. in Thailand garantiert nicht höher bzw. eher geringer als das, Malaria oder Dengue zu kriegen.

    Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Malaria und Dengue sind i.d.R. nicht direkt von Mensch zu Mensch ansteckend. Und wenn es gegen Corona helfen würde, sich mit Sketolene einzusprühen, könnten wir längst wieder reisen.

  • Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Malaria und Dengue sind i.d.R. nicht direkt von Mensch zu Mensch ansteckend. Und wenn es gegen Corona helfen würde, sich mit Sketolene einzusprühen, könnten wir längst wieder reisen.

    Genau! Wie bereits gesagt, mindestens genauso wichtig ist zum einen ein wirksames Medikment gegen die Krankheit als auch, dass das Gesundheitssystem in dem entsprechenden Land nicht schon bei "meiner" Einreise hoffnungslos überlastet ist.

  • Um auf die eigentliche Frage zurück zu kommen. Ich denke , wenn es keinen Impfstoff geben wird, werden wir uns mit dieser Krankheit "anfreunden" müssen sprich mit ihr leben .Wir werden auch akzeptieren müssen, das wir daran sterben können wenn wir uns anstecken (was ja jederzeit an jedem Ort passieren kann). Man kann das Leben weltweit nicht jahrelang runter fahren. Es hat immer Krankheiten gegeben, denen die Menschheit lange machtlos gegenüber stand. Was macht uns eigentlich überheblich genug zu glauben, das wir gegen alles früher oder später ein Mittel finden?

  • Was macht uns eigentlich überheblich genug zu glauben, das wir gegen alles früher oder später ein Mittel finden?

    Außerdem wird das nicht die letzte Pandemie sein. Wenn die Zurückdrängung des Lebensraumes für Tiere, ein immer engeres Zusammenleben, so weitergeht, wird das noch deutlich schlimmer, fürchte ich.

  • Um auf die eigentliche Frage zurück zu kommen. Ich denke , wenn es keinen Impfstoff geben wird, werden wir uns mit dieser Krankheit "anfreunden" müssen sprich mit ihr leben .Wir werden auch akzeptieren müssen, das wir daran sterben können wenn wir uns anstecken (was ja jederzeit an jedem Ort passieren kann). Man kann das Leben weltweit nicht jahrelang runter fahren. Es hat immer Krankheiten gegeben, denen die Menschheit lange machtlos gegenüber stand. Was macht uns eigentlich überheblich genug zu glauben, das wir gegen alles früher oder später ein Mittel finden?

    Genau das hatte ich gemeint, als ich oben geschrieben hatte, dass es in vielen Ländern Krankheiten gibt, die zum Tod führen können und gegen die man sich nicht impfen und/oder nur unzureichend schützen kann. Aber das wurde ja als unzulässiger Vergleich abgetan.


    Dabei ist es ja eigentlich egal, ob ein Virus oder sonstwas von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch übertragen wird. Auch gegen die Übertragung durch Tiere gibt es ja teilweise Impfungen - z.B. gegen Zeckenbisse oder Tollwut, zuletzt sogar gegen die Schweinegrippe! - gegen andere, wie eben Malaria und Dengue und manches andere kann man sich nur durch entsprechende Kleidung oder Repellents halbwegs schützen. Wobei der Schutz durch Sketolene oder Antibrumm vermutlich so in etwa mit dem durch Masken, Abstand halten und Hygiene vergleichbar ist. ein Restrisiko bleibt auch hier.


    Wenn es in absehbarer Zeit keinen Impfstoff geben sollte, wird möglicherweise irgendwann mal so eine Art ERmüdung einsetzen und man in kauf nehmen, dass man mit einem entsprechenden Risiko leben muss. Wie derzeit, wird es dann auch künftig Menschen geben, die einfach reisen wollen, irgendwohin, wo hoffentlich das Risiko gering ist (wie z.B. wir im August nach Norwegen). Sicherlich werden mehr indviduell, also entweder im eigenen Auto oder vor Ort mit einem Mietwagen unterwegs sein. Gruppenreisen, Kreuzfahrten werden vermutlich deutlich weniger Nachfrage haben.

    Pauschalreisen könnten evtl zunehmen, weil man besser abgesichert ist, wenn man Flug &Hotel oder Flug&Mietwagen bucht. Die Reiseversicherungen werden neue Policen schneidern, die nach Möglichkeit Pandemien ausschließen oder nur gegen Aufpreis einschließen.

    Die Airlines werden eine Risiko-Abwägung machen müssen - sowas wie Thomas aus Vietnam berichtet hat (Flug mit Schutzanzug und Maske) werden vermutlich die meisten Reisenden nicht mitmachen, da sind Alternativen gefragt, die derzeit noch nicht wirklich ersichtlich sind.

    Also alles in allem - wer eine funktionierende Kristallkugel hat, sollte mal reinschauen. Ansonsten heißt es einfach ..... abwarten ...

  • Genau das hatte ich gemeint, als ich oben geschrieben hatte, dass es in vielen Ländern Krankheiten gibt, die zum Tod führen können und gegen die man sich nicht impfen und/oder nur unzureichend schützen kann. Aber das wurde ja als unzulässiger Vergleich abgetan.

    Ist es auch.


    Der große Unterschied zu fast allen anderen Krankheiten ist, dass sich Corona ohne Gegenmaßnahmen unkontrolliert und im schlimmsten Fall exponentiell verbreitet. Ich kann mir im besten Willen nicht vorstellen, dass sich die Menschheit daran gewöhnt und zum Tagesgeschäft übergeht.

  • Das gilt m.E. für viele andere Krankheiten auch. Ohne "Gegenmaßnahmen", also u.a. Impfungen, würden auch heute noch unzählige Menschen an Pocken, Pest, Polio und anderen Krankheiten sterben oder mit den schweren Folgen leben müssen. Übrigens auch an Influenza - die jährliche Grippeimpfung und eine dadurch bedingte gewisse Herdenimmunität schützt auch diejenigen, die sich nicht impfen lassen, weil es durch die Impfungen einfach weniger Infizierte gibt.


    Gegen Malaria, an der immer noch jedes Jahr Zigtausende sterben, hat man neben Mückenbekämpfung (=Ursachenbekämpfung), Moskitonetzen und diversen Medikamenten zur Prophylaxe, die allerdings mittlerweile kaum noch helfen, noch immer nichts gefunden - allerdings kann man die Infektion heute recht gut therapieren.


    Insofern können wir neben einer Impfung auch auf eine Therapie hoffen, die den Verlauf abmildert - müssen aber auch darauf gefasst sein, dass es weder das eine noch das andere in den nächsten 12 Monaten gibt.

  • Ist es auch.


    Der große Unterschied zu fast allen anderen Krankheiten ist, dass sich Corona ohne Gegenmaßnahmen unkontrolliert und im schlimmsten Fall exponentiell verbreitet. Ich kann mir im besten Willen nicht vorstellen, dass sich die Menschheit daran gewöhnt und zum Tagesgeschäft übergeht.

    Du könntest dir also vorstellen, dass unser Leben auf unbestimmte Zeit so weiter geht wie jetzt?

  • Das gilt m.E. für viele andere Krankheiten auch.

    Was? Exponentielle Ansteckungskurven? Für welche?


    Du hast geschrieben, dass irgendwann mal so eine Art Ermüdung einsetzen wird, und man das Ansteckungsrisiko dann eben in Kauf nehmen muss.


    Das kann ich mir bei Corona beim besten Willen nicht vorstellen, eben wegen der exponentiellen Ansteckungskurven, die dann drohen. Dass das die nationalen Gesundheitssysteme crashen würde, ist eigentlich unumstritten dachte ich.

  • So eine Pandemie breitet sich tatsächlich zunächst exponentiell aus, aber das geht ja nicht auf ewig so weiter.


    Zum einen ganz trivial, weil einfach nicht unendlich viele nicht infizierte rumlaufen. Wenn alle infiziert sind, ist Schluss und bis dahin geht es zwangsläufig nicht exponentiell. Aber das nur als Extremum.


    Weiterhin erreicht die Menschheit auch irgendwann "Herdenimmunität". Wenn z.B. ein Infizierter potentiell 3 weitere ansteckt, aber 2 von denen schon immun sind, wird das Virus zwar weitergegeben, aber die Zahl steigt nicht. Und schon vorher ist der Anstieg zwar immer noch exponentiell, aber mit viel längerer "Zeitkonstante" (also langsamer). Der Weg dahin kann lange dauern, und wie es aussieht, wenn es zu schnell, kann man angeblich gerade in Manaus/Brasilien bestaunen. Auch das ist mit dem aktuellen Virus keine schöne Perspektive.


    Aber das Virus mutiert ja auch. Man liest zuweilen, das Virus habe nichts davon, wenn die Leute sterben. Na ja, das Virus hat ja keine Strategie. Aber eine Mutation, die die Leute nicht umbringt und vielleicht nicht mal 14 Tage mit Fieber ans Bett fesselt, wird natürlich leichter weitergegeben als eine gefährlichere Variante. Und vielleicht löst es in ein paar Jahren einfach nur eine einfache Erkältung aus, gegen die keine Impfung nötig ist. Angeblich gibt es ja schon Hinweise, dass es sich dorthin entwickelt. Und wenn dann noch steigende Herdenimmunität dazukommt, wird das Problem irgendwann irrelevant.



    Gruß, Matthias

  • Also gut, wenn Covid-19 im Lauf der Zeit zu einer einfachen Erkältung mutiert, dann wird es bestimmt so sein, dass die Menschheit das Risiko "in Kauf nimmt". :S


    Zur Herdenimmunität kann es aber ein weiter Weg sein! Wie viel % der Herde von Bergamo haben Antikörper? Außerdem gibt es, wie man hört, Menschen, die vor 3 Monaten einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung hatten und schon jetzt keine Antikörper mehr aufweisen.


    Der Weg kann lange dauern, und wie es aussieht, wenn es zu schnell, kann man angeblich gerade in Manaus/Brasilien bestaunen.

    Ja, ca. jeder 500ste Einwohner ist gestorben. Wenn uns das weltweit gelingt, wenn bei den glücklichen anderen 499 die Antikörper lange genug im Körper bleiben und das Virus nicht mutiert, dürfen wir endlich wieder reisen und so weitermachen wie vorher.