Azoren mit dem Schiff 🚢⚓️

  • In den vergangenen 15 Monaten habe ich im Forum meist nur mitgelesen, es gab ja nichts zu berichten. Letzen Sommer ein paar kurze Städtereisen in Deutschland, sonst waren wir brav zuhause.

    Doch die Reiselust war nie weg, und an einem verregneten Sonntag Anfang Juni habe ich in einem newsletter von einer Auktion gelesen. Man konnte ein Gebot auf diese Reise abgeben


    https://www.nicko-cruises.de/expose/azoren-intensiv-2/


    Wir sind begeisterte Kreuzfahrer und auf die Azoren wollten wir sowieso.

    Vor 4 Jahren waren wir 2 Wochen auf São Miguel und eigentlich standen die Azoren letztes Jahr oder dieses Jahr als individuelle Reise auf unserer Wunschliste. Wieso nicht eine Erkundungsreise mit dem Schiff? Also, ein Gebot abgegeben und 3 Tage später erhielten wir die Info, daß es akzeptiert wurde und somit eine Buchung ist.


    Nun ich tatsächlich mit den Vorbereitungen etwas überfordert, Koffer packen, PCR Test, online Anmeldeformalitäten zur Einreise, die erste Flugreise seit Corona. Mein Mann hatte kein Mitleid „du hast es so gewollt….“. Doch die Vorfreude überwog und als wir auf dem Schiff ankamen ging der Urlaub los.

    Es ist unsere Premiere auf einem solch kleinen Kreuzfahrtschiff, ein schnittiges Schiff, ganz neu, maximal 200 Gäste, bei dieser Reise sind es 85 Gäste und 100 Personen als Personal.

    Unsere Garantiekabine stellt sich als Balkonkabine heraus und das Essen ist sehr fein. Es wird alles serviert, Buffets gibt es nicht. Der einzige Wermutstropfen ist, daß individuelle Landgänge nicht möglich sind, also buchen wir erstmals Ausflüge.


    Die Reise startete von Madeira aus.

    Wir besuchten den botanischen Garten

    die Markthalle und probierten Madeirawein

    Es war mein Geburtstag und abends war eine Flasche Sekt als Überraschung auf der Kabine

  • Jeden Abend gibt es ein „perfektes Dinner“ und wenn wir uns beim Nachtisch nicht entscheiden können, welches wir nehmen, bestellen wir 2 Desserts

    Am ersten Seetag kam kam vormittags eine Durchsage, wegen der aktuellen Entwicklung findet eine Informationsveranstaltung im Theater statt, es sollen bitte alle teilnehmen.

    Ab dem 29. Juni wird Portugal als Risikogebiet w/Mutationen des Coronavirus eingestuft, Reiserückkehrer müssen ab dann verpflichtend 14 Tage in häusliche Quarantäne.

    Die Kreuzfahrt selbst ist nicht beeinträchtigt, wer die Quarantäneregelung vermeiden möchte, bekommt das Angebot, morgen ab der Insel San Miguel einen vorzeitigen Heimflug anzutreten.

    Wir fühlen uns sehr sicher, insgesamt werden auf dieser Reise 3 PCR Tests durchgeführt (bei Gästen und Personal), sämtliche Hygienebestimmungen werden streng beachtet und wir sind immer in der „safe bubble“.

    Ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, daß wir - obwohl beide komplett geimpft - nun noch in Quarantäne kommen. Machen wir diese Erfahrung halt auch noch und genießen weiterhin die Kreuzfahrt.

  • Das wird sicher eine entspannte Fahrt; mehr Personal als Passagiere - und wenn nun noch welche vorzeitig abreisen... :o :-O

    Essen & Kabine sehen ja wirklich ganz toll aus.

    Schön, daß es wenigstens für Euch noch funzt mit den Azoren, es ist ja ein großes Glücksspiel, in dieser Zeit das genau richtige

    Zeitfenster zu erwischen, wie man aus Claudi 's trauriger Erfahrung sieht.

    Aber die 14 Tage Quarantäne muss man sich auch "leisten können", wenn man berufstätig ist, kann das sicher schwierig sein.


    Ich wünsche Euch eine erlebnisreiche, gute Reise mit vielen schönen Eindrücken und freue mich darauf, daß Du weiter berichtest.


    LG

    Gusti


    ...und noch nachträglich alles Gute zum Geburtstag!!

    redfloyd.........................................................................................Gusti
    redfloyd.gifGusti.gif


    Heaven is where the police British, the cooks Thai, the mechanics German, the lovers Italian and it is all organised by the Swiss.
    Hell is where the cooks are British, the mechanics Thai, the lovers Swiss, the police German and it is all organised by the Italians.

  • Hallo Karina,

    oh das seid ihr ja auch mittenrein geschlittert in die neue Verordnung, auch wenn es euch in eurer Schiffsblase tatsächlich am allerwenigsten trifft und ihr fast schon zu 100% bei den Sicherheitsmaßnahmen eine Infektion ausschließen könnt.

    Toll, dass ihr weiterhin auf dem Schiff bleibt und die anschließende Quarantäne in Kauf nehmt.

    Das Essen sieht fantastisch aus, genießt alles drumrum, dann habt ihr die 14 Tage danach Erinnerungen von denen ihr zehren könnt:thumbsup:

    Und schickt Bilder, damit ich mit euch zumindest virtuell mitreisen kann<3


    Lieben Gruß

    Claudi

  • Toll, wenn man das in Kauf nehmen kann und sich dadurch den Urlaub nicht vermiesen lässt. Genießt den Aufenthalt an Board. :-)

    Die Azoren waren immer noch Risikogebiet, insofern sieht es dann auch anders aus, wenn man dennoch hinreist. ;-)



    Obwohl ich nicht mehr arbeite, schrecken mich schon 14 Tage Quanrantäne ab.


    Viele Grüße
    Petra

  • Das ist ja eine rege Diskussion….

    Wir sind beide nicht mehr berufstätig, vielleicht hätte ich anders entschieden, wenn dies noch der Fall wäre ?

    Wie auch immer, für uns war bei der Entscheidung wichtig, daß wir die Reise fortsetzen können wie geplant und nicht etwa an Bord bleiben müssen.

    Daß wir noch in die Quarantäne kommen, damit hatte ich nicht gerechnet, doch nun ist’s halt so. Es gilt einen Zahnarzttermin zu verschieben und die Versorgung mit Lebensmittel zu organisieren, und auf den täglichen Waldspaziergang müssen wir verzichten. Und auf Besuch von oder bei Freunden, klar. Das war’s dann aber schon an Veränderungen gegenüber sonst, und die 2 Wochen halten wir durch. Kann ich mich um das Unkraut im Garten kümmern 😂.


    Es ist nur unverständlich, daß die Azoren und Madeira mit Lissabon in einen Topf geworfen werden, ebenso, wenn ich bei den Fußballspielen derzeit die vollen Stadien sehe und keine Abstandsregeln oder auch nur einen einzigen Mundschutz.

    Und wo ist der Unterschied, wenn wir am kommenden Montag zurück fliegen , oder noch schnell vorgestern zurückgeflogen wären ? Wenn, dann sollten solche Regeln doch ab sofort gelten.

    Es ist unsere erste Pauschalreise seit Jahrzehnten (also Anreise, Transfer und Schiff in Kombination gebucht) worüber wir aber jetzt natürlich froh sind.

  • Weiter im Bericht, ich hinke etwas hinterher….


    São Miguel ist die erste der Azoreninseln, die wir besuchen.

    Da wir auf dieser Insel schon waren, können wir auf einen Ausflug getrost verzichten.

    Für einige ist heute auch bereits Abreisetag, immerhin 15 Gäste fliegen vorzeitig zurück, um die Quarantäne zu vermeiden.

    Das Wetter ist bewölkt und es regnet auch mal, ideales Saunawetter. Die Sauna an Bord ist relativ groß, darf derzeit aber nur zu zweit besucht werden. Dazu haben wir uns für die kommenden Tage bereits einige Termine reservieren lassen. Am Seetag hatten wir beim saunieren Blick auf das Meer, im Hafen kann es ratsam sein, die Rollos zu schließen….


    Am gestrigen Seetag durften wir die Brücke besuchen und dem Käptn über die Schulter schauen, aber natürlich macht der Autopilot -er gilt als „Angestellter des Monats“- die ganze Arbeit.



    Abends war ordentlich Seegang, es war so holprig, daß es mich beinahe aus dem Bett gelupft hat. Ich dachte nur: schnell einschlafen, bevor ich noch seekrank werde.

  • Graciosa war die nächste Insel.

    Die kleine Insel ist Biosphärenreservat, der komplette Strom wird per Wind oder Sonnenenergie erzeugt.

    Malerische Windmühlen stehen nahe dem Hafen in Praia, in der kleinen Inselhauptstadt Santa Cruz da Graciosa gibt es ein Museum und ein paar Kirchen zu besichtigen, unterwegs viele schöne Aussichtspunkte.Wilder Fenchel wächst überall wie Unkraut und duftet.

    Sogar eine Stierkampf Arena gibt es, doch die ist von Grünzeugs überwuchert, der letze Stierkampf scheint länger her.



    In einer Caldeira kann man über einen Treppenturm in die Tiefe steigen, unten blubbert es schwefelig (Furna do Enxofre)

    Zum Dessert gibt es abends die typischen Törtchen, eine Inselspezialität, Queijadas da Graciosa und zum Wein einen tollen Sonnenuntergang.

  • Danke Kerstin, der link hat funktioniert.

    Wir genießt die Tage, hoffen, daß wir gut heimkommen und die Quarantäne sitzen wir halt ab.

    Im Moment habe ich Zeit, meine Berichte zu aktualisieren, mein Mann hat heute Nachmittag diesen Programmpunkt ⚽️, mich interessierts nicht

  • Faial, viele Hortensien und ein 🌋


    Wir legen in Horta, der Inselhauptstadt von Faial an, hier machen auch alle Atlantiksegler einen Stopp.

    Bei der Inselrundfahrt besuchen wir als erstes die Caldeira, einen eindrucksvollen Krater. So steht es zumindest im Reiseführer, denn wir sehen: nix. Oder besser Nebel, viel Nebel, mal dichter Nebel, mal lichtet er sich etwas, dann beginnt es noch zu regnen und wir flitzen zurück zum Bus.

    Der große Reisebus fährt über einen abenteuerlichen geschotterten Weg mit vielen Kehren zurück in Richtung Küste. Anscheinend können die Autofahrer auf den kleinen Inseln sehr gut schmale und steile Wege fahren, während die Autobahn auf der Hauptinsel für diese Azorianer ein Problem darstellt.

    Unterwegs blau blühende Hortensien entlang der Straße und als Begrenzungen zwischen den Feldern und Rinderweiden, weswegen die Insel auch den Beinamen „die blaue Insel“ trägt.


    Dann kommt das highlight des Ausflugs, Capelinhos, eine Landschaft, die vor über 60 Jahren bei einer Serie von Vulkanausbrüchen entstanden ist.

    Das Besucherzentrum ist komplett unterirdisch gebaut, der Kreis vor dem Leuchtturm ist das Dach.

    Man kann einen steilen Weg hochgehen und hat von oben eine fantastische Aussicht.



  • Pico, eine kleine Insel mit dem höchsten Berg Portugals


    Inzwischen wieder zuhause, will ich doch meine Berichte von den Azoreninseln zu Ende bringen.


    Die Insel Pico erkunden wir von Faial aus, mit der öffentlichen Fähre geht’s dorthin. Wegen des unbeständigen Wetters hat der Kapitän so entschieden, die Nacht blieb das Schiff im Hafen von Horta, vor Pico hätten wir tendern müssen und der Umstieg in die Tenderboote wäre bei Wellengang zu gefährlich.

    Auf Pico ist nicht nur der höchste Berg Portugals (2351 Meter) der sich heute leider in Wolken hüllt, sondern die Bewohner der Insel sind auch steinreich, reich an Lavagestein. Die rauhen Steine sind kunstvoll zu Mauern geschichtet und geben dem dort wachsenden Weinreben Schutz vor der salzigen Brise vom Meer und zugleich speichern sie die Sonnenwärme. Ebenfalls wachsen Feigenbäume im Schutz von solchen Mauern.

    Am Nachmittag verkosteten wir den Wein, zusammen mit Käse und Wurst und Feigenschnaps, so daß uns das stürmische Wetter bei der Rückfahrt mit der Fähre nichts ausmachte.

  • Terceira ist eine größere Insel, bei der Rundfahrt ist der erste Stop an einem Aussichtspunkt auf 500 Meter Höhe, der Wind weht uns beinahe weg.Entlang der Straße ist wieder alles blau, Hortensien ohne Ende, dazwischen Viehweiden mit glücklichen Kühen. Und Stieren, die ab und zu zum Stierkampf dürfen/müssen. Die Stiere sind auch glücklich, denn in Portugal werden sie beim Stierkampf nicht getötet, sondern dürfen nach 30 Minuten in der Arena, oder wenn sie durch Straßen galoppiert sind, wieder zurück auf die Weide.

    Das Rindfleisch hat eine so gute Qualität, daß es sogar nach Südamerika exportiert wird.

    Die Hauptstadt, Angra da Heroismo, ist ein buntes Städtchen und wir bekommen Freizeit, um etwas auszuschwärmen



    Abends: wieder die Qual der Wahl

    Beim Menü abends fällt die Wahl immer sehr schwer, besonders beim Nachtisch.

    Manchmal mache is es mir leicht, und bestelle einfach alles alles (dafür habe ich bei den Vorspeisen den Salat weggelassen….)

  • alles Käse 🧀 auf São Jorge


    Auf São Jorge durchweg Sonnenschein, so machte die Zodiac Tour morgens viel Spaß, und bis der Ausflug losgeht ist noch viel Zeit um die Sonne zu genießen.



    Sandstrände sind rar auf den Inseln, unsere Reiseleiterin meinte, sie mag gar nicht im Sand liegen, lieber auf den aufgeheizten Steinen.

    Das highlight des Ausflugs sind die Aussichtspunkte, bei denen man die Steilküste überblicken kann und der Käse. Auf São Jorge gibt es 9 Käsereien und wir machen zwei 🧀 Verkostungen, Wein gibt’s heute nicht, dafür Schnaps. Paßt auch.

  • ein zusätzlicher Seetag statt Santa Maria


    schon ist es unsere letzte Insel bei dieser Reise, Santa Maria, die ☀️Insel, denn auf der Insel hat es das beste Klima der Azoren.

    Und irgendwie habe ich einen Schlager im Ohr, besingt nicht Roland Kaiser „Santa Maria“ ?

    Schnell an was anderes denken….

    Wie auch immer, die Sonne scheint, aber es hat hohe Wellen, wir sind vor der Insel auf Reede und der Umstieg in die Zodiacs, um an Land zu kommen, ist zu gefährlich. Also heute kein Landgang, statt dessen lassen wir uns in den Liegestühlen hin und her schaukeln, heute Mittag geht’s in die Sauna und mein Mann freut freut sich, die Fußballspiele zu sehen.

  • Mein Fazit zu dieser Reise

    Es waren sehr erlebnisreiche Tage, wir haben, wie ich es mir erhofft hatte, einen guten Eindruck von den meisten Azoreninseln bekommen. Für einen erneuten Besuch der Azoren habe ich mir so die Favoriten herausgesucht, die wir evtl. wieder besuchen wollen.

    Die Ausflügen hätte ich lieber individuell gemacht, aber dieses Zugeständnis ist der aktuellen Situation geschuldet und wir haben es in Kauf genommen, nur so waren wir stets in der „safe bubble“ unterwegs.

    Die Zeit auf dem Schiff haben wir sehr genossen, eine solche Kreuzfahrt mit nur 70 Gästen werden wir wohl nie wieder machen können. Von der Ausstattung her war alles top, das Essen jedoch war das highlight, nicht nur geschmacklich sondern auch optisch toll präsentiert.


    Am 5. Juli war unser Heimflug. Durch den Rückflug aus dem Virusvariantengebiet Portugal war eine digitale Einreiseanmeldung erforderlich, zuvor ein weiterer Coronatest (einer von insgesamt 4 während unserer Reise)

    Folgende Nachricht erhielten wir bei der Ankunft in Deutschland.




    wir haben unsere Reise fortgesetzt, als wir erfuhren, daß wir zuhause in Quarantäne mußten, sind also darauf eingestellt.


    Ab dem 7. Juli 0 Uhr wurden die Einreisebeschränkungen gelockert, Portugal nun nur noch als Hochrisikogebiet eingestuft. Somit müssen komplett geimpfte Personen ab dem Zeitpunkt nicht mehr in Quarantäne.

    Da frage ich nun schon nach der Logik. Hätten wir, statt von Madeira (und somit aus der „safe bubble“ heraus) den Heimflug anzutreten, uns noch 30 Stunden in Lissabon oder sonstwo in Portugal aufgehalten, müssten wir nicht in Quarantäne.

    Aber es sind wohl nicht alle Gesetze logisch….

  • Hallo Karina,


    vielen Dank für die Eindrücke von den Azoren. Wir haben schon des Öfteren mit den Azoren als Reiseziel geliebäugelt, einige Reiseführer gelesen und Deine Bilder/Dein Bericht haben noch einmal dazu beigetragen, dass wir dieses Ziel hoffentlich irgendwann noch einmal ansteuern.


    Viele Grüße

    Sabine

  • Hallo Karina,

    danke für den Bericht. Man merkt, euch hat die Kreuzfahrt sehr gefallen. Ich kenne nur Pico, wir haben uns letztes Jahr in diese Insel verliebt. <3 Auf São Miguel haben wir nur eine Übernachtung einlegen müssen, um wieder zurück in die Heimat zu kommen. Daher kennen wir dort nur den Hauptort.


    Ja, mit der Quarantäne, das ist schon doof, aber die Zeit geht vorbei.


    Viele Grüße
    Petra