Ski und Snowboard fahren in Champex-Lac Dezember/Januar 2013/14

  • So, da der heutige Abend einer eher unerwartete Wendung genommen hat (wir wollten eigentlich ins Open Air Kino aber das Wetter hat nicht mit gespielt) und ich jetzt ein wenig zeit habe während meine Liebste mit ihrer Mutter Skyped dachte ich ich mache einfach mal einen ersten Reise Bericht. Ich habe jetzt bestimmt 15 Minuten überlegt mit welchen Bericht ich Anfangen soll, ich habe jetzt diesen gewählt weil ich denke er wird nicht zu lang werden, außerdem zudem gibt es (leider) keine Fotos von unserem eigentlichen Urlaub wir hatten nämlich beide keine Kameras dabei und die Handys haben den Urlaub ausgeschaltet in der Schublade verbracht, das heißt aber auch dass ich keine Fotos raussuchen muss zum hochladen.


    20. Dezember 2013

    Mein Flug landet um 09:20 pünktlichst in Zürich, meine über das Internet organisierte Mitfahrgelegenheit wartet wie vereinbart am Treffpunkt ist aber überrascht dass mein Flug Pünktlich war, die fahrt nach Tübingen geht schnell rum, meine beiden Mitfahrer und ich unterhalten uns vor allem über Fußball, Reisen und kleine Staaten, sie werfen mich in Tübingen raus und fahren weiter nach Mannheim. Endlich nach 4 Monaten warten halte ich die Frau, die 1 1/2 Jahre zuvor mein Leben auf den Kopf gestellt hat, wieder in meinen Armen. Ich lerne ihr Kommiliton*innen und Mitbewohner*innen kennen nach dem man sich erkundigt wie meine Reise war schwenkt das Gesprächs Thema schnell auf Studenten leben, Gesundheitssystem, Berufe im Gesundheitssystem um. Abends gibt es ein Weihnachtsessen und man versucht mir mit mehr oder weniger Erfolg das Brettspiel die Siedler von Catan beizubringen.



    21. Dezember bevor übers Wochenende die meisten sich auf zu ihren Urlaubszielen oder die Heimat machen wird noch zusammen gefrühstückt zum ersten mal in meinem Leben esse ich Nutella, und zum letzten mal, was nicht gerade auf großes Verständnis bei der WG Gemeinschaft meiner Freundin stößt aber wir üben uns in gegenseitiger Toleranz. Danach machen wir machen uns relativ früh auf zum Bahnhof, beeilen uns schwer bepackt an den Bahnsteig zu kommen nur um dort festzustellen dass der Zug 20 Minuten Verspätung hat. Bis nach Zürich werden es dann insgesamt 30 Minuten. Dort holen wir den Vorbestellten Mietwagen ab und am frühen Abend stehen wir Völlig ausgehungert in Orsiers im Supermarkt und kurze Zeit Später in unserer Ferienwohnung und fallen nach einem praktikablen Abendessen erschöpft ins Bett.


    22. Dezember

    Frühstück und danach wird die Ferienwohnung inspiziert sie ist im Chalet Stil gebaut und augenscheinlich Komplett aus Holz. Für zwei Großstadtkinder wie uns ist so etwas immer wieder eine wunderbare Erfahrung. Sie ist Großzügig eingerichtet mit Badewanne und Dusche und im Keller gibt es eine Sauna. Wir lernen kurz einen teil der Nachbarn kennen als wir unsere Skisachen ins Auto packen und sind dann auch schon auf dem Weg auf die Piste. Wir erinnern uns auf der fahrt mit Freude daran zurück wie wir feststellten dass Skifahren eines der vielen Interessen ist welches wir teilen und sinnieren mit viel Freude und Gelächter darüber ob wir nach Skifahrer Gesellschaftlichen Maßstäben überhaupt zusammen fahren dürfen oder ob nicht eigentlich sie als Snowboarderin und ich als Skifahrer nach den Gesetzen der Natur zutiefst verfeindet sein müssten, wir kommen auf den Schluss dass wir gut miteinander auskommen müssten da wenn man die Hufeisen Theorie anwendet sie als Snowborderin und ich als Carver uns einander näher stehen als wir dem normalen Skifahrer stehen.

    Es stehen uns vier Pisten zur Verfügung eine blaue, zwei rote und eine schwarze. Da ich seit 3 Jahren nicht gefahren bin fangen wir mit der blauen an finden uns dann aber schnell auf den beiden roten Pisten wieder. So genießen wir gut gemachte Pisten, tollen Schnee in Verbindung mit einer wunderschönen Landschaft. Abends versuchen wir uns mit den einheimischen zu Verbrüdern was sich aber als nicht besonders einfach gestaltet, erstens gibt es kaum einheimische sondern fast nur Touristen (hauptsächlich aus Frankreich aber ein paar wenige auch aus Deutschland) zum einem fällt es mir nicht immer einfach da ich zu diesem Zeitpunkt zwar schon ein solides deutsch jedoch noch nicht besonders gut französisch gesprochen habe und die andere Seite nicht immer so gut englisch oder deutsch gesprochen hat so dass Nina dann in an diesem Abend nicht nur den Großteil der Konversationen auf deutsch und französisch führen sondern alles für mich auf englisch übersetzen musste.


    23./24. Dezember

    Diese Tage ist es sehr Neblig so dass an Skifahren nicht zu denken ist, wir erledigen einen größeren Einkauf um eventuellen Engpässen vorzubeugen weil Nina sich nicht sicher ist an welchen Tagen die Geschäfte aufhaben und unternehmen ausgedehnte Wanderungen durch das Val d'Arpette. Stellen traurig (wenn auch nicht gerade überrascht) fest das wir beide zu lang sind um zu zweit in die Badewanne zupassen und verarbeiten unsere Enttäuschung hierrüber in der bereits erwähnten Sauna. Dort treffen wir auch die neusten Ankömmlinge in des Hauses, ein Paar aus Odessa die etwa in unserem alter sind nun erleben umgedrehte Verhältnisse, Ich unterhalte mich mit den beiden auf russisch und muss nebenbei für Nina dolmetschen. Im Anschluss an den ersten Saunagang stellen wir erfreut fest dass es direkt vor der Sauna eine Tür gibt die nach draußen in den Hinterhof führt und so wird es für diesen Urlaub Tradition das wir nach fast jedem Saunagang sehr zu unserer kindlichen Freude, aber vielleicht auch etwas zum Leidwesen unserer Mitbewohner uns gegenseitig mit viel Gelächter und Übermut nackt durch den Schnee gejagt haben.


    Huh ist doch länger geworden als ich dachte.

    Ich sage mal Ende Teil 1.

    Demnächst geht es weiter.

  • Na, da scheint ihr ja Spaß zu haben. Weiter so! Aber wie ungewohnt und schwer vorstellbar, sich nun im Sommer mit euch im Schnee zu wälzen...


    Verrätst du, was für "medizinische Berufe" ihr habt? Das liest sich so geheimnisvoll, aber irgendwie fällt mir da immer wieder nur Arzt, Zahnarzt, Tierarzt ein?

  • Ich seh in Gedanken das Video "last Christmas" wenn ich das lese.... ;)

    redfloyd.........................................................................................Gusti
    redfloyd.gifGusti.gif


    Heaven is where the police British, the cooks Thai, the mechanics German, the lovers Italian and it is all organised by the Swiss.
    Hell is where the cooks are British, the mechanics Thai, the lovers Swiss, the police German and it is all organised by the Italians.

  • Na, da scheint ihr ja Spaß zu haben. Weiter so! Aber wie ungewohnt und schwer vorstellbar, sich nun im Sommer mit euch im Schnee zu wälzen...


    Verrätst du, was für "medizinische Berufe" ihr habt? Das liest sich so geheimnisvoll, aber irgendwie fällt mir da immer wieder nur Arzt, Zahnarzt, Tierarzt ein?

    Ja, wir haben meistens sehr viel Spaß, obwohl wir wenn die Situation das verlangt auch durchaus den nötigen Ernst an den Tag legen können. Ich habe auch diese Reise als erste ausgewählt weil es durchaus eine sehr lustiger Urlaub war und ich ungern mit einer Reise anfangen wollte wo es auch um sehr ernste Sachen geht.

    Beim Schnee hast du wohl recht, ich hatte auch überlegt zuerst über meinen Sommer Urlaub im August 2013 schreiben soll aber wirklich sommerlich war ist es hier bei uns im Moment auch nicht wirklich.


    Gerne, wie gesagt wenn jemand was wissen möchte, einfach fragen.

    Nina ist Ärztin

    Und ich (ich heiße übrigens Simeon) bin Ergotherapeut.

    Ich seh in Gedanken das Video "last Christmas" wenn ich das lese.... ;)

    Ich bin mir unsicher ob das gut oder schlecht ist. :D

  • Ich bin mir unsicher ob das gut oder schlecht ist. :D

    :-O Also, da scheiden sich ja die Geister, aber ICH mag diesen Song total - und auch das verpixelte Romantik-Video aus den 80ern.


    Das war einfach "meine" Jugend damals, lange bevor der Song jedes Jahr wieder zu Weihnachten in Endlos-Schleife einige Mitbürger zu aggressiven Zombies mutieren lässt :confused::-O


    Und zur Einstimmung: last Christmas

    ...in 18 Wochen ist ja schließlich Weihnachten :!:


    VG

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  • Hach ja, dieses unbeschwerte romantische Weihnachten aus "Last Christmas" mit den fröhlichen Menschen, die offenbar nicht bis zu den Knien im Schnee versinken, sodass der ihnen in die Schuhe hineinrieselt und die dann nicht frierend und bibbernd in ihren durchnässten Klamotten dasitzen und bei denen sich keine Pfützen auf dem Boden bilden, nachdem sie sich im Haus den Schnee aus den Haaren und den Klamotten geschüttelt haben...


    Seit diesem Video warte ich immer noch jedes Jahr darauf, Spaß am Winter zu finden, aber es ist mir immer noch nicht gelungen... :(

  • Das hast Du echt treffend schön gesagt, Birgit - deckt sich mit meiner Meinung zum Winter 100%

    Aber warum ziehst Du dann ausgerechnet in's - zugegeben inzwischen nicht mehr ganz so - schneesichere Thüringen? :roll::o


    Hitchhiker - entschuldige bitte, wollte Deinen ambitionierten Bericht nicht "sprengen".


    VG

    Gusti

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  • OK da bin ich beruhigt, Denn meine Erfahrung in Deutschland ist da eben auch dass last Christmas die Gesellschaft spaltet. ^^


    Und alles gut, ich freu mich ja wenn ich Gedanken und Gespräche Anrege.

  • Fortsetzung 23./24. Dezember

    Den "heiligen" Abend Verbringen wir minimalistisch wir Essen, tauschen unsere Geschenke aus und schnappen uns Stopfen uns dann unsere Bierdosen in unserer Winterjacken und machen uns auf in den Schnee zu einem schönen Platz am See. Dort treffen wir zufällig auch das paar aus der Ukraine wieder. Wir tauschen Bier und Zigaretten gegen Schokolade und Wodka und verbringen nach kurzem plausch den restlichen Abend am See zu viert aber irgendwie doch zu zweit in romantischer Stimmung.


    25. - 27 Dezember Mehr Ski- und Wanderspaß


    Die nächsten Tage verbringen wir zu großen teilen auf den beiden roten und der schwarzen Piste welche durch ein Waldstück führt und mit dem begehen der Winterwanderwege La Foula-Prayon und Forêt Derrière.

    Wir genießen dieses Wintermärchen, schlendern durch die Landschaften und erfreuen uns der Natur, stellen aber auch damals schon fest dass es immer wieder Wanderer gibt die ihren Müll einfach liegen lassen.


    28. Dezember Ausflug nach Martigny

    Wir lassen das Auto stehen und machen uns mit dem Bus auf nach Orsières um von dort mit dem Bus nach Martigny zu fahren.

    Martigny erkunden wir zu Fuß, wir schauen uns das Amphitheater und die Kunstaustellung bei der Foundation Pierre-Gianadda an. Danach kaufen wir Mitbringsel für Freunde in ihrem Fall ist dass hauptsächlich Wurst und Käse in meinem vor allem CDs und Alkohol. Wir verweilen noch etwas in einem Kaffee, sind am ende etwas Spät dran und stellen dann in Orsières fest dass kein Bus mehr nach Champex fährt, also laufen wir zu Fuß und sind knapp 3 Stunden später müde aber immer noch gut gelaunt wieder in unserer Wohnung.


  • 29. Dezember Faulenzen

    An diesem Sonntag schlafen wir aus und gehen dann ins Dorf um in einem Café ausgiebig zu frühstücken. Danach laufen wir um den See und beschließen erst Nachmittags auf die Pisten zu gehen, diese sind dann immer noch recht voll was unserem Spaß aber insgesamt keinen Abbruch tut.


    30. Dezember Schneesturm

    Den ganzen Tag wütet ein Schneesturm und es lohnt sich nicht wirklich vor die Tür zu gehen, wir verbringen den Tag damit Backgammon zu spielen, von den ersten 20 Partien verliere ich 19, von den nächsten 10 immerhin nur noch 7, ich vermute aber das Nina zwischenzeitlich etwas lockerer gespielt hat damit ich nicht das Interesse verliere nur am dann wieder anzuziehen.

    Danach spielen wir Scrabble, da bin ich noch Chancenloser aber es hilft immerhin mein Vokabular an deutschen Worten zu etwas steigern.

    Wir schließen den Tag damit ab dass wir Unterhaltungen führen in dem ich mit Nina deutsch spreche und sie versucht auf hebräisch zu Antworten.


    31. Dezember Sylvester

    Nach einem Vormittag auf der Piste "lerne" Ich Sylvester, Nina hat Bleigießen und Tischfeuerwerk dabei, morgens fragen wir die Ukrainer ob sie abends mit uns Sylvester feiern möchten, aber die reisen heute ab. Da wir Alterstechnisch 20-30 Jahre unter den restlichen Bewohnern liegen sind wir an Sylvester allein. Nina erzählt mir außerdem von der Kiste mit den guten Vorsätzen und wir beschließen, da wir noch keine haben, und uns eh die Zigaretten ausgehen, kurzerhand mit dem Rauchen aufzuhören. Wir Kochen, Essen, laufen auf den Berg um uns das Feuerwerk anzuschauen, Stoßen dort an, rauchen unsere letzten Zigaretten und gehen dann zurück in die Wohnung zum Tischfeuerwerk anzünden und Bleigießen.


    1/2 Januar. Letztes mal Skispaß und Packen.

    Die letzten 2 Tage Skispaß, in der Nacht vom 1. auf den 2. schneit es erneut und wir genießen die Fahrten im frischen Pulverschnee.

    Die Pisten kennen wir mittlerweile gut und wir kommen beide zu dem Schluss das Champex-Lac ein wirklich gutes Skigebiet für Fahrer aller Vorlieben und Fähigkeitsstufen ist. Wir genießen die Zeit sehr da wir auch wissen dass wir uns länger nicht sehen werden.

    Die Abende verbringen wir weiterhin mit Backgammon spielen und ich werde tatsächlich langsam besser. Am Abend packen wir und Nina gibt mir mein Geburtstags geschenkt (gut verpackt) damit ich es schon in meinen Koffer tun kann.


    3. Januar abreise. Wir fahren früh los in Richtung Zürich, auf der fahrt reden wir darüber ob ich nicht nach Deutschland ziehen soll wenn ich einen Job finde.

    Wir geben den Mietwagen zurück und der Abschied fällt uns insgesamt recht schwer aber wir sind trotzdem guter dinge. Ich nehme meinen Flug, Nina fährt zum Bahnhof und als sie wieder in Tübingen und ich wieder in Tel Aviv sind entwickelt sich ein Running Gag aus dieser Konstellation den El Al war wieder mal pünktlich aber die Bahn mal wieder zu spät.


  • Das du dich daran noch erinnerst. :love:

    Und natürlich hab ich zwischendurch mit Absicht schlechter gespielt, und dann wieder angezogen, so züchtet man sich starke Gegenspieler! :*