Ja, genau! So war's gemeint. Dass man für die Dauer der Reise einen "Angestellten" hat, noch dazu einen, der in der Hotellobby auf dem Sofa oder im Auto schläft, ist natürlich gewöhnungsbedürftig.
Nun ja, aus Indien und Nepal kenne ich es so, dass Fahrer eine Auslöse bekommen, die theoretisch auch für eine Übernachtungsmöglichkeit reichen sollte. Ein Selbstständiger kann den Preis ja auch selbst festlegen. Da liegt es an uns Gästen, nicht gerade den billigsten Billiganbieter zu nehmen.
Wenn ein Fahrer nun hier oder da Geld sparen will und kann, indem er eine angebotene Schlafmöglichkeit an der Unterkunft des Gastes annimmt, wird spätestens daraus eine Mischkalkulation, die passt. Das Geld wird oft lieber gespart und anderweitig verwendet, im besten Fall für die Familie, im ungünstigen Fall für das Feierabendbier mit den Kollegen und zum Zocken beim Kartenspiel.
Dass das Staff in den Arbeitsräumen schläft, ist nicht ungewöhnlich. So kam ich in Indien mal morgens in ein noch leeres Lokal auf der Durchreise, wo die Stühle noch hochgestellt waren, während überall auf dem Boden die Mitarbeiter lagen und noch schliefen. Auch in Hotels musste ich bei frühem Check-Out schon quasi über schlafendes Personal steigen. Oft verabreden die Fahrer sich auch miteinander und teilen sich ein Zimmer in einer Art Pension. Und wie Wanderarbeiter übernachten, mag man sich gar nicht erst vorstellen.
In Nepal hingegen bekam mein Fahrer manchmal im selben Hotel ein Zimmer und hat sozusagen kostenfrei mit demselben Standard übernachtet, den ich auch hatte.
Wenn bei uns Malocher auf Montage in einfachen Ferienwohnungen oder Pensionen untergebracht werden, schlafen sie meistens auch mit mehreren in einem Zimmer und es wird nicht gerade ein Steigenberger Hotel sein. Auch ein Brummifahrer hat es nicht immer bequem und komfortabel in seiner Fahrerkabine.
Wegen der meist guten Trinkgelder bei der Arbeit mit Touristen sind Fahrerjobs grundsätzlich gute Jobs im Vergleich zu dem, was die meisten sonst so machen würden. Einmal allerdings hatte ich in Indien einen Fahrer, der sehr auf die Tränendrüse drückte und nahezu täglich "good tip" quasi einforderte, da er durch meine dämliche Hotelwahl so hohe Kosten habe, denn für ihn habe es keine "facilities" gegeben. Da können dann klare Worte helfen.