Reisebericht Lettland

  • Ein weiteres auffälliges Gebäude in Riga ist die Wissenschaftsakademie. Zeitgenössischer Zuckerbäckerstil vom großen Bruder aus Russland spendiert.

    Im lettischen Volksmund auch oft frotzelnderweise als Stalin Torte bezeichnet.



    Danach wollte ich noch an's Wasser. Also wieder durch die Altstadt, diesmal mit Stadtplan...



    Ich fand die Italienische Botschaft.



    Das Denkmal der Lettischen Schützen



    Erinnerung an die Revolution von 1905



    Das bummeln an der Daugava war allerdings nicht besonders erholsam, was an der 4-spurigen Schnellstrasse lag, die zwischen Stadt und Fluß für reichlich Verkehrslärm sorgte.

    Noch ein Blick auf die Eisenbahnbrücke, dort sollte ich am nächsten Tag über die Daugava rollen.


  • Der nächste Tag wurde am frühen Morgen ein Strandtag. Früh deshalb, weil ab Mittag wieder Regen angekündigt wurde und dann wollte ich verschwunden sein. Jurmala ist ein bekannter lettischer Badeort, kilometerlange Strände, schöne Architektur und ausreichend Flaniermöglichkeiten.

    Mit dem Zug dauert es ca 40 min und die Fahrt kostet 1,50€.


    Der Vorteil des Frühaufstehers...







    Jurmala besteht aus vielen Teilortschaften, ich bin bis Majori gefahren. Auf der Meile war noch alles dicht, ab 10:00 kann man mit Gastronomie rechnen. Es ist ein beliebtes Wochenendausflugsziel und wer es sich leisten kann, hat hier auch ein kleines Ferienhaus. ;)





    Einiges hat schon bessere Tage gesehen...





    Auch hier gibt der Blick auf's Gotteshaus einen Aufschluß über das hauptsächliche Klientel;)



    Ich lag eine ganze Weile am Strand und döste vor mich hin. Herrlich war es, Städtereisen "bieten" ja oft einen dementsprechenden Lärmpegel, da ist es schön wenn man einen ruhigen Gegenpol in der Nähe findet.


  • Beim anschließenden Bummel durch die Alststadt besuchte ich die "Drei Brüder", das älteste Gebäudeensemble in der Altstadt von Riga.



    Auf dem Weg in die "Neustadt" kommt man an der Freiheitssäule vorbei



    und auf dem Weg zur Wohnung arbeitete ich mich noch an diversen Fassaden ab.






  • Der letzte Tag. Programm hatte ich keines mehr, es war nur noch Schlendern angesagt.

    Hier einen Kaffee, dort ein Kaltgetränk und zwischendurch ein Foto. ;)

















    Die Rückreise war ätzend. Mein Flug war pünktlich, aber in Frankfurt war Chaos.

    2 Wochen vor Beginn der Reise bekam ich von der Lufthansa eine Mail, daß mein Rückflug von FRA nach BRE gestrichen wurde.

    Ich hatte die Option der Stornierung, des Umbuchens oder einen Gutschein.

    Da ich mich aber auf diese Reise sehr gefreut habe, wühlte ich mich durch die Lufthansa "Service" Hotline und ließ mir für den Rückflug ein Rail&Fly Ticket ausstellen.

    Da es in FRA aber bei der Gepäckausgabe oft über eine Stunde Wartezeit geben konnte, war ich mit nicht so sicher, ob ich meinen Zug überhaupt erreiche. Erfreulicherweise dauerte es am Laufband nur 30 min bis ich meinen Rucksack einsammeln konnte. An den Gesichtern vieler anderer Reisende konnte ich bemerken, daß die dort wesentlich länger stehen mußten.

    Am Zuggleis war dann auch nur noch ein großes Durcheinander. Kurz vor Köln gab es wohl eine Gleissperrung, meine Verbindung war auch davon betroffen. Ein Blick in die BahnApp zeigte mir das ganze Chaos. Ich entdeckte am gegenüberliegenden Gleis einen ICE mit Endstation Oldenburg, der abfahrbereit war. Ein kurzer Blick in die App verriet mir, daß diese Verbindung nicht über Köln fuhr und so sprintete ich los.

    Es war die richtige Entscheidung und so kam ich mit nur 30min Verspätung in Bremen an.

    Mir reicht es jetzt erst einmal wieder mit verreisen. Das Generve bei An und Abreise muß ich nicht immer haben.

    Der nächste Trip wird entspannter.


    LG kiki

  • Danke kiki für deinen ausführlichen Bericht.

    Du hast uns Lettland damit ein wenig näher gebracht, auch wenn wir wahrscheinlich nicht hinkommen werden

    Die Bilder sind wunderbar, wenn auch die Motive bei dem bedeckten Himmel ein wenig duster erscheinen.

    Aber wie schrieb Gusti so passend: „Bei blauen Himmel kann ja schließlich jeder“

  • Vielen lieben Dank, Erhard.

    Ich freue mich immer wenn ich das Portfolio deines Forums etwas erweitern darf. ;)

    Als "erfahrene" Reisende lasse ich mich vom Wetter nicht unterkriegen und mache mit meinen bescheidenen Möglichkeiten das Beste draus. 8-)

    Wenn es vor Ort duster war, dann bleibt es halt auch so in den Bildern, Authentizität ist doch immer gefragt;)


    Wünsch ein schönes sonniges WE und LG

    kiki

  • Was mich echt interessieren würde -> Habt ihr nur selbst gekocht oder wart Ihr auch Essen? Wenn nicht nur selbst versorgt: Welche Köstlichkeiten gab es und was hat euch am besten geschmeckt?8-)

    Ich war alleine unterwegs und was ich dann generell vermeide ist ein Restaurantbesuch. Mag nicht alleine am Tisch sitzen.

    Man kann sich gut auf den Märkten versorgen. Ich kann dir jetzt so typische Gerichte nicht nennen, weil vieles auch aus anderen Ländern übernommen wiurde. Räucherfisch in allen Varianten, Nudel- und Teigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen, Pfannkuchen in deftig oder süß, sehr gehaltvolle Suppen und vor allem Schmand! Lettisches Brot hat oft einen ausgeprägten Kümmelgeschmack, Dillhaltige Mahlzeiten kommen aus der russischen Ecke dazu.

    Mir schmeckt alles, solange es vegetarisch ist. Es ist halt keine Exotenküche.

    Pelmenis sehen oft aus wie Tortellini, Piroggen kennt man bei uns auch, die Füllung ist halt unterschiedlich. Fleisch, Pilze, Kohl dominieren im Osten.

    Dazu natürlich immer eine gute Portion Schmand (Smetana). Borschtsch bekommt man auch an jeder Ecke.

    Blind vertrauen kann man der lettischen Braukunst, alle Biere sind sehr lecker. :thumbsup:


    Wer weiß was in den nächsten Monaten noch so in Sachen Mutation passiert.

    Mir ist das alles egal, solange es nicht irgendwelche neuen "Ideen" bzgl. Reisebeschränkungen gibt.

    In Lettland gibt es keine Coronaregeln mehr. Man muß halt selber gucken, welchem Risiko man sich dort aussetzt (falls es eines gibt).

    Ich war nun viel mit den Öffis unterwegs. War meist die einzige mit Maske im Fahrzeug.

    Hatte schlichtweg keinen Bock, daß es mich ausgerechnet im Urlaub erwischt.

  • Hallo kiki,


    vielen Dank fürs Zeigen der Bilder von deiner Lettland-Reise.

    Finde ich alles sehr interessant, auch wenn die Atmosphäre etwas düster und morbide (finde ich allerdings auch faszinierend) daher kommt, wozu sicherlich das Wetter auch seinen Teil beiträgt.


    Mit dem Baltikum habe ich bereits mehrfach geliebäugelt - vielleicht setze ich es irgendwann mal in die Tag um.


    Kann man die „Drei Brüder“ auch von innen besichtigen oder geht das nicht?


    Den Stress mit dem Fliegen derzeit kann ich nachvollziehen, unsere Flüge bzw. eigentlich die Abfertigungen an den Flughäfen - besonders beim Hinflug - nach Lissabon kürzlich waren ziemlich das Ätzendste, was wir bisher erlebt haben auf unseren Flügen.


    Viele Grüße

    Sabine

  • Das mittlere (gelbe) Haus beherbergt ein Architekturmuseum.

    Es war komischerweise geschlossen.

    Bin auch nicht extra am nächsten Tag noch einmal hingegangen.

    Die größte Herausforderung bei diesem Ensemble war das hineinquetschen in den 16mm Weitwinkel um dann später im RAW Konverter die Fassaden wieder gerade zu zupfen. Wobei die Definition "gerade" hier nicht möglich ist, weil die Häuser schichtweg eine leichte Schieflage haben.


    Fliegen ist im Moment echt ätzend, da stimme ich dir voll und ganz zu. Keine Ahnung warum jemand eincheckt und später nicht am Gate erscheint. Sind die Leute vielleicht in den Sicherheitskontrollen hängen geblieben? Von der Gepäckabfertigung ganz zu schweigen.

    Ich fand es auch dämlich daß die Lufthansa bei Streichung des Anschlußflugs nach HB nicht gleich die Option Rail&Fly angeboten hat.

    Nein, man muß etliche Versuche starten bis man endlich jemanden vom "Service" an die Strippe bekommt.

    Warum geht sowas nicht online? Aber es scheint an anderen Flughäfen ähnliche Probleme zu geben.

    Amsterdam scheint auch nur noch Chaos zu sein. Ich buche ja auch oft die KLM, aber auch das lasse ich im Moment sein.

  • Erste Sanierungsbemühungen erkennt man an neuen Fenstern.

    Schon das wird sicherlich nicht günstig sein, wenn der Denkmalschutz ein Wörtchen mitzureden hat.

    Man sollte sich von der Fassade nicht unbedingt abschrecken lassen. Oft sind die Wohnungen innen erstaunlich modern und gepflegt.

    Äußerlich legt man Wert auf gepflegten Blumenschmuck vor den Häusern oder auch die Gärten sind meist in einem tadellosen Zustand.

    Was man selber machen kann, wird auf jeden Fall auch gepflegt.

    Die äußere Sanierung ist mit Sicherheit ein großer Kostenfaktor. Ich könnte mir sowas nicht leisten. ;)

  • Ein interessanter Bericht und tolle Aufnahmen.

    Das mystische Wetter passt auch irgendwie zu Riga (zumindest zu einigen Stadteilen am Stadtrand).

    Allerdings ist auch Schönwetter im Juni und den Weißen Nächten auch nicht zu verachten.


    Was die Architektur in Rigas Prachtstraßen betrifft, durfte zur Zeit der Hanse per Gesetz kein Gebäude einem anderen gleichen.