mein Bericht: eine Woche Kappadokien im Juni

  • Kappadokien, da kommt einem vermutlich sofort das Bild von unzähligen Heißluftballons in den Sinn, die über einer skurrilen Landschaft schweben.

    So ging es auch mir, und nachdem ich mehr über Kappadokien als Reiseziel gelesen hatte, ging es dieses Jahr an die konkrete Planung. Die meisten Urlauber besuchen die Region in Zentralanatolien im Rahmen einer Rundreise ab Antalya oder Istanbul und bleiben 1 bis 2 Tage. Wir wollten länger bleiben und individuell reisen.

    Im Frühjahr buchten wir den 3 1/2 Stunden Flug Stuttgart / Kayseri und zurück.

    Bei den Hotels hatten wir die Qual der Wahl, es gibt viele Hotels mit Höhlenzimmern, die Zimmer sind dort in den weichen Tuffstein hineingehauen.

    Das sollte es sein, 3 Nächte in Uchisar und 4 Nächte in Göreme.

    Für die Besichtigungen hat uns das Hotel die Buchung von Touren vorgeschlagen, es gibt eine rote und eine blaue Tour, dabei werden die meisten Sehenswürdigkeiten an einem Tag abgedeckt. Nachdem wir jedoch 1 Woche zur Verfügung hatten, wollten wir das selber gestalten und buchten einen Mietwagen ab dem dritten Tag.

    Ende Juni ging es los, einchecken und der Flug verliefen problemlos, vom Flughafen ging es noch 1 Stunde per Shuttlebus ins Hotel. Leider kamen wir bei Dunkelheit an, so daß es an dem Abend nur noch für ein Gläschen Wein auf der Terrasse gereicht hat, Uchisar Castle, der imposante Burgberg im Hintergrund.


    Unser Höhlenzimmer, bzw. es war eine Höhlensuite


  • Kappadokien ist nichts für Langschläfer !!

    Weshalb? Die Heißluftballons starten am frühen Morgen und wer das Spektakel beobachten will muß früh aufstehen. Das hatte ich im Bewusstsein und so hat mich mein innerer Wecker kurz nach 5 Uhr geweckt und ans Fenster getrieben. Und tatsächlich, in der Ferne waren Ballons zu sehen.




    Nun war natürlich nicht mehr an Schlaf zu denken. Leider trieb der Wind die Ballons von uns weg, so sind wir auf eine morgendliche Erkundungstour los. Dabei entdeckten wir die ersten Bäume, die mit den „blauen Auge“ den Nazar Amuletten aus Glas oder anderem Kunsthandwerk behangen sind, noch zahlreiche sollten folgen. Auch die ersten schön dekorierten Fotospots sahen wir, darauf folgten auch noch viele in den nächsten Tagen.


    Frühstück wurde erst ab 9:30 serviert, also beschlossen wir, noch vor dem Frühstück Uchisar Castle zu besteigen und besichtigen.

    Es kam uns zugute, daß wir durch den frühen Ausflug ordentlich Appetit hatten, denn das Frühstück fiel sehr opulent aus.

  • Vielen Dank für den Bericht, freue mich schon auf Fortsetzung. Kappadokien ist schon länger ganz schwach in meinem Hinterkopf, hab mich aber nie weiter damit beschäftigt. Ich denke das wäre mal ein verlängertes Wochenende bzw.einen Kurzurlaub wert.


    Grüße

    Gisela

  • Auf der Terrasse in Uchisar habe ich auch schon gesessen und ein gutes Glas Rotwein genossen. Kappadokien ist landschaftlich ein Traum. Wollt ihr auch Ballon fahren? Ich habe es schon zweimal gemacht. Ich kann es nur empfehlen, auch wenn es den Anschein einer Massenveranstaltung macht, es ist einfach nur toll. Die Piloten können es einfach. Kein Vergleich zu Ballon Fahrten hier in Deutschland. Noch viel Spaß und genießt Die Zeit und das gute Essen.


    LG Kerstin

  • Das sieht wirklich vielversprechend aus, bin gespannt auf den weiteren Bericht.

    Leider wird zu oft vergessen, daß die Türkei nicht nur Bettenburgen zu bieten hat, sondern auch außergewöhnliche, vielfältige Natur und nette und gastfreundliche Menschen.

    Schön, daß wir davon einen Einblick bekommen werden.


    LG

    Gusti

    redfloyd.........................................................................................Gusti
    redfloyd.gifGusti.gif


    Heaven is where the police British, the cooks Thai, the mechanics German, the lovers Italian and it is all organised by the Swiss.
    Hell is where the cooks are British, the mechanics Thai, the lovers Swiss, the police German and it is all organised by the Italians.

  • Das sieht wirklich toll aus, ich freu mich auch auf den weiteren Bericht samt Bilder:thumbsup:


    Ja die Türkei ist wirklich sehr schön, und wenn man mal aus den Touri-Hotspots weg ist, noch schöner mit wirklich sehr netten Menschen.


    Lieben Gruß

    Claudi

  • Toller Bericht und wunderschöne Bilder! Wir hatten Kappadokien 2020 auf dem Plan, aber dann ....

    Jetzt krieg ich wieder richtig Lust!

    Mit welcher Airline seid ihr denn geflogen?

  • Ich reise mit. Die Gegend kenne ich überhaupt noch nicht von der Türkei.

    Danke erstmals für die wunderbaren Bilder und deinem Bericht.


    LG

    gudi=)

    Einmal sehen ist mehr Wert, als hundert Neuigkeiten hören.
    (Japanisches Sprichwort)



  • Bevor es mit dem Bericht weitergeht, will ich erst mal die Fragen beantworten.

    Vielen Dank für‘s mitlesen und mitreisen.


    Gisela, Kappadokien ist auf jeden Fall eine Reise wert, und für uns war die Woche dort ideal. So konnten wir die Besichtigung lässig angehen und auch mal ein paar Stunden zwischendurch auf der Terrasse oder am Pool relaxen. Das Gesehene muss ja auch verarbeitet werden.


    Kerstin, ist ja schön, so kannst Du nochmals an Deine Reise zurückdenken und entdeckst manches bekannte wieder. Noch etwas Geduld. Zu der Ballonfahrt kommen wir noch.


    Gusti und Claudi, da stimme ich voll zu. Bei der Planung von solchen Reisen suche ich gezielt nach kleinen und originellen Hotels oder Pensionen und wir haben wirklich nur freundliche Menschen getroffen. Bei Begegnungen unterwegs gab es natürlich oft die Sprachbarriere, doch mit Gesten und einem Lächeln klappt es immer.


    serenity, wir sind -ideal für uns- mit Pegasus ab Stuttgart geflogen, ein Direktflug zu einem günstigen Preis und angenehme Abflugzeiten.


    Inspired, das ist m.E. Auch viel zu kurz, die meisten Rundreisen -die ein Ausflugsprogramm beinhalten- bleiben 2 maximal 3 Tage. Die über jedes Hotel buchbaren Tagesausflüge sind so gestaltet, daß man an 2 Tagen „alles“ gesehen hat.

    Bei uns war es so, daß es am Samstag vormittags so richtig ab ging vor unserer Terrasse, wir blickten direkt auf den Burgberg von Uchisar. Plötzlich stiegen Reisegruppen durch das Gelände, ein Guide mit Fähnchen vorneweg. War die Gruppe weg, kam die nächste an. Das waren vor allem türkische Gruppen auf Wochenendausflug, am Sonntag Nachmittag wurde es wieder ruhig.

    Die chinesischen Touristen, die angeblich gerne mit Quads durch die Gegend fahren (da haben wir außerhalb mehrere riesige Parkplätze voller Quads gesehen) fehlten. Zum Glück für uns.

  • Nach dem üppigen Frühstück waren wir gestärkt und machten uns auf zum Pigeon Valley. Das Tal hat seinen Namen nach den vielen in Stein gehauen Taubenschlägen. Auf dem Weg dahin irrten wir etwas in der Gegend herum, wir waren froh endlich den Zugang zum Tal gefunden zu haben.

    am Wegesrand viele Maulbeerbäume


    Zum Glück kam gleich ein Teegarten, wo wir uns mit frisch gepresstem Orangensaft stärken konnten.


    Dies war unser erstes Tal, und ich war erstaunt, daß wir dort einsam unterwegs waren, nur ein paar andere Wanderer begegneten uns. Das hatte mir voller vorgestellt.


    Am anderen Ende des Taubentals lag Göreme, von wo aus wir per Dolmus zurück nach Uchisar fuhren. Am Abend erfuhren wir, daß morgen wetterbedingt keine Heißluftballons starten durften, also konnten wir beruhigt ausschlafen.

  • Das Frühstück war wieder genauso üppig wie am Tag zuvor, die aufgetragenen Teller nehmen kein Ende. Leider war die Aussicht heute etwas getrübt.

    Später übernahmen wir den Mietwagen und fuhren in das nahe Avanos, die kleine Stadt ist bekannt für Ihre Töpfereien.

    Uns zog es bald wieder zu den felsigen Landschaften. Auf dem Rückweg besuchten wir Pasabag, für dieses Open Air Museum bezahlen wir Eintritt, der Park ist Ziel von Reisegruppen, da er einfach zu begehen ist. Den Eingang säumen Shops mit schaurigen Andenken und außerhalb kann man auf Kamelen reiten, schlimm.


    Wir können die ersten Feenkamine bestaunen, bizarre Felsformationen, die wie riesige Pilze aussehen. Zwischen den Felsen wächst wilder Rukola und Weinreben, ein schöner Park.

  • Als ich mir meiner Mom dort war, hatten wir es so gemacht:


    MI, 07.10.2015: Nach Kappadokien

    DO, 08.10.2015: Die Open Air Museen Göreme und Zelve und das Pasabagi-Tal

    FR, 09.10.2015: Uchisar, noch mehr Hoodoos und eine Karawanserei

    SA, 10.10.2015: Die Ballonfahrt, die unterirdische Stadt Derinkuyu und Soganli-Tal

    SO, 11.10.2015: Ürgüp, Mustafapasa, Keslik-Kloster, Damsa-Stausee

    MO, 12.10.2015: Die Heimreise


    Das Wetter war im Oktober herbstlich kühl, aber insgesamt schön bis auf ein paar wolkige Stunden und Regen am Abreisetag, insgesamt ideales Besichtigungswetter.


    Und ja, auch ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus, als ich morgen von den merkwürdigen Geräuschen der Brenner geweckt wurde und neugierig rausschaute und der Himmel voller Ballone war!


    Freue mich, bei dir nochmal mitreisen zu können!

  • Vielen Dank für die schönen Bilder. Ich war zweimal dort jeweils eine Rundreise mit Berge und Meer. 5 Nächte in Kappadokien, das erste Mal in Avanos das zweite Mal in Nevsehir. War jedes Mal toll.


    LG Kerstin

  • Inspired, die 4 Tage habt Ihr optimal ausgenutzt und vieles unternommen, sogar einiges, was wir nicht gesehen haben. Die unterirdische Stadt Derinkuyu ist eine Attraktion, aber für mich ist das nichts, „unter Tage“ und in schmalen Gängen unterwegs, das war mir klar, als ich Bilder von Derinkuyu angesehen habe.


    Kerstin, das spricht ja für die Rundreise, wenn Du die gleich 2 mal mit dem selben Anbieter unternommen hast. Avanos hat mir als Stadt sehr gut gefallen, wir waren da auf dem Wochenmarkt und auch abends mal zum Essen.


    Weiter geht’s im Bericht

    Unsere innere Uhr war nicht auf ausschlafen programmiert, es ging wieder vor dem Frühstück los, diesmal mit dem Auto. Wir fuhren eine schmale Schotterpiste immer entlang oberhalb des bekannten Love Valley, mit tollen Ausblicken in das Tal und Aussichtspunkten.


    Uchisar aus der Ferne

  • Nach dem Frühstück war Umzug nach Göreme. Zuvor erhielten die Nachricht, daß unsere für morgen gebuchte Ballonfahrt nicht stattfindet, zum zweiten Tag in Folge sind alle Starts abgesagt. Das hat die Auswirkung, daß der Tag danach (sofern gestartet wird) komplett ausgebucht ist und die Preise steigen. Der Besitzer des Hotels, wo wir heute auschecken, verspricht jedoch, sich um einen neuen Termin zu kümmern, wir werden sehen, noch haben wir ja Zeit.


    In Göreme beziehen wir unser neues Hotel für die nächsten 4 Nächte. Obwohl bei uns die Flitterwochen schon lange her sind, habe ich die Honeymoon Suite 🥰gebucht.

    Der Swimmingpool mit Liegestühlen ist direkt vor der Tür und das Hotel hat eine schöne Dachterrasse.

  • Oh ja, das mit den mal völlig ausgebuchten und mal abgesagten Ballonfahrten kenne ich auch. Wir sind da etwas blauäugig hingefahren nach dem Motto: Lieber dort spontan buchen, wenn man weiß, wie das Wetter ist. Wir hatten Glück, konnten spontan buchen und es fand auch statt. Aber rückblickend kann ich nur jedem raten, gerade bei eher kurzen Aufenthalten gleich für den ersten Morgen eine Ballonfahrt zu buchen um noch ein paar Tage als Alternative zu haben, falls diese wegen des Wetters abgesagt wird.

  • vielen Dank Inspired, Deinen Rat kann ich nur unterstreichen.

    Eigentlich wollte ich die Ballonfahrt auch kurzfristig vor Ort buchen so nach dem Motto „flexibel und hoffend auf ein günstiges last minute Angebot“.

    Doch das Gegenteil ist der Fall, um kurzfristig einen Platz zu bekommen, zumal nach mehreren Tagen an denen die Ballons nicht starten dürfen, muß mehr bezahlt werden.