Gran Canaria – Infos, Tipps und Hintergründe

  • Die Landschaft Gran Canarias zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus. Eine Besonderheit sind die Barrancos, das sind Schluchten, oft auch ausgetrocknete Flussläufe. Sie durchschneiden kilometerweit die Landschaft, einige gelten als natürliche Wasserreservoire. Einige Barrancos sind als Ausflugsziele bekannt, anderer werden mit ihren senkrechten Felswänden zum Klettern genutzt. Auch für Naturfreunde sind sie ein schönes Ziel, denn einige sind üppig mit feuchtigkeitsliebenden Pflanzen bewachsen. Ein schönes Beispiel dafür ist der Barranco del Laurel in der Nähe von Moya im Norden der Insel. Hier findet man noch die Überreste eines ursprünglichen Lorbeerwaldes sowie Farne, Moos und Drachenbäume.

    Grün und fruchtbar ist der Barranco de Agaete, der östlich vom gleichnamigen Ort liegt. Das Tal ist durch Felswände vor Wind geschützt, neben Avocados, Zitronen, Papayas und Mangos wachsen dort sogar Kaffeesträucher. Es gibt Fincas, auf denen der Kaffee verkauft wird. Im Osten der Insel liegt der Barranco de Guayadque, der für seine Höhlenwohnungen aus der Zeit der Ureinwohner bekannt ist. Einige von ihnen sind immer noch bewohnt. Außer den Höhlenwohnungen gibt es im Barranco de Guayadque noch eine Höhlenkirche und ein Museum zu besichtigen. Eine Besonderheit ist auch das Höhlenrestaurant.

              

    Der Barranco de Fataga befindet sich mit dem gleichnamigen Dorf nördlich vom Urlaubsort Maspalomas. Er wird auch gerne als Tal der Tausend Palmen bezeichnet. Ob es wirklich Tausend sind? Die herrliche Landschaft kann man von Maspalomas sogar mit dem Linienbus erreichen. Zu den Highlights des Barranco de Fataga gehört der Aussichtspunkt Degollada de las Yeguas, der Ausblicke über das Tal sowie bis zur Küste bietet. Der Barranco de Fataga erstreckt sich bis nach Maspalomas und endet dort in der Lagune La Charca. Dieses letzte Stück heißt Barranco de Maspalomas. Ich wohne in Campo Internacional nicht weit vom Barranco entfernt. Es gibt eine Fußgängerbrücke, von dort kann man schöne Blicke bis zu den Bergen genießen.


        

    Ich lebe auf Gran Canaria!

  • Eine lange Tradition hat auf Gran Canaria der Anbau von Tomaten. Ihre Geschichte reicht zurück bis zur Entdeckung der Neuen Welt im Jahre 1492. Damals kam sie mit vielen anderen exotischen Pflanzen nach Europa. Die Anbaubedingungen waren perfekt, das milde Klima ließ sie ganzjährig gedeihen. Durch die Briten begann der Export der Tomaten. Der englische Geschäftsmann Blisse gründete im Jahre 1885 in Telde das erste Unternehmen für den Tomatenexport. Es folgten weitere britische Firmen, die mit Tomaten handelten und die Produktion stieg an. Aber auch kanarische Unternehmen für den Tomatenanbau entstanden. Durch den spanischen Bürgerkrieg verschwanden einige, andere gibt es heute noch. In den 1960er Jahren wurden Agrargenossenschaften gegründet, die auch heute noch das vorhandene Tomatengeschäft kontrollieren. Es wird nur noch in kleinen Mengen exportiert.

    Im Westen der Insel gibt es in La Aldea de San Nicolas große Tomatenplantagen, die von den umliegenden Stauseen mit Wasser versorgt werden. Tomaten sind gesund, sie enthalten Vitamin C, B und E sowie Karotin, Zink und Folsäure. In der Küche sind sie vielseitig zu verwenden. Zu den traditionellen kanarischen Gerichten mit Tomaten gehören der Brunnenkresseeintopf und die kanarische Fischsuppe.

    Zum Abschluss noch ein Ausflugstipp: das Tomatenmuseum - Museo de La Zafra - in Vecindario. Es zeigt auf 4.000 qm Ausstellungsfläche sehr viel Wissenswertes über die Tomate, von ihrer Geschichte bis zum Anbau und zu ihrer Verwendung.

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  • Bald ist Weihnachten und dazu gibt es auf Gran Canaria eine besondere Attraktion, das sind die Sandkrippen in Las Palmas. Mitte November beginnen die Vorbereitungen und Anfang Dezember beginnt die Ausstellung, die bis zum Dreikönigstag dauert. Krippen haben eine lange Tradition auf den Kanaren und die Sandkrippen am Las Canteras Strand sind wirklich etwas Außergewöhnliches. Es gibt sie seit 2005. Als ich die Krippen zum ersten Mal gesehen habe, war ich nicht nur von ihrer Größe beeindruckt, sondern auch von den Details an den Figuren, die sehr sorgfältig gestaltet waren.

    Interessant ist auch ihre Entstehungsgeschichte. Acht Bildhauer aus verschiedenen Ländern hatten seinerzeit die Idee, dieses vergängliche Kunstwerk zu gestalten. Auch heute noch treffen sich Künstler aus aller Welt wie Rodrigo Cesar de Magalhaes, Portugal, Johannes Christoffel Hogebrink, Niederlande, Aleksei Rybak, Russland und Gresham Glover, USA, um diese 5m hohen Figuren zu erschaffen. Mehr als 200 Tonnen Sand werden dazu benötigt. Die Krippe ist mit 1.500 qm die größte Freilichtkrippe Europas. Besucht wird sie Jahr für Jahr von rund 200.000 Menschen. Die Künstler stellen nicht nur traditionelle Szenen dar wie die Heilige Familie der den Besuch der Heiligen drei Könige, sondern auch Landschaften der Insel. Außer den Besichtigungen werden auch Workshops angeboten, bei denen die Teilnehmer lernen, mit Sand zu formen. Der Besuch der Sandkrippen lässt sich gut mit einem Spaziergang am Las Canteras-Strand verbinden. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei, man freut sich aber über eine Spende für wohltätige Zwecke. Geöffnet ist täglich von 10.00 bis 22.00 Uhr, außer am 24.12., 31.12. und 05.01., jeweils von 10.00 bis 20.00 Uhr.

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  • Wer sich für Architektur interessiert, kann bei Ausflügen auf Gran Canaria sehr viel dazu kennenlernen. Die traditionelle Architektur der Insel hat ihre Wurzeln in Andalusien und Portugal. Das erkennt man bei vielen Gebäuden, egal ob einfaches Bauernhaus oder prächtiges Herrenhaus. Im Laufe der Zeit haben sich Besonderheiten gebildet wie die typischen Holzbalkone. Die Balkone dienten nicht nur der Belüftung, sondern sie waren auch ein Statussymbol.

    Die Ureinwohner lebten noch in primitiven Höhlen. Mit der Eroberung im 15. Jahrhundert durch die Spanier begann die gotische Epoche. Hierzu findet man viele Beispiele wie die Kathedrale Santa Ana in Las Palmas. Sie zeigt nicht nur Merkmale der Gotik, sondern auch Einflüsse der Renaissance und Neoklassik, die auf die Gotik folgten. Verschiedene Einflüsse prägten die sakrale Architektur Gran Canarias. Die Kirche San Juan Bautista von Telde zeigt sich Stil der Mudejar-Gotik des 16. Jahrhunderts. Weitere sehenswerte Sakralbauten sind die Kirchen Santo Domingo und San Telmo in Las Palmas, die zur Blütezeit des Barock im 17. und 18. Jahrhundert entstanden und auch Elemente im Mudejar-Stil aufweisen. Neue Impulse bekam die Architektur im 19. Jahrhundert durch liberales Gedankengut. Es kam die Glanzzeit des Jugendstils. Viele Jugendstilgebäude entstanden in Las Palmas zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sehr schöne Häuser könnt ihr in der Einkaufsstraße Calle Triana bewundern. Eindrucksvolle Werke wie beispielsweise den Parador von Tejeda im Zentrum der Insel schuf der Architekt Miguel Martín Fernández de la Torre. Zum Abschluss kommen wir zur modernen Architektur des späten 20. Jahrhunderts. Ein typisches Beispiel ist das Auditorium Alfredo Kraus von Oscar Tusquets.

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