Die Landschaft Gran Canarias zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus. Eine Besonderheit sind die Barrancos, das sind Schluchten, oft auch ausgetrocknete Flussläufe. Sie durchschneiden kilometerweit die Landschaft, einige gelten als natürliche Wasserreservoire. Einige Barrancos sind als Ausflugsziele bekannt, anderer werden mit ihren senkrechten Felswänden zum Klettern genutzt. Auch für Naturfreunde sind sie ein schönes Ziel, denn einige sind üppig mit feuchtigkeitsliebenden Pflanzen bewachsen. Ein schönes Beispiel dafür ist der Barranco del Laurel in der Nähe von Moya im Norden der Insel. Hier findet man noch die Überreste eines ursprünglichen Lorbeerwaldes sowie Farne, Moos und Drachenbäume.
Grün und fruchtbar ist der Barranco de Agaete, der östlich vom gleichnamigen Ort liegt. Das Tal ist durch Felswände vor Wind geschützt, neben Avocados, Zitronen, Papayas und Mangos wachsen dort sogar Kaffeesträucher. Es gibt Fincas, auf denen der Kaffee verkauft wird. Im Osten der Insel liegt der Barranco de Guayadque, der für seine Höhlenwohnungen aus der Zeit der Ureinwohner bekannt ist. Einige von ihnen sind immer noch bewohnt. Außer den Höhlenwohnungen gibt es im Barranco de Guayadque noch eine Höhlenkirche und ein Museum zu besichtigen. Eine Besonderheit ist auch das Höhlenrestaurant.
Der Barranco de Fataga befindet sich mit dem gleichnamigen Dorf nördlich vom Urlaubsort Maspalomas. Er wird auch gerne als Tal der Tausend Palmen bezeichnet. Ob es wirklich Tausend sind? Die herrliche Landschaft kann man von Maspalomas sogar mit dem Linienbus erreichen. Zu den Highlights des Barranco de Fataga gehört der Aussichtspunkt Degollada de las Yeguas, der Ausblicke über das Tal sowie bis zur Küste bietet. Der Barranco de Fataga erstreckt sich bis nach Maspalomas und endet dort in der Lagune La Charca. Dieses letzte Stück heißt Barranco de Maspalomas. Ich wohne in Campo Internacional nicht weit vom Barranco entfernt. Es gibt eine Fußgängerbrücke, von dort kann man schöne Blicke bis zu den Bergen genießen.