Medizintourismus

  • Wenn du dir Medikamente schicken lässt, die in D verschreibungspfichtig sind, und du kein Rezept dafür hast, werden die vom Zoll beschlagnahmt und du darfst noch eine Strafe zahlen.

    Eigene Erfahrung.

    Das hatte ich auch erst im Hinterkopf.


    Aber er schreibt ja, dass er sich erkundigt habe und dass es um ein in Deutschland nicht zugelassenes Medikament geht. Da ist es vielleicht anders?


    Andererseits dürfte es dann eher nochmal etwas schärfer sein. Ich erinnere mich noch an die zahlreichen Melatonin-Diskussionen in USA-Foren...

  • Dabei ist es egal, ob das Medikament in Deutschland zugelassen ist (ist es in meinem Fall aber)


    Wenn du dir Medikamente schicken lässt, die in D verschreibungspfichtig sind,


    dass es um ein in Deutschland nicht zugelassenes Medikament geht


    ... ein wenig alles durcheinander geraten denke ich, ich habe den Überblick verloren.

    Die Notlage des/der Betroffenen ist mir allerdings bewusst.


    Liebe Grüße

    Michael

  • Du wirst hier wohl niemanden finden, der dich bei einer auf eigene Faust gepante Behandlung gegen eine nicht diagnostizierte Erkrankung unterstützt.

    Das war dann offenbar doch eine Fehleinschätzung. ;)


    Ich werde jetzt nochmal eine mahnenden Kommentar abgegeben und dann nicht weiter stören.


    Golli, wenn deine Frage ernst gemeint ist, dann finde ich deine Pläne erschreckend.


    Ich verstehe deine Fragen so, dass die Erkrankung bei dir gar nicht diagnostiziert wurde, denn der Experte, mit dem du gesprochen hast, soll dir die Auskunft gegeben haben, dass man diese Erkrankung nicht behandeln darf, weil sie nicht nachgewiesen werden kann. Weißt du denn wirklich, dass du diese Erkrankung hast? Oder versucht jemand, dir das einzureden? Ich habe schon einiges von Heilpraktikern gelesen, die schnell dabei sind, bei ihren Patienten irgendwelche Pilze als Ursache eines Unwohlseins auszumachen, ohne dass hierfür irgendeine wissenschaftliche Grundlage besteht. Und ein Telefonat mit einem (vermeintlichen?) Experten, der dich nicht einmal untersucht hat, ist ja auch keine Diagnose.


    Es wäre wirklich schlimm, wenn du auf dieser Grundlage anfängst, dich mit einem Medikament, das sicherlich auch erhebliche Nebenwirkungen hat, in Eigenregie selbst zu behandeln und dadurch gesundheitliche Schäden riskierst.


    So, das sind meine abschließenden 2 Cents zu der Sache. Ich wünsche dir alles Gute!

  • Ich sehe einen großen Leidensdruck, will aber trotzdem darauf aufmerksam machen, dass eine Antibiose nichts bei einer Pilzerkrankung bewirkt (sondern nur bei bakteriellen Infektionen)!

    Auf den Rat eines einzelnen Mediziners würde ich mich auf keinen Fall verlassen und solche Unwägbarkeiten eingehen!

  • Wenn du dir Medikamente schicken lässt, die in D verschreibungspfichtig sind, und du kein Rezept dafür hast, werden die vom Zoll beschlagnahmt und du darfst noch eine Strafe zahlen.

    Eigene Erfahrung.

    Das hatte ich auch erst im Hinterkopf.


    Aber er schreibt ja, dass er sich erkundigt habe und dass es um ein in Deutschland nicht zugelassenes Medikament geht. Da ist es vielleicht anders?

    In Beitrag 12 schreibt er, dass es in D zugelassen ist.

  • Hi Golli,


    Ich lebe bereits seit vielen Jahren in der südindischen Metropole Chennai. Wir haben hier sehr viele Touristen, die sich hier medizinisch behandeln lassen. Es gibt hier ausgezeichnete Kliniken und Ärzte. Da ich keine Ärztin bin, ist es schwer, dir einen guten Rat zu geben, aber ich finde es sehr riskant, dir hier Medikamente zu besorgen, die du dann in Deutschland einzunehmen gedenkst. Für den Eigenbedarf Medikamente nach Deutschland mitzunehmen, ist sicherlich kein Problem, wenn du dafür ein ärztliches Rezept hast. Ich würde dir eher vorschlagen hier eine zweite Meinung einzuholen und dich eventuell hier behandeln lassen. Oder wenigstens mit der Therapie anzufangen, um zu sehen, wie du darauf reagierst.

    Ich wünsche dir gute Besserung ❤️‍🩹.

    Liebe Grüße aus Südindien Irène

  • Ich würde dir eher vorschlagen hier eine zweite Meinung einzuholen und dich eventuell hier behandeln lassen.

    Ich denke, dass dies ein Lösungsansatz wäre, den es sich lohnt weiter zu denken...


    Liebe Grüße

    Michael

    apropos Status @Schülerin - ist das nicht absurd - diese Einteilung, oder?

  • Hallo zusammen, vielen Dank für den regen Austausch hier und für die teilweise hilfreichen Kommentare. Dann werde ich mal mein Glück versuchen und eine Reise planen. Vorab werde ich aber alles genau mit einem Anbieter absprechen.

    Vielen Dank für die Liste mit Medikamenten, die aktuell nicht exportiert werden dürfen. Meins ist zum Glück nicht dabei.

    motorradsilke Vielen Dank, dass du deine eigene Erfahrung mit dem Zusenden von Medikamenten geteilt hast. Das werde ich dann wohl lieber nicht machen. Der Zoll hat ja auch schon gesagt, dass es nicht erlaubt ist.

    Inspired Es ist wirklich Zufall, dass mein Nickname eine Bedeutung im indischen hat 😅 Es ist einfach ein Phantasiename.

    Ich kann es nur noch einmal wiederholen. Mein Leidensdruck ist so groß, dass ich wiederholt Suizid Gedanken hatte wegen der Erkrankung und fehlender Hilfe in Deutschland. Was ich bisher durchgemacht habe in den letzten beiden Jahren kann sich keiner vorstellen. Daher ignoriere ich eure "mahnenden Worte". Es ist mir ganz egal, ob ihr das gut findet was ich mache, oder nicht. Nur ich alleine entscheide, welchen Weg ich gehe. Vor allem, wenn ich keine andere Wahl habe.

    Erst in einer Situation wie meiner wird klar, dass nicht alles rund läuft in unserem Gesundheitssystem. Manchmal braucht man dringend mehr Freiheiten. Das sehen die anderen Betroffenen auch so, mit denen ich mich ausgetauscht habe. Unfassbar ist das. Also nochmals danke an euch!

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Krankheit gibt, die in Indien besser behandelt werden kann als hier. Wie schon erwähnt, ist ein Antibiotikum nicht das richige gegen eine Pilzerkrankung. Du solltest vielleicht mal eine Uniklinik aufsuchen, dort wird ja auch in Sachen seltener Erkankungen geforscht und behandelt.

  • Ganz ehrlich? Entweder er / sie ist wirklich verzweifelt und wird sich schon intensiv mit Möglichkeiten befasst haben zur Behandlung und wird fliegen.


    Oder er / sie ist strohdumm (aufgrund von Sprache und Stil der Beiträge denke ich das eher nicht) und wird (unbelehrbar) auch dann nach Indien fliegen.


    Im Fall eine Behandlung in Indien müsste er / sie vor dem Buchen des Tickets gut recherchieren, wo eine solche Behandlung möglich ist. Das wird er oder sie hinbekommen, ebenso wie auch das Googeln nach der Kaufoption in Indien gelungen ist.


    Ich glaube nicht, dass anonyme Forenteilnehmer ihn oder sie davon abbringen können, die Entscheidung zur Suche außerhalb der in Deutschland praktizierten Schulmedizin zu treffen.

  • Ich habe im engeren Bekanntenkreis übrigens einen Fall, bei dem es auch um eine "neue" Erkrankung geht, zu der es nicht viel Erfahrungswerte gibt. Dieser hat bei einem Treffen vor ein paar Tagen auch Haarsträubendes berichtet, wie man von Pontius zu Pilatus rennt und überall nur hört, die entsprechende Stelle sei nicht zuständig und könne nicht helfen...

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Krankheit gibt, die in Indien besser behandelt werden kann als hier.

    Warum nicht?

  • Dein Warum impliziert schon den Anfang einer Diskussion hierüber, aber es ist für mich ein Bauchgefühl. Ich denke als Betroffener kann man schon auf solche Ideen kommen und auch ich schließe mich da nicht aus. Dennoch würde ich aus meiner heutigen Sicht so handeln wie beschrieben. Ich

    kenne die Leidensgeschichte von Golli nicht und verurteile auch seinen Wunsch nach Hilfe aus dem Ausland nicht. Bei uns, wie wahrscheinlich auch überrall anders, ist es immens wichtig, mit seinem Anliegen an die richtigen Personen zu gelangen und das ist wahrscheinlich meistens nicht der Fall. Leider!

  • es ist für mich ein Bauchgefühl.

    Wenn ich von mir ausgehe, treibt mein Bauchgefühl mich auch immer eher zum Vertrauten und Bewährten.


    Ich habe mit einem der international führenden Mykologen geschrieben. Ein Prof. Dr. aus einem europäischen Nachbarland. Er leitet eine internationale Organisation gegen solche Erkrankungen, kennt das Problem der Betroffenen und dass man diese Erkrankung nicht behandeln darf, weil sie nicht nachgewiesen werden kann. Er verwies mich auf Indien, er sagte, dass es dort entsprechende Medikamente gäbe.

    Er / sie hat sich ja offenbar seit 2 Jahren kundig gemacht. Natürlich kann es sich bei Golli immer noch um einen versponnenen Menschen handeln, der in irgendeine Schwurbelrichtung denkt, aber wenn die offenbar ja auch von ihm / ihr selbst nicht unkritisch gesehene Alternative in Indien behandelt werden kann, finde ich es nicht abwegig, das zumindest in Gedanken mal durchzuspielen.


    Würde dein Bauchgefühl dir auch sagen, es weiter in Deutschland zu versuchen, wenn nach zwei Jahren erfolgloser Versuche der Rat gewesen wäre, es in den USA oder in Norwegen zu versuchen, weil es dort eine Behandlungsmethode gibt?

  • Mein lieber Golli,

    ich würde es an deiner Stelle genau so machen, wie du es vorgeschlagen hast. Wenn die Ausfuhr- und Einfuhrbedingungen des Medikaments geklärt sind, kann ja nicht mehr viel schief gehen.


    Ich sage das so lapidar, weil ich so um 2007 in einer ähnlichen Situation war, wie du jetzt. Ich hatte Malaria, wobei die Fieberanfälle seit 2004 in immer kürzeren Abständen auftraten. Ende 2007 war ich für die Weihnachtsfeiertage bei meinem Bruder in HH und bekam einen Fieberanfall. Ich hatte meine üblichen Tabletten dabei, die mir halfen, die Anfälle zu überstehen. Der vorherige Anfall war erst einen Monat her. Ich war beunruhigt, da die Krankheit immer heftiger verlief und der Kampf gegen das hohe Fieber immer länger dauerte.


    Mein Bruder empfahl mir, das örtliche Tropeninstitut zu kontaktieren, was ich auch tat. Ich bekam sofort einen Termin. Es war ein Glücksfall für den Tropenmediziner -und auch für mich-, da ich gerade an Malaria erkrankt war und die Erreger somit einfach nachzuweisen waren.


    Ein paar Tage später erfuhr ich dann bei der Unterredung mit dem Spezialisten, dass sich 3 verschiedene Malariaerreger in meinem Blut eingenistet hatten, wovon zwei aus meinen vorherigen Arbeitsregionen (Senegal und Zentralafrika) stammen. Das Problem war, dass das Allheilmittel, dessen Name ich vergessen habe, nur in 2 Ländern legal verkauft wird: USA und UK. Der Arzt stellte mir das entsprechende Rezept aus.


    Ich brauchte allerdings nicht in die USA bzw. UK zu reisen, um an das Medikament zu kommen. Ich hätte es aber getan, um mich wieder fit zu kriegen. Eine Nichte meiner Frau hat es mir per Post aus Texas zugeschickt. Das Mittelchen habe ich dann nach dem Weihnachtsurlaub in Guinea eingenommen; es war ein echter Hammer, ein Keulenschlag pro Tag, zehn Tage lang. Seitdem habe ich keine Malaria mehr.


    Viel Glück

    horas

  • Mir war es gar nicht bewusst, dass es mittlerweile Heilmitteln gegen Malaria gibt. Freut mich, dass es sie gibt und besonders für dich, dass du dich davon befreien konntest.