Eine Trauminsel zerstört sich selbst

  • Ich habe gestern einen Bericht im TV gesehen. Sehr erschreckend, was da mit einer, der für mich, faszinierendsten Inseln aktuell passiert:

    Abriss statt Aufschwung? Die Küsten von Bali und Lombok im Wandel

    Entlang unserer geliebten Küsten Indonesiens vollzieht sich derzeit ein rasanter Wandel – geprägt von großflächigen Abrissen und umstrittenen Küstenprojekten. In Bingin Beach (Bali) und Tanjung Aan (Lombok) wurden lokale Unternehmen ohne Vorwarnung oder echte Konsultationen abgerissen, während in Uluwatu das umstrittene “Seawall-Project” mittlerweile in der ersten Phase abgeschlossen wurde. Und es ist nicht nur Indonesien – auch in Imsouane und Pavones beobachten wir dieselben Entwicklungen.

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    Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben
    - Alexander von Humboldt -

  • Ohh hast du einen Link zu diesem Bericht ?

    Ich hatte über die Abrissarbeiten nur einen kurzes Filmchen gesehen. Aber so wie ich es verstanden habe, ging es um den Abriss von illegal errichteten Gebäuden. Ich denke im Prinzip ähnlich wie dereinst in Phuket. Bitter für die Menschen die illegal dort Existenzen aufgebaut haben., einschließlich der Arbeitsplätze die genau so vernichtet werden. Ob das Ganze wirklich ohne vorherige Warnung erfolgte ?

    Ok, die anderen Bauprojekte z.b. in Uluwatu, da müsste man evtl. die genauen Pläne und die Hintergründe dazu genauer beleuchten. Als Laie kann man wohl kein Urteil dazu abgeben. Fest steht die Insel hat ein handfestes Problem mit dem Straßenverkehr, der eigentlich täglich, regelmäßig im Süden der Insel kollabiert.

    Etwas Irritiert hat mich aber auch der Begriff Surf-Ökosystem. Hinterlässt bei mir ein großes Fragezeichen. Was zum Himmel soll das sein ? Ein netter Begriff für einen tollen Surf Hotspot. Aber was hat der mit Ökosystem zu tun ? Die Definition von Ökosystem bezieht sich doch eher auf Pflanzen und Tiere in ihrer Umwelt, ist da der Mensch auf dem Surfbrett nicht eher ein Fremdkörper ?

  • Gerade aktuell ein längerer Bericht über die Abrissarbeiten in Bingin auf Pro7 bei taff (23.11.). Ist bei diesen Formaten schon immer ziemlich reißerisch, aber Ich bin grade auch ein bisschen schockiert.

    Daß es sich um illegale Bauten gehandelt hätte, wurde so nicht kommuniziert. Teilweise jahrzehnte alte Familienunternehmen, auch kleinere Hotels. Niemand sei entschädigt worden. Und jede Menge Abrissmüll und Bauschutt inclusive sämtlicher Schadsteoffe wandert in's Meer.

    Offenbar, so wird vermutet, man will aufgrund der exorbitanten Grundstückspreise noch mehr Megabauten für noch mehr Touristen errichten.

    Aber gut, Bali ist bei uns seit Jahren schon nicht mehr auf der Reisewunschliste, fand es 2018 schon unerträglich voll, laut und schmutzig.

    Unser Ferienhaus:

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    Heaven is where the police British, the cooks Thai, the mechanics German, the lovers Italian and it is all organised by the Swiss.
    Hell is where the cooks are British, the mechanics Thai, the lovers Swiss, the police German and it is all organised by the Italians.

  • redfloyd Mir ging es genauso mit der Doku. Hinter der üblichen Dramatisierung steckt ein systemisches Problem: Auf Bali wird Illegalität oft geduldet, solange sie dem Tourismus dient – bis sich die Interessen verschieben. Viele kleine Familienbetriebe existierten jahrelang mit stillschweigender Akzeptanz, aber ohne echten rechtlichen Schutz.

    Besonders schockierend finde ich die Umweltfolgen. Abrissarbeiten ohne sauberes Abfallmanagement, direkt an der Küste, treffen ein ohnehin belastetes Ökosystem. Und wie so oft lautet die Antwort: größer bauen, um hohe Grundstückspreise zu rechtfertigen. Mehr Beton, mehr Touristen – ein altbekannter Teufelskreis.

  • Es ist erschütternd zu sehen, wie Orte von einzigartiger kultureller und natürlicher Bedeutung im Namen von „Entwicklung“ ihre Seele verlieren, oft ohne die Menschen mitzunehmen, die dort leben. Fortschritt ohne Respekt vor Natur, Kultur und lokalen Gemeinschaften fühlt sich nicht wie Fortschritt an.

  • Es ist erschütternd zu sehen, wie Orte von einzigartiger kultureller und natürlicher Bedeutung im Namen von „Entwicklung“ ihre Seele verlieren, oft ohne die Menschen mitzunehmen, die dort leben. Fortschritt ohne Respekt vor Natur, Kultur und lokalen Gemeinschaften fühlt sich nicht wie Fortschritt an.

    Ja ... die moderne neue, und moderne Zeit hat auch seine Schattenseiten. Die meisten Balinesen können aufgrund geringer Einkommen nicht mit den Begehrlichkeiten mithalten. Deshalb steigt Missgunst und Kriminalität. Das kannte man vor einigen Jahren so gar nicht von den Balinesen .. Viele Balinesen verkaufen ihre Grundstücke für neue Bauprojekte an Investoren. So verschwinden die Reisfelder und die Landschaften verändern sich.

    Ein Lächeln sagt oft mehr als tausend Worte ... (Mir hat das oft auf Bali geholfen).

  • Ich konnte Bali schon 2015 nichts abgewinnen im Vergleich zu den ursprünglicheren eben Thailands und Vietnam. Vielleicht sind wir aber auch falsch gereist.

    Sitze gerade an Flughafen von Tallin, hier sind wir nach einem Kurztrip zu der Erkenntnis gekommen das Städte eher nichts mehr für uns sind, schon gar nicht wenn es Kreuzfahrterminals in der Nähe hat.

    Nun sollte jeder der dem "Ursprung" und der "Authentizität" von Orten hinterhertrauert am besten daheim bleiben und eine reportage über diese Orte schauen. Oder wo anders hinreisen.


    Zum eigentlichen Problem: Mallorca ist genauso fertig wenn man so liest was dort mit Mietpreisen etc vor sich geht. Schade für die einheimischen.

  • Ich war 1989 das erste Mal auf Bali und sagte mir damals schon… nie wieder. Wir sind sehr schnell nach Lombok geflüchtet

    Aber im Februar 'musste' ich noch mal nach Bali. Da von dort ein Flug nach Sorong in Raja Ampat ging. Wir haben uns als Stopover zwei nette Ecken auf Bali ausgesucht, 1x in den Bergen bei Sidemen und dann ganz im Westen beim NP, wo wir eine schöne Wanderung gemacht haben. Es hat uns, bis auf den katastrophalen Verkehr ganz gut gefallen. Vielleicht waren die Erwartungen auch entsprechend niedrig.

    Was in Indonesien allgemein sehr negativ auffällt, ist die extreme Vermüllung der Strände und des Meeres. Was da hinter den Homestays in Raja Ampat alles entsorgt wird und die Müllteppiche die einem beim Schnorcheln begegnen…