Hallo Zusammen!
Knapp drei Wochen sind wir jetzt wieder hier und zurück von unserer kleinen Marokko-Rundreise.
Ende Oktober ging es für insgesamt zwei Wochen nach Marokko. Konkret ging es mit dem Flieger nach Agadir und von da aus mit dem Mietwagen weiter, bevor wir schlußendlich noch 4 Tage in Taghazout am Meer verbrachten.
Nachdem wir 2019 bereits das erste Mal in Marokko waren und dort zuerst in einer kleinen Gruppe Nordafrikas höchsten Berg, den Djebel Toubkal, bestiegen haben, verbrachten wir abschließend noch 4 Tage in Marrakesch.
Als es dann an die Reiseplanung für dieses Jahr ging und feststand, dass der große Urlaub ein Bulli-Urlaub werden würde, fiel die Wahl der jährlichen Flugreise auf Marokko. Mein Mann, der vermutlich alle Youtube-Videos über Offroad-Motorrad-Abenteuer in der Wüste gesehen hatte, musste unbedingt mal eine (mehr oder minder) echte Wüste sehen und selbstverständlich darf bei uns auch das Meer nicht fehlen.
Nachdem wir einen Flug nach Agadir ergattert hatten, machte ich mich an die Feinplanung.
Hier nun also der Bericht unser 10-tägigen Rundreise.
Vorweg: ich versuche dran zu bleiben, kann aber nicht versprechen, dass ich den Bericht innerhalb kürzester Zeit zusammen bekomme. Ihr werdet also häppchenweise mitreisen müssen/ dürfen - wenn Ihr denn wollt.
Freitags, am 26. Oktober ging es ab Weeze mit Ryan Air Richtung Agadir. Wir waren schon lange nicht mehr ab Weeze geflogen und die Fahrt durchs Ruhrgebiet zog sich dann, dank Freitags-Stau und generell großer Verkehrsdichte, dann doch mehr, als gedacht. Alles andere klappte aber wunderbar und problemlos, zumal Weeze ja auch ein sehr kleiner und überschaubarer Flughafen ist. Der Nachteil des Fluges: es ging erst um 20:20 Uhr los, dementsprechend landeten wir auch erst um 23:20 Uhr in Agadir. Aber dank der vorher direkt in der ersten Reihe gebuchten Plätze, waren wir die ersten, die den Flieger verlassen konnten, die ersten, die durch die Einreise kamen und somit auch die Ersten, auf die sich die freundlichen Damen der Mobilfunk-Anbieter stürzen konnten. Die standen nämlich direkt am Gepäckband. Was natürlich sehr klug ist, denn da hat man ja eh meist Zeit. Wir hatten im Vorfeld über eine E-Sim nachgedacht, zumal wir nicht wussten, ob so spät am Flughafen noch an Sim-Karten zu kommen ist, aber die Sorge war definitiv unbegründet.
Für insgesamt 30,- Euro erhielten wir jeder eine Sim-Karte mit unbegrenztem Datenvolumen für die bevorstehenden zwei Wochen. Und natürlich wurde direkt alles eingesetzt und nutzbar gemacht.
Auch unser Gepäck kam mit als Erstes, so dass wir schneller als erwartet raus kamen.
Im Flughafen haben wir dann noch mit der Kreditkarte Geld gezogen, und um etwas Kleingeld zu haben, auch direkt eine Wasserflasche erstanden.
Toll, alles lief nach Plan!
Das vorab gebuchte Hotel Villa du Souss hatte uns auf Anfrage einen Taxifahrer organisiert, der uns für 15,- Euro Nachttarif die etwa 10-minütige Fahrt zum Riad brachte.
Dort wurden wir freundliche, trotz der späten Stunde, empfangen und fanden uns direkt im Innenhof eines klassischen Riads wieder.
Das Zimmer war tiptop sauber (wie alle weiteren Unterkünfte auch), es stand netterweise Wasser bereit, wir machten uns aber einfach nur noch schnell bettfertig und legten uns schlafen. Die Matratze war knallehart, das Kopfkissen ein Backstein. Wie sich heraus stellte, war das (leider) die Regel in Marokko. Wir hatten selten weiche Matratzen und Kopfkissen.
Am nächsten Morgen ging um 8 Uhr der Wecker. Da wir um 11 Uhr wieder am Flughafen sein wollten/mussten, um den Mietwagen zu übernehmen.
Aber zuerst machten wir Bekanntschaft mit dem marokkanischen Frühstück. In einem großen Raum mit umlaufenden Sitzgelegenheiten war für uns in einer Ecke ein runder Tisch aufgedeckt. Es gab Rührei, Msemen (eine Art marokkanisches Brot/ Pfannkuchen in reichlich Fett gebacken), weißes Brot, Öl, abgepackter Käse, Marmelade und Amlou, die "Berber-Marmelade", die sich im Grunde als eine Art Mandelmus herausstellte: Argannüsse gemahlen, Honig und Öl. Dazu Kaffee oder Tee auf Wunsch. Wir verputzten alles und stärkten uns für den ersten Tag in Marokko.
Für eine Nacht in Flughafennähe war die Villa du Souss auf jeden Fall eine gute Wahl. Allerdings liegt die Villa in wenig einladender Gegend und bietet sich vermutlich weniger für einen längeren Aufenthalt an, obwohl das Riad an sich wirklich schön und die Angestellten sehr freundlich waren.
Der Mietwagenverleiher befand sich, der Taxifahrer kannte sich ein Glück aus, in Flughafennähe in einer Wohngegegend. Unser Auto wurde gerade noch gewaschen. In der Zeit erledigten wir die Formalitäten (wobei die vorher extra beschafften Internationalen Führerscheine von keinerlei Interesse waren). Vielleicht zwanzig Minuten später saßen wir in unserem Dacia Sandero und navigierten uns um Agadir herum Richtung Essaouira. Gute 3,5 Stunden sollte die Fahrt dauern. Und sobald wir Agadir hinter uns gelassen hatten, wurde es ganz entspannt.
Gewarnt vor vielen Polizeikontrollen und Geschwindigkeitsmessungen war klar, dass penibel vorschriftsgemäß gefahren wird. Und wir hatten ja eh Urlaub und waren nicht auf der Flucht. Und tatsächlich habe ich noch in keinem Land so viel Polizei, vor allem an Orts-Ein bzw. Ausfahrten gesehen. Meist wurden hier jedoch nur Einheimische angehalten und Touristen durchgewunken. Trotzdem war man irgendwie jedes Mal angespannt, wenn es wieder auf eine (schon von Weitem angekündigte) Polizeikontrolle zuging.
Der erste Teil des Weges nach Essaouira führte uns am Meer entlang. Rechterhand karge Landschaft, linkerhand der raue, wunderschöne Atlantik.
Später führte die Straße dann durch kleine Dörfer, weiterhin karge Landschaft, die jedoch immer häufiger durch Arganbäume und zahlreiche Verkaufsstände von Arganöl aufgelockert wurde.