Versicherungsschutz beim Leihen von Motorrad / Mofa

  • Hallo,

    Ich reise aktuell in Südostasien und werde mir hin und wieder ein Moped / Motorrad ausleihen. Ich mache mir Gedanken zum Versicherungsschutz, d.h. Personenschäden (-> Vermutl. Privathaftpflicht) und Sachschäden (Vollkasko).

    Bei meiner Reise-Privathaftpflicht sind "motorbetriebene Zweiräder" explizit ausgeschlossen, d.h. bei einem Unfall sind Schäden an Drittpersonen nicht abgesichert.

    Was Sachschäden am geliehenen und dritten Fahrzeugen betrifft, so muss in einigen Ländern der Vermieter eine Versicherung abgeschlossen haben. Dies kann ich jedoch nicht überprüfen und es ist unklar, was dies abdeckt.

    Ich habe mehrere Reise-Versicherungen angefragt, die einen solchen Versicherungsschutz allerdings nicht anbieten.

    Wie handhabt ihr dies? Habt ihr euch für solche Schäden abgesichert und habt ihr eine Empfehlung?

    Danke vielmals,

    Philip

  • Ich bin kein Versicherungsexperte und kann nur sagen, wie ich das handhabe:

    Ich habe eine Reisekrankenversicherung, die hoffentlich meine Behandlung bzw. ggf. den Rücktransport bezahlt. Bedingung dafür ist selbstverständlich, dass ich einen Motorradführerschein besitze. Sonst wird die Versicherung höchstwahrscheinlich aussteigen.

    Der Motorroller, den Dir irgendjemand leiht, sollte natürlich idealerweise versichert sein (Haftpflicht). In Vietnam gibt es so eine Versicherungskarte, die sollte man Dir zeigen, in anderen Ländern: Keine Ahnung. Ob die Versicherung auch zahlt, wenn eine gewerbliche Vermietung (!) vorliegt, weiß ich nicht. Ich hab schon Mopeds von Hotelangestellten geliehen oder in einem Blumenladen. Das waren die Privatfahrzeuge der jeweiligen Person. Wenn ich ein Moped leihe, dann schaue ich mir das vorher genau an (Reifen, Bremsen, Hupe...) und fahre vorsichtig, nüchtern, defensiv und weitestgehend nur tagsüber. Ein Unfall ist für mich nahezu (!) undenkbar, ich hatte noch nie einen und fahre seit meinem 16. Lebensjahr einspurig, nicht nur aus Spaß im Urlaub.

    Vollkasko: Wir sind im Januar 16 Tage auf einem gemietetem Motorrad (BMW F700GS) durch Südvietnam gefahren. Selbst das hatte keine Kasko, wäre sie uns geklaut worden oder hätte ich sie einen Abhang runtergeworfen, wäre es vermutlich teuer geworden.

  • Wir fahren auch im Ausland mit dem Motorrad. Unsere abgeschlossenen Versicherungen decken keine Schäden am gemieteten Motorrad weltweit ab.
    Wenn wir uns vor Ort (z.B. Indien) kleinere oder auch größere Motorräder mieten, haben wir oft das Problem, dass die Haftpflichtsummen nicht annähernd den hiesigen entsprechen. Meist können wir ohnehin kaum die Bedingungen lesen, weil sie noch nicht einmal in einer uns verständlichen Sprache geschrieben sind. Nicht überall haben einen "Vertrag" bekommen. Eine CWD-Zusatzversicherung haben wir nie bekommen, vielleicht gibt es die Möglichkeit irgendwo.

    Ich hatte vor 10 Jahren einen blöden Unfall auf der Osterinsel und wir mussten unsere Südamerikareise unterbrechen. Die Versicherung hat alles bezahlt, Krankenhauskosten, Rückführung nach Deutschland, nur den Schaden am Moped nicht. Da es sich aber um einen Betrag von unter 100 $ handelte, war das zu verschmerzen.

    Ansonsten haben wir auch die üblichen Versicherungen wie ADAC Plus Versicherung, Mehrfahrzeug Verkehrs-Rechtsschutz mit Personen-Verkehrs-Rechtsschutz und natürlich die Reiseversicherungen.

    Viele Grüße
    Petra

  • Danke vielmals für eure Rückmeldungen.

    Ich bin selber auch durch meine Auslandsreisekrankenversicherung abgesichert.

    Sachschäden sind noch einigermassen kalkulierbar - zumindest in Südostasien. Oftmals vermieten die Unterkünfte selber Roller und sprechen kein Englisch. Ich habe keine Lust jedes Mal nachzuforschen, was abgesichert ist.

    Wenn aber eine dritte Partei verunfallt oder stirbt, dann kann dies auch hier sehr teuer werden. Speziell dies möchte ich absichern, auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist. Ich hatte vormals eine Abdeckung durch meine Privathaftpflicht. Da ich nun wohnsitzlos bin, konnte ich nur eine Reise-Haftpflicht abschliessen, die dies explizit ausschliesst.

    Evtl. möchte ich auch in Australien oder Neuseeland ein Motorrad leihen und da sehen die Schadensummen nochmals ganz anders aus.

  • Ja, das wird natürlich alles etwas komplizierter. Woher bekommst du denn deinen Internationalen Führerschein, wenn du keinen festen Wohnsitz hast? Die meisten Nicht-EU- Länder verlangen einen. Geht es um große Maschinen also Klasse A oder nur um Scooter/Roller unter 125 ccm Klasse A1?
    In Australien ist es nicht so wie hier in D, es gibt keine einheitliche Mindestdeckungssumme. Wir haben immer eine Zusatzversicherung gehabt. Wichtig ist dann natürlich auch eine Kreditkarte, die in jedem Fall bei größeren Motorrädern verlangt wird.

    Wen wir uns in Indien mal einen Scooter leihen, da wird meist cash gezahlt und sie verlangen einen Ausweis als Pfand. Dafür nehme ich immer einen abgelaufenen Führerschein mit.

    Viele Grüße
    Petra

  • Ich hatte den internationalen Führerschein beantragt bevor ich meinen Wohnsitz abgemeldet habe. Aktuell geht es nur um das Mieten von Scootern / Rollern. Interessant, dass es so schwierig ist eine "Reise-Vollkasko für gemietete Fahrzeuge" zu finden ...

  • Interessant, dass es so schwierig ist eine "Reise-Vollkasko für gemietete Fahrzeuge" zu finden ...

    Das ist doch verständlich, das Risiko für die hiesigen Versicherungsgesellschaft ist einfach nicht kalkulierbar. Die Gesetze in Asien sind unklar, Verkehrsdichte ist eine andere und bei Scootern gibt es oft kaum eine Versicherungspflicht. Die Kosten bei Personenschäden sind hoch ebenso die Schadensersatzansprüche.

    Da wirst du kein Glück haben. Ich kenne nur eine Versicherung, die auch eine Haftpflicht für gemietete Motorräder weltweit angeboten hat, aber das war dann nur als Zusatz möglich und galt auch nur für etwas über 90 Tage. Das heißt, dein Motorrad musste auch dort versichert gewesen sein. Kleine Maschinen wie Scooter oder so waren aber ohnehin ausgeschlossen.