Reisebericht Molukken und Sulawesi

  • Hallo!

    Auch wenn es schon ein wenig her ist, wollte ich Euch den Urlaub auf den Molukken und Nordsulawesi nicht vorenthalten.

    Ende September ging dann endlich der Flieger Richtung Indonesien. Um auf die Molukken zu kommen, benötigt man auf jeden Fall viel Zeit, vor allem, wenn man keinen Stopover eingeplant hat. Für die Zukunft werden wir ihn einplanen ;).
    Wir sind diesmal Business mit Turkish geflogen. Die Route ging Frankfurt - Istanbul - Jakarta - Manado - Ternate - Labuha. Durch die langen Aufenthalte in Jarkata (6h) und Manado (4h) zieht sich das ziemlich in die Länge.

    In Manado und auf den Molukken spielte das Wetter erstmal mit, was dafür sorgte, dass Flieger auch ging. Es gibt nur einmal am Tag eine Verbindung und bei schlechtem Wetter fällt diese auch regelmäßig aus...

    In Labuha angekommen ging es dann mit dem Auto nochmal ca. 45 Minuten bis zum Bootsanlegerund mit dem Boot dann nochmal eine gute Stunde bis zum Resort. In der Zwischenzeit war es dunkel und starker Regen und Gewitter hatten eingesetzt, was die Überfahrt ziemlich holperig machte.

    Losgeflogen sind wir Donnerstag 19:00, angekommen sind wir Samstag 19:00 Ortszeit...

    Das Resort gehört Rudi einem Bayer, der schon sehr lange in Indonesien lebt. Er macht auch keinen Hehl daraus, wo er herkommt :D

    Das Resort ist klein, es besteht aus 12 Bungalows, einem Haupthaus und einer Tauchbasis. Wer hier nicht tauchen oder schnorcheln will, der bekommt einen Lagerkoller.

  • Wer hier hinkommt, kommt eigentlich nur wegen der Unterwasserwelt. Die Molukken sind auch noch nicht so stark vom Tourismus frequentiert. Es gibt in der Gegend nur drei oder vier weitere Resorts. Vielen sagen, die Unterwasserwelt ist Raja Ampat 2.0 und was soll ich sagen, sie haben eigentlich recht.

    Wer direkt tauchen oder schnorcheln will, kann vom Steg ins Wasser springen. Das Hausriff ist einfach nur toll.

    Wir waren "nur" schnorcheln, wer tauchen geht, findet das volle Programm mit jeder Menge Makro, wie Krebse, Schnecken, usw.

    Wem das Hausriff nicht ausreicht, kann jeden Tag mit dem Boot zu den verschiedensten Spots rausfahren.

  • Die Welt oberhalb der Wasseroberfläche ist aber auch toll.

    Doch leider ist auch das Müllproblem hier sehr groß. Man sieht teilweise sehr große Müllteppiche im Wasser und auch an den Inseln und in den Korallenriffen sammelt sich viel Müll.

    Im Resort wird mindestens zweimal am Tag der angeschwemmte Müll beseitigt.

  • Wie schon geschrieben, gibt es die Möglichkeit, zweimal am Tag mit dem Boot zum tauchen oder schnorcheln rauszufahren. Beim Tauchen ist immer ein Guide dabei, beim schnorcheln leider nicht. Da ist noch Luft nach oben, da die Guides ja doch ein besseres Auge haben als wir und sie kennen die Strömungsverhältnisse dort besser. Uns hat es nicht so sehr gestört und das Boot war auch immer in der Nähe.

    Wer mit dem Boot rausfährt ist innerhalb von 5 - 30 Minuten an jedem Tauchspot angekommnen. Morgens gibt es zwei Tauchgänge und Nachmittags nochmal einen. Nachttauchgänge finden meistens direkt am Hausriff statt. Hier hat man dann auch Gelegenheit, den Bambushai zu sehen.

    Die Riffe in den Molukken sind alle noch vollständig intakt und haben bieten neben wunderschönen Korallen auch viele bunte Fische und reichlich Fischschwärme.

    Einen Nachmittag hatten wir auch eine kleine Gruppe von kleinen Schwarzspitzenriffhaien direkt am Strand.

  • Über Wasser gibt es auch eine wunderschöne Tierwelt. Leider wollten die meisten nicht aufs Foto ;).

    Es gibt Hornvögel, Adler, Fledermäuse und viele, viele mehr. Dazu kommen noch jede Menge Spinnen, kleine Warane, Geckos und als Plagegeister die Mücken.

    Der kleine Mann landete eines Abends bei mir auf der Hand.

    Und das ist Friedoline, ein Gecko, der in der Tischritze lebt und sich inzwischen von Fliegen ernährt, die ihm die Gäste fangen :-O

    Ab und an gibt es auch mal hohen Besuch auf der Insel. Als wir vor Ort waren, kam der "Ministerpräsident" der Region mit Gefolge zu Besuch.

  • Die Verpflegung im Resort war super. Wenn das Resort nicht ausgebucht ist, bekommt man immer eine Tafel gezeigt und man kann aus zwei Vorspeisen, zwei oder drei Hauptgerichten und verschiedenen Desserts auswählen. Nur, wenn es fast ausgebucht ist, gibt es Buffet.

    Der nächst größere Markt ist in Labuha, dort wird eingekauft, wenn Gäste abreisen, oder neue Gäste ankommen. Sonst wird viel bei Einheimischen auf den Insel drumherum eingekauft. Daher ist auch die Auswahl an Speisen nicht so groß, aber Chefkoch Thomas zaubert aus dem was er bekommt, tolle Dinge.

    Gefreut hat er sich auch, dass wir alle authentisch gewürzte Gerichte haben wollten. Wenn es dann noch nicht scharf genug ist, dann gab es nochmal Extrachilli zum nachfeuern...

    Regelmäßig kommen auch Fischer vorbei und verkaufen den frischen Fang.

    Dann gibt es auch mal Tuna-Carpaccio in verschiedenen Variationen.

    Nachtisch

    Zum Frühstück gab es immer gebratene Nudeln. Perfekte Stärkung für den anschließenden Schnorchelgang.

  • Nach 12 Tagen hieß es dann Abschied nehmen. Um 4:30 in der Früh ging es mit dem Boot zurück nach Labuha. Wir hatten Vollmond und es war richtig windig. Im Kanal zwischen den Inseln mussten wir dann richtig gegen die Strömung und Wellen ankämpfen.

    Wir sind dann aber pünktlich am Flughafen angekommen und der Flieger stand auch bereit zum Abflug. Beim Anflug auf Ternate wurden wir dann ordentlich durchgeschüttelt. Gelandet sind wir dann dort nicht, der Pilot ist auf Grund des Windes durchgestartet und hat sich dann entschieden direkt nach Manado zu fliegen. Pech für die Passagiere, die dort aussteigen wollten...

    Die Landung in Manado war dann deutlich früher, aber Problemlos. Dafür war unser Abholservice noch nicht da. Also hieß es warten... Nach einer gefühlten Ewigkeit und nachfragen im Resort, kam der Wagen vorgefahren.

    Die Fahrt bis zum Boot dauert etwa eine Stunde. Die Bootsfahrt dagegen nur eine gute halbe Stunde.

    Das Resort "Coral Eye" ist deutlich größer und auch deutlich gehobener. Hier kann man es auch aushalten, wenn man nicht jeden Tag tauchen oder schnorcheln möchte.

    Unser Gartenbungalow

    Es gibt auch noch ein großes Spa, wo man sich verwöhnen kann.

    Am Abend genießt man dann einen Sundowner am Strand

  • Die Unterwasserwelt hier ist auch toll, mit etwas Glück kann man hier auch Dugongs finden. Man kann direkt vom Strand zum schnorcheln gehen, oder mit dem Boot raus. Die Tauchbasis ist sehr gut ausgestatt und gut organisiert.

    Was man auf Banka Island auch sieht, sind einige Resorts, die bereits wieder aufgegeben wurden. Ob es durch Covid war oder andere Gründe gab, keine Ahnung...

  • Das Essen hier ist auch gut, aber leider doch von den Gewürzen ehr an internationale Gäste angepasst. Es gibt Würzsoßen und Pasten am Tisch, aber so der letzte Pfiff fehlt.

    Mücken sind hier leider auch sehr stark vertreten und am Strand gibt es leider auch Sandflöhe. Sonst sieht man aber auch mal eine Schlange und andere süße Tiere.

    Die Resort-Katze hat auch schon mal "Hallo" gesagt.

    Wer will kann auch an verschiedenen organisierten Touren, wie Kajak-Touren, Wanderung oder nach Tangkoko fahren. Wer mit Schioldkröten schnorcheln oder tauchen will, kann auch einen Ausflug in den Bunakem-NP machen.

    Da wir nur eine Woche dort waren, haben wir keine Ausflüge gemacht.

    Abends hat man meistens einen wunderschönen Sonnenuntergang.

  • Nach einer Woche ging es dann wieder zurück Richtung Heimat.

    Ein letztes Bild bevor es aufs Boot ging...

    Der Steg bei der Ankunft ist etwas wackelig, aber er erfüllt seinen Zweck.

    Der Rückflug von Manado über Jakarta, Istanbul nach Frankfurt lief ohne Probleme. Dafür sorgte die Bahn dann wieder für Frust und reichlich Verspätung...

    Ein Mitbringsel haben wir uns beide aus Indonesien mitgebracht... Corona... Naja, bei mir war das Thema nach drei Tagen durch, meine Frau hat fast 1,5 Wochen damit zu kämpfen gehabt.


    Für uns war es mal wieder eine Abwechslung zu Afrika, wo wir ja die letzten Jahre waren. Die Molukken sind für jeden Taucher eine absolute Empfehlung. Allerdings würde ich einen Stopover einplanen. Ob wir nochmal ins Coral Eye reisen, wissen wir nicht. Es ist wirklich schön, aber für uns eigentlich schon fast zu groß. Das Resort wird auch weiterwachsen, die Bauarbeiten laufen schon.

    Es gibt so viele schöne Orte in Indonesien, deshalb werden wir auf jeden Fall wiederkommen.

  • Danke für den schön bebilderten Bericht! Ich war in den 80 und 90ern mehrmals in der Gegend zwischen Manado und Ambon. Das waren unvergessliche Erlebnisse aus einer damal touristisch wenig erschlossenen Region Indonesiens.

    Viele Grüße

    horas

  • Klasse Bericht, die bayerischen Molukken habe ich mir angesehen und bereits vorgemerkt!
    (Nach Island und Afrika folge ich euch dann schon zum dritten Mal.)

    :thumbsup:

    Genau so lieben wir es und nach Raja Ampat wollen wir nicht mehr, inzwischen viel zu teuer.

    @ horas
    Auch nach 2010 waren wir in Nordsulawesi noch meist alleine unterwegs.

  • Toller Bericht mit tollen Bildern:thumbup:.
    Die Unterwasserwelt scheint ja dort noch perfekt zu sein und das hoffentlich noch seeeeehr lange. Ich tauche zwar nicht, sondern schnorchle nur rum. Gefühlsmäßig würde ich sagen: Dieses Gebiet macht den Malediven Konkurrenz.

    LG
    gudi=)

    Einmal sehen ist mehr Wert, als hundert Neuigkeiten hören.
    (Japanisches Sprichwort)


  • Hallo Gudi,

    vielen lieben Dank.

    Wir waren ja auch "nur" schnorcheln. Ich hoffe auch, dass die Unterwasserwelt noch sehr lange in diesem Zustand erhalten bleibt und auch darauf geachtet wird, dass nicht zu viel Resorts dort entstehen.

    Von der Schönheit der Unterwasserwelt glaube ich, dass die Malediven da schon lange nicht mehr mithalten können. Dort hat leider die Korallenbleiche sehr viel zerstört und die Menge an Touristen, macht die Situation nicht besser.