Äthiopien - ankommen, da sein und merken, es fühlt sich richtig an

  • Äthiopien ab 12. Jan. / Feb. 2026

    Da bin ich wieder und konnte es nicht lassen. Ja, ich war wieder dort. Auf Familienbesuch, mit etwas Reisetätigkeit. Dieses „etwas“ will ich euch dann auch nicht vorenthalten. Vom Famlienleben berichte ich nicht großartig. Das ist sicher nicht so von Interesse, von ein paar landestypischen Anekdoten abgesehen.

    Die Hauptstadt verändert sich rasant. Überall wird wie immer gebaut, die Vorstädte wachsen und im Zentrum entstehen Hochhäuser aus Beton, Glas und Stahl.

    Kaiser Tewodros II Kreisverkehr Addis

    herrlicher Blick über die Hauptstadt hoch oben von Dekabora aus

    Auszug aus der Menükarte eines Biergartenlokals mit eigener Brauerei

    Interessehalber fragte ich die Bedienung, wie viele German Bratwurst in der Woche über den Tresen gehen. So 7 bis 10 pro Tag die Antwort.

    Wer die denn bestellt wollte ich wissen. Weil Einheimische eher nicht, wg. Schwein und so. Europäer sind nicht so viele da.

    Chinesen meinte sie. War mir dann klar. Wenn der Chienese eine echte German Bratwurst will, bestellt er die in Addis. Was frage ich auch so blöde.

    Das Thema Hauptstadt und Wasserversorgung ist ein großes Problem. Wasser aus Hahn war selten im Hause meiner Gastfamilie zu haben. Und wenn doch, mit nur minmalem Druck. So brachte auch der Anschluss des Hauses an eine Leitung mit größerem Durchmesser nichts, weil nur ein paar Tage danach, auch in der neuen Leitung KEIN Wasser mehr floss. Auch nach drei Wochen nicht. Die Versorung erfolgt über LKW mit Wassertanks. Im Hause Tigist werden dann alle verfügbaren größeren Behältnisse mit dem Brauchwasser gefüllt. Trinkwasser kauft man sich von Hause aus in großen 20 Liter Flaschen.

    Duschen war somit mehr ein Nassmachen mit Schöpfbecher, Einseifen und Abspülen mit Schöpfbecher. Man wird so ganz automatisch zum Wassersparer. Mit 6 Schöpfbechern a 1 Liter kam so ein Duschvorgang aus.

    Die Ausführung der Arbeiten - Anschluss an die neue Leitung, war ein Schauspiel für sich. Die Leitung wurde freigelegt, sie lag auch nur etwa 30 cm tief. Der Profiklemptner sägte die Hauptleitung danach einfach im Druckzustand durch, Wasser sprudelte heraus und füllte langsam das Loch. Im Dreckwasser wurde ein Abzweigstück eingesetzt. Die notwendigen Dichtungsringe und Schraubmuffen hatte er sich vorher im Dreck neben der Grube bereitgelegt. Das Abzweigstück unter Druck einzusetzen stellte kein Problem dar, so gering war der Wasserdruck in der Leitung. Ich fragte ihn rein aus Interesse, mit was für einem Druck das Wasser die vorliegende Pumpstation verlässt. Ein bar, so die Antwort. Und nach wie vielen Kilometern und wie vielen Abzweigen welcher Wasserdruck noch bei uns ankam, habe ich gesehen. Der Haus-Absperrhahn am Abzweig war ein ganz normaler Absperrhahn mit Drehventil und Griff, der einfach im Loch mit zugebuddelt wurde.

    Noch mit einer Winzigkeit Aushub bedecken und fertig. Das Ergebnis, nicht besser als vorher.

    Voilà, der neue Hauswasseranschluss, mit Absperrhahn, Wasseruhr, Wasserhahn und allem. Um eine Verbindung zum Haus-Leitungssystem muss sich der Hausherr schon selbst kümmern. Und Wandschellen gab auch keine. Die paar Leitungen werden vom Stein unten und vom Wasserfass gehalten, damit sie nicht umkippen.

  • 18. bis 23. Januar – Gonder, Timket-Fest, Debark

    Mein Freund hat nicht nur die Reisefirma, sondern ist auch noch an einer Fahrzeugvermietung beteiligt. Deshalb hat er auch viele Kundenanfragen und managed das alles mit seinem Smartphone. Auch während der Reise im Fahrzeug, teils als Fahrer, meist aber auf dem Rücksitz, wenn andere fahren. Deshalb ist er auch häufig nicht so recht pünktlich, wenn wir irgendwo hin wollen. So auch am 18. Januar. Unser Flug nach Gonder ging um 17 Uhr. Wir hatten geplant, um 16 Uhr am Flughafen zu sein. Um 15.45 Uhr konnten wir endlich in Richtung Flughafen aufbrechen. Online-Check-In hatte er gemacht, die Bordkarten hatten wir schon. Dann kamen wir in den ersten Stau. Die Prozessionen mit den heiligen Reliquien aus den Kirchen waren jetzt unterwegs. Die Umfahrung auf Schleichwegen kannten leider auch andere, sodass wir dort im nächsten Stau steckten. Zum Glück hatten wir Allrad und konnten uns durchkämpfen. Kurz vor dem Airport in Addis die nächste Straßensperrung. Auch hier wg. einer Prozession. Nix ging mehr. Also zu Fuß weiter. Glücklicherweise hatten wir nur Handgepäck, für die paar Tage in Gonder und Debark hatte ich mir einen Trekkingrucksack von Muller geliehen, die große Reisetasche blieb in Addis. Um 16.45 Uhr waren wir endlich am Flughafen, Abflug wie gesagt 17 Uhr. Ehrlich jetzt, wir hätten den Flug verpasst, wenn nicht die Fluggesellschaft den Flug verschoben hätte auf 17.45 Uhr. Denn durch die Sperrung der Flughafenzufahrt, waren auch zahlreiche andere Passagiere nicht rechtzeitig zum Abflug vor Ort.

    Sisay unser alter Fahrer von meinen ersten drei Trips. Auf dem Weg zum Airport behindert ein tiefhängends Stromkabel die Weiterfahrt. Zum Glück lag das passende Werkzeug griffbereit dabei.

    Wir fliegen mit einer Boeing 737 Max 8 – Na da kann ja nichts schiefgehen.

    Am Abend in Gonder trafen wir uns in einem Partylokal mit einer Studien-Kommilitonin aus Mullers früherer Studienzeit, sowie deren Tante und der Mutter der Tante. Sie lebt jetzt in den Staaten und wohnt, wenn sie in Addis ist, in einem Luxusresort, wo wir sie auch Tage vorher zwecks Absprachen kurz aufsuchten.

    Am 19. Januar war früh aufstehen angesagt, denn beim Bad des Fasilidas fand die Timket-Hauptveranstaltung statt. Auf das Fest selbst gehe ich nicht noch einmal ein, dass hatte ich in Reisebericht Nr. 3 bereits ausführlich behandelt. Die VIP-Tribüne von damals war jetzt wieder eine Touristentribüne. Denn die Touris waren wieder da. Die Tribüne war voll mit ihnen, geschätzt so 200 Ferenjis. Also auch trotz der Reisewarnungen, sie kommen wieder. Wir schafften es auf die Tribüne und hatten gute Sicht. Die drei Damen von gestern Abend waren mit uns dort.

    Am Abend waren wir über die Studienfreundin in eine Bar eingeladen. Die Einladung erfolgte von ihrem Onkel mit Namen Mulualem Adamsu, der so Muller, den höchsten Generalsrang in der Ferderal-Army bekleidet. Wow, in was für Kreisen wir doch inzwischen verkehren. Jedenfalls trafen wir den General und Fahrer in Gonder (zivil natürlich) und nach der Begrüßung ging es in ein größeres Lokal in die VIP Bar. Dann jedenfalls, als wir durch die Menschentraube vor dem Eingang durch waren. Dort ging es recht rabiat zu. Ein Uniformierter mit Prügelstock schubste die Traube immer wieder mit grimmigem Gesichtsausdruck zurück. Herr General, ein paar Herrn als Begleiter schoben die Studienfreundin, Muller und mich an der Traube vor der Tür vorbei und durch den Eingang ins Gebäude. Weitere unterwegs hinderliche Personen bis zur Bar wurden, soweit sie den Status des Generals nicht kannten, flugs darüber aufgeklärt.

    In der Bar war kein Platz frei, es wurde aber ebendso flugs Platz geschaffen, durch Gäste, die "mi general" riefen und ihren Platz unter ihm kannten. Einige andere Gäste verkrümelten sich nach geraumer Zeit, oder verließen geplant die Bar. Wir werden es nie erfahren. Neue kamen nicht dazu. Nun hatten wir die Bar für UNS allein. UNS bestand aus Mr. General, zwei - drei weiteren Herren und wohl dessen Ehefrauen oder eher Nichten vom Alter her. Keine Ahnung. Und natürlich die Studienfreundin, Muller und mir. Wir saßen gerade, als die ersten Bargläser gereicht wurden. Gang Eins - Whisky. Na toll dachte ich mir, DAS kann ja heiter werden. Erste höfliche Abwehrmaßnahme, dem Herrn Begleiter mit der Bottle sagen, bitte nur wenig eingießen. Zweite Abwehrmaßnahme, stattdessen als Gang Zwei, Bier bestellen. Das gab es zwar in der Bar überhaupt nicht, wurde aber flugs besorgt. Dritte Abwehrmaßnahme, den Satz auf Amharisch bilden: Ich bin Likör (der amharische Begriff für Schnaps aller Art) nicht gewohnt, ich trinke nur Bier oder Wein. Dabei halfen mir mein selbst erstelltes PDF-Wörterbuch welches ich auch auf dem Phone habe, da ich die Vokabel "gewohnt" gerade nicht parat hatte, sowie den Googel-Übersetzer, der den Treffer in der pdf in der Beugung des Verbes bestätigte. Damit klärte ich Herrn General erst einmal auf, damit sich keiner beleidigt fühlte. Muller hatte es da leichter. Als Fahrer konnte er sein Wasser einfacher durchdrücken. Der General selbst bevorzugte übrigens ebenfalls Bier. So habe ich über einen der Begleiter, mir und dem General ein Zweites geordert, da der seine Flasche auch fast leer hatte. Es wurde Eskista getanzt, welches mir Beifall von allen brachte, obwohl es sicher grauenhaft aussah.

    Mullers Studienfreundin steckte ich bei einer Tanzeinlage der drei Frauen einen 200 Birr-Schein in den Gürtel ihrer Timket-Festkleidung. Das fand ebenfalls allgemeinen Anklang.

    Einer der Begleiter zeigte mir auf seinem Phone sein Bild in Uniform mit Rangabzeichen zwei güldene Sterne und Button - Federal-Army - an der Uniform. Er sei Major-General. Dann zeigte er auf Herrn General und meinte, der sei sein Chef. Was mir Gelegenheit gab, unschuldig aussehend ein erstauntes Gesicht zu machen und den General zu fragen, ob er auch General sei. Ich habe am nächsten Tag nachgesehen. Es gibt noch General-Lieutenant mit drei und General mit 4 goldenen Sterenen. Darüber ist dann Feldmarschall.

    Es war zu merken, wer Untergebener war und dem Chef wohlgefallen wollte. Jedefalls kam es mir so vor. Um das Wort schleimen nicht zu verwenden.

    Ich war jedenfalls froh, das ich "zufälliger Weise" meinen Rucksack mit Tabletten im Auto gelassen und somit einen Grund hatte, gegen halb Elf los zu müssen. So recht geheuer war mir die Gesellschaft der Militärs nicht. Obwohl sie uns mit vollstem Respekt behandelten, um uns besorgt und freundlich waren und uns umsorgten. Aber es ist dennoch ein Unterschied, ob man bspw. im Urlaub Bekanntschaften macht, die echt nett zu sein scheinen, die man aber im Alltag lieber nicht als Chef oder Kollegen haben möchte. Außerdem habe ich mir den General ergoogelt. Die Treffer waren aus der Hochzeit des Bürgerkriegs 2020/21. Da hatte er nur einen Stern. Die drei zusätzlichen wird er nicht für Lau bekommen haben. Da ich den Kriegsverlauf damals verfolgt hatte und deshalb weiß, wie brutal und schmutzig er von beiden Seiten geführt wurde, mag ich mir garnicht vorstellen, an welchen Entscheidungen der Herr Mulualem Adamsu beteiligt oder wofür er verantwortlich war.

    Die Studienfreundin, Tante und deren Mutter besuchten am Tag darauf noch ein Projekt Altersheim/Heim für geistig Beeinträchtigte, welches sie unterstüzten, bevor wir sie am Flughafen Gonder verabschiedeten. Für uns war wieder Familytime. Wir waren eingeladen bei einem von Mullers Brüdern in Gonder und danach noch zu einem Onkel meines Freundes. Dazu wurde als kleines Gastgeschenk ein Schaf gekauft. Lebend natürlich.

    Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Debark, meines Freundes Heimatort und Wohnsitz der Eltern, die ich seit 2021 nicht mehr gesehen hatte. Zuallererst eine herzliche Begrüßung mit Umarmungen. Und auch hier wieder diverse Einladungen und Festlichkeiten, wie Schaf schlachten. Ich äußerte den Wunsch, mich einmal beim Melken zu versuchen. Das wurde am Abend möglich gemacht. Mit Tuctuc ging es zum Stall eines Freundes von Muller mit Kühen und ich durfte mich versuchen. Es klappte so leidlich, einen halben Liter in einigen Minuten bekam ich in den Eimer. Übungssache eben.

    Solo unterwegs in Debark in den Seitenstraßen und deren Märkten.

    Zu groß gibt es nicht, nur zu schwer.

    In Gonder und Debark sind neben der Bundesarmee auch lokale regierungsfreundliche Amhara-Milizen in Räuberzivil unterwegs, um für Sicherheit zu sorgen.

  • Am 23. Januar ging es per Flugzeug zurück nach Addis. Dort war wieder Familytime angesagt.

    Visit Ethiopia and be 8 years younger – dort ist der 16.05.2018 nach dem julianischen Kalender

    Am Nachmittag war ich mit Freund Muller in einem anderen Biergarten mit Craftbeer-Ausschank nach Eigenbrauung und ich muss sagen, das Zeug ist echt lecker.

    Am Sonntag den 25. Jan. stand in der Familiytime ein besonderes Ereignis an. Kirchgang mit Gottesdienst. Muller hatte etwas anderes zu erledigen, so dass ich mit Asmerom, Tigist und den Kindern allein zum Gottesdienst fuhr. Es war aber nicht irgendein Gottesdienst, sondern wir fuhren dafür 2,5 Stunden in die Nähe von Debre Berhan zur Kirche Siwurua Mariam Gedam. Die letzten 30 Minuten auf einer Schotterpiste. Die Kirche abgelegen, außerhalb von einer Ortschaft auf einem Berg. Unten die Verkäufer von allerlei Dingen, die ein Gläubiger unbedingt zu brauchen scheint. Dahinter einfache Unterkünfte für Leute die länger bleiben. Speisehütten, auf dem Weg dazwischen Busse, die Gläubige heranschafften, teils von weit her und dann parkten. Es wirkte wie ein Heerlager. Eine große Treppe führte zur Kirche hinauf und durch einen Portalbogen.

    Eine einfache kleine Rundkirche – eine viel größere gleich nebenan ist im Bau.

    Und hier nun das Warum des Ganzen. In dieser Kirche gibt es das gesegnete heilige Wasser für die Kranken, Siechen und alle die glauben, es haben zu müssen. Nach Geschlechtern getrennt. Fotografieren unerwünscht. Als man mir es sagte, waren die Bilder schon gemacht.

    Heiliges Wasser aus Schlauch. Als Asmerom und Jonatan fertig waren, holte ich mir die heilige Dusche ab. Glauben tue ich ja nun nicht an so etwas, aber schaden kann es auch nicht. Und ich war weit und breit wieder mal der einzige Weiße. Das wurde auch von den Besitzern des Schlauches recht schnell bemerkt. Ich bekam fortan besonders viel von dem heiligen Wasser ab. Sie riefen mir zu, ich soll noch näher kommen und hatten ihren Spaß da oben. Der Tank mit dem heiligen Wasser wurde ständig aus Kanistern nachgefüllt. Danach wurde noch gegessen und dann sind wir wieder nach Hause gefahren.

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    Für mich hörte es sich wie Timket an, nur ohne das Herumgetrage der heiligen Reliquien. Und das hier findet das ganze Jahr über statt und die Leute kommen von weit her.

  • 26. bis 29. Januar – Jimma und Nationalpark Chebera Churchura

    Gegen Mittag werde ich von Fahrer Sisay mit Jeep abgeholt. Mein Gepäck wird verladen und wir brechen auf. Ohne meinen Freund. Muller hatte noch Geschäftliches zu erledigen und wollte einen Tag später per Flug nachkommen. Die heutige Strecke beträgt 350 km. Sis sagte, gegen 19 Uhr sollten wir da sein. Es dauerte eine Weile, aus der Hauptstadt herauszukommen. Denn die Straße wird gerade umgebaut, zu einem dieser Korridore von MP Abiy`s Stadtentwicklungskonzept. Allein die Hauptstadt hat 5 dieser Korridorentwicklungsprojekte. Die größten Ausfallstraßen und größeren Cityboulevards werden verbreitert, begrünt und mit Spielplätzen, kleinen Parks, Cafes und anderer Boulevardbebauung verschönert. Die Straßen mit Mittelgrün bekommen chice Lampen auf beiden Seiten alle 50 Meter. Dafür müssen gerade im inneren Stadtbereich die Wellblechhütten weichen. Die Bewohner bekommen oft kurzfristig gesagt, in drei oder fünf Tagen wird ihre Wohnhütte abgerissen. So werden sie regelrecht vertrieben. Da sie kein Eigentum am Land haben, worauf ihre Hütte steht, geht das recht einfach. Eigentümer werden „entschädigt“ und bekommen teils eine neue Bleibe gestellt. Das kann auch oft ein Rohbau ohne Türen, Fenster, Strom und Wasser sein. Aber nicht nur Addis ist im Korridorentwicklungkonzept, über 50 andere Städte bekommen auch zumindest einen Korridor. Gonder, Debark (dort müssen gerade die Verkaufsstände aus Blech weichen, deshalb auch das Foto mit dem Pferdekarren), Jimma u.v.a. Als Abschluss kommt dann beidseitig eine oft bemalte Blechwand, damit man das Elend dahinter von der Straße aus nicht sieht.

    Als wir raus aus der Hauptstadt sind, fährt es sich besser. Die Straße ist gut bis Waliso, dann wird sie löcherig, später unausstehlich eklig. Gegen 18 Uhr überqueren wir die Giebee Brücke.

    Gleich wird es dunkel und wir haben noch 150 km. Die ziehen sich wie Meilen. Es ist schon lange dunkel, gegen 22.30 Uhr erreichen wir endlich Jimma. Muller hatte Sis schon 4x angerufen, ob alles ok ist. Denn eigentlich wird dringend abgeraten des Nächtens zu fahren, der Sicherheit wegen. Ich checke ins Hotel Jimma ein, wie damals auf der 4. Reise auch. Dann schnell schlafen, denn wir sind beide hundemüde.

    Am 27. Januar verbringen wir den Tag in Jimma. Wir holen gegen Mittag meinen Freund vom Flughafen ab, essen danach zu mittag und dann ist es schon wieder zu spät zum weiterfahren. Denn wir würden am Nationalpark wieder bei Dunkelheit ankommen. Freund Muller telefoniert und sagt, wir fahren erst morgen. Am anderen Ende der Leitung sagte ihm jemand, die Straße ist nicht sicher in der Dunkelheit.

    Tankstellenschlange, Trucks die wg. Diesel anstehen

    Missa - Mittagessen im Hotel Jimma

    Am 28. geht es nun endlich in Richtung Chebera Churchura NP. Dafür brauchen wir fünf Stunden.

    überwiegend auf solchen Pisten

    nette Idee

  • In der Chebera Safari Lodge auf dem NP Gelände kann ich meine Unterkunft beziehen.

    die Terrasse

    Der Speisebereich – sehr hübsch

    Die Küchenmädels waren super. Sie zauberten für uns drei immer ein schmackhaftes und vielfältiges Buffett.

    Danach ging es mit dem Scout auf eine erste Safari. Ich habe die Bilder gesehen, die in anderen Safari-Beiträgen gepostet wurden. Mit spektakulären Tieraufnahmen kann ich hier nicht dienen. Also lasse ich es gleich. Denn ich habe keine Fotoausrüstung, nur ein Smartphone, das auch schon fünf Jahre alt ist.

    In diesem NP sind die Elefanten von Bedeutung, denn vorrangig sieht man diese. Dann gibt es noch Wasserbüffel und Flusspferde. Wer sich aber für Vögel interessiert, dürfte hier richtig sein. So viele Verschiedene sah ich bisher selten. Löwen solle es hier auch geben, aber da hat sich keiner blicken lassen.

    Sein Safari-Fahrzeug muss man selbst mitbringen. Vor Ort gibt es keine. Das NP-Gelände ist wie eine große Tasse. Von allen Seiten läuft Wasser hinein und sammelt sich ich einem Feucht-/Sumpfgebiet, bevor es über einen einzigen Abfluss, den Shoshuma Fluss, in tieferes Gelände abfließt.

    Und genau in jenem Sumpfgebiet waren die ersten Elefanten zu sichten. Mein Freund hatte eine kleine Kameradrohne dabei, die er jetzt ausprobierte. Die hat er von einem Freund aus den Staaten. Militärstandard, wie er mir versicherte. Hat halt jeder so seine Quellen. Damit flog er in Richtung Sumpf und Dickhäuter. Die störte das Summen der Drohne überhaupt nicht, keinerlei Reaktion auf die Drohne.

  • Suchbild – Such den Elefanten! So sähen meine Safaribilder aus, also habe ich es gleich gelassen.

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    Am nächsten Tag Safari ganztägig. Nach dem Frühstück den Scout einsammeln, stellte die erste Hürde dar. Da standen uns drei Dickärsche im Wege, wir mussten warten, bis Platz genug war.

    So nah kamen wir nur hier heran, wo wir es nun gerade nicht brauchten.

    das Wasserbüffel-Gebiet

    Sisay beim Wasserbüffel-Watching

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    Die Wasserbüffel waren nicht so phlegmatisch, die rannten alle los als die Drohne angesummt kam.

    Shasho Kratersee voller Flusspferde, von denen man aber nur Nase, Ohren und Augen zu sehen bekam. Der See ist so klein und abgelegen, dass er nur in der maps-Sattelitenansicht zu sehen ist. Deshalb hier die Geodaten (6°59'25.1"N 36°46'07.8"E). Der Weg zum Kratersee ein Abenteuer für Geländewagen.

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    Das Wasser aus diesem Fall (6°58'46.4"N 36°44'00.6"E) kommt vom Abfluss des Sumpfgebietes mit den Elefanten. Die Hängebrücke (50m östlich der Geodaten) führt zu einer Lodge, die unfertig vom Bauherrn aufgegeben wurde. Netterweise hatte er diese Seilbrücke bereits fertiggestellt. Nur eine technische Abnahme hat sie sicher noch nie gesehen.

    Die Investruine - fotografieren verboten, ein bewafffneter Aufpasser ist vor Ort. Solche Bilder will MP Abiy nicht verbreitet haben, nur Schönes soll gezeigt werden. Heimlich habe ich dennoch eines gemacht.

  • 30. + 31. Jan – über Soddo, Arba Minch zur Dorze Lodge

    Aufbruch nach Soddo. Wir sind bis Abend unterwegs ..

    .. und kommen am Staudamm Giebee 3 vorbei. Fotografieren verboten. Na sowas.

    Am nächsten Tag geht es weiter nach Arba Minch.

    Die Kiddys vekaufen auf dem Weg dahin Obst, wir decken uns ein.

    In Arba Minch essen wir, bevor wir zur Dorze Lodge hochfahren.

    ich teile mir den Raum mit Sis

    morgendlicher Blick auf den Lake Abaya

  • 01. bis 03. Feb. weiter nach Awassa

    Am 1. Feb. geht es auf die nächste Etappe in Richtung Awassa.

    Das Stachelgestrüpp soll blinde Passagiere fernhalten.

    Dort angekommen würde wir gern volltanken. Doch im Land herrscht akute Treibstoffnot. Hier fährt man an 30 Tankstellen vorbei und alle sind trocken. Bis man eine findet die Treibstoff verkauft. Davor dann oft eine kilometerlange Schlange. So lange können wir natürlich nicht warten.

    War ich bislang ein Kontrollbeschleuniger bei Straßen-Checkpoints - Ferenji an Bord = uninteressant für Uniformierte - bin ich jetzt auch ein Tankbeschleuniger. Mein Freund Muller meinte wir gehen jetzt beten/betteln, dass wir tanken können. Also ohne lange zu warten. Zuerst wurden wir von der Sidama-Police (Awassa ist Hauptstadt der Sidama Region) an das Tankpersonal verwiesen und von denen an den Besitzer, und oha, es hat funktioniert.

    Der sagte, wir sollen !etwas! warten. Nach nicht einmal 10 Minuten wurde das Absperrseil heruntergelassen und wir durften auf das Tankstellengelände. Nach weiteren 15 Minuten hatten wir vollgetankt. Ohne den Ferenji hätte es ewig gedauert.

    Wir checken ein ins Frankfurt Hotel. Die Welt ist ein Dorf. Ich muss noch weiter weg fliegen!

    Am 02. Feb. machen wir nach dem Frühstück eine Bootstour auf dem Lake Awassa. Heute steht Hippo-Riding auf dem Plan.

    Dass die meist übel gelaunten Flusspferde uns so dicht heranlassen.

    Fisherman‘s Friend

    Beim Mittagessen auf einem Ponton sehe ich etwas schwimmen, was sich nach Suche in Netz als Nilwaran herausstellte.

  • 03. Feb. - Langano See

    Kleines Dankeschön an den Room-Service des Frankfurt Hotels

    Wir fahren heute zum Langano See. Das sehr schöne Resort aus dem Jahr 2019 ist leider nicht mehr in Betrieb. Stattdessen kommen wir in einer Art Freizeit-Camp unter, welches dem Regional-Präsidenten gehört. Ija Beach Resort, eine schöne und unter der Woche ruhige Anlage.

    Ich bin mir sicher, DU oder einer deiner Verwandten hat mir meine Badeshorts geklaut, die ich zum Trocknen auf die Terrasse unserer Zimmer gelegt hatte.

  • 04. Feb. – zurück in die Hauptstadt

    Das war es mit der Rundreise. Wir fahren heute nach Addis zurück. Die letzten Tage sind wieder Familytime. An einem Tag sehen wir uns noch das neue Adua-Memorial an. Der Bau, den MP Abiy 2024 noch schnell vor dem Gipfel der Afrikanischen Union fertig bekommen wollte. Das Memorial behandelt die Schlacht von Adua, die den Sieg der Äthiopier über die Italiener zum Thema hat.

    Das einzige jemals von Äthiopien konstruierte und gebaute Flugzeug. Es gab nur dieses Eine.

    hier ist so ein Korridor

    Die Blechwand verbirgt das Unschöne dahinter.

    Dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Am Abend des 9. Feb. gab es im Yod Abyssina Traditionslokal eine Abschiedsessen mit der Familie. Am Airport dann hieß es Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal.

    Ende des Berichts

  • und im Zentrum entstehen Hochhäuser aus Beton, Glas und Stahl.

    Wasser aus Hahn war selten im Hause meiner Gastfamilie zu haben. Und wenn doch, mit nur minmalem Druck. ...

    Das sind tatsächlich krasse Gegensätze, die ich auch in den schnell wachsenden Metropolen in Westafrika gesehen und erfahren habe. Wie sieht es denn mit der Abwasserentsorgung aus?

    Ich habe uns in unserem Grundstück in Conakry einen Brunnen bohren lassen. Er ist 54m tief und erlaubt uns, uns zu duschen wann immer wir wollen, vorausgesetzt es gibt Strom und der Wasserbehälter ist gefüllt.

    Geschätzte 80% des nach Conakry fließenden Wassers versickert durch die maroden Pipelines. Das ist schon eine große Herausforderung für die Betreiber der modernen Hochhäuser.

    Danke für deinen hoch interessanten Bericht!

    horas

  • Ahoi horas

    Die Verschraubungen hatte der Handwerker wasserpumpenzangenfest angezogen. Er hatte nur Säge, WPZ und Teflonband. Danach waren nicht alle dicht.

    Die Abwasserentsorgung funktioniert von der Einleiterseite gesehen besser. Wo das aber hinfließt und wie es aufbereitet wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Nach Rieselfeldern allerdings hat es nirgends gerochen.

  • Guten Morgen, du lebst in Conakry, oder wie muss ich deinen Kommentar verstehen?

    LG Michael