Äthiopien ab 12. Jan. / Feb. 2026
Da bin ich wieder und konnte es nicht lassen. Ja, ich war wieder dort. Auf Familienbesuch, mit etwas Reisetätigkeit. Dieses „etwas“ will ich euch dann auch nicht vorenthalten. Vom Famlienleben berichte ich nicht großartig. Das ist sicher nicht so von Interesse, von ein paar landestypischen Anekdoten abgesehen.
Die Hauptstadt verändert sich rasant. Überall wird wie immer gebaut, die Vorstädte wachsen und im Zentrum entstehen Hochhäuser aus Beton, Glas und Stahl.
Kaiser Tewodros II Kreisverkehr Addis
herrlicher Blick über die Hauptstadt hoch oben von Dekabora aus
Auszug aus der Menükarte eines Biergartenlokals mit eigener Brauerei
Interessehalber fragte ich die Bedienung, wie viele German Bratwurst in der Woche über den Tresen gehen. So 7 bis 10 pro Tag die Antwort.
Wer die denn bestellt wollte ich wissen. Weil Einheimische eher nicht, wg. Schwein und so. Europäer sind nicht so viele da.
Chinesen meinte sie. War mir dann klar. Wenn der Chienese eine echte German Bratwurst will, bestellt er die in Addis. Was frage ich auch so blöde.
Das Thema Hauptstadt und Wasserversorgung ist ein großes Problem. Wasser aus Hahn war selten im Hause meiner Gastfamilie zu haben. Und wenn doch, mit nur minmalem Druck. So brachte auch der Anschluss des Hauses an eine Leitung mit größerem Durchmesser nichts, weil nur ein paar Tage danach, auch in der neuen Leitung KEIN Wasser mehr floss. Auch nach drei Wochen nicht. Die Versorung erfolgt über LKW mit Wassertanks. Im Hause Tigist werden dann alle verfügbaren größeren Behältnisse mit dem Brauchwasser gefüllt. Trinkwasser kauft man sich von Hause aus in großen 20 Liter Flaschen.
Duschen war somit mehr ein Nassmachen mit Schöpfbecher, Einseifen und Abspülen mit Schöpfbecher. Man wird so ganz automatisch zum Wassersparer. Mit 6 Schöpfbechern a 1 Liter kam so ein Duschvorgang aus.
Die Ausführung der Arbeiten - Anschluss an die neue Leitung, war ein Schauspiel für sich. Die Leitung wurde freigelegt, sie lag auch nur etwa 30 cm tief. Der Profiklemptner sägte die Hauptleitung danach einfach im Druckzustand durch, Wasser sprudelte heraus und füllte langsam das Loch. Im Dreckwasser wurde ein Abzweigstück eingesetzt. Die notwendigen Dichtungsringe und Schraubmuffen hatte er sich vorher im Dreck neben der Grube bereitgelegt. Das Abzweigstück unter Druck einzusetzen stellte kein Problem dar, so gering war der Wasserdruck in der Leitung. Ich fragte ihn rein aus Interesse, mit was für einem Druck das Wasser die vorliegende Pumpstation verlässt. Ein bar, so die Antwort. Und nach wie vielen Kilometern und wie vielen Abzweigen welcher Wasserdruck noch bei uns ankam, habe ich gesehen. Der Haus-Absperrhahn am Abzweig war ein ganz normaler Absperrhahn mit Drehventil und Griff, der einfach im Loch mit zugebuddelt wurde.
Noch mit einer Winzigkeit Aushub bedecken und fertig. Das Ergebnis, nicht besser als vorher.
Voilà, der neue Hauswasseranschluss, mit Absperrhahn, Wasseruhr, Wasserhahn und allem. Um eine Verbindung zum Haus-Leitungssystem muss sich der Hausherr schon selbst kümmern. Und Wandschellen gab auch keine. Die paar Leitungen werden vom Stein unten und vom Wasserfass gehalten, damit sie nicht umkippen.