Tromsø im Januar 2026

  • Nun sind wir schon eine ganze Weile wieder da und ich will kurz über unsere Tromsøreise berichten.

    Ein Blick auf den Erfurter Flugplan zeigte mir Tromsø – mein Interesse war geweckt und ich grub weiter. Erste Enttäuschung – es ist eine Gruppenreise. Eigentlich nicht unser Ding. Aber Polarlichter sehen und der Abflug so nah und bequem! Es sind nur wenige Tage, das werden wir aushalten. Kurzentschlossen buche ich und wir haben es nicht bereut. Um es vorweg zu nehmen – wir haben sie gesehen an 4 von 5 Abenden!

    Am Tag vor der Abreise versinkt Deutschland im Schnee und auch in Tromsø schneit es seit mehreren Tagen.

    Der Haustürtransfer (inkl. bei der Reise) klappt prima, die Abfertigung am Erfurter Flughafen dauert (es ist die einzige Maschine an diesem Tag und man nimmt es sehr gründlich).

    Besonders die neuen Regeln zu Powerbanks im Flugzeug – sie müssen ins Handgepäck und dürfen nicht ins Gepäckfach, sondern sollen ins Netz am Sitz – werden erklärt. Nach der Sicherheitskontrolle interessierte es keinen mehr, die Sitze hatten auch keine Netze!

    Die B 737- Max 8 von Smartwings steht seit gestern Abend hier und so dauert das Enteisen.

    Kurz nach dem Start zeigt sich ein rötlicher Schimmer am Himmel – eine gute Einstimmung.

    Deutschland liegt unter einer dicken Wolkenschicht, über Malmö gibt es ein unerwartetes Frühstück .

    Über Mittelschweden wird die Sicht klarer und der Blick aus dem Fenster lohnt sich wieder.

  • Der Flieger ist fast ausgebucht und es sind mehrere Gruppen an Bord, für manche geht es ans Nordkap weiter, andere fahren auf die Lofoten und wir bleiben in Tromsø.

    Kurz vor 11 Uhr landen wir und die Reisegruppe findet sich am Bus ein. Der Bus ist nicht ganz voll, wir sind nur 25 Urlauber und starten sofort zu einer 3 stündigen Stadtrundfahrt.

    Ein deutscher Reiseleiter begleitet uns und erzählt viele interessante Dinge über Land, Stadt und Leute. Erstaunlich fand ich z.B., daß der Tidenhub hier 1 ½ bis 2 m beträgt.

    Vom Bus aus bekommen wir einen guten ersten Überblick über die arktische Hauptstadt, die auf einer Insel 344 km nördlich des Polarkreises liegt. Man erreicht sie über zwei großen Brücken – je eine über den über den Tromsøysund und den Sandnessund.

    Wir steigen an verschiedenen Stellen aus und lassen uns den kalten Wind ins Gesicht blasen, die -10 Grad fühlen sich erstaunlich nicht zu kalt an. Heute scheint die Sonne von kurz vor 10 Uhr bis kurz nach 14 Uhr, täglich wird es spürbar etwas länger werden. Es gibt so tolle Lichtmomente.

  • Alles versinkt unter einer tiefen Schneedecke, in den letzten Tagen gab es viel Neuschnee, aber der Verkehr rollt, keine Schule fällt aus – man hat das ganze gut im Griff. Mit schwerem Gerät werden die Straßen geräumt und große Schneeberge aufgetürmt, die man später per LKW aus der Stadt fährt.

    In der Innenstadt hat man das Problem vereister Wege ganz anders gelöst, unter vielen Gehwegplatten liegen Rohre mit warmem Wasser, welches vom Heizkraftwerk gespeist wird. Somit ist es an vielen Stellen trocken. Wir brauchen unsere Schuhspikes (die wir von anderen Winterurlauben besitzen und eingepackt haben) nicht einmal.

  • Auch an der Eismeerkathedrale halten wir und gehen hinein. Wieder erzählt der Reiseleiter interessante Dinge: ursprünglich war die Chorseite der Kirche mit einem 140 m² großen Fenster aus einfachem Glas gebaut. Weil die Kirchenbesucher zeitweise durch die Sonne geblendet wurden, beschloß die Kirchengemeinde dies zu ändern und baute ein neues 23 m hohes Glasmosaikfenster ein, sehr zum Verdruß des Architekten Jan Inge Hovig. Im Keller der Kirche (versteckt hinter den Toiletten) sind Bilder vom Bau der Kirche zu sehen.

    Kurz nach 15 Uhr checken wir im Quality Hotel Saga ein, es liegt optimal für Spaziergänge durch die Stadt, wäre jedoch niemals unsere eigene Wahl gewesen. Wir haben Glück und ein kleines Zimmer mit Dachfenster. Andere haben ein Zimmer mit Fenster zum Atrium und können dies nicht einmal öffnen. Der Fernseher ist defekt und wird erst nach drei Tagen repariert (nicht das wir ihn gebraucht hätten, aber dies spricht nicht für das Hotel).

    In einer „Gruppensitzung“ wird alles Wichtige besprochen, für morgen gibt es eine erste Planänderung, die Arktische Walbeobachtungstour mit einem Hybridkatamaran fällt aus. Als Grund wird ein kaputtes Schiff angegeben. Aber es wird eine Alternative angeboten, eine gemeinsame Fjordrundfahrt mit einem anderen Schiff und am Nachmittag gibt es Fahrkarten für die Fjellheisenbahn auf den Hausberg Storsteinen, die jeder individuell nutzen kann. Es beginnt eine kleine Diskussion darüber, wie man zur Bahn kommt und wer die Kosten (Bus, Taxi…) übernimmt. Zum Glück ist man sich schnell einig, daß dies ja kein Problem sein sollte. Uns ist dies viel lieber so, und da wir zwei Extraausflüge (Renntierfarm – das kennen wir aus Schweden und die Motorschlittenfahrt – die hatten wir schon im Allgäu und war uns hier einfach zu teuer) nicht gebucht haben, werden wir mit genug Zeit auf eigene Faust die Stadt erkunden können. Der Hausberg stand sowieso auf meinem Plan und so sparen wir uns diese Kosten.

    Nach dem Abendessen im Hotel, das Büfett war ok, begeben wir uns zu einem ersten Stadtrundgang.

  • Gegen 22 Uhr sind wir zurück und wollen eigentlich todmüde ins Bett fallen (schon 4.30 Uhr heute morgen wurden wir abgeholt). Aber ein Blick aus dem Fenster zeigt ein grünes Flimmern am Nachthimmel. Natürlich ziehen wir uns wieder an und ziehen los! Wer weiß, was die Wolken morgen sagen. Wir genießen es einfach und nehmen es in uns auf und bemühen uns gar nicht, tolle Bilder zu machen - deshalb hier nur zwei.

    Das war unser erster Tag im hohen Norden, Fortsetzung folgt bei Bedarf.

  • Schön :thumbup:

    Ich bin ja als berufstätiger Mensch bekennender Winterhasser, aber das sieht doch sehr romantisch aus. Vor allem so schön weiss - nicht der schmutzige Harsch, der sich bei uns an den Straßenrändern türmt. Und beheizte Gehwege - ein Traum, wenn ich an das mehlige Gemisch aus Schnee und Streusalz auf vereister Oberfläche denke, bei dem jeder Schritt eine Herausforderung ist.

    Daß Ihr ab Erfurt geflogen seid, ist ja spannend, ich wußte nicht, daß wir sozusagen "beinahe" Nachbarn sind ;)

    Wobei der Flughafen leider ja eigentlich nur ein Millionengrab ist. Wer nicht in den Sommerferien nach Bulgarien oder in die Türkei fliegen will, ist doch chancenlos, daher würdige ich den Flugplan schon lange keines Blickes mehr. Interessant, daß ab und zu doch tatsächlich auch im Winter ein Flieger geht.

    LG Gusti

    Unser Ferienhaus:

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    Heaven is where the police British, the cooks Thai, the mechanics German, the lovers Italian and it is all organised by the Swiss.
    Hell is where the cooks are British, the mechanics Thai, the lovers Swiss, the police German and it is all organised by the Italians.

  • Schön :thumbup:

    Ich bin ja als berufstätiger Mensch bekennender Winterhasser, aber das sieht doch sehr romantisch aus. Vor allem so schön weiss - nicht der schmutzige Harsch, der sich bei uns an den Straßenrändern türmt. Und beheizte Gehwege - ein Traum, wenn ich an das mehlige Gemisch aus Schnee und Streusalz auf vereister Oberfläche denke, bei dem jeder Schritt eine Herausforderung ist.

    Daß Ihr ab Erfurt geflogen seid, ist ja spannend, ich wußte nicht, daß wir sozusagen "beinahe" Nachbarn sind ;)

    Wobei der Flughafen leider ja eigentlich nur ein Millionengrab ist. Wer nicht in den Sommerferien nach Bulgarien oder in die Türkei fliegen will, ist doch chancenlos, daher würdige ich den Flugplan schon lange keines Blickes mehr. Interessant, daß ab und zu doch tatsächlich auch im Winter ein Flieger geht.

    LG Gusti

    Mit dem FH Erfurt stimme ich Dir 1005% ig zu, da wir aber ja quasi in der Einflugschneise liegen, schaue ich schon ab und zu, welcher Flieger mich in der Nacht wieder weckt :thumbsup:

    Es war wirklich wunderschön und so bequem und schnell kommen wir sonst nicht in den Norden!

    Edited once, last by Asien2018: die verflixte Rechtschreibung (February 21, 2026 at 8:49 PM).

  • Für uns im Urlaub schlafen wir etwas länger und gehen erst 8.30 Uhr zum Frühstück.

    11.30 Uhr laufen wir gemeinsam zum nahe gelegenen Anleger.

    Es sind – 12 Grad, es schneit leicht und es bläst eine frische Brise. Pünktlich 11 Uhr starten wir zur Fjordfahrt. Das Boot ist gut besetzt, Kaffee und Tee werden während der ganzen Fahrt kostenlos gereicht – sehr angenehm. Manch anderes kann man zu norwegischen Preisen kaufen (rund 11 Norwegische Kronen NOK = 1 €).

    Natürlich gibt es – wie fast überall kostenloses WLAN.

    Eine nette Stimme begrüßt uns auf Englisch und während der ganzen Fahrt gibt es von dieser und auf dem Bildschirm interessante Infos.