2 Megastädte und eine Insel - SIN - KL - Ko Lanta

  • Liebes Forum, sicher hat der eine oder andere ja schon mitbekommen, daß auch wir wieder unterwegs sind. Sogar schon seit 12 Tagen, wir sind inzwischen schon beim erholsamen Teil angekommen und bevor ich es noch weiter verschiebe, beginne ich mal so sachte, meinen Bericht hier einzustellen.

    Den gibt's übrigens auch schon bei FindPenguins, wer also ungeduldig ist, kann gerne dort reinschauen.

    Da ich allerdings nicht weiß, in welchem Asien-Forum ich am besten poste, habe ich das "restlihe Asien" gewählt, denn ich möchte natürlich nicht 3 einzelne Berichte machen. Und natürlich hab ich, wie zuletzt häufig, täglich "Protokoll" geführt, es ist also wieder sehr viel Text zusammengekommen, aber den könnt Ihr ja überspringen ;)

    Wir beginnen also mit Tag 1 - unserer Anreise:

    Singapur 18./19. März 2026

    So tiefenentspannt und gefühlt beinahe mit einem Mittelstreckenflug sind wir noch nie in Singapur angekommen. Immerhin ist die Verbindung mit ca. 12 Stunden eine der längsten ab Europa überhaupt, und nun, in Zeiten, wo durch Kriegshandlungen der gesamte arabische Luftraum gesperrt ist (und tausende Reisende mit Verbindungen über den Sandkasten gestrandet sind) kommen da nochmal verlängerte Flugzeiten durch Umwege obendrauf, nahmen wir an.
    Glücklicherweise hatten wir dieses Mal auch wirklich einen Direktflug gebucht, mit Singapur Airline. Zwar leider nur Holzklasse, aber wenigstens kein Stress mit Umbuchungen.
    Heute, am Mittwoch, haben wir beide auch noch bis Mittag gearbeitet, starteten nachmittags gemütlich, der untergehenden Sonne direkt entgegen.

    Schon der Frankfurter Flughafen war ruhig und ungewöhnlich leer - weder bei der Gepäckabgabe noch der Security mussten wir überhaupt warten, hingehen und augenblicklich drankommen - wann gibt's das denn schon. Und bei solchen täglichen Langstreckenverbindungen wie SQ325 gibt es auch in der Regel keine Verspätungen. Daß der Flug nicht ausgebucht sein würde, sah man schon am Gate, eine sehr überschaubare Anzahl Passagiere, zügiges Einsteigen, schnelles "boarding completed" - perfekt. In nahezu jeder Reihe gab es einen freien Mittelplatz, echt perfekt. Wir haben wieder hintereinander gesessen, jeder am Gang natürlich, und konnten uns also gemütlich ausbreiten. Abendessen war völlig in Ordnung, wir sind um 21:40 Uhr pünktlich gestartet und ich glaube noch vor Mitternacht war ich schon eingeschlafen und konnte tatsächlich ganz ohne das sonstige alle Stunde wachwerden direkt durchpennen, bis der Duft vom Frühstück 2 Stunden vor Landung mich wieder wachmachte. So einen idealen Flug hat man selten.


    Für uns also Mittags gegen 12 Uhr, hier +7 Stunden - 17 Uhr, betreten wir den Flughafen Singapur, der uns entspannt empfängt. Ohne Hast, wenig los, Immigration ohne Wartezeit am Automaten (leider gibts auch keine Stempel mehr in den Pass), die Koffer kommen zügig, keinerlei Zollkontrolle (was hatte ich Angst wegen der angefangenen Schachtel Kippen, 5 Stück sind noch drin - inzwischen darf man nicht mal mehr die einführen), ein paar Singapur-Dollar gezogen, ab ins Taxi. Keine 45 Minuten später kommen wir an - im Hilton Singapur Orchad, einem Hotel mit über 1000 Zimmern.
    Muss man so einen Klopper buchen? Ich war da nicht so sicher, aber nun, wo ich hier sitze und schreibe, aus dem Fenster im 33 Stock den perfekten Ausblick auf's Marina Ba Sands - ja, definitiv perfekt!!

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  • Und die geschäftige Orchadroad lockt natürlich noch zu einer kleinen Runde um den Block, all die edlen und teuren Stores von Gucci bis Prada, exclusive Shoppingmalls und bunte Neonlichter in der nun schnell abnehmenden Dämmerung, jede Menge Menschen unterwegs.

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  • Freitag, 20. März

    Daß wir heute schon relativ zeitig wach sind, war zu erwarten, daher finden wir uns auch bereits um 9 Uhr beim Frühstück ein - sonst noch gar nicht unsere Zeit. Tatsächlich - ich hatte hier ja eine Massenfütterung in Speisesaalatmosphäre befürchtet - hat man das sehr gut gelöst. Viele kleine, voneinander abgetrennte Räume, die doch ineinander übergehen. So wirkt alles ruhig. Auch das Buffett verteilt sich auf mehrere Räume - und bis man das alles erstmal gesehen hat, ist schon beinahe eine halbe Stunde vergangen.

    So vergeht die Zeit und es ist dann doch schon später Vormittag, als wir losziehen. Einen richtigen Plan haben wir nicht, schlendern entlang der Orchadroad, die sehr ruhig ist, wenig Menschen sind unterwegs. Vielleicht liegt es aber auch an der drückenden Hitze, man vergisst ja immer, wie anstrengend es ist. Aber die vielen Pflanzen entlang der Fußgängerpromenade, viel blühendes, alles toll angelegt, spenden auch hin und wieder Schatten. In eine der Shoppingmalls gehen wir auch mal rein, wobei wir natürlich die Luxusbunker von Louis Vuitton, Cartier & Co. außen vor lassen. In den angenehm klimatisierten Malls läuft und läuft man, ohne den Ausgang zu finden - geschickt gemacht. Ziemlich am Ende des Boulevards gibt es immer noch das Hard Rock Cafe - inzwischen wirkt es altbacken und wie aus der Zeit gefallen, düster und ohne wirklichen Chick. Trotzdem lassen wir uns für ein Getränk nieder, die Preise allerdings sind schon wirklich gepfeffert. Der Singapore-Sling schlägt hier mit 23 SGD zu Buche, aber was solls.

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  • Dann strampeln wir weiter, entlang all der begrünten Straßen und modernen Häuser voller Pflanzen - vertikale Gartenkunst sieht man hier überall. Nur daß wir eigentlich zum Botanischen Garten wollten und eine ganze Weile in eine verkehrte Richtung laufen, merken wir relativ spät. Also retour und wieder weiter.... Natürlich, im Grunde ist es nicht soooo weit, aber in der Wärme zieht sichs eben doch. Den Bot. Garten erreichen wir schließlich, wunderschön und gepflegt, breite Wege, pieksauber. Dieser riesige Garten ist im übrigen immer noch absolut kostenlos, nur für den Orchid-Garden zahlt man Eintritt. Mittlerweile sind das 15 SGD pro Person, dafür bekommt man aber auch wirklich viel geboten. Die Anlage ist absolut toll angelegt und selbst wenn man sich nicht für all die botanischen Besonderheiten interessiert, der Schauwert, die gelungene Gestaltung sind ganz einfach immer wieder wunderschön.
    Die Füße qualmen irgendwann, nochmal durch die Anlage zurück bis zur MRT wollen wir dann nicht, daher nehmen wir einen kleineren Ausgang und lassen uns ein Taxi rufen.
    Taxifahren ist erstaunlich günstig hier, und so kommen wir ohne Stress ins Hotel, um den Rest des Nachmittags die Füße hochzulegen.

    Hier um's Eck hatte ich gestern Abend auch eine kleine Mall mit "normalen" Geschäften entdeckt, in der es auch einige günstige Selfservice Restaurants gibt, und da für heute die Luft raus ist, gehen wir auch nur dorthin zum Essen. Wobei - absolut lecker!

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  • Samstag, 21. März 2026

    Heute klappt das mit dem schlafen schon ein bisschen länger, und auch das Frühstück demzufolge später.
    Danach zur MRT - die nächste Station "Sommerset" ist wirklich nicht weit. Zuerst müssen wir im 7/11 eine EZ-link-Karte holen, denn einen Automaten für Einzeltickets finde ich in der Station nicht. OK, Preis pro Karte 5 SGD, + 5SGD Guthaben, das reicht zumindest erstmal, um zum "Raffles-Place" zu kommen.
    Besagter Platz ist etwa mittig zwischen der Marina und Chinatown, hier wachsen die vielen Wolkenkratzer internationaler Companies in die Höhe, während sich das alte Fullerton-Hotel beinahe verschämt duckt. Einen ersten Blick auf die Uferpromenade und den Merlion müssen wir unbedingt erstmal werfen, schließlich sind wir heute schon den dritten Tag in der Stadt und noch nicht hier gewesen. Die Fülle der pinkfarbenen Bougainvilleen umrahmt fotogen die Fußgängerbrücken, unten, am Merlion, sitzen Familien mit Kleinkindern und viele Frauen im Hidschab, während sich ansonsten die Menge der Selfietouristen in angenehmen Grenzen hält.
    Wir gehen weiter, am Wasser entlang, vorüber an den Bronzestatuen und wieder Stadteinwärts durch die modernen Hochhausviertel Richtung Chinatown.

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    Edited once, last by redfloyd (March 29, 2026 at 6:28 PM).

  • Der Chinatown gehören die nächsten Stunden, hier gibt es immer viel zu gucken, die farbenprächtigen Fensterläden der alten Kaufmannshäuser umrahmen die knallbunten Stände, die vom größten anzunehmenden Kitsch bis zu teuren Antiquitäten alles feilbieten. Wobei Singapurs Chinatown tatsächlich sehr viel sortierter ist als anderswo, hier gibt es zwar auch zahlreiche Restaurants, aber nicht diese ausufernden Fressbuden.
    Eine Kaffeepause legen wir im Monochrome-Cafe ein, das wirkt tatsächlich auf Bildern mal deutlich mehr als im echten Leben dort zu sitzen.

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  • Für den Nachmittag hatte ich vorab den Zugang zu einem Skygarden in einem der Hochhäuser reserviert, Capita-Building. Da muss man fix sein, denn das ist kostenlos.

    Der Weg zieht sich in der Wärme, aber das richtige Gebäude mitten in den Hochhäusern ist doch schnell gefunden. In der imposanten Lobby läuft eine meterhohe Installation aufblühender Blüten über die Wand, ansonsten herrscht gähnende Leere. Ein kleines Pult als Empfang neben den Aufzügen, wo man uns wissen lässt, daß heute dann doch leider "closed" sei. Wir hätten doch eine Mail bekommen? Nein, haben wir nicht. Hm, nicht nett. Really? Sie fragt nochmal, wir sollen mal kurz Platz nehmen - und dann öffnet sich für uns ganz alleine doch noch der Lift zur 57. Etage. Cool.
    Der Skygarden ist wirklich richtig toll angelegt, eine Vielfalt an Blütenpracht, geschwungene Wege führen über die mit futuristischen Stahlstreben verkleidete Dachfläche - und dazwischen dann immer wieder ein Stück weit Sicht auf das tief unter uns liegende Singapur. Natürlich gibt es bis Brusthöhe Balustraden aus Plexiglas, aber trotzdem hat man eine wirklich tolle Sicht. Insbesondere natürlich ist der Blick zum Marina Bay Sands fantastisch - und das ganz für uns alleine, ohne Gedrängel. Wie geil ist das denn.

    Nach diesem Erlebnis fahren wir mit der nahen MRT erstmal wieder zurück zum Hotel, der Nachmittag ist fortgeschritten, die Füße tun weh und ein bisschen ausruhen ist nicht schlecht. Auch um die elektronische Einreisekarte für übermorgen nach Kuala Lumpur kann ich mich am Nachmittag kümmern, und Bilder sortieren, Bericht schreiben.




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  • Heute Abend wollen wir dann zu den Gardens by the Bay, in den Flower Dome und (nach 2014 und 2018 nochmal) die Lightshow an den Supertrees ansehen, so der Plan.
    Kurz nach 17 Uhr raffen wir uns wieder auf, gehen erstmal was essen, denn hier haben wir die leckeren Imbisse direkt in den Malls ringsum vor der Nase, unten an der Bayfront müssten wir weit laufen, um zB. zum LauPaSat zu kommen, oder erst suchen. Gestärkt mit einer oberleckeren Nudelsuppe also machen wir uns wieder auf den Weg, ein zweites Mal zur MRT, die Karte gleich nochmal aufladen. Diesmal einmal umsteigen, dann erreichen wir die Endhaltestelle "Gardens by the Bay"

    Alles wirkt hier so neu, und als wir die Station verlassen, sind wir an einem völlig unbekannten, ebenfalls ganz neu angelegten Teil der Gardens. Breite, perfekt geteerte Flanierwege, gesäumt von hohen Gräsern, auf den Wiesen rechts und links sitzen Mengen an Menschen, Menschen flanieren oder radeln durch die künstlich und irgendwie steril anmutende Zone, wir haben keine Ahnung, wo wir hier sind. Wenn es nicht Schilder gäbe - man sieht nicht mal die riesigen Gewächshäuser, bevor man ganz kurz davor steht. Die Menge wird immer dichter, als wir schließlich den Flowerdome erreichen, erstmal mit der Rolltreppe zum ticketschalter, der erfreulich leer ist. Die Preise haben aber auch mächtig angezogen, 46 SGD für den Flowerdome & Cloud forest werden aufgerufen, mit dem Zusatz allerdings "Jurassic World The Experience". Gut, da hängen in der ganzen Stadt Plakate, aber Jurassic World brauchen wir nun nicht. Also nochmal nachgefragt - und tatsächlich, im Flowerdome sind die Dinos, da ist nix mit Flowers. Schade, aber dann lassen wir das sein.

    Ringsum schieben sich die Menschen, wir schieben uns also mit, in Richtung der Supertrees. Es wird immer voller, irgendwo findet wohl eine Comicmesse oder etwas in der Art statt, denn viele buntgekleidete Gestalten pilgern ebenfalls herum, auch ein Konzert mit schlechter Akustik weht herüber, die mächtigen Stahlbäume im Abenddämmerlicht ragen nahezu wie Leuchttürme aus einem Meer an Menschen. Jedes freie Fleckchen rings um die Giganten ist belagert von sitzenden Menschen, wartenden Menschen - es ist unfassbar, was hier abgeht.

    Nun, natürlich, 8 Jahre sind eine lange Zeit, die Dinge ändern sich. Als wir 2018 hier waren, hatte ich mich doch gefragt, weshalb diese wirklich tolle Lichtshow eigentlich nicht mehr Menschen anzieht, damals waren freie Wiesenflächen, man suchte sich den besten Platz, völlig ohne Stress. Heute sind wir so ernüchtert, daß wir beschließen, zu gehen. Und auch der Weg zum Marina Bay Sands ist voller Menschen, es schiebt sich über die Brücke zum Hotel, über den Skywalk, durch die Passage.

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  • Auch als wir auf der Bayside wieder ins Freie kommen, ist die komplette Promenade voller Menschen. Auf dem Wasser "schwimmt" ein neuer Applestore in Kugelform, sowas ist heute ja absolut wichtig.


    Nun ist es 20 Uhr, da findet ja auch hier an der Bay eine Licht-und Lasershow statt, also sehen wir uns halt die an. Ein Plätzchen zu erkämpfen geht sich aus, und schon beginnt der Tanz der Lichter und Wasserfontänen. Man wird dabei durchaus auch ein bisschen nass. Es ist schon nett gemacht, ein kleiner Trost nach der Enttäuschung bei den Supertrees.
    Langsam gehen wir einmal am Rand der Bucht entlang, immer wieder mit schönem Blick zum Marina Bay Sands, und dann weiter bis zur MRT-Station, an der wir heute vormittag waren, dem Raffles-Place. Auch wenn der Abend nun nicht wie erwartet verlaufen ist, nett war es doch trotzdem. Singapur bleibt ein Eyecatcher.

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  • Sonntag, 22. März 2026

    Ein Tag bleibt uns noch hier in Singapur, und auch wenn ich im Vorfeld der Reise dies, das und jenes notiert hatte, was man noch ansehen könnte, belassen wir es bei einem gemütlichen Tag mit den Klassikern. Weder zu little Arab noch Sentosa Island können wir uns aufraffen. Mit der MRT fahren wir heute bis zum Rathausplatz, wobei nicht die historischen Gebäude unser Ziel sind. Erstmal schlendern wir zum Esplanade-Theater, besser bekannt als "Durian" weil das Gebäude aus zwei stachelig anmutenden Halbkugeln eben wie diese Stinkfrucht aussieht. Entlang des Weges auf den Wiesen, auch in den Unterführungen, sitzen unzählige picknickende Gruppen. Meist Frauen, davon die meisten mit Kopftuch/Hijab und viele Kinder. Es sind die Haushaltshilfen der "besseren Klassen" hier in Singapur, die am Sonntag ihren freien Tag haben und sich zum Picknick treffen. Eigentlich kennt man das vor allem aus Hong Kong, es scheint hier aber genauso zu sein.

    Es ist natürlich auch heute wieder drückend heiss, schon nach den 10 Minuten laufen ist man gut durchfeuchtet, und es ist angenehm, das Theater zu betreten. Direkt im Foyer wird eine Performance aufgeführt, stakkatoartiges Trommeln und 2 tanzende (?) Mädchen (?) - mutet seltsam an.

    Langsam schlendern wir durch das große Haus, es gibt einige Etagen, hier und da Kunst an den Wänden und irgendwelche Räume, die uns aber nicht interessieren. Je höher man kommt, desto besser ist die Aussicht auf die Marina Bay - spektakulär in Szene gesetzt vom Dachgarten des Theaters. Eine fantastische Ansicht über die ganze Bucht, rechts die Skyline das Raffles Place, davor der Merlion winzig klein, und direkt vis a vis das Marina Bay Sands Hotel. Hier oben gibt es auch eine Bar, und bei einem Aperölchen lässt sich das Panorama nochmal so gut genießen.
    Mir unbegreiflich, weshalb hier oben beinahe niemand ist, vereinzelt ein paar andere Paare, keine lärmenden Horden. Perfekt.


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  • Doch ewig kann man hier auch nicht sitzen, also setzen wir unseren Spaziergang am Wasser entlang fort, bis der Promenadenweg schließlich in eine riesige Baustelle mündet. Hier geht es dann am Bauzaun entlang, kein Vergnügen bei der Hitze. Früher konnte man direkt diagonal weitergehen, vorbei am schwimmenden Fußballfeld und entlang der Formel-Eins-Strecke bis zur Helixbridge, jetzt führt der Weg weit außen rum. Singapur bleibt natürlich nie stehen, hier ist ein gigantischer Neubau einer Bühne geplant, "NS Square".

    Es gibt noch eine weitere Großbaustelle, die wir allerdings nicht tangieren - das Marina Bay Sands Hotel baut noch einen vierten, allerdings freistehenden, Turm. Sollen Luxussuiten werden - Geld genug scheint also im Umlauf zu sein, sowohl was die Investoren betrifft als auch die zahlungskräftige Kundschaft. An der Bay reihen sich ja bereits etliche HighEnd-Hotels aneinander, aber noch immer scheint der Markt nicht gesättigt zu sein.

    Zurück zur Helix-Brücke, die wir dann erreicht haben. Wenn auch diese Attraktion sich mittlerweile beinahe bescheiden ausnimmt, ist es doch noch immer ein faszinierendes Bauwerk mit seinen gewundenen und verschlungenen Streben. Viele schöne Aussichtspunkte wurden angelegt und man geht schnurgerade auf die Shoppingmall an der Marina Bay zu, hinter der sich das Hotel erhebt.

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  • In der riesigen, gläsernen Mall ist es wieder angenehm zum abkühlen, wir beobachten von oben die interaktive Installation (made by TeamLab) im Groundfloor, gehen entlang der Geschäfte der Luxuslabels - eines am anderen.


    Vor der Mall, wo abends die Lichtshow stattfindet, ist eine Allee von Palmen angelegt, Sitzbänke, auch hier spaziert es sich nett. Wir haben nun aber genug, suchen wieder eine Metrostation und chillen den späteren Nachmittag im Hotel.
    Auf der Suche nach Abendessen gehen wir später durch ein paar Glitzermalls direkt in Hotelnähe, foodcourts gibt es ja überall, aber etwas zu finden, das uns anspricht, ist nicht ganz so leicht. Japanisch boomt, etliche Ramen- und Udon-Restaurants mit langen Wartereihen davor. Und immer wieder Luxusgeschäfte; selbst in den Lebensmittelabteilungen werden Erdbeeren und anderes Obst als Luxusgut in Premiumverpackungen vermarktet, gibt es Whiskey und Tabakspfeifen für über 10.000 SGD.

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  • Luxus-shopping & ein billiges Abendessen


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  • 23. März 2026 - KL

    Ein Morgen, an dem ein Wecker klingelt - kurz nach 7 Uhr. Was eine grausliche Uhrzeit. Aber so kurz bevor die Sonne richtig aufgeht ist das Licht, die Sicht aus unserem Fenster auf die Stadt, nochmal ganz anders. Fluffige rosa-blaue Wölkchen ziehen über den Himmel und ich muss einfach das ungefähr 4376ste Bild des Marina Bay Sands machen.


    Zum Frühstück ist es um diese Uhrzeit natürlich noch absolut angenehm ruhig, und kurz vor 9 Uhr schon sitzen wir im Taxi Richtung Changi-Airport. Bye bye Singapur - mal sehn, wie viele Jahre dieses mal vergehen bis zu einer erneuten Stippvisite.
    Der Airport ist nach guten 40 Minuten erreicht, Bordkarten und Gepäcklabel druckt der Automat, durch die automatisierte Passkontrolle und schon sitzen wir am Gate. Ich erinnere mich an einen Raucherraum draußen auf der Dachterrasse, ja, den gibt es noch. Ein hübscher Kaktusgarten wurde hier angelegt, die Sonne knallt.


    Auf die Minute pünktlich um 12 Uhr rollt die Maschine der Scoot los, der Flug nach Subang dauert keine 50 Minuten.
    Subang, oder Sultan Abdul Aziz Shah / SZB - ist ein kleinerer Flughafen, näher an Kuala Lumpur als der große KLIA, und irgendwie noch richtig altmodisch. Hier findet die Einreisekontrolle noch althergebracht am Schalter statt, inclusive Wartezeit, aber auch inclusive Stempel im Pass. Unsere Koffer sehen wir während des wartens schon Runden drehen, dann müssen diese noch durch einen Scanner geschoben werden und schon sind wir draußen.
    Braucht man hier Bargeld? In Singapur jedenfalls hätte ich es nicht gebraucht, dort war alles cashless und von den 100 Dollar habe ich noch übrig. Trotzdem fühle ich mich irgendwie immer wohler, wenn ich auch ein bisschen "echtes" Geld in Händen habe, also ziehe ich 350 MYR / Malayische Ringgit - das sollten so etwa 80 Euro sein. Die Ankunftshalle des Flughafens deutet schon darauf hin, daß Malaysia wohl nicht zu vergleichen ist mit dem glitzernden, pieksauberen Singapur. Die Geschäfte hier sehen eher nach Billigmarkt aus, alles sehr farbenfroh und behangen mit buntem Kitsch. Ein Schalter für "Taxi" verkauft Voucher - zu unserem Hotel 60 MYR, der Fahrer passt uns gleich ab und wir trotten hinterher in die Hitze des Nachmittags.
    Obwohl der Flughafen nur knappe 24km von der City entfernt ist, stehen wir erstmal im Stau, es scheint allerdings ein Unfall ursächlich gewesen zu sein. Und die ersten Eindrücke bestätigen sich - alles wirkt eine Nummer schmaler, ungepflegter. Hochstraßen auf Betonstreben erinnern an Bangkok, Bäume und grün entlang der Straßen an Singapur - aber doch scheint alles ganz anders. Wohnblockbebauung, dann die ersten Blicke auf ein von Hochhäusern geprägtes Zentrum, bevor die Straße wieder in einem weiten Bogen davon wegführt.


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  • Es ist dann doch etwa 15 Uhr, als wir ankommen. Intermark Mall, bzw. ein Doubletree mitten in besagter Mall. Hochhäuser, eine breite Straße, alles merkwürdig.


    Ich fremdel damit durchaus, das wirkt so seltsam, man muss mitten durch die Mall, kein Doorman, kein vernünftiger Wegweiser, der Check In findet gefühlt mitten im Geschäftsbereich statt und verläuft auch beinahe wortlos. Immerhin hält das Mädel im Hijab uns ein Infoschild hin, wann die Executive-Lounge geöffnet ist.
    Unser Zimmer, diesmal "nur" im 15. Stock, ist geräumig, der Blick aber geht "nach hinten", auf die Metrolinie, flachere Bebauung und grüne Berge im Dunst. Und man hört die Metrozüge, nicht absolut störend, aber deutlich. Wie das Hotel insgesamt macht das Zimmer einen guten, allerdings etwas abgewohnten Eindruck.
    Und während in Singapur allerorten Verbortsschilder darauf hinweisen, daß Rauchen untersagt ist, darf man hier ganz einfach vor dem Hoteleingang stehen und qualmen, nicht mal Aschenbecher gibt es. Aber, geht man ein paar Meter nach links, lugen zwischen anderen Hochhäusern immerhin die Spitzen der Petronas-Towers hervor.


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  • Meine Vorabrecherche hatte ergeben, daß es von hier aus zu Fuß gute 20 Minuten wären zu den Petronas -Towers, oder, wie es neuer heißt: zu KLCC - sprich: Kuala Lumpur City Center. Oder, alternativ, wir suchen die Metro und fahren eine Station. Dass geht sich auf jeden Fall noch aus für einen ersten Eindruck, bevor es ab 17:30 Uhr in der Lounge Häppchen und Cocktails gibt. Also stiefeln wir los, hier wirkt die Hitze noch drückender, obwohl wir einen überdachten Skywalk finden, der von der Mall aus über die vielspurige Straße direkt zur Metrohaltestelle führt.


    Hier werden die Unterschiede zu Singapur richtig deutlich, die glänzenden, hochmodernen Geschäftszentren, in denen sich Singapurs MRT-Stationen befinden, sind Welten entfernt von dem Schacht, der hier in die Tiefe führt. Grade so mal den Beton gestrichen, schon länger her, alles Nummern düsterer und shabby. Aber immerhin, selbst hier gibt es selbsterklärende Automaten, die Token als Ticket ausspucken, Zugangsschranken und abgeschlossenen Barrieren zu den Bahnsteigen, die sich nur bei Einfahrt eines Zuges öffnen - etwas, das es im angeblich so modernen Deutschland wahrscheinlich in 20 Jahren noch immer nicht geben wird.


    Nur eine Haltestelle weiter ist schon "KLCC", natürlich muss man hier sich den Ausgang erst wieder suchen, durch eine belebte Shoppingmall und ohne zielführende Hinweisschilder. In erster Linie soll man erstmal vom Konsum verführt werden. Endlich draußen stehen wir nahezu unmittelbar vor den Petronastowers - Kopf weit in den Nacken, um zu erfassen, wie hoch diese doch sind.

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  • Mit insgesamt 452 m Höhe überragen die Zwillingstürme die Stadt, galten bis zur Fertigstellung des Taipei 101 (508 m) im Jahr 2004 als die höchsten Gebäude der Welt. Und selbst, wenn heute der Standard bezüglich hoher Gebäude schon längst ganz woanders definiert wird (nicht zuletzt hier in KL selber mit dem Merdeka 118 mit 678 Metern Höhe) so ist es doch eine unmittelbare und wuchtige Ansicht. Zudem ist die aus stählernen Elementen gefertigte Fassadenkonstruktion so plastisch, hat nichts von den schlanken, glatten Türmen, die man heute baut. Fantastisch.


    Wir bewegen uns ein Stück rückwärts, natürlich blödsinnig, bei der Höhe, finden dann den Eingang und queren wieder eine knallbunte Shoppingmall zum Ausgang gegenüber. Hier ist ein Park angelegt mit Wasserspielen und Grünanlagen, in dem die Menschen flanieren, sitzen und schauen. Schon für diesen ersten Eindruck bleibt KL im Gedächtnis, egal, was uns noch erwartet.


    Am frühen Abend jedenfalls sitzen wir in der Executive-Lounge, auch diese wirkt nicht mehr taufrisch, punktet aber mit einer reichhaltigen und leckeren Auswahl an Häppchen, süßen Leckerchen, Wein und Cocktails. Und - das beste: es gibt einen kleinen, offenen Balkon mit Sicht zu den Twintowers. Im schwindenden Abendlicht ist mir das alle 5 Minuten ein Foto wert.


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    Hell is where the cooks are British, the mechanics Thai, the lovers Swiss, the police German and it is all organised by the Italians.

  • Dienstag, 24. März 2026

    KL. Wo fange ich an? KL ist auf alle Fälle anstrengend, heiß, busy, stellenweise schäbig und heruntergekommen wirkend, dann wieder hübsch herausgeputzt und an manchen Stellen sieht man das KL von übermorgen - und das alles in einem Bereich, den man fußläufig kreuz und quer in vermutlich weniger als 30 Minuten ablaufen kann.
    Das geht aber natürlich auch gemütlicher, wir waren mehr als 4 Stunden unterwegs und danach aber auch platt.
    Gestartet sind wir wieder mit der Metro, 4 Stationen bis Masjid Jamek. Masjid Jamek ist eine Moschee und in den Vierteln ringsum konzentriert sich so einiges, zumindest, wenn man vorher auf den Stadtplan schaut.

    In der Realität steht man erstmal an einer nicht eben einladend wirkenden Straße, unter den Betonpfeilern der Hochbahn und vor abgeranzten Fassaden. Das Gelände der Moschee darf man ohnehin nicht betreten, was aber auch nicht schlimm ist. Entlang der Straße kommt man ins Indische Viertel - und wer Little India in Singapur kennt, erlebt hier vermutlich ein deutlich authentischeres Indien, zumindest in meiner Vorstellung, denn hier ist nichts herausgeputzt und sauber, sondern die Fassaden bröckeln und rotten vor sich hin, die Gehsteige und Geschäfte wirken verlottert. Trotzdem, es duftete nach Gewürzen und die Ladeninhaber wackeln freundlich mit den Köpfen, wie eben nur Inder das können.

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  • Immer wieder kreuzt man einen wirklich hässlichen Kanal, und auch wenn die Schilder, die hier stehen, von einem "River of Live" sprechen, kann ich nichts als einen braunen Abwasserkanal inmitten moderiger, trister Betonmauern darin erkennen. Immerhin gibt es ab und an auch die Aussicht auf die nicht zugängliche Moschee.
    Eine Brücke über das in der Tiefe eingezwängte Rinnsal führt zum kolonialen Highlight der Stadt, dem Sultan Abdul Samad Building.


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  • Dieses Bauwerk im rosa Zuckerbäckerstil prägt ja von jeher das Bild von KL, vermutlich ist es deshalb auch extra neu in Pastellfarben gestrichen. Bögen, Arkaden und Gänge, ein bisschen pseudo-maurische Architektur - dabei ist es nur ein zwischen 1894–1897 errichteter Verwaltungsbau der ehemaligen britischen Kolonialisten. Voller Selfietouristen jedenfalls ist es, die Mädels in Ihren Kopftüchern posieren hier an jedem Pfeiler und Treppenwendel.


    Gegenüber dieses Gebäudes- also einmal über die Straße - befindet sich dann der Hauptplatz / Unabhängigkeitsplatze "Dataran Merdeka". Dahin gehen wir gar nicht erst, denn was man von unserer Seite aus sehen kann, ist nichts anderes als eine Art Cricketfeld mit Fahnenmast. Aber gut, die patriotische Bedeutung erschließt sich uns ohnehin nicht.

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