Grüße aus Japan (Frühjahr 2026)

  • 29./30.3.26

    Hallo ihr Lieben,

    viele Grüße vom Flughafen KIX, wo ich vorhin nach einer Umsteigeverbindung über Seoul angekommen bin. Wegen der langen Anreise gings nach der Einreise gleich ins Flughafenhotel.

    Die vollgepackten Flüge mit Korean Air waren halbwegs okay, ziemlich viele Turbulenzen und auf der Langstrecke leider ein Wackelkontakt in der Kopfhörerbuchse. Für ersteres kann die Airline nix, letzteres geht bei 12 Stunden Flugzeit eigentlich gar nicht. Zum Glück war ich sowieso zu müde um Filme zu schauen und hatte meine eigenen Hörbücher dabei.

    Mit dem QR Code von Visit Japan Web bin ich dieses Mal ganz geschmeidig durch Einreise und Zoll. Leute mit QR Code wurden zu Automaten dirigiert, da war sofort was frei. Kurz danach gab es noch eine Kontrolle am Schalter, da war nur einer vor mir. Beim Zoll gab es dann noch höchstens 5 Minuten Wartezeit.

    Für zwei Fahrten mit reservierungspflichtigen Zügen am 01.04. und 03.04. habe ich mir vorhin bei JR noch die Tickets gekauft, die Suica Card ist frisch aufgeladen. Morgen gehts nach Kobe. Leider sind Wind und Regen vorhergesagt, aber dort wird sich ja einiges indoor finden lassen. Gute Nacht!

  • 31.03.26

    Grüße aus Kobe!

    Die Nacht war kurz, Jetlag, aber ich habe mich um kurz nacht 8 rausgequält und im Flughafen ein Busticket nach Kobe gekauft. Schalter scheint es nicht (mehr) zu geben, man kauft die Tickets an Automaten außen am Gebäude in der Nähe der jeweiligen Bussteige.

    Die Fahrt hat ca 1.15 h gedauert, mein Hotel habe ich dann gefühlt genauso lange eingekreist, schnell Kofferabgabe und auf zum Ikuta-Schrein. Leider hat es ab und zu geregnet, aber es gab Kirschblüten und Shintorituale, und ich hab gemerkt, dass ich langsam angekommen bin.

    Dann Einchecken und mit dem Zug nach Motomachi, von hier aus zu Fuß durch eine ruhige Shopping Arcade (Limonen und Sakura-Eis probiert), kurz durch Chinatown und weiter zum Meriken Park, ua mit dem kleinen Earthquake Memorial Park. Es hat immer wieder geregnet so dass ich spontan noch rauf auf den Tower bin und weiter zum Harbourland mit Shops und Restaurants.

    Mittlerweile war es fast sechs Uhr, Zeit fürs Abendessen. Zum Abschluss nochmal durch den Meriken Park und mit qualmenden Socken zum Bahnhof.

    Fazit: Kobe ist entspannt und wirkt immer noch japanisch, die Touristen verteilen sich problemlos. Ein schöner Start in die Reise.

  • 01.04.26

    Grüße aus Amanohashidate!

    Heute nacht war ich immerhin schon vor zwei eingeschlafen, also schaffte ich es gegen halb acht ans Fenster. Leider überall Leute mit Schirmen unterwegs, da reihte ich mich gegen neun auch ein. Für heute vormittag standen noch der kleine Tenmangu Schrein und das Ausländerviertel auf dem Plan.

    Im Schrein erst mal beschauliche Ruhe, dann fiel eine chinesische (?) Reisegruppe ein, rauschte lärmend durch, und schon wars wieder beschaulich. Der Regen ließ nach, ich holte zwischendurch auch mal die Spiegelreflexkamera raus und kaufte mir weitere Goshuin, Tempelsiegel, für mein neues Buch, auch ein gesticktes auf einem Extrablatt.

    Der Spaziergang durchs Ausländerviertel fiel kurz aus, es regnete wieder stärker, und auf Innenbesichtigungen hatte ich keine richtige Lust. Einige Häuser stammen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhunder, aber innen scheint wohl allerhand von sonstwo zusammengetragen worden zu sein, inkl. einem Nachbau von "Sherlock Holmes' Wohnung" im English House.

    Stattdessen lieber ein frühes Mittagessen in einer Art Bio-Laden, dann den Koffer im Hotel abgeholt und mit dem Zug in ca 50 Minuten nach Kyoto. Dort war ich froh, dass ich eine knappe Stunde zum Umsteigen eingeplant hatte: Erst mal mit der Suica Card raus aus dem Ticket Gate, dann mit dem Limited Express Ticket wieder rein, ausgiebig Bentoboxen studiert und doch keine gekauft, stattdessen zu 7 Eleven, an einen Sandwichstand, an einen Donutstand, das Gleis finden, den Zug knipsen... Aber es hat gereicht.

    Die Fahrt nach Amanohashidate dauerte gute 2 Stunden und führte durch bewaldete Hügel an die Küste. Leider hats dort auch geregnet, und für morgen ist mit 100prozentiger Wahrscheinlichkeit wieder Regen prognostiziert. Nicht die besten Voraussetzungen für einen Besuch einer "der drei schönsten Landschaften Japans". Ich bin dann aber noch freiwillig nass geworden: Mein Hotel hat ein Onsen, sogar mit kleinem Außenbecken (mit kleinem Dachüberstand, also ohne Regen im Gesicht). Jetzt bin ich richtig in Japan angekommen.

    Gute Nacht!

  • 02.04.26

    Grüße aus Amanohashidate!

    Wer auch immer für mich zu den Shintogöttern gebetet hat: Vielen Dank! Heute war traumhaft schönes Wetter! Schon auf der Busfahrt nach Ine rissen die Wolken auf, und die kurze Schiffstour fand unter blauem Himmel statt. Ich war aber wohl die einzige, die die Funaya, die Häuser am Meer sehen wollte, alle anderen wollten mit dem extra verkauften Möwenfutter Möwen füttern.

    Danach mit Bus und Seilbahn zur Aussichtsplattform Kasamatsu: Von hier hat man den besten Blick auf die Amanohashidate, die Himmelsbrücke, eine 3,6 km lange schmale Sandbank. Am besten wirkt sie angeblich, wenn man sich nach unten beugt und sie durch die Beine auf dem Kopf anschaut - ich hab einfach ein Foto gespiegelt.

    Von hier aus mit dem Bus zum Nariaji Tempel weiter oben am Berg. Und weil heute Gründonnerstag ist, hier eine buddhistische Legende, die ein bisschen ans Abendmahl erinnert: Ein Mönch, eigentlich Vegetarier, fand kurz vor dem Hungertod ein totes Reh, schnitt sich in seiner Verzweiflung ein Stück Fleisch heraus, briet es und überlebte dank dieser Mahlzeit. Am nächsten Morgen bemerkte er, dass sich die Reste der Mahlzeit in Holzschnitze verwandelt hatten - und dass im Schenkel einer Kannon-Statue ein Stück fehlte. Kannon, die Göttin der Barmherzigkeit, hatte sich für ihn geopfert. Der Mönch gründete später den Nariaji Tempel (aber keine neue Weltreligion).

    Im Tempel war es ruhig und friedlich, ich machte ein paar Fotoexperimente mit der Kamera, kaufte ein Mitbringsel und neue Goshuin und fühlte mich einfach entspannt. Zurück gings per Bus und Seilbahn und dann auf die Suche nach einem Mittagessen, die auch erfolgreich war: Ich landete in einem Fischrestaurant und probierte Matsuba-Krabbe.

    Noch ein kurzer Besuch im Motoise Schrein, wo merkwürdigerweise überhaupt keine Fotos erlaubt waren, und dann machte ich mich auf den schönen Spaziergang über die Sandbank durch die Bucht und zurück zum Hotel. Irgendwann habe ich mich einfach eine Stunde an den Strand gesetzt. Es war einfach schön. Am Ende der Sandbank durfte ich noch die Drehbrücke in Aktion erleben, kehrte in einem Cafe direkt daneben ein, dann gings zurück ins Hotel und abends nochmal ins Onsen.

    Fazit: Ein wunderbar entspannter Tag in einer außergewöhnlichem Landschaft bei fast durchgehendem Sonnenschein - dabei hatte ich mit Dauerregen gerechnet.

    Gute Nacht!

  • 03.04.26

    Grüße aus Kyoto!


    Auch heute morgen blauer Himmel, ich hatte echt Glück! Beim Frühstück hatte ich gestern nur schnell ein bisschen Kuchen gegessen, weil ich den Bus erwischen musste. Heute konnte ich mir heute Zeit lassen. Leider bestand das umfangreiche Büffet zu mindestens der Hälfte aus Fisch und Meeresfrüchten, ich mischte mir aus dem Rest was zusammen, was aber nicht unbedingt meinen Geschmack traf. Naja, egal.

    Heute gings zu Fuß und mit der Seilbahn hoch zum Amanohashidate View Land an diesem Ende der Sandbank. Die soll von hier aus wie ein Drachen aussehen, und ja, das passt. Hier oben gibt es einen Minivergnügungspark mit einer weiteren Aussichtsplattform und kleinen Fahrgeschäften, aber das beste ist natürlich der wunderbare Blick über die Bucht.

    Anschließend besuchte ich unten den Chionji Tempel und ließ mir wieder Zeit für ein paar Experimente mit dem Teleobjektiv. Außerdem gab es neue Goshuin, ein paar Mitbringsel, eine mit Schoko gefüllte Waffeln und die Gelegenheit, Katzen dabei zuzuschauen, in der Sonne zu liegen. Ich vermute, in Kyoto wird es die nächsten Tage weniger beschaulich zugehen, also nochmal in Ruhe durchatmen.

    Um halb zwei holte ich den Koffer im Hotel ab und nahm den Hashidate 4 nach Kyoto. Dort geschmeidig in die U-Bahn gehüpft, geschmeidig den vorher ausgeguckten Ausgang genommen, im Hotel die seit neustem erhobene höhere Übernachtungssteuer abgenickt und das Zimmer bezogen. Ja, ich kann Kyoto! Dachte ich. Aber so viel Hochmut wurde sofort abgestraft, denn im McDonalds gegenüber kippte ich meinen McFloat um, und die Cola ergoss sich über den Tisch! Wie peinlich! Ich rief das Personal zu Hilfe. Das war auch schnell da. Mit einem neuen McFloat. Das war mir dann noch peinlicher.

    Für Abends hatte ich in der Nijo-Burg ein Ticket für die Sakura Nights vorgebucht, inklusive einer Vorführung, genannt Shirogeki. Die entpuppte sich als lustige Zeitreise eines japanischen Schulmädchens, das einen bösen Dämon besiegen muss und trotz eigener magischer Kräfte ihren Helden letztlich mit einem Kuss rettet. Dazu wird getanzt und gesungen, mir hats gefallen. Auf dem Gelände gabs noch einige Projektionen, aber der eigentlich Star waren dann doch die Kirschblüten.

    Ein schöner Tag und ein schöner erster Abend in Kyoto, so könnte es gerne bleiben!

  • 04.04.26

    Grüße aus Kyoto!

    Heute gings mit dem Zug nach Hikone zur original erhaltenen Burg. Der Wetterbericht hatte zeitweise Regen gemeldet. Dass es stürmisch werden würde, merkte ich erst in Hikone. Immerhin war es erst noch trocken.

    Die Burg ist relativ klein, liegt aber auf einem weitläufigen Gelände mit Museum und Garten. Innen ist sie schmucklos, dafür sind im Museum einige Original- Schwerter, Rüstungen und weiteres zu sehen, das meiste aus dem Besitz der Familie Ii, die in Hikone residierte. Der Garten hätte einen längeren Besuch verdient, aber der Regen hatte eingesetzt, und ich drehte nur eine kurze Runde.

    Dann die Frage: Direkt zurück nach Kyoto oder unterwegs noch ein Besuch in Omi Hachiman? Beim Blick aus dem Zugfenster wirkte das Wetter gar nicht so übel, also Aussteigen in Omi Hachiman und mit dem Bus zum "Kanalviertel". Dort erst noch ein Stück durch eine ehemalige Kaufmannsstraße und dann weiter zum Kanal mit den Kirschbäumen. Malerisch, aber leider fing es immer wieder an zu schauern.

    Die Seilbahn hoch zum Zuiryuji Tempel fuhr wegen des Sturms nicht, und beim Besuch des Omi Hachiman Schreins fing es dann so richtig an zu regnen. Zum Glück fuhr bald der Bus zum Bahnhof, auf den Zug musste ich aber etwas warten, denn der Sturm hatte zu Verspätungen geführt. Als ich ziemlich nass und durchgefroren in Kyoto ankam nutzte ich noch das reichhaltige Essensangebot am Bahnhof und wärmte mich mit heißen Udonnudeln auf.

    Abends gings dann früh ins Bett. Gute Nacht!