Assalomu alaykum, Reisebericht 12 Tage Usbekistan im April 2026

  • Usbekistan, das war für mich eigentlich nie ein Reiseziel. Bis ich letztes Jahr einen Reisebericht mit tollen Fotos gelesen habe, der zudem noch von Emily Lush (Wander-lush.org) war, deren Berichte mir schon bei 2 Reisen nach Georgien eine tolle Inspiration und Hilfe waren.

    Warum also nicht Usbekistan?

    Nach einigen Prüfungen (Anreise, Unterkünfte, Transport, Sicherheit) war es schnell fix, 12 Tage, von Taschkent bis Xiva. Es galt die Hauptsaison zu vermeiden, also im April.

    Und so landeten wir Anfang April in Taschkent.

    Die hilfreiche App Yandex (vergleichbar Uber) hatte ich mir zuhause geladen, allerdings mit meiner deutschen Handynummer, vermutlich hat sie deswegen mit der usbekischen SIM Karte am Flughafen nicht funktioniert, weswegen wir den Taxifahrern ausgeliefert waren, die dort lauerten. Ok, 10 US für die Fahrt zum guesthouse ist nicht teuer, aber dennoch das 5fache von Yandex.
    Im guesthouse angekommen und die App neu geladen, funktioniert diese fortan einwandfrei, Fahrten kosten so 0,70 Euro bis 2,50 Euro, die 2,50 Euro waren dann auch schon 20 Minuten Taxifahrt.

    Unser guesthouse in Taschkent war modern und neu eingerichtet, sogar ein Pool war vorhanden. Die Schuhe zieht man traditionell aus (das war bei allen Unterkünften der Fall).

    Verständigung ? Usbekisch oder russisch, auf schwäbisch hat es auch geklappt 😂 oder eben per Internet Übersetzung. In 3 von 5 Unterkünften wurde englisch gesprochen, zumindest von einem Familienmitglied.

    Das Frühstück war üppig und bei allen Unterkünften inklusive.

    Leider war das Wetter bei der Ankunft regnerisch und kalt.
    Am besten gleich zum Essen gehen, typisch usbekisch: Plov.

    Plov ist Reis mit Fleisch, Gemüse und Rosinen.Dazu ging es in das Besh Quezon. Am Vormittag wird das Plov in Töpfen, so große wie ein Whirlpool, über Feuer gekocht. Unzählige Portionen werden zum mitnehmen und für das große Restaurant vorbereitet. Dazu gibt es frisches Brot, das in der Innenwand vom Ofen gebacken wird.







    Der Fernsehturm direkt daneben versteckte sich leider etwas in den Regenwolken.

  • Danach bot sich, bei weiterhin Regen, der Besuch vom vom Chorsu Bazaar an, eine riesige Markthalle. Im Erdgeschoss hauptsächlich Fleisch, darunter auch Pferdefleisch, und Milchprodukte und eine vielfältige Auswahl an sauer eingelegtem Gemüse, im ersten Stock das touristische Angebot: Nüsse, aromatisierte Tee‘s, Gewürze, Trockenfrüchte.


    Außerhalb der Halle wurde Obst, Gemüse und Brot angeboten. Das Brot wird in mobilen Verkaufsständen (ausrangierte Kinderwägen) feilgeboten. Jeder Bäcker verziert das Brot mit einem Stempel.

  • Zuletzt die Metro Stationen erkundet, das Ticket kostet 0,12 Euro.

    An jeder Station Sicherheitspersonal (wie auch im Straßenverkehr an jeder Kreuzung) Die Metro Stationen sind verschiedenen Themen gewidmet wir z.b. Weltall /Kosmonauten. Es ist überall sehr sauber und teilweise prunkvoll, an manchen Stationen mit Kronleuchter.

  • Am zweiten Tag besuchten wir -immer noch bei Regen- die Hazrati Iman Moschee

    und das erst vor wenigen Tagen neu eröffnete Museum „History of Islamic Civilisation“



    Danach ging es zu dem im Baustil „sowjetischen Brutalismus“ erbautenHotel Uzbekistan. Zum Glück hatten wir hier nicht gebucht, denn das Hotel ist so richtig in die Jahre gekommen und wirkte vor allem innen ungepflegt.

    auf den Straßen wird überall wird gefegt, die Reinigungskräfte sind immer im Geschwader unterwegs

    Abends ging es in das usbekische Disney Land: Magic City.
    Dieser Vergnügungspark kostet keinen Eintritt und wird ab der Dämmerung stimmungsvoll beleuchtet.

  • Sehr interessant, eine fremde Welt, Reis mit Rosinen und mehr in einem gigantischen Topf, frisch geschlachtete und ausgebeinte Tiere in einer sehr sauber aussehenden Markthalle, das wirkt alles sehr faszinierend auf mich. Ich musste unweigerlich an meine Nachbarn in Zinder, Niger denken, 1984, ein Ärzteehepaar aus Taschkent, empfahlen mir grünen Tee, ohne Zucker zu trinken, wenn ich mal Verdauungsprobleme hätte. Alles in Zeichensprache, da wir keine gemeinsame Sprache beherrschten. Sie zeigten mir Fotos mit riesigen Tomaten, ihren hübschen Kindern, das urige Haus… vor mehr als 40 Jahren.

    Ich freue mich auf die Fortsetzung deines Reiseberichts!

    horas

  • karina April 17, 2026 at 7:01 AM

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  • Taschkent war ein guter Start, wenngleich uns die Hauptstadt nicht begeistert hat. Ich zitiere KI, denn besser kann ich es nicht ausdrücken „ Taschkent ist architektonisch stark durch das verheerende Erdbeben vom 26. April 1966 geprägt, das weite Teile der Altstadt zerstörte. Der darauf folgende schnelle Wiederaufbau durch die Sowjetunion verwandelte die Stadt in ein "Open-Air-Museum des sowjetischen Wohnungsbaus“

    5 spurige Straßen durchziehen die Stadt, meist repräsentative Gebäude rechts und links, viele Autos, kaum Menschen, trotz der vielen Grünanlagen. Wenig Geschäfte, ab und zu mal ein Korzinka (Supermarktkette) abseits des Marktes keine Einzelhändler oder Geschäfte.


    Blick vom oberen Stockwerk des Hotel Uzbeskistan.


    Die Weiterreise am nächsten Tag war per Afrosiyob Zug in 2:25 Stunden nach Samarkand. Zugang zum Bahnhof mit Sicherheitskontrolle.
    Die Zugtickets kauft man am besten ca. 6 Wochen online im Voraus.
    Nur soviel Tickets werden verkauft, wie es Sitzplätze gibt, vor dem Einstieg in den Zug wird kontrolliert.

    Unser guesthouse war mitten in der Altstadt, vom Balkon aus der Blick auf die Kuppel des nahen Gur-Emir Mauseoleums.

  • eine echte Herausforderung, die quirlige Gruppe zu einem Foto zusammenzuhalten


    da ist’s mit dieser Gruppe vor dem Registan Platz schon einfacher

    Der imposante Registan Platz wird von 3 Medresen (traditionelle islamische Schulen) umgeben.


    Nach einem frühen Abendessen trieb uns ein Gewitter zurück ins guesthouse, genug gesehen für heute.

  • Unglaubliche Farbenpracht! Und die tollen Mosaikverzierungen an den Mausoleen und sonstigen Bauten würde bei uns sicher niemand mehr hinkriegen.

  • Tolle Bilder, da sehe ich, was ich verpasst habe, denn diese Reise hatten wir vor 4 Jahren geplant und mussten sie absagen. (hatten eine Route über Russland)

  • wieder allerlei sauer eingelegtes Gemüse

    Hast du es mal probiert?

    Viele Grüße

    horas

    nein, leider nicht. Es hätte mir sicherlich geschmeckt, ich mag sauer eingelegtes. Aber -so zum mitnehmen- da hat mir die Gelegenheit gefehlt, wie ich es essen soll. Schmeckt vermutlich lecker als Beilage zu gegrilltem, aber wir waren immer in Restaurants essen, da kann ich ja schlecht meine Beilage mitbringen. Und auf den Speisekarten habe ich es nicht entdeckt, oder nicht als solches identifiziert (die Speisekarten waren immer ein kleines Mysterium, trotz englischer Übersetzung)

  • Unglaubliche Farbenpracht! Und die tollen Mosaikverzierungen an den Mausoleen und sonstigen Bauten würde bei uns sicher niemand mehr hinkriegen.

    Ja, die Gebäude sind wirkliche sehr beeindruckend.

    Einige Gebäudekomplexe in Usbekistan sind als UNESCO Welterbe klassifiziert, was natürlich zu Restaurierungen und dem Erhalt beigetragen hat.

  • Samarkand hat uns richtig gut gefallen, mehr Leben auf den Straßen, kleine Geschäfte, eine gute Stimmung.

    Weiterfahrt von Samarkand nach Buchara wieder mit dem Afrosiyob, Fahrzeit 1 3/4 Stunden.

    Hier stand unser Taxifahrer vor einer Herausforderung.Sämtliche Zufahrten in die Altstadt, wo sich unser Unterkunft befand, waren von Polizeisperren blockiert. Das Navi bot keine weitere Option, schließlich parkte er sein Auto und begleitete uns zu Fuß zum guesthouse.Das üppige Trinkgeld dafür wollte er zuerst gar nicht annehmen, der reine Fahrpreis für diese 30minütige Fahrt betrug 2,50 Euro .

    Unser Zimmer war in einem Haus in der Altstadt, sowohl die Familie als auch die Gästezimmer gingen zum Innenhof, traditionell eingerichtet, im Eingangsbereich ein großer Kühlschrank und sogar eine Waschmaschine. Bei allen Türrahmen musste man sich bücken -Verletzungsgefahr für den Kopf- sie waren sogar für meine 1,63 Meter zu niedrig. Einen Schlüssel haben wir nicht bekommen, abschließen nicht nötig. Wir wurden mit Wasser, Saft, Tee und Gebäck begrüßt.


    Hier erfuhren wir nun auch -der Chef Azamat spricht hervorragend englisch- den Grund der Straßensperren und Polizeipräsenz: ein Treffen der Staatschefs von Usbekistan und Kasachstan findet heute in Buchara statt.

    So trafen wir später in der der Altstadt hauptsächlich dunkel gekleidete Security und Polizisten an.


    Sicherheitskontrolle in der Altstadt wegen Staatsbesuch

  • Die Altstadt hat neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten ein großes Angebot für Touristen, jedoch nirgends, und das war in ganz Usbekistan so, trafen wir auf aufdringliche Händler.

    Ich habe mal gelesen „der wahre Orient ist freundlich und zurückhaltend“.



    Pelzmützen und Jacken scheinen auch nachgefragt….

    In Buchara findet man viele traditionell und hübsch eingerichtete Restaurants und Sitzgelegenheiten im Freien, etwa um den künstlich angelegten See herum.


  • Bummeln in der Altstadt von Buchara ist angenehm, Fußgängerzonen verbinden die Toki (Basare mit Kuppeldächer) hier fallen mir zum ersten Mal auch Teppichgeschäfte auf, eigentlich ich an den Orten entlang der Seidenstraße davon viel mehr erwartet.

    Der zentrale Platz ist der Po-i-Kalan mit der Moschee und dem 47 Meter hohen Kalan Turm.

    Auf dem belebten Platz war der Verkäufer mit roten Luftballons ein hübscher Farbtupfer, für Fotos hat er die Luftballons auch ausgeliehen.