Südafrika April 2026: Unterwegs auf der Panorama Route und ihrer Umgebung

  • Nach der Garden Route war die Panorama Route Teil 2 unseres Südafrika-Urlaubs.


    Die Anreise von Johannesburg war schwieriger als erwartet, unsere Navis hatten ca. 5 Stunden angezeigt, doch es wurden ein paar mehr.
    Nach Verlassen des Highways ließ die Qualität der Straßen bei jedem gefahrenen Kilometer nach, zum Glück konnten wir oft Ortskundigen folgen und deren Umfahrungen von teils großen und vor allem tiefen Schlaglöchern. Zudem waren Fußgänger, Radfahrer, Ziegen und Rinder auch unterwegs, wobei letztere einfach stehen geblieben sind.

    Die Ausläufer der Drakensberge

    Wir nähern uns unserer Unterkunft, dem Umvangati House. Sie ist ungefähr 90 Fahrminuten von der Panorama Route entfernt und hat Platz für 16 Personen.

    Erster Sonnenuntergang vor Ort, unser Häuschen ist links unten.

    Das Essen ist fantastisch, es gibt kein festes Menü, sondern es wird nach (Bio-)Verfügbarkeit gekocht, alles aus dem eigenen Garten oder von benachbarten Farmen oder Fischern.

    Vorspeise: Blüten und Kräuter sind aus dem Gewächshaus

    Hauptgang

    Nachspeise

    Zum Frühstück wird ein superleckeres Brot für uns gebacken - wir sind die einzigen Gäste

    Ausflug zur Panorama Route: Die Three Rondavels, unten fließt der Blyde River


  • Der Blyde River - rechts in der Mitte sind 2 Boote, auf einem werden wir in 2 Tagen sein

    Es braucht einfach Zeit, und die haben wir ja.

    An den Points of View versammeln sich die Bewohner der umliegenden Dörfer und bieten erstaunlich viel selbst hergestellte Waren an.

    God's Window erleben wir dreimal nur im Nebel, d.h. wir steigen erst gar nicht aus.

    Dafür aber an den drei Wasserfällen neben der Route:
    Hier am Kassenhäuschen wartet eine junge Dame aus der näheren Umgebung auf zahlende Touristen; die Einnahmen bleiben in der Region.

    Leider sind wir auch hier die Einzigen.

    Ebenso hier



    Zurück noch bei Tageslicht = mit einem Bierchen warten wir auf den Sonnenuntergang.

  • Haustier: Der Caracal (Wildkatze) trägt einen Transponder, weil er oft weite Strecken zurücklegt.
    So nah habe ich noch nie einen gesehen und finde die Ohren sehr interessant.

    Die Chefin aus den Niederlanden ist Önologin und zeigt meinem Mann den Weinkeller.

    Sie spendiert uns auch die Bootsfahrt auf dem Blyde River und empfiehlt uns einen Abstecher zu einem Wasserfall, der auch mit Flip-Flops zu machen ist.
    Ich gebe auf: Zu steil, zu steinig, zu rutschig (es hatte geregnet). Ich warte hier.

    Etliche Jugendliche in Badekleidung und Flip-Flops sind tatsächlich unterwegs und fragen, ob ich Hilfe benötige:
    Nein, ich warte nur auf meinen Mann. Und der kommt und kommt nicht....

    Dann war er da und hat mir die Bilder gezeigt.
    Das war der Anstieg und beim Abstieg ist er gestürzt.
    Außer tiefen Schürfwunden, Prellungen an Handgelenken und Knöcheln hat er sich an der Hüfte verletzt und das Schienbein gebrochen, wollte aber dennoch die Bootsfahrt mitmachen. Mit einem Stock auf der einen Seite und meiner Stütze auf der anderen haben wir das Schiff erreicht.



    Das Gorillahaupt

    Die Rondavels aus Flusssicht

    Zurück im Umvangati hat er Coolpacks für die Gelenke und warme Decken bekommen.
    Ich bin ja ein bisschen vom Fach und habe das Angebot, zum nächsten Krankenhaus zu fahren, abgelehnt.

    Am nächsten Tag ging es weiter zur nächsten Lodge am White River, wenige Kilometer vom Gate zum Kruger Park entfernt.
    Dank Tempomat und Automatikgetriebe sind wir dort auch angekommen.

    Hier sind genügend Liegemöglichkeiten! Alles andere ist gestrichen!



  • Das habe ich mich auch gefragt... Auch wenn du vom Fach bist - ein Bruch ohne richtige Versorgung???

  • @ Flicka und serenity

    Ich wusste natürlich nicht, dass es ein Bruch des Schienbeinkopfes war, hätte auch etwas mit der Kniescheibe und/oder dem Meniskus sein können.
    Der Bruch wurde letzte Woche, 7 Wochen nach Rückreise, diagnostiziert.
    Zu Hause war er gleich beim Arzt, aber wegen der Schwellungen/Entzündungen war vorher kein aussagekräftiges MRT machbar;
    Knie und Meniskus sind in Ordnung.

    Ich habe nicht leichtsinnig gehandelt - mein Mann konnte alleine stehen und mit Unterstützung gehen, d.h. wenn, dann liegt ein innerer Bruch ohne Knochenverschiebung vor, sonst wäre das nicht möglich gewesen. Da ist auch keine OP nötig, sondern es wird konservativ mit Schonung, Orthese und Gehhilfen therapiert.

    Im privaten Krankenhaus von Hoedspruit hätte es orthopädische Chirurgen gegeben, das war mir zu riskant.
    Bei einer Verschlechterung wären wir mit irgendeinem medizinischen Fahrdienst nach Johannesburg zurück und in eine Fachklinik, was zum Glück nicht nötig war.

    Seine hochwertige Knieorthese von einer früheren Verletzung hatte ich dabei, so war Autofahren möglich, Gehhilfen haben wir erhalten und außer Essen nichts weiter gemacht.

    Der Arzt in Deutschland war jedenfalls mit meiner Versorgung hochzufrieden. Ein befreundeter Orthopäde ebenso.
    Wenn es eine Meniskusbeteiligung gegeben hätte, wäre diese auch erst jetzt gefunden worden und hätte nichts an der Behandlung geändert.

  • Ein Reisebericht ist das jetzt nicht mehr, aber ich möchte auch die kulinarische Seite erwähnen, dass man in Südafrika so toll verwöhnt wird, hätte ich nicht geglaubt.


    Auch in dieser Unterkunft waren wir die einzigen Gäste.
    Im Haus ist ein großer SPA-Bereich; an Wochenenden kommen Großstädter zum Entspannen oder auch Reisende nach der Kruger-Safari.

    Die Karte für uns beide, R425 sind ca. 21€ und wir konnten alles davon bestellen oder variieren.

    Mein Favorit: Rote Bete mit Jakobsmuscheln

    Links haben wir gewohnt


    Letzte Unterkunft im Norden war das Graceland Eco Resort. Auch hierhin waren wir den ganzen Tag unterwegs und die Landschaft hat sich ständig verändert. Das Resort liegt inmitten eines Nationalparks und die letzten 40 Kilometer war die Strecke unbefestigt.
    Ich habe mir bisher unbekannte Vogelarten gesehen, riesige Schmetterlinge, Affen und wilde Schweine.

    Im weitflächigen Resort lebt eine Giraffenherde, die wir aus bekanntem Grund nicht gesehen haben.

    Es gibt 4 Studios und 1 Haus - unser Haus!

    Die beiden Besitzer sind vor ein paar Jahren aus Schweden ausgewandert.
    Der eine war promovierter Laborarzt am Karolinska-Institut bei Stockholm und ist hier für den Service und die Buchhaltung zuständig.
    Kunstsammler ist er auch, hauptsächlich lokale Kunst.
    Der andere ist leidenschaftlicher, begnadeter Koch und lebt hier seinen Lebenstraum aus.

    Es ist alles Bioqualität aus dem eigenen Garten oder kommt von Farmen/Fischern der Umgebung.
    Die beiden reisen gerne nach Asien um Gewürze zu kaufen, z.B. einen bestimmten Pfeffer aus Kambodscha.


    Das Resort haben sie gemeinsam geplant und mit viel Eigenleistung gebaut.
    Finanziell rechnet sich das sicherlich nicht - wir waren wieder die einzigen Gäste - aber die beiden sind glücklich hier!

  • Liebe Flicka,

    ich bin immer nicht nur offen für konstruktive Kritik, ich wünsche sie mir!

    Danke für die Frage, denn auf den Gedanken, mich an unsere deutschen Freunde zu wenden, Fotos zu schicken und die Situation zu schildern, bin ich gar nicht gekommen.

    Stattdessen hatte ich die ganze Nacht lang nicht nur überlegt, was es sein könnte = Schienbein, Kniescheibe oder Meniskus, sondern ob wir abbrechen, uns nach Johannesburg bringen lassen sollen, um die verbleibenden Tage dort abzusitzen oder in einer schönen Unterkunft, zu der wir sicherlich nie mehr kommen werden, bei herrlichem Wetter und grandiosem Essen, das Beste daraus machen.

    Unabhängig ob Knie, Meniskus oder Schienbein: Er konnte stehen und laufen, das war das Entscheidende.

  • Ich fürchte wir reden immer noch aneinander vorbei. Beim Lesen des Satzes, den ich oben zitiert hatte, stelle ich mir vor, wie dein Mann zerschunden und auf einen offenen mittigen Schienbeinbruch deutend auf dich zu humpelt und trotzig verkündet, dass er sich die Bootsfahrt trotzdem nicht entgehen lassen will. ;)

    Aber Spaß beiseite: Uch kenne aus eigener Erfahrung die Situation, verletzt im Ausland auf sich selbst zurückgeworfen zu sein. Das ist wirklich schlimm, man fühlt sich in seinen Sorgen so isoliert und hat Angst, falsche Entscheidungen zu treffen. Einer Freundin ging es zuletzt bei einer Rundreise durch Tansania auch so. Eine Vorerkrankung ihres Manns trat wieder auf, und sie wussten nicht, ob die mitgenommenen Antibiotika ausreichen oder sie lieber schnell zum Flughafen zurückfahren und zurückfliegen sollen.


    EDIT: Ah, du hattest inzwischen schon auf die Passage geantwortet. Du bist zu schnell für mich! ;)

  • Jetzt bin ich, denke ich, bei dir!

    Ich hätte das besser entweder ausführlich oder nicht so dramatisch schildern oder ganz weglassen sollen.
    Weglassen wollte ich es aber nicht, um auch - wie einige andere im Forum - auf solche möglichen Situationen im Individual-Urlaub hinzuweisen.

    Er hatte einen Stock, kam humpelnd an, das Blut lief aus der zerrissenen knöchellangen Hose.
    Im Rucksack habe ich immer Notfallmaterial, hab stramme Verbände um Kniee und Knöchel gelegt und das ganze Ausmaß erst in der Unterkunft gesehen.

    Wobei ich ihm durchaus zutraue, eine Bootsfahrt auch mit einem offenen Bruch zu machen. Dann wäre ich aber auf jeden Fall dagegen.

    Sind deine Freundin und ihr Mann zurückgeflogen? Da hätte ich wohl nicht gezögert.

  • Die Küche haben wir auch nicht gebraucht.

    Innen- und Außenbad

    Der Herr Doktor ist auch aus alten Gasflaschen geformt

    Blick ins Gewächshaus

    Die Gasflasche wird sicher wieder verwendet


    Und nur für uns: Indisches Büttenpapier


    Rückfahrt nach Johannesburg


    Ankunft im Witwater Guesthouse, da waren wir nun zum vierten Mal 2 Nächte vor dem Flug nach Frankfurt.
    Mr Shepherd kümmert sich auch als ein solcher um alle Bedürfnisse seiner Gäste.

    Muss ich erwähnen, dass wir die einzigen Gäste sind?

  • Resümee

    Die wenig frequentierte Panorama Route wäre für uns ideal gewesen:

    Wir fahren sehr gerne auch lange Strecken ganz gemächlich zu zweit mit dem Auto, genießen die Landschaft, die Leute und Tiere auf den Straßen anstatt von A nach B zu fliegen.

    Aber dass nach mehr als 3 Jahrzehnten intensiven Reisens erst jetzt so etwas, noch dazu Reparables, passiert, ist doch großes Glück!


  • Weglassen wollte ich es aber nicht, um auch - wie einige andere im Forum - auf solche möglichen Situationen im Individual-Urlaub hinzuweisen.

    ...


    Sind deine Freundin und ihr Mann zurückgeflogen? Da hätte ich wohl nicht gezögert.

    Nein, weggelassen hätte ich es auch nicht. Es ist ja passiert und hatte großen Einfluss auf eure Reise. Und andere Reisende sind dadurch für die Gefahr sensibilisiert.

    Meine Freundin wollte erst zurückfliegen. Sie haben schon Flüge rausgesucht, dann aber doch abgewartet, ob die Antibiotika greiefen. Der Mann ist auch "vom Fach". Zum Glück hat es sich dann auch zügig verbessert und sie haben die Reise fortgesetzt.

  • dass man in Südafrika so toll verwöhnt wird, hätte ich nicht geglaubt.

    Die Kulinarik in Südafrika finde ich auch herausragend, und zwar von den ganz einfachen, bodenständigen Gerichten bis zur Top-Gastronomie. Ist auch kein Wunder, Südafrika ist ein Schmelztiegel verschiedenster Kulturen. Auch die Nähe zur britischen Küche ist auffallend, nur dass die Pies und der Sunday Roast eben mit Lamm, Strauß oder Springbok zubereitet werden und dass man zu den Fish & Chips kein Bier sondern eine gute Flasche Weißwein trinkt. :thumbsup:

    Service und die Gastlichkeit sind ebenfalls top, was man auch an den Fotos eurer Unterkünfte sieht.