20. Juni
Meinen Mann hält es definitiv nicht lange im Bett. Allerdings geht heute auch mal wieder der Wecker, da er um 8:30 Uhr abgeholt werden soll.
Mein ursprünglicher Plan, als ich (schon vor Monaten) die Moped-Tour für ihn gebucht hatte, war, den Tag mit Shoppen, einem Spa-Besuch und eventuell einem Besuch der Tegallalang-Reisterassen zu verbringen. Was vor Monaten noch nach einem guten Plan klang, wurde mit jedem Erlebnis im Urlaub unattraktiver. Shoppen kann ich auch zu Hause und Insta-Massen brauche ich auch nicht. Also hatte ich mir kurzerhand noch gestern eine Fahrradtour gebucht. Allerdings die faule Variante
. Die gesamte Tour sollte nur bergab und somit was die Anstrengung anging minimalinvasiv sein. Außerdem sprach mich an, dass die Gruppengröße auf 4 Teilnehmer beschränkt war. Abholung um 8 Uhr, Ende gegen 14 Uhr. Und das alles für 600.000 IDR / 30,- Euro inklusive Begleitfahrzeug, Guide und Mittagessen. Und alles natürlich ganz easy über What's App vereinbart. (Und wen es interessiert: GOAT hieß der Veranstalter.)
Also gab es bereits um 7 Uhr das Frühstück. Ich wurde dann auch pünktlich, und noch vor meinem Mann, abgeholt. Der Arme stand da mit Sack und Pack, voller Vorfreude und doch aufgeregt. Und so stand er auch noch länger, wurde er leider erst mit 1 Stunde Verspätung abgeholt. Der einzige Termin, der nicht pünktlich eingehalten wurde im ganzen Urlaub. Allerdings wurde er per WA auf dem Laufenden gehalten.
Ich kann Euch jetzt im Großen und Ganzen nur von meinem Tag berichten.
Made, der Guide, und der Fahrer des Begleitfahrzeuges erwarteten mich mit bereits aufgesattelten Fahrrädern. Wir holten noch eine australische Familie, Eltern mit etwa 16-jähriger Tochter, ab. Alle Drei in der absolut professionellen Radmontur, während ich (war ja auch nicht so geplant) einfach nur 'ne kurze Sporthose, Top und Birkis an hatte (die Leichtwanderschuhe waren immer noch nass vom Waschgang). Oh je...ich machte mir Sorgen...Schnell machten wir uns bekannt und tauschten uns untereinander aus. Da hatte ich offensichtlich einen guten Fang mit meinen Begleitern gemacht.
Wir fuhren erst mal weiter nördlich, weg von Ubud Richtung Mount Batur, vorbei an vielen festlich geschmückten Tempeln und wunderschön gekleideten Menschen.
Mit einem Stop an einer Kaffeeplantage. Dass das Ganze erst mal eine "Kaffeefahrt" im wahrsten Sinne des Wortes war, war mir nicht klar. Wir Vier wurden an der "Plantage" von einer netten jungen Frau in Empfang genommen und durch einen Garten geführt, in dem alles mögliche wuchs, was für uns exotisch ist (und natürlich auch Kaffee). Von Mangosteen über Kakao bis zu Kurkuma gab es viel zu sehen und all unsere Fragen wurden auch wirklich gut und kompetent beantwortet.
Dann ging es leider an den ersten Käfigen mit Luwaks vorbei. Natürlich...ich hätte es mir denken können. Sie würden regelmäßig frei gelassen und gegen andere ausgetauscht. Klar!
Weiter wurden uns verschiedene Gewürze gezeigt, Kaffee in den verschiedenen Stadien und eben auch so:
Gegessen und wieder ausgeschieden. Und ich frage mich bis heute, wer darauf gekommen ist, ausgeschiedene Kaffeebohnen zu sammeln und zu verarbeiten. Da hatte jemand viel Langeweile und einen schrängen Sinn für Humor. Leider zu Ungunsten der Luwaks.
Eine Dame röstete fotogen Kaffee, der herrlich roch.
Und wieder zeigte sich die tiefe Durchdringung der Balinesen durch ihren Glauben. Gleich neben uns bringt eine junge Frau die morgendlichen Opfergaben dar (ich durfte fotografieren, ich habe gefragt) - unbeeindruckt von dem schon regen Treiben um sie herum, ganz in ihr Tun versunken.
Mit Blick ins undurchdringliche Grün geht es jetzt an die Kaffeprobe. Wobei uns nicht nur Kaffee in diversen Ausführungen (Luwak-Kaffee würde allerdings extra kosten), sondern auch Tee und Kakao kredenzt wird. Meine australischen Freunde müssen sich ihre Menü zu Dritt teilen, ich darf alleine kosten.
Ich muss lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass die Führung auch echt interessant war. Und auch ,wenn sie dem Verkauf galt, war man diesbezüglich unaufdringlich. Indonesien halt.
Von der Kaffeeprobe ging es zu einem großen Verkaufsgebäude, wo neben den diversen Kaffees (viele aromatisiert als Getränkepulver) auch ein armer Luwak seine hospitalistischen Bahnen zog.
Und alles nur, für einen Kaffee, den man vermutlich nur wegen sein "Igitt"-Anmutung teurer verkaufen kann.
Weiter ging es Richtung Mount Batur, leider ab und an von kleineren Regenphasen begleitet. Aber am Aussichtspunkt angekommen hörte zumindest der Regen auf, wenn es auch noch bewölkt war. Ich hielt die Augen auf, ob ich irgendwo einen grenzdebil grinsenden Mann auf einem Offroad-Motorrad sichten könne, den die Tour meines Mannes führt auch zu den Lavafeldern des Batur, aber der war weit und breit nicht zu sehen. ![]()
Bei unserer ersten gemeinsamen Balireise vor gut 20 Jahren, ganz klassisch für 2 Wochen in einem Strandhotel in Legian, war der vorab gebuchte erste Ausflug gleich in der ersten Nacht nach Ankunft, die Wanderung auf den Batur zum Sonnenaufgang. Unser Guide hatte das noch nie gemacht und war entsprechend unfit. Wir 20 Jahre jünger und durchaus fit, rannten ihm fast davon. Oben am Gipfel stand eine kleine Hütte, wo es Tee und abgepackte Kekse zu kaufen gab. Zum Sonnenaufgang waren wir vielleicht zu 10. da oben. - So, wusste Made zu berichten, geht es da definitiv nicht mehr zu. Die Wanderung auf den Batur zum Sonnenaufgang ist der heiße Sch... und es wandern Massen dort hoch. Schön, dass uns das nicht mehr zu jucken braucht.
Dem Trubel hier oben entfliehen wir noch mit dem Auto und fahren auf einer Seitenstraße ein Stück weiter wieder retour abwärts. Dann fahren wir rechts ran und die eigentliche Tour beginnt. Jeder bekommt einen Helm, ein Fahrrad, dass wo nötig noch auf die Größe eingestellt wird und dann gibt es noch eine kleine Sicherheitseinweisung. Wir machen uns kurz mit dem Fahrrad vertraut und dann geht es los.