Münster - ein Traum für Fußgänger

  • Vier Tage Münster zu Fuß – unsere Eindrücke

    Ende Juni verbrachten wir vier Tage in Münster. Unser Ziel war es nicht, möglichst viele Sehenswürdigkeiten im Akkord abzuhaken, sondern die Stadt ganz bewusst zu Fuß zu erleben. Das haben wir dann auch konsequent durchgezogen.

    Entspannter Auftakt auf der Promenade

    Die Anreise mit dem ICE verlief trotz einer kleinen Verspätung angenehm. Da wir früh in Münster ankamen, konnten wir in unserem Hotel noch nicht einchecken. Also nutzten wir die Zeit für einen ersten Spaziergang auf der berühmten Promenade. Schon nach wenigen Metern fiel uns etwas auf, das uns während des gesamten Aufenthalts begleiten sollte: Als Fußgänger kann man sich in Münster erstaunlich entspannt bewegen. Die Wege für Radfahrer und Fußgänger sind meist klar getrennt. Man kann tatsächlich einfach stehen bleiben, schauen, fotografieren und weitergehen, ohne ständig nach hinten schauen zu müssen.

    Unser Wohnung lag in Bahnhofsnähe. Die Lage war zwar praktisch, die erste Nacht wegen der Hitze und des Straßenlärms allerdings recht unerquicklich. Nach einem unkomplizierten Zimmerwechsel schliefen wir in den folgenden Nächten aber deutlich besser.

    Grüne Oasen und unsere Highlights

    Besonders beeindruckt hat uns die Promenade – ein rund viereinhalb Kilometer langer, von großen Linden gesäumter Ring um die Altstadt. Die riesigen Bäume spendeten bei Temperaturen von bis zu 36 Grad den dringend benötigten Schatten und verbreiteten zudem einen wunderbaren, angenehmen Duft.

    Zu unseren weiteren Zielen gehörten:

    • Der historische Wasserturm
    • Die autofreie Siedlung Weißenburg
    • Das Hafenviertel und der Dortmund-Ems-Kanal (morgens noch überraschend ruhig, aber absolut lohnenswert)
    • Das Kunstmuseum Pablo Picasso mit dem Pablo-Café
    • Das berühmte Antiquariat aus den Wilsberg-Krimis
    • Der Botanische Garten der Universität     

    Der Botanische Garten war für uns das absolute Highlight der Reise – hier hätten wir locker einen ganzen Tag verbringen können. Die enorme Vielfalt der Pflanzen und die vielen schattigen Wege machten den Besuch trotz der großen Hitze zu einem unvergesslichen Erlebnis.

    Unser Fazit: Eine Stadt für Menschen

    Insgesamt wirkte Münster auf uns deutlich grüner als unsere Heimatstadt Offenburg. Große Bäume – insbesondere die vielen Linden – prägen das gesamte Stadtbild. Besonders positiv fiel uns auf, dass es kaum Gehwegparken gibt und die Innenstadt insgesamt autoärmer und ruhiger wirkt.

    Unser Gesamteindruck ist durchweg positiv. Münster erscheint uns als eine Stadt, in der dem Fuß- und Radverkehr über viele Jahrzehnte hinweg bewusst Raum gegeben wurde. Nach vier Tagen und rund 80.000 Schritten sind wir mit vielen schönen Erinnerungen nach Hause gefahren – und mit der Erkenntnis, wie unterschiedlich sich Städte anfühlen können, je nachdem, wem der öffentliche Raum gehört.

    Glück im Unglück bei der Heimreise

    Unsere Rückfahrt war eigentlich für den 27. Juni um 12 Uhr gebucht. Wegen angekündigter extremer Hitze, empfahl die Bahn, Reisen nach Möglichkeit zu verschieben und bot kostenlose Stornierungen an. Im Reisezentrum erwischten wir glücklicherweise einen sehr netten DB-Mitarbeiter. Er hob die Zugbindung auf, sodass wir spontan schon um 8 Uhr losfahren konnten. Ein riesiges Glück: Der Mittagszug, den wir eigentlich nehmen wollten, hatte später mehr als 1,5 Stunden Verspätung.

    Wer Münster zu Fuß entdecken möchte, dem können wir die Stadt uneingeschränkt empfehlen – wir kommen bestimmt noch einmal wieder.

    Schöne Grüße von Annette

  • Quote

    Wir waren im Mai für 2 Tage in Münster und uns hatte die Stadt auch sehr gut gefallen. Ein wenig hatten wir bedauert, dass das Wilsberg Antiquariat geschlossen war.

    Als wir dort waren, hatte es auch geschlossen. Wir haben uns für nächstes Jahr noch mal Münster vorgenommen, dann aber eine Woche. Vieles haben wir noch nicht gesehen.

    Schöne Grüße von Annette