Namibia-Wo das Nichts zum Viel wird.

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    • 30 min. Stop in der Namib-Wüste.
      Dieses ist kein Reisebericht, nur eine Momentaufnahme eineseinmaligen Erlebnisses.

      Auf der Fahrt zwischen der Namib-Dessert Lodge und dem Soussusvlei war die Wüste grün. Es hatte zweiTage zuvor geregnet, was hier schon ein Weltwunder an sich ist. Manfährt stundenlang auf einer B-Stasse ( Schotter) ohne je einFahrzeug zu sehen. Ein Gefühl von Einsamkeit und Herrscher derStraße überkommt einen. Ab und zu ein Berg rechts oder links, alswenn der liebe Gott hier manchmal einen Gerölleimer ausgekippthätte. Dann immer wieder nur grünes Flachland, welches mit goldenenSandstreifen durchwebt schien.


      Nach ca. zwei Stunden Fahrt war es Zeit für ein Päuschen. Derklimatisierte Toyota wurde zum Ausrollen gebracht, das Radioausgeschaltet, der Zündschlüssel umgedreht.
      Stille setzte ein,und nur in den Gliedern nahm man noch das Summen derFahrerschütterungen wahr. Wir öffneten die Türen und es wurde nochstiller.
      Das letzte, was wir hörten, war das Zuklappenderselbigen.

      Nein, da war noch etwas, ab und zu einmetallisches Hitzegeräusch vom Abkühlen des Motors.
      Und nun kames immer leiser auf uns zu, die absolute Stille.

      Ein Gefühl,das einen umgibt, ohne dass man es sofort realisiert.
      Eineunbeschreibliche Taubheit auf den Ohren, welche man wohl kaum anvielen Orten dieser Welt wahrnimmt.
      Es war um die Mittagszeit beica. 35 Grad und total windstill.
      Schäfchenwolken bewegungslos wieangenagelt, noch nicht einmal Kondensstreifen am Himmel. Kein Baum,kein Blatt, welches ein Geräusch hätte auslösen können. KeineVögel oder anderen Tiere, die sich hier blicken ließen. Weite Ebenemit weitem Blick und ab und zu ein Berg.
      Das war es, die absoluteStille, das absolute Nichts!
      Je länger dieser Zustand dauerte,je mehr rasten die Gedanken durch den Kopf.
      Gedanken an dieZivilisation, dem Treiben, dem wir für eine halbe Stunde entronnensind.


      Es war ein Werktag im Februar, was machen jetzt die Menschen inder Heimat?
      Arbeiten, Stress, Shopping, Straßenlärm,Flugzeuglärm, Handyklingeln.
      Rennen, hetzen, eilen, Aktienkaufen, Aktien verkaufen, Verträge schließen, Verträge brechen.
      ImStau auf der Autobahn, Stehen in der Bundesbahn oder im Bus.
      Und viele, die sogar schlafen finden keine Ruhe, weil sie wildeTräume haben vom Altagsstress , Zukunftsangst undArbeitslosigkeit.
      Auf dem Meer ist es lauter, im Wald ist eslauter, am Strand ist es lauter als hier.
      Sogar das Ungeborene imMutterleib hört mehr und sei es nur der Pulsschlag der Mutter.

      Jelänger ich in mich reinhöre, kommen die Geräusche wieder, was istdas?
      Ich höre mein eigenes Atmen und es sagt mir, du träumstnicht.

      Du solltest jetzt die Pause beenden, wieder insFahrzeug steigen und weiter zum weltbekannten Soussusvlei fahren, wodie 300 m hohen Wanderdünen auf dich warten.
      Hier wird es schnelldunkel, was auf diesen Straßen gefährlich ist und das Ziel ist nochweit.

      Grund meiner Reisen: Die Welt kennen lernen.
      Meine Beiträge / Fotos sind von von ca. 2000 - 2018

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HEVERO ()

    • Hallo Rolf,
      tolle Momentaufnahme!
      Welches Jahr seid Ihr den dort gewesen?
      Habe auf Eurer Seite nichts gefunden, oder habe mich nur zu dumm angestellt.

      =)
      Viele liebe Gruesse

      Erhard
      www.vivien-und-erhard.de
      Reiseerinnerungen Palermo 2018
      Kalimera aus Paros und Naxos 2018

      Das Leben beginnt da, wo die Zeit egal ist
    • Super beschrieben, war sicher ne schöne Reise.
      Wir hatten heute Nacht diesen Moment der absoluten Stille, man lauscht und hört gar nichts - bis der Schneepflug dann dieses nichts von Flaum wegschiebt und es umso lauter wird.
      Wir sind eingeschneit, lautlos kamen die Flocken gefallen.
      So wußte ich schon nachts was ich am Morgen mache - Schnee schaufeln, das Gegenteil von Sanddünen erklettern. :D
      Schönes Wochenende!