Hawaii - Eindrücke jenseits der Hula-Klischees

  • Vielleicht sollten wir nicht als Urlauber hinfliegen sondern mal 1 Monat dort Server spielen.
    Ich stells mir grad so vor; ich geh von Tisch zu Tisch und frag immer ob alles passt.
    Ich lächle gern dazu und nehm am Schluss ein Körbchen mit für die Dollars und nach 1 Monat fliegen wir dann auf Urlaub dorthin wo es so ist wie wir es gern haben. :D

  • Hi,
    ich glaube Gusti, diese Rechnung geht nicht auf. ;-) Das wäre zu schön, wenn eine "einfache" Bedienung auf einen Lohn nur aus Tipps von 7.200 USD kommt, auch wenn sie davon abgeben müsste.
    Ich kenne es so, dass viele Restaurants dazu übergegangen sind und bei Europäern (speziell den Deutschen und Franzosen) schon den Tipp mit in die Rechnung schreiben.
    Selbst die Amerikaner rechnen akribisch den Tipp aus und zahlen ohne zu murren.


    Ich bin ja auch ab und an "drüben". Mir gefällt es, wenn man mir gegenüber freundlich ist, auch wenn es oft nur aufgesetzt ist. Ich nehme es auch gerne an, wenn in den Supermärkten der Einkauf in Taschen und Tüten gefüllt wird. Da fühle ich mich noch als Kunde gesehen. Hier in D passiert es gar zu häufig, dass man in ein Gesicht schaut: Hilfe Kunde droht mit Auftrag und die Verkäuferin sich erst einmal seelenruhig mit der Kollegin weiter unterhält.


    Schade, dass es Euch nicht so gut gefallen hat. Ich war auch schon einige Male da und habe natürlich den eingetretenen Massentourismus gesehen, aber ich finde, es gibt immer noch genügend Ecken, wo man sich nicht gegenseitig auf die Füße tritt. Wobei natürlich der Zustand von meinem ersten Urlaub 1973 ein ganz anderer ist, als der von 92 oder 2013. Ich stelle gerade fest, dass ich immer mit einem Abstand von 20 Jahren dort war. In diesen Jahren hat sich wirklich unheimlich viel verändert.


    Wir sind immer gerne auf den Spuren des Kamehameha I. gewandelt, der erste König von Hawaii. Auf Hawaii leben Menschen aus aller Welt, nicht nur als Touristen, sondern auch die Zugereisten, die jetzigen Einwohner, eine kulturelle Vielfalt, egal, wo man sich gerade aufhält.


    Lahaina, das moderne und hippe Zentrum hat uns zunächst geschockt, aber wenigstens ist der Banyan Tree noch da. Vielmehr gab es in den 70er Jahren auch nicht.


    Die Bilder sind schön geworden, wenn ich den Text nicht gelesen hätte, könnte man meinen, es hat Euch gefallen. ;-) Oahu habt Ihr ausgelassen? Ich glaube, das wäre dann auch der Brüller geworden, denn Waikiki ist mit Hotels übersät und voll. (Aber auch das hat mir gefallen ;-)) Vielleicht auch mehr wegen der Erinnerung.
    Viele Grüße
    Petra

  • Keine Ahnung, ob ich da irgendwo einen "Denkfehler" in meiner Rechnung habe, aber ich bin nicht der Meinung, wesentlich zu hoch gegriffen zu haben.
    Wir haben in gewöhnlichen "Mittelklasse-Restaurants" gegessen, und die waren durchaus gut besucht.
    Das "empfohlene" Trinkgeld steht - ausgedruckt in verschiedenen Prozent-Varianten - auf dem Bon unter der Summe, 18 war immer das Mittel, was auch wir selbstverständlich zugelegt oder bei Kartenzahlung aufgeschrieben haben.


    Natürlich ist der Server in den Staaten für sich selbst verantwortlich, er wird sich von dem Lohn selber eine Krankenversicherung suchen müssen und evtl. auch eine Altersvorsorge - Dinge, die bei uns eben selbstverständlich vom Brutto abgehen. Da bleibt dann schon weniger und somit finde ich mein Beispiel gar nicht mal so unrealistisch.


    Für das reine Essen / Getränke selbst zahlt man lt. Karte vergleichbar viel wie auch hier zu Hause, nur kommt dazu eben noch eine Tax + der "Lohn" des Kellners, während sich der Restaurantbetreiber ins Fäustchen lacht.
    Es war ja auch nur als Beispiel gedacht, natürlich wird eine Servicekraft irgendwo in einem Diner im ländlichen Maine oder Kentucky weniger bekommen als ein Kellner am hochfrequentierten Fishermans Wharf in Fan Francisco.


    Wie gesagt - es ist halt so, ich bin Gast und akzeptiere selbstverständlich die Regeln - gut finden muss ich sie deshalb nicht.


    Im übrigen muss ich mal ne Lanze für den deutschen Service brechen - in allen Restaurants, in denen ich im letzten Jahr war, egal, ob in einer fremden Stadt oder zu Hause - habe ich mich immer sehr angenehm bedient gefühlt, jederzeit und durchwegs freundlich - kann ich im Vergleich absolut nichts negatives finden.


    -----------------------------------------------------------


    Oahu / Waikiki auszulassen war eine ganz bewusste Entscheidung, eben weil "das" Touristenmekka schlechthin - unser Ziel war schon die Natur der Vulkaninseln - und die ist ja unbestritten imposant und hat uns nicht enttäuscht (die Bilder lügen da nicht!) Soviel Zeit war einfach nicht, in die knapp 3 Wochen - neben San Francisco - noch eine 4. Insel reinzuquetschen.


    LG & Gut's Nächtle
    Gusti

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    Edited once, last by redfloyd ().

  • Zu den Kellnern:
    Nahezu überall in Amerika wird der Service vom Gast bezahlt. Falls er auf der Rechnung inkludiert ist, kann man nan einen "echten Tip" hinterlassen.
    Die Kellner buchen alles auf ihren Schlüssel. Diese Aufzeichnungen gehen zum Finanzamt und der Kellner bekommt dann nach Ablauf des Kalenderjahres eine Zahlungsaufforderung vom Finanzamt. Es wird von der Gesamtsumme ein gewisser Prozentsatz genommen - früher waren es 10 %, die versteuert werden.
    Als Lohn bekommen sie höchstens einen geringen Kollektivlohn - so war es früher auch in der Gastronomie in Österreich.
    Mein Schwiegervater war Barchef und hat gerade mal um die DM 500 als festen Lohn bekomnen. Der wurde versteuert + Trinkgeldpauschale und galt auch als Grundlage für die Sozialabgaben. Entsprechend gering war dann das Arbeitslosengeld und die Rente.

  • Danke für diesen sehr informativen Bericht!


    An Hawaii als potenzielles Urlaubsziel habe ich noch nie gedacht.


    Aber jetzt nehme ich das mal auf in meine Liste der Ziele ab Altersteilzeit auf, für maximal 1 Woche auf dem Weg nach Australien und rückwärts nur 1 Tag Hongkong oder Singapur.


    [Nebenbei: Auch die Tip-Empfehlung für Guides/Fahrer oder Crew finde ich fast immer als unangemessen hoch. Die Diskussion hatten wir im Forum schon vor einiger Zeit.
    Wenn ein Lehrer in Südamerika im Monat 400 $ verdient, sind 20$/10 bzw. 20 pro Person und Tag bei einer 8-tägigen Schiffsreise mit 32 Personen (Wocheneinnahme über 4.000$ für einen Guide) überdimensioniert.

  • Hallo Gusti,


    ich stöbere hier ja in manchen, auch etwas älteren Reiseberichten, da ich doch einiges nachholen muss. So bin ich jetzt auch auf Deinen zu Hawaii gestoßen.


    Vielen Deiner Eindrücke kann ich mich anschließen. Es ist zwar schon 30 Jahre her, dass wir für 3 Wochen dort waren. Wir dachten damals, es ist ein Traumziel, was wir auch an der Reaktion in unserem Umfeld gemerkt haben. Es war eine unserer ersten Fernreisen, wir hatten noch keine großen Vergleichsmöglichkeiten, wahrscheinlich war der Tourismus auch weniger als heute, aber so richtig überzeugen konnten uns die Inseln nicht. Den Haleakala auf Maui fanden wir schön, weniger, dass dort bereits schon Dutzende Busse (damals!) mit Japanern ebenfalls dort waren, ansonsten fanden wir die Insel nett, aber nicht mehr und nicht weniger.


    Big Island hat uns besser gefallen, besonders weil wir das Glück hatten, wenige Meter an der ins Meer fließenden Lava (gibt ein Bild eines eingescannten Dias auf meiner Website) zu sehen. Etwas, was ich nie vergessen werden. Seit dieser Zeit finde ich Vulkane noch spannender.


    Welche Insel uns positiv überrascht hat, war Oahu - es gab dort doch vieles zu sehen, wie zu unserer Reisezeit den Surfern auf den riesigen Wellen im Norden der Insel zuzusehen. Besonders eindrücklich und wohl ewig im Gedächtnis werden bei mir die Eindrücke von Pearl Harbour bleiben.


    Nichtsdestotrotz, unser Fazit, bereits damals: Es war nett, Strände hatten wir zuvor bereits schönere in Quintana Roo und auf Kuba gesehen, aber der Funke ist nie übergesprungen und nichts, was wir wohl in Anbetracht des langen und anstrengenden Fluges noch einmal machen würden. Wenn wir das damals als Fazit nach der Frage, wie es auf Hawaii war, sagten, ernteten wir fast nur Ungläubigkeit. Passt ein wenig zu Deinem Satz „Jammern auf hohem Niveau“.


    Danke für Deinen ehrlichen Bericht. Das ist etwas, was man auch nicht allzu oft findet.

    Meistens ist immer alles nur toll … dabei finde ich solche differenzierte Berichte sehr wertvoll, denn ich kann auch von meinen Reisen sagen, nicht immer ist alles nur toll. Es gibt Reisen, da passt das, aber ganz sicher nicht bei allen.


    Viele Grüße

    Sabine

  • Oh, bis hierhin bin ich noch gar nicht im Forum vorgedrungen...


    Interessante Ansichten. Ich war schon oft in den USA, auf Hawaii noch nicht. Ich wusste nie so recht, ob ich mal hin will. Der teure Flug und dass man dann immer zwischendurch mit Fliegern die Insel wechseln muss und der damit verbundene Zeitverlust haben mich bisher davon abgehalten.


    Ich denke, einige eurer Schwierigkeiten dort beziehen sich auf Aspekte, die "typisch USA" sind und würde mich nicht abschrecken, beispielsweise die Trinkgeldgeschichten und das langsame Vorwärtskommen mit den endlosen Rotphasen. Auch finde ich, dass 25 Meilen gefühlt erst einmal eine kürzere Strecke zu sein scheint als 40 km, wenn man "mal eben" noch einen Abstecher machen will.


    Aber ich bin ganz erleichtert, denn so ganz dumpf habe ich schon geahnt, dass Hawaii nicht die absolute Traumdestination ist.


    Dennoch: Sollte man wieder in die USA dürfen, wäre das im Moment ein Ziel, das ich sehr, sehr gerne besuchen würde. Das Land ist so riesig und vielfältig, dass es da eigentlich für jeden Geschmack etwas gibt.


    Ich weiß nicht genau, was ihr in den Jahren seither alles zu sehen bekommen habt: Seht ihr Hawaii bzw. die USA heute auch noch so wie damals oder hat eure Sichtweise sich seither verändert?

  • Hallo Sabine,

    wie schön. Zum einen, daß Dir mein Bericht gefällt, aber auch, weil ich dadurch mal wieder selber an diese Reise erinnert wurde.:thumbsup:

    In der Nachschau liest sich tatsächlich manches anders als damals mit den frischen Eindrücken.


    Jedenfalls vielen Dank für Deine Zeilen.

    LG

    Gusti

    Ich weiß nicht genau, was ihr in den Jahren seither alles zu sehen bekommen habt: Seht ihr Hawaii bzw. die USA heute auch noch so wie damals oder hat eure Sichtweise sich seither verändert?


    Ja, Hawaii. Die Frage hat uns schon beschäftigt.


    In der Trump-Ära hat uns auch generell nichts daran gereizt, die USA zu bereisen. Inzwischen allerdings könnten wir uns beide doch vorstellen, irgendwann nochmals auf die Inseln zu reisen. Maui weglassen, nochmal Big Island (die Geschichte mit der fließenden Lava wäre schon noch so ein Traum, da hatte S@bine richtig Glück) und länger auf Kauai zu verweilen. Und ja, mittlerweile denke ich auch, daß man Oahu eine Chance geben sollte.

    Schaun wir mal.


    LG

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  • Hallo Gusti, hallo Birgit,


    @Gusti: Schön, dass ich wieder schöne Erinnerungen wecken konnte.


    Wir haben immer mal wieder kurz über Hawaii gesprochen wegen einer möglichen Wiederholung, sind dann aber genauso schnell wieder davon weg gekommen. Neulich habe ich unsere Dias eingescannt und es gab ein paar Reisen, da war ich sofort wieder drin und habe gedacht, da könnte ich auf alle Fälle wieder hin, es war soooo schön. Bei Hawaii war es genau anders. Wenn noch einmal „Südsee“ (wenn man jetzt Hawaii mal dazu zählt, was nicht ganz richtig wäre, aber egal), dann andere Inseln. Wir waren ja vor einigen Jahren mal auf den Cook Inseln und das war ein Traum —- allerdings weiß ich nicht, ob das immer noch so ist.


    USA: Wir waren bisher im Südwesten unterwegs sowie North-/South-Dakota, Wyoming, Montana und Alaska (also sehr naturlastig). All das hat uns sehr gut gefallen und wir könnten uns eine weitere Reise in die USA vorstellen. Hatte auch schon Touren ausgearbeitet. Die letzten Jahre hatten wir aber definitiv keine Lust, dorthin zu fahren. Seit letzten November sieht die Sache wieder anders aus.

    Wir sind aber oft eher die „Tiere- und Landschaften-Gucker“, wie Du weißt und können uns stundenlang an ein Wasserloch in Afrika setzen. Städte, Geschichte und Kultur nehmen wir natürlich auch mit und finden wir auch interessant und schauen uns das an, aber bei unseren Reisezielen bin ich mir nicht so sicher, ob wir da die gleichen Vorlieben haben, daher wäre es jetzt für mich schwierig zu sagen und einzuschätzen, ob Dir Hawaii gefallen würde.


    Mit der Lava hatten wir damals halt wirklich Glück. Würde ich heute noch einmal - wider Erwarten - nach Hawaii reisen, würde ich mir Molokai noch einmal genauer anschauen. Da würde ich mir mehr Ursprünglichkeit versprechen.

    Was die Zeitplanung für die Inseln angeht, kannst Du sicherlich in einem Urlaub gut 3 Wochen dort verplanen.


    Mich hat auch gar nicht gestört, dass Hawaii „sehr amerikanisch“ ist. Aber ich fand es nicht sonderlich einsam, nicht ursprünglich im Sinne von dem, was ich mir von Pazifikinseln vorgestellt habe, Strände habe ich damals und mittlerweile noch mehr viel schönere gesehen … und ich glaube nicht, dass das, was mir nicht so gefallen hat, heute weniger, sondern eher mehr geworden ist. Es ist ja nicht so, dass es uns gar nicht gefallen hat, aber es hat uns nicht „geflasht“, wie andere Destinationen, wo wir waren.


    Aber das ist alles nur meine persönliche Empfindung und Geschmäcker sind verschieden. Vielleicht findest Du es toll.


    Viele Grüße

    Sabine

  • Hi, Gusti,


    zu schade, dass ich deinen Bericht nicht schon vorher gelesen habe!


    Wir waren ja 2019 auf Hawaii (Oahu, Kauai, Maui) und auch wir fanden es generell sehr "amerikanisch". Und seeeeehr teuer. Das Ticket von Bangkok fiel dabei kaum ins Gewicht, Air Asia hatte damals super Angebote über Osaka (440 Euro pP, wenn wir 1 Woche früher gebucht hätten, wären es nur 380 Euro gewesen). Aber Unterkünfte und Lebenshaltungskosten waren, wie du ja schon schreibst, extrem.


    Bezüglich des Aloha-Feelings habe ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Wir lernten auf Kauai eine Frau aus Kalifornien kennen, die dort lebt und uns einlud, ihren Garten zu besichtigen, in dem sie organisches Obst anbaut. Wir verbrachten einen schönen Nachmittag mit ihr, aber sie zählt ja nicht wirklich als "Einheimische". Die vielen Obdachlosen, die auf Oahu und Maui regelrechte "Zeltstädte" bewohnen, sind in erster Linie Veteranen vom Festland, zumindest hat man uns das so erzählt. Generell hatte ich sowieso das Gefühl, dass es mehr Zugezogene als auf Hawaii Geborene gibt. Und ich hatte den Eindruck, dass die letzteren die Touristen nicht wirklich mögen.


    Zu den Stränden auf Oahu und Maui kann ich sagen, dass es durchaus ein paar schöne gibt, die auch bewirtschaftet sind, aber dafür zahlt man Eintritt. Aber es stimmt: Es gibt noch viel schönere anderswo auf der Welt ... (Da es während unseres Aufenthaltes auf Kauai fast die ganze Zeit regnete, haben wir keinen Strand besucht, obwohl der Popui-Beach direkt vor unserer Haustür lag.)


    Die Freundlichkeit der Menschen erschien mir - wie überall in den USA - eher aufgesetzt als echt. Ausnahmen gibt es natürlich, so Bonnie (die Frau mit dem Garten) und der Besitzer des Opals (ein thailändisches Restaurant auf Oahu, wir lieben nun mal thailändisches Essen!). Khun Opal war sogar sehr freundlich, schließlich hat er nicht jeden Tag Gelegenheit, sich mit Gästen in seiner Muttersprache zu unterhalten. Er nahm uns sogar mit in die Küche, um uns seiner Frau vorzustellen. Ein Glas (handimportierten) Hong Thong - Soda hat er auch mit uns geleert.


    Wir hatten uns vor der Abreise Kartenmaterial (Here, funktioniert auch offline) auf das Handy geladen und kamen damit gut klar. Auf Oahu kamen wir aber wegen des mörderischen Verkehrs kaum vom Fleck und die Road to Hana muss man bei den vielen Kurven und One-Lane-Brücken halt langsam angehen. Generell macht uns das lange Fahren nichts aus, für uns ist ein Urlaub in den USA eigentlich immer ein Synonym für einen Road Trip ;)


    Was die Bezahlung der Servicekräfte anbelangt, war Anfang Juni ein interessanter Bericht auf tagesschau.de zu lesen. Dort hieß es, dass die arbeitslosen Kellner in New York pro Woche 300 Dollar Arbeitslosenhilfe von der Regierung bekamen und dass das mehr sei, als sie normalerweise verdienen. Dass die Restaurantbesitzer keine anständigen Löhne zahlen und deshalb der Gast zur Kasse gebeten wird, finde ich mehr als daneben, aber es ist, wie es ist und ich als Gast in einem Land passe mich den Gepflogenheiten an.


    Im Nachhinein habe ich es bedauert, dass wir Big Island ausgelassen haben, aber ich bezweifele, dass wir extra deshalb noch einmal nach Hawaii fliegen werden, es sei denn, um unsere Freunde aus Kalifornien gewissermaßen auf halber Strecke zu treffen (so wie 2019 auf Oahu).


    Falls es diesen Winter mit Thailand klappen sollte, können wir uns ja noch ausführlicher austauschen. Das Lanta Sands hat übrigens einen neuen Besitzer gefunden ...


    LG

  • Hallo,

    Ich bin neu hier in diesem Forum und habe gerade einen Bericht über Hawaii zufällig gesehen und durchgelesen.

    Ich denke, Hawaii ist was man den Traumreiseziel der Amerikaner, also praktisch nach deren Vorlieben gemacht und fasst irgendwie alles mögliche zusammen, was man im Urlaub sehen können mag: Großstädte, Natur, Strand, Berge, Vulkane, es auch immer gibt's dort und, wichtig mit dem amerikanischen Flair.

    Nein, das ist keine Apologie an Hawaii, nur die Tatsache, dass Hawaii eben zu Amerika gehört und auch eine begehrtes Reiseziel der Amerikaner ist.

    Ich war auf Hawaii zum ersten Mal in 2019, nach viele anderen Reisen nach Amerika, und weil wir in Amerika bis dahin gerne Urlaub gemacht haben, war uns Hawaii auch nicht so "fremd".

    Jedoch, die meisten Kritikpunkte treffen tatsächlich zu, wobei die Gründe vielfältig sind.

    Zu den generell hohen Preisen muss man bedenken, dass fast alles (insbesondere Frischprodukte) über See dahin geschleppt werden muss, und somit auch einen Transportaufpreis versehen wird.

    Dass dort sehr viel Armut zu sehen ist, ist ja dadurch bedingt, dass die Inseln, im Vergleich zum Festland, klein sind und man fast unweigerlich an den Ecken kommt, wo die Armen sich "verstecken". Hinzu kommt, dass durch den Anstieg der Grundstückspreise aufgrund des Massentourismus, viele der Hawaiianer sich nicht mehr Besseres leisten können. Und das ist auch teilweise der Grund weshalb einige der Eingeborenen die Touristen mit einer gewissen Argwohn gegenüberstehen.

    Ich hatte mich vor unserer Reise etwas erkundigt damit wir genau nicht diesen Schock erlitten, wie hier in gewisser Weise besprochen wurde.

    Ich kenne es nämlich auch aus Brasilien, nur dass dort allgemein bekannt ist weiter die Verhältnisse sind.

    Nun, ich habe viel mehr geschrieben als ich vor hatte, und ich hoffe keiner nimmt es mir übel... :shock:

    Schöne Grüße

  • Wieso übel nehmen? Du bereicherst doch gerade das Forum!

    Danke! :ops:


    Ich habe schon in anderen Foren erlebt wo "andere" Meinungen nicht immer gern gesehen waren.


    Ich selbst bin über Hawaii geteilter Meinung: landschaftlich ist es wundervoll, die Menschen sind auch sehr nett, aber die amerikanische Lebensart dringt zu sehr vor und nimmt die Exotik weg. Das heißt, man ist einfach in einen tropischen Teil von USA und nicht in einem tropischen Land, das zu Amerika gehört. Ich nehme an, andere Pazifik-Inseln haben mehr Eigenflair.


    Dennoch, sollte sich die Gelegenheit bieten, an günstigen Businessclass-Tickets nach Hawaii ranzukommen, würde ich nochmal hin reisen, für die Holzklasse ist die Anreise aber für mich zu lang.||


    Schöne Grüße