Multimediale HDAV-Shows gestalten

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    • der Thread-Titel klingt dramatischer als er eigentlich wirklich ist.

      Hallo liebe Reise-Foristi und ambitionierte Reise-Knipser.

      Eine AV (= audio-visuelle) Show kombiniert Bilder (und ggf. auch Videos, Animationen, Grafiken, Zeichnungen, etc.) mit Musik (und ggf. auch Sprache, synthetische und / oder authentische Geräusche) zu einer komplexen Präsentation, die nicht nur das Auge, sondern auch das Ohr ansprechen soll. So gesehen ist das erstmal nicht sehr viel anders als der gute alte Dia-Abend mit Hintergrundmusik aus dem Kassettenrecorder ... nur eben digital. HD (high definition) meint einfach hoch aufgelöste Bilder, wie sie jeder moderne Fernseher / Beamer darstellen kann und "multimedial" ist doppelt gemoppelt ... weil das gleiche schon in "AV" steckt.

      Solche HDAV-Shows mit Fotoserien von unseren Reisen mache ich für den Hausgebrauch eigentlich schon lange, aber erst in letzter Zeit ist mir so richtig klar geworden, welches kreative Potenzial in solchen Shows stecken kann und wie sehr die Choreografie von Bildern und Tönen die Zuseher in den Bann ziehen kann ... wenn es denn gut gemacht ist. Ich würde mit diesem Thread gerne mit Euch ins Gespräch kommen zu diesem Thema, ggf. Eure Erfahrungen und Meinungen hören und Euch zu eigenen Experimenten ermutigen.

      Hat man früher für Dia-Schauen mit professionellen "Überblendungen" mindestens zwei ... besser vier Diaprojektoren und viel Ton- und Steuer-Equipment gebraucht. können wir heute dank HDAV-Technik und der normalen Haushalts-Digitalisierung eigentlich sofort loslegen ohne nennenswert in irgend einer Richtung investieren zu müssen und ohne Angst haben zu müssen, dass sich irgendwo ein Dia verklemmt.

      Bilder aneinander reihen ... ist die eine Sache. Bildsequenzen komponieren, mit einer Strategie und Absicht zu versehen ... eine andere. Alleine der Umstand, dass Überblendungen taktsynchron zur Musik erfolgen kann bewirkt, dass sowohl die Bilder, als auch die Musik ganz anders wahrgenommen werden. Die Summe aus beiden wirkt viel stärker als beide einzeln. Die Aufmerksam der Zuseher wird angeregt, geradezu gefesselt insbesondere wenn die Wahl der passenden Musik den Charakter der gezeigten Bilder unterstreichen kann.

      Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von eingeführten Methoden, mit denen man den Bildern eine zusätzliche Dimension bzw. eine zusätzliche Botschaft geben kann. Durch dem "Ken Burns Effekt", einer minimalen Bewegung des Bildes auf dem Bildschirm wird die Aufmerksamkeit der Zuseher auf ganz subtile Weise auf bestimmte Details geführt - zuweilen sogar, ohne dass es der Betrachter selbst merkt. Mit großen Kameraschwenks können hoch aufgelöste Panoramen oder aberwitzige Details aus einer Übersicht heraus gelöst werden. Durch geschickte Überblendungen entsteht für einen kurzen Augenblick aus zwei Bildern ein drittes Bild, dass den beiden Bildern, aus denen es entstanden ist einen ganz neuen Kontext geben kann. Ich experimentiere gerade mit dreifarbigen LED Bühnenlichtern, die direkt von der HDAV-Sofware angesteuert werden und die den Raum dezent und indirekt farblich in das gleiche Licht tauchen, das gerade in der HDAV-Show dominiert.

      Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt zu sein und ich habe nach vielleicht fünf Jahren erst an der Oberfläche gekratzt. Nach Fotobüchern, Kalender und großformatigen Ausdrucken scheint mir das eine ganz neue Methode zu sein, wie unsere "Werke" präsentiert werden können.

      Wer hat sich an so einer Show schon mal versucht? Wie präsentiert Ihr Eure Reisefotos Euren Freunden und Verwandten?

      Ciao
      HaPe
    • Moin Moin!
      Gleich vorweg, ich habe so etwas noch nie gemacht und beabsichtige auch nicht, mich da in nächster Zukunft hineinzuknien.
      Die Sache ist, daß solche Dinge für mich erst einmal nichts mehr mit der "klassischen" Art der Fotografie zu tun hat, sondern die Bilder in einem völlig neuen Konzept dargestellt werden. Diashows fand ich immer langweilig, was natürlich auch an der Auswahl der Bilder lag, aber auch daran, daß man so lange ausharren mußte, bis der Präsentator endlich zum nächsten Bild wechselte :D
      Ich nehme Papierabzüge und drücke sie bei Nachfrage jemanden in die Hand. So kann der Betrachter selber entscheiden, wieviel Zeit er dem Bild widmen kann. Ist altmodisch, aber dazu stehe ich.
      Die Frage ist nun, wie reagieren Betrachter überhaupt auf Reisefotos. Oft sind sie natürlich sehr interessiert, weil etwas fremdes dargestellt wird und dementsprechend positiv ist das Feedback. Das heißt aber noch lange nicht, daß die Bilder auch wirklich gut sind ;)
      Hier scheint es diese Neugier noch einmal durch weitere Effekte zu fördern und es wird wohl auch bei solchen Vorführungen sehr kurzweilig sein. Die Frage wäre jetzt, bringt mich das als Hobbyfotograf auch ein Stück weiter? Ich habe im Netz mal Panoramabilder angeschaut, die... ja...auch als eine Art Mulitimediashow präsentiert wurden, wo man dann selbstständig noch hineinzoomen konnte um Details wahrzunehmen. Mir brachte diese Art der Betrachtung nichts, daher lasse ich das auch sein.
      Auf einer Reise hat man ja vielleicht auch mal Glück und erwischt ein paar Motive, die man mit großem Stolz auch präsentieren mag. Ich frage mich jetzt, wie werden solche Aufnahmen überhaupt wahrgenommen, wenn man sie in einer Mulitimediashow wie hier beschrieben verpackt? Bekommen sie noch die gewünschte Aufmerksamkeit oder gehen sie in der allgemeinen Bilder- und Effektflut etwas unter?

      LG kiki
    • Wenn man das kann, dann ist das der absolute Hit. Allerdings steckt da so viel Arbeit dahinter, dass es mich bisher immer abgeschreckt hat und ich die gute alte PP-Präsentation bedient habe. Die Leute die ich kenne, welche solche Shows aufziehen, verdienen damit meist richtig gutes Geld. Das ist ja für den Zuschauer teilweise wie eine Kinoveranstaltung. (Wenn man das richtige Material hat). Und ja, es zieht in den Bann, wenn der Ton stimmt und das Bild sich leicht bewegt. :)
    • Wenn man das richtige Material hat... ;)
      Darauf kommt es nun mal bei allen Präsentationen an. Wenn diese zusätzlichen Effekte nur dazu dienen, gewisse Schwächen zu vertuschen, kann das auch nach hinten losgehen. ;)

      Ich kann mir gut vorstellen, daß solche Präsentationen z.B. in der Hochzeitsfotografie für viel Zuspruch sorgen, da ist es aber der Betrachter selbst, der wieder in seinen Erinnerungen stöbern darf und der Fotograf letztendlich "nur" eine Dienstleistung zur Verfügung stellt.
    • Hallo,

      danke für Eure Antworten bisher.

      Zur "klassischen Fotografie". Sagen wir mal so: Es ist definitiv eine modern Form der Präsentation von Fotos. Wenn die klassische Form der Fotografie darin besteht, mit Sachverstand und Sorgfalt, mit Inspiration und Transpiration hochqualitative Aufnahmen zu erstellen, dann ist für HDAV-Shows definitiv eine klassische Form der Fotografie erforderlich. Aus schlechten Fotos kann man keine gute Show zaubern. An der Art wie Aufnahmen erstellt werden, ändert sich erstmal gar nicht so viel. Alle Tugenden eines guten Fotografen werden weiterhin benötigt. Hochformat-Aufnahmen werden eher "schwierig", weil sie sich nicht vollflächig auf 16:9 Leinwänden darstellen lassen. Aber auch da gibts Tricks und Kniffe. Interaktive Panoramen, wie man sie heute leicht selbst erstellen kann und wie man sie zuhauf im Web findet, haben mit solchen HDAV-Shows nichts zu tun. Das ist eine ganz andere Baustelle.

      Ja, es steckt tatsächlich viel Arbeit dahinter. Erstaunlicherweise fängt es nicht ausschließlich mit den Bildern an, sondern man dreht zwischen Bilder und Musik einige Iterationsschleifen, bis eine vorab vorhandene vage Idee zu einer in sich schlüssigen Show wird. Die Musik spielt dabei immer eine größere Rolle als man am Anfang wahr haben will und kann sogar entscheiden, ob ein Bild aus der Show fliegt oder nicht. Alleine das manuelle Synchronisieren der Bilder dauert dann gerne mal Faktor 3 bis 5 länger als die Show. Bei einer 45 Minuten Show sind das alleine schon mal mehrere Stunden.

      Klassische Anwendungen sind momentan weniger Familienfeiern, sondern tatsächlich die Natur- und Reisefografie. Wenn jemand mal Ende November in Nordbayern unterwegs ist, dann kann ich sehr einen Abstecher zum Erlanger Fernwehfestival (fernwehfestival.com/) empfehlen, bei dem solche HDAV-Shows in Perfekton gezeigt werden. Von einem Dia-Abend haben wir uns dann aber endgültig verabschiedet 8-) .

      Ciao
      HaPe

    • Hallo HaPe,
      ich habe schon einige sehr gute Shows gesehen, aber auch viele schlechte. Voraussetzung sind mit Sicherheit "gute" Bilder, die auch auf einer großen Leinwand ansprechend ausehen. Dann gehört etliches an Ausrüstung dazu, denn auf einem 12 Zoll Bildschirm mit eingebautem Lautsprecher wäre die Wirkung nicht gegeben.

      Die guten Shows, die ich gesehen habe, wurden alle von Firmen in Auftrag gegeben, die ordentlich Geld in die Hand genommen haben und diese haben mir auch meist gut gefallen. Diese wurden entweder von Fluggesellschaften oder von großen Reiseveranstaltern aus dem Inland oder Ausland in Auftrag gegeben.

      Für den Hausgebrauch sind sie mir zu überdimensioniert und ich habe bisher keinen Gedanken daran verschwendet, so etwas selber herzustellen. Das werde ich ganz sicher auch in Zukunft nicht machen. Wer mich kennt, weiß, dass ich weder Fotoalben noch Fotobücher erstelle. Tja, eigentlich fotografiere ich nur für mich und präsentiere sie nicht. (außer im Web meist in meinen Live-Reiseberichten, aber das ist eine ganz andere Liga, da spielt die Fotografie nicht so eine große Rolle)

      Den Ken Burns Effekt wende ich bei meinen Videos an, denn da ich immer zu wenig Material für ein Video habe, streue ich gerne ein paar Fotos ein.

      Ich würde ja gerne mal eine Show von Dir sehen, hast Du irgendwo eine online? Was hast Du denn für Hilfsmittel, Software, Tonstudio etc? Woher beziehst Du die Musik? Das sehe ich ja auch immer als ein Problem an wegen dem Urheberrecht. Es ist ja leider nicht so ohne Weiteres möglich, jede Musik zu nehmen, ohne dass die GEMA auch noch ihre Hand aufhält.

      Viele Grüße
      Petra


    • HaPeRieger wrote:

      Hallo,
      Die Musik spielt dabei immer eine größere Rolle als man am Anfang wahr haben will und kann sogar entscheiden, ob ein Bild aus der Show fliegt oder nicht.


      Ich muß diesen Satz jetzt mal einzeln hinterfragen. Warum muß sich ein Bild sozusagen der Musik "unterordnen"? Ich kann natürlich verstehen, daß es irgendwie schon ein stimmiges Gesamtkonzept geben muß, aber bin etwas irritiert, da es doch eigentlich vorrangig um Fotos geht.
    • Hi kiki,

      kiki wrote:

      Ich muß diesen Satz jetzt mal einzeln hinterfragen. Warum muß sich ein Bild sozusagen der Musik "unterordnen"?

      nennen wir es nicht "unterordnen" (das klingt mir in diesem Zusammenhang etwas zu devot :roll: ) ... nennen wir es lieber "einordnen". Wenn der Audio-Anteil einer Audio-Visuellen-Show eine Wirkung haben soll, dann muss man ihm gewisse Freiheitsgrade einräumen. Und diese kollidieren eben manchmal mit den Freiheitsgraden der Bilder. So zumindest meine bisherige Erfahrung. Jedes Musikstück hat seine individuelle Dramaturgie und dieser oben genannte "Mehrwert" aus der Kombination von Bild und Ton ergibt sich, wenn die Freiheitsgrade nicht allzu beschnitten sind.

      Wie gehe ich vor? Angenommen ich will eine bestimmte Sequenz in einer AV-Show erstellen, dann sichte ich das Bildmaterial, überlege mir eine gewisse "Story" oder eine "Stimmung", die durch die Bilder visualisiert werden sollen, treffe eine Vorauswahl und ziehe die Bilder erstmal in das AV-Tool und erstelle eine grobe Reihenfolge. Ich überlege mir, ob Bilder dabei sind, denen man eine zeitliche Sonderbehandlung geben muss (z. B. Panoramen, Kamerafahrten) und überschlage die Laufzeit der Sequenz. Nun wird eine passende Musik gesucht, die zum Charakter der Bildsequenz passt. Die (z. B.) Yangshuo-Sequenz aus meiner China-Show besteht im Wesentlichen aus Landschaftsaufnahmen, spektakulären Karsthügel, regnerischem und nebligem Wetter mit einer ganz eigenen, ursprünglichen, unaufgeregten Schönheit. Ein chinesische Melodie mit viel Gesang und/oder Rhythmus-Elementen würde dazu überhaupt nicht passen. Fündig geworden bin ich auf einer chinesischen Medidations-CD. Das Stück plätschert genau so vor sich hin, wie der Regen und der Li-Fluss in der Yangshuo-Region und genau an dem Punkt, an dem etwas mehr Sonnenlicht in die Bilder kommen, hellt sich auch die Stimmung der Musik auf. Im Prinzip war dies das die perfekte Musik für die Yangshuo-Sequenz und ich wollte keine andere mehr. Nun geben aber die (Anzahl und Lage) der Takte, sowie die Gesamtlänge des Stücks gewisse Rahmenbedingungen vor, die letztendlich dazu geführt haben, dass einige der ... nicht ganz so wichtigen Bilder, einfach keinen Platz mehr in diesem gegebenen Zeitrahmen hatten. Wirklich schlimm war das nicht, die Botschaft hat kaum gelitten, aber die Gesamtsequenz wurde mit dem langsamen Ausblenden des letzten Bildes am Ende der Musik so richtig rund.

      Bei anderen Sequenzen ist es auch schon mal passiert, dass Bilder und Musik einfach nicht zueinander finden wollten und dann wurde das Musikstück (in das bereits viel Arbeit geflossen ist) eben wieder verworfen.

      Ciao
      HaPe
    • Aha, es gibt also auch so etwas wie Füllmaterial (um es mal salopp auszudrücken ;) )
      Da du dich mit diesen Shows ja schon etwas länger beschäftigst, hat dich das eigentlich auch beim Fotografieren etwas beeinflußt? In etwa so, daß auch Aufnahmen entstehen, die vielleicht später eher so eine unterstützende Funktion haben, allerdings motivtechnisch eher kein Alleinstellungsmerkmal haben?
      Beinflusst die Musik evtl. sogar die Bildbearbeitung, sodaß Bildern nachträglich noch ein bestimmter "look" verpasst wird, der vielleicht besser mit den Klängen harmoniert?
      Werden denn die guten Bilder auch wahrgenommen? Ich kann mir vorstellen, daß sie von dir schon ein gutes Zeitfenster bekommen, allerdings kann es doch auch vorkommen, daß zumindest die Musik nicht jedermanns Nerv trifft. Das stelle ich mir sehr schwierig vor.
      Wie viele Fotos benötigst du denn so im Durchschnitt? 45min Bildershow sind echt lang. 8-)
      Wie Petra schon fragte, magst du vielleicht einen kleinen Ausschnitt hier mal zeigen, damit unsereiner sich mal vorstellen kann, was heutzutage alles möglich ist?
      Nach Erlangen schaffe ich es leider nicht ;)

      LG kiki
    • Hallo,

      also ich sehe mich da noch als völliger Anfänger auf diesem Gebiet. Und ja, Bild und Ton passen zeitlich nicht immer perfekt zueinander manchmal muss man da Lücken stopfen.

      Meine Fotografie hat es insofern beeinflusst, als dass ich jetzt von vorne herein weiß, dass ich Bilder machen muss (darf), die einen zusammenhängenden Kontext darstellen. Das ist Fluch und Segen gleichermaßen. Ein harter Schnitt von der Terrakotta-Armee in Xian zur den Karstbergen in Yangshuo (um mal bei dem China-Beispiel zu bleiben) funktioniert nicht. Es braucht eine behutsame Hinführung zum neuen Thema, so dass der Betrachter den Umzug miterleben und nachempfinden kann, nicht abgehängt wird und die Landschaft verstehbar wird. Und nach meinem Empfinden versteht man eine Landschaft umso besser, je mehr man die Menschen sieht, die darin wohnen und ihre Häuser und ihren Alltag. Yangshuo ist nicht überall traumhaft schön. Aber auch das gehört dazu. Es ist vor Ort manchmal gar nicht so einfach zu entscheiden, ob genügend Material vorhanden ist oder nicht. Auf der anderen Seite habe ich festgestellt, dass sich gerade vermeintlich Unwichtiges und Details am Rande viel besser in eine AV-Show integrieren lassen (als beispielsweise in Fotobücher oder lose Fotosammlungen), eben weil sie Bestandteil einer Sequenz sind und nicht alleine stehen.

      Die Bildbearbeitung beeinflusst es (zumindest bei mir) nicht. In der Regel baue ich in die Bilder keine Effekt ein und brauche auch keine besondere EBV (von Show- bzw. Abschnitts-Titel oder sonstigen Spezialbilder mal abgesehen) sondern versuche eine möglichst natürliche bzw. gleichmäßige Anmutung zu erreichen, wenn dies durch die Lichtverhältnisse vor Ort nicht gelungen ist. Mit der AV-Show fange ich deshalb immer erst an, wenn die EBV komplett abgeschlossen ist.

      Sieben Sekunden sind eine gute Zeit für ein Bild. Natürlich greift dieser pauschale Wert für alle Eventualitäten viel zu kurz, aber es ist ein guter Anhaltspunkt. Kürzer mache ich selten (z. B. für besondere Effekte) bzw. minimal um synchron zur Musik zu bleiben. Länger geht natürlich immer, wenn das Motiv es entsprechend her gibt und den Betrachter nicht ermüdet. Manchmal entsteht das "Bild im Kopf" aber erst durch viele Bildern auf der Leinwand, die man nicht komplett erfassen, sondern nur grob wahrnehmen muss. Insofern könnten auch fünf, vier oder gar nur drei Sekunden legitim sein. Und manche anderen Bilder (z. B. Schwenks / Zoomfahrten über Panoramen oder andere hochaufgelöste Bilder) können gerne mal eine Minute und länger dauern. Damit ergeben sich etwa 250 bis 300 Bilder für 45 Minuten.

      Entweder waren meine bisherigen Gäste besonders höflich, oder es haben ihnen meine AV-Shows wirklich gefallen. Zumindest gab es diesbezüglich noch keine Klagen. Wer zu einer China-Show kommt muss damit rechnen, dass er chinesische Musik hört. Da muss man als Zuhörer einfach durch. Ich kann lediglich dafür sorgen, dass die extremen Klänge, die für unsere westlichen Ohren wirklich schlimm klingen, unterbleiben bzw. nicht zu lange dauern.

      Eigentlich will ich hier gar nichts zeigen (ich wüsste jetzt auch gar nicht was und müsste etwas passendes zurecht schneiden und fürs Web aufbereiten ... außerdem fange ich nicht unter einem Quadratmeter Bildfläche an ... Web-Größen ist mir ein Greul), sondern wollte mit Euch ins Gespräch kommen, in der Hoffnung, dass sich jemand von Euch mit dem Thema beschäftigt hat und selbst Erfahrungen gesammelt hat. Aber die bisherigen Wortmeldungen ordnen HDAV-Shows ja eher irgendwo zwischen seltsam bis überflüssig ein 8-) .

      Ciao
      HaPe
    • Kam das für dich so rüber? Seltsam bis überflüssig?
      Für mich ist es neu, wie so vieles, wenn es um digitale Dinge geht, vor allem in der Fotografie. :D
      Ich bin, was die Betrachtungsweise angeht immer noch analog, daher kann ich hier im Grunde genommen gar nicht mitdiskutieren.
      Ohne Input kann ich dann aber mit solchen Dingen nicht viel anfangen. Den Ken Burns Effekt kann sogar das bescheidene Fotoverwaltungsprogramm meines Betriebssystems, das war's dann aber auch.
      In einem Reiseforum hat natürlich die Fotografie einen festen Platz, aber ich denke, daß bei speziellen Dingen hier nicht unbedingt das große Feedback oder Diskussionen zu erwarten sind. Vielleicht ist dein "Hausforum" da besser geeignet.
      Die meisten (ich inklusive) bekommen vielleicht mit Ach und Krach ein Fotobuch zusammengestellt, das war's dann aber auch. Frag uns mal bzgl. Fotobüchern nach InDesign und es wird wieder etwas Ratlosigkeit herrschen :D
      Webgrößen sind dir ein Greuel, ja , aber hier geht es uns allen gleich. Keiner findet es toll, wenn vielleicht die coole Superweitwinkelaufnahme ader gar ein Panorama auf 700px Kantenlänge zusammengeschrumpft wird, aber wenn man schon über solche Dinge diskutiert, dann ist es besser, wenn man dem Betrachter auch etwas Futter liefert.

    • HaPeRieger wrote:

      .... Aber die bisherigen Wortmeldungen ordnen HDAV-Shows ja eher irgendwo zwischen seltsam bis überflüssig ein 8-) .....

      Hallo HaPe,
      Ich habe die bisherige Diskussion nur mit einem halben Auge verfolgt, da ich Probleme mit meinem Desktop PC jetzt kurz vor dem Urlaub hatte. Er war 4 Wochen in Reparatur dann sagte man mir, der PC ist nicht reparabel, da das Motherbord kaputt ist und nicht mehr erhältlich sei. Dell, 5 Jahre alt! Also neuen PC gekauft und den wieder eingerichtet, was sehr zeitintensiv war.
      Aber jetzt zum Thema zurück.
      Ich hatte mich vor längerer Zeit mit dem Thema schon befasst, habe es aus Zeitgründen aber bleiben lassen. Auch die Auswahl der Musik ist nicht einfach, wenn es was "Gescheites" werden soll. Ich habe Adobe Premiere Elements 9, das würde sich gut dazu eignen, zumindest für einfache Anwendungen.
      Die ersten Ansätze hatte ich mit hi8/video8 vor vielen Jahren. Für heutige Verhältnisse mit grottenschlecher Qualität. Damals war es schon sehr schwierig, die richtige Musik zu finden. Dann die richtige Länge finden. 30 Sekunden oder 3 Minuten. Wie man es machte es war ein schlechter Kompromiss.
      Was mich am meisten nervte, bis das Werk fertig war, hatte man es so oft gesehen, dass man es anschliessend nicht mehr anschauen konnte. :D
      Vielleicht wende ich mich dem Thema wieder zu, wenn ich in knapp 2 Jahren mehr Zeit habe.
      Eine gutgemachte Präsentation ist bestimmt ein Schmaus für Auge und Ohr!

      ;)

    • Hallo Erhard,

      das ist ein interessanter Aspekt. So habe ich das noch gar nicht gesehen.

      Aber es stimmt schon. Einerseits ist man bei jeder AV-Show an den jeweiligen technischen Stand gebunden. Wer weiß schon, ob man nicht die HD- und 4K-Auflösung in einigen wenigen Jahren nur noch milde belächeln kann. Andererseits schwingt natürlich auch im gestalterischen Bereich zu einem gerüttelt Maß der Zeitgeist mit.

      Mit der Musikauswahl habe ich auch meine liebe Not. Alles was im Radio kommt, ist IMO erstmal komplett ungeeignet, weil diese Musik normalerweise mit anderen Erinnerungen verknüpft ist. Meine CD/MP3 Sammlung ist jetzt nicht wirklich groß bzw. zu einseitig und die vielen verborgenen Schätzchen zu finden ist nicht einfach. Inzwischen bringe ich aus den bereisten Ländern immer gerne mal eine CD mit oder nutze Amazon, um Titel kurz anhören zu können, bevor ich sie kaufe. Aber wenn man etwas ganz spezielles sucht ist das eine mühsame Angelegenheit.

      Vor Jahren habe ich mal ... sozusagen in Form einer Privatvorstellung ... eine AV-Show von Martl Jung (martl-jung.de) sehen dürfen. Damals noch mit vier Diaprojektoren und einer 25 qm Leinwand ... an einem lauen Sommerabend im Freien nach Sonnenuntgergang am Lagerfeuer. Martl ist einer dieser verrückten Weltreisenden, die die verstecktesten Ecken der Welt aufsuchen und die Gabe haben, dabei noch wundervolle Motive einzufangen. Sein Markenzeichen: Er ist immer (oder meistens?) zu Fuß und barfuß unterwegs. Bei seiner Show "Barfuß über die Alpen" hat es bei mir "klick" gemacht. Das war eine ganz neue Ebene der Fotopräsentation. Einfach toll.

      Ciao
      HaPe

    • ......Eine gutgemachte Präsentation ist bestimmt ein Schmaus für Auge und Ohr!

      Ich gehe sehr gerne zu Multimediashows und hab dabei schon alles erlebt von super toll, bis grottenschlecht.

      Sigi macht auch selber immer Videos im Urlaub und bearbeitet sie Zuhause mit schneiden, vertonen - Musik und Text.
      Sein Programm heißt Pinnacle.
      Eines ist uns immer wichtig - es darf nie zu lang sein.
      So schön kanns gar nicht sein, dass bei uns ein Film länger als eine Stunde dauert.

      Wir haben echt etliche Freunde und Verwandte die sich schon immer freuen wenn der Film fertig ist und fragen ob sie schon schauen kommen können.
      Eine Stunde lang ist jeder konzentriert, dauert es länger wird schon soviel dazwischen geredet, dass es besser ist man hört auf.
      Wenn dann manche sagen, ach schade dass es schon aus ist da könnte ich stundenlang zuschauen, dann wars genau richtig und wer will kann ja noch mein Fotobuch anschauen.

      Deine Arbeit ist sicher noch viel aufwendiger HaPe und das einzig Wichtige ist, dass es dir Spass macht und du am fertigen Produkt Freude hast.
      Und wenn wir dann mal eine Präsentation von dir im Fernsehen sehen, dann wissen wir dass du es nun perfekt kannst. :D

      Wir nützen auch Amazon und noch irgendsoein Programm für die Musik und ja, man sucht oft ganz schön lang.


    • Das Problem mit der Musik kann ich da wohl nachvollziehen. Melodien vermitteln ja auch auf eine spezielle Art Emotionen, ähnlich wie in der Fotografie. Das miteinander zu kombinieren, wird wohl sehr schwierig sein.
      Ich erinnere mich da gerne an einen Song, der mir auf allen Chinareisen immer wieder um die Ohren gehauen wird. Wenn ich den in einer Multimediashow zusammen mit meinen Chinabildern präsentieren würde, wären im gleichen Moment alle Zuschauer weg :D
      Vielleicht muß man dann auf Reisen auch den Besuch in einer Musikhandlung einplanen, um evtl. passendes Material zu finden.
      Für mich ist einfach interessant, wie man vor Ort fotografisch vorgeht, um überhaupt später eine Diashow zusammenstellen zu können. Das wurde hier ja schon beantwortet.
      Mit welcher Software werden diese Shows eigentlich erstellt? Gibt es da vielleicht Programme für lau, damit man das überhaupt mal ausprobieren kann?
    • Hallo Maxi,

      na dann gibts ja doch ein paar Foristi hier, die sich damit schon beschäftigt haben. Sehr schön. Wie Du richtig schreibst, wird man bei einer AV-Show ... sozusagen "genötigt", sich noch ein paar Gedanken mehr um die Zuschauer zu machen. Zum einen möchte man eine Botschaft vermitteln, zum anderen haben auch die Zuseher gewisse Vorstellungen und Vorlieben. Die Kunst ist, hier keine allzu großen Kompromisse machen zu müssen. Die Länge einer AV-Show ist ein ganz wichtiger Aspekt. Da habe ich noch keinen Königsweg gefunden um die "eiligen" und die "neugierigen" Zuseher alle unter einen Hut zu bekommen.

      @kiki
      Solche AV-Show Programme gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Sie teilen sich im Wesentlichen in zwei Kategorien:

      Für den (1) Hobby-/Amateurbereich wurden schon einige genannt. Pinnacle gehört dazu und Aquasoft. Lightroom hat so ein Modul eingebaut und manche verwenden sogar Powerpoint. Aber es gibt noch dutzende mehr in der Preisklasse zwischen 50 und 200 Euro. Ich habe eine Zeit lang Aquasoft verwendet, stieß aber immer wieder an Limitationen.

      Für den (2) professionellen Bereich gibt es genau zwei Platzhirsche. Zum Einen ist das "Wings Platinum" der österreichischen Fa. AV-Stumpfl und als zweites "m.objects" der gleichnamigen Firma aus Deutschland. Faktisch alle "großen" Multimedia-Shows auf diesem Globus (wie z. B. das Fernweh-Festival in Erlangen) werden mit diesen beiden Programmen gemacht. Sie werden in jeweils in vier Ausbaustufen angeboten und decken dabei die Belange ab vom Einsteiger-Projekt bis zu gigantischen Shows mit dutzenden von Projektoren auf Messen, Ausstellungen, Konzerten und kommerziellen Installationen, wobei diese Shows dann in der Regel von spezialisierten Agenturen erstellt werde. Das gute ist: Beide Programme sind in der Einsteigerversion kostenlos und man kann schon sehr viel damit machen.

      Ciao
      HaPe
    • So, jetzt war ich mal ganz mutig und habe mir die Programme kurz angeschaut. Allein die Benutzeroberfläche jagte mir einen Schrecken ein :D
      Respekt für den, der sich damit beschäftigen mag. Zum Glück kann ich jetzt mit der Ausrede kommen, daß die Programme nicht auf Apfelcomputern laufen :D
      Vielleicht sollte ich die ersten (Tippel) Schritte einfach mit Lightroom wagen :D
    • Habe sehr interessiert mitgelesen, weil ich auch schon 3 Shows gemacht habe.
      Ich arbeite mit Magix 9 deluxe und komme damit ganz gut zurecht.

      Zwei der Shows sind jeweils ca.25 Minuten lang und eine besteht aus zwei Teilen mit 20 und 25 Minuten Länge.
      Da mache ich dann eine Pause und gebe den Zuschauern Gelegenheit über das Gesehene Fragen zustellen, sowie schon mal vorab Informationen über den nächsten Teil zu geben.
      Längere Shows sind glaube ich nur für Zuschauer geeignet, die selbst schon mal vor Ort waren.
      Ich versuche die Effekte die die Software bietet so gering wie möglich lassen, weil mir da auch vieles einfach to much ist.
      Als ganz reizvoll haben sich allerdings Effekte wie links-oder rechtsschwenk, oder hineinzoomen (zB. durch eine Tür) rausgestellt.Bei den Schwenkeffekten wirkt dann plötzlich ein ganz normales Foto wie ein Panorama.
      Wenn ich dann einen Schnitt machen will, weil entweder sich der Ort , oder der Tag geändert hat, mache ich ganz gerne ein recht langstehendes Bild was dann langsam immer dunkler wird und lasse die Musik dort immer leiser werdend enden.
      Nach Musik schaue ich immer in der jeweils besuchten Region.
      Manchmal gefallen mir auch Soundtracks von Filmen und lassen sich oftmals gut verwenden.

      Den Zweiteiler über unsere Trekkingtour in Ladakh und anschließendes Sightseeing in Dehli und Agra habe ich mal vor etwas
      größerem Publikum ca. 75 Personen bei unserer DAV Sektion gezeigt und ist dort auch sehr gut angekommen.

      @HaPe
      ich gebe dir recht !!!...bis die Show dann endlich steht kann man die Bilder nicht mehr sehen, geschweige denn die Musik noch hören ;)
      "Zwei Wege teilten sich im Wald und ich nahm den weniger begangenen. Und das hat all den Unterschied gemacht"
      Robert Frost




      jp-fotowelt.jimdo.com
    • Hallo,

      beide Programme sollen lt. Herstellerangaben AV-Stumpfl und m.objects eine "einfache Benutzeroberfläche" und eine "intuitive Bedienung" haben. Ich kann das (hüstelhüstel) nicht so ganz bestätigen. Aber man kann sich hinein finden ... ist alles kein Hexenwerk. Wenn man die wichtigsten Funktionen kennt, macht es total viel Freude.

      Ja, die Zuschauer stellen eine eine besondere Herausforderung dar ... schon bei der Erstellung der Show. Der eine möchte nur alles auf sich wirken lassen, der andere möchte gleich über alles sprechen. Der eine erwartet, dass die Reisenden auf jedem zweiten Bild erscheinen, der andere braucht das überhaupt nicht. Der eine will mehr audio- und visuelle Show, der andere mehr Informationen zu Land und Leute. Der eine will eben mal schnell ein paar Bilder sehen, der andere nimmt sich den ganzen Abend Zeit und hält das sogar durch. Und das soll alles eine Show leisten? Sehr schwierig!

      Ciao
      HaPe