Wie fotografiere ich was?

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    • Wie fotografiere ich was?

      Eine Frage in die Runde.
      Ist das Euch auch schon passiert, dass Ihr Euch fragt, wie fotografiere ich das jetzt.
      Heuer auf Kefalonia kamen wir an ein Lavendelfeld, mit dem hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Wir waren ja nicht in Südfrankreich. :)
      Ich habe dann verschiedene Perspektiven ausprobiert. Im knien, stehend, in der Mitte, von der Seite, verschiedene Belichtungszeiten.
      Gott sei Dank kostet dies heute kein Geld mehr

      Was hätte man anders machen können/sollen?

      Rausgekommen ist dann dies hier:
      www.vivien-und-erhard.de/forum/gallery/index.php?image/234-lavendelfeld/
      Viele liebe Gruesse

      Erhard
      www.vivien-und-erhard.de
      Reiseerinnerungen Palermo 2018
      Kalimera aus Paros und Naxos 2018

      Das Leben beginnt da, wo die Zeit egal ist
    • Gary Winogrand hat gesagt "Ich fotografiere, um herauszufinden, wie etwas aussieht, wenn es fotografiert wurde." Ich finde den Spruch sehr tröstlich. Man denkt ja immer, Profis wissen genau, welche Einstellung "die richtige" ist.

      Dein Foto gefällt mir gut, vielleicht hättest Du die Blende weiter öffnen können, damit der Hintergrund unscharf wird. Oder ein Ultra-Weitwinkel nehmen und steiler von oben fotografieren. Wäre interessant, wie das dann aussieht.
      12/2016 Köln ... 01/2017 Südafrika ... 05/2017 Manchester ... 02/2018 Vietnam (Teil 4)
      reiseweg.at ... flickr.com/photos/nodurians/sets/
    • Hi Erhard,

      klar ... das passiert ständig. Ich denke, man muss sich zuerst entscheiden, ob es ein eher dokumentarisches (objektives) oder eher ein emotionales (subjektives) Bild werden soll. Beides ist weder richtig noch falsch. Nur anders. Dein Bild ist eher dokumentarisch: Ein Laveldelfeld, so lang/breit, Pflanzen in Reihen angeordnet, eingerahmt von einem Hintergrund. So habt Ihr es gesehen und so werdet Ihr Euch lange daran erinnern.

      Für das emotionale Bild hätte beispielsweise eine extrem kurze Brennweite oder einen sehr (!) geringen Abstand (Zentimeter) zum Hauptmotiv wählen können. Mit einer sorgsam ausgewählten Pflanze - vielleicht einem einzelnen Zweig im Vordergrund und dem restlichen Feld als Kontext im Hintergrund. Im Gegensatz zum dokumentarischen Bild lässt das emotionale Bild gerne Dinge weg, weil es ihm nicht auf Vollständigkeit ankommt, sondern auf Eindrücklichkeit und auf den Vorgang der Wahrnehmung.

      Bei HDAV-Shows oder Fotobücher/Kalender braucht man hin und wieder auch "Füllmaterial", bei dem der grafische Aspekt eines Motivs interessant sein kann.

      Ich stand mal in Irland in einem Wald in einem Meer von tausenden (millionen ?) Bluebell Blümchen (Glockenblumen) und bekam das Motiv auch nicht wirklich in den Griff. Die ganze Mystik der Situation stellte sich aber dann erst am nächsten Morgen ein, als noch ein Nebelschleier in der Luft lag und noch keine hoch stehende Sonne vorhanden war, die die leuchtenden Farben in harte Kontraste tauchte. Drum: Wenn man ein Motiv nicht in den Griff bekommt, ist es vielleicht die falsche Tageszeit.

      Ciao
      HaPe
    • Ich find's schon sehr beachtlich, daß du bei der Hitze tatsächlich die Muße hattest und mehrere Perspektiven ausprobiert hast.
      Ich hab das Bild nun einige Male betrachtet und irgendwie ist mir da zuviel Hintergrund, da das Lavendelfeld sehr schmal ist.
      Da der Hauptfokus hier auf dem Feld liegen soll, wäre jetzt der Vorschlag, beim nächsten Mal der Hochkantvariante hier den Vorzug zu geben und dafür zu sorgen, daß zuminderst am Horizont die seitlichen Bäume und Feldbegrenzungen aus dem Blickfeld verschwinden. Aus dem Bauch heraus würde ich das auch beim Ultraweitwinkel erst einmal nicht anders versuchen, auch wenn ich dafür mit Sicherheit sehr weit in's Feld hineinlatschen müßte.
    • Danke für Eure Antworten.
      Im nach hinein muss ich sagen, ich hätte mehr experimentieren sollen, zum Beispiel Blende und Hochkant. Die Temperatur war kein Problem. Es war in den Bergen und ein leichter Wind wehte. Eigentlich sehr angenehme Voraussetzungen.
      Das wirkliche Problem ist, ich bin wieder zu Hause und meilenweit vom Objekt entfernt. Wenn man sich darauf einstellt, dass man zu einem Lavendelfeld kommt, dann kann man sich schon vorher Gedanken darüber machen. Aber das war ja hier nicht der Fall.
      Wenn ich jetzt daran denke was ich hätte alles machen können, ärgere ich mich. So erging es mir wie ein Lehrer mal sagte: alle Menschen sind schlau, die meisten hinter her….
      Viele liebe Gruesse

      Erhard
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    • Bei mir merke ich, dass die Bilder besser werden, je länger ich mich an einem Ort aufhalte. Einige meinerLieblingsbilder habe ich gemacht, wenn ich zuvor längere Zeit einfach nur dagesessen bin, z.B. in einem Straßencafé. So nebenbei zu fotografieren, während man durch eine Stadt läuft, oder für eine Landschaftsaufnahme mal schnell aus dem Auto springen, funktioniert für mich nicht besonders gut. Da kommen dann eben eher die dokumentarischen Fotos und Postkartenansichten raus.

      Was hilft, ist, wenn man schaut, was andere machen. Ich hab mal bei flickr das Stichwort "lavanderfield" eingegeben, da findet man schon ein paar sehr stimmungsvolle Bilder: flickr.com/search/?text=lavanderfield
      12/2016 Köln ... 01/2017 Südafrika ... 05/2017 Manchester ... 02/2018 Vietnam (Teil 4)
      reiseweg.at ... flickr.com/photos/nodurians/sets/
    • Hallo!

      Ich fotografiere zwar gerne, aber eigentlich hab ich nur ganz wenig Ahnung, oder eher gar keine. :roll:

      Mir gefällt das Lavendelfeld sehr gut, aber ich hätte es wahrscheinlich im Stehen fotografiert (weil mir deine Perspektive wahrscheinlich gar nicht eingefallen wäre) ;)

      Aber ich denke auch, dass man sich oft Zeit nehmen muss und wenn man was länger beobachten kann, ist das schon hilfreich. Es ist ja auch so wenn man ein Gemälde betrachtet - umso länger - umso mehr entdeckt man.
      Natürlich gelingen auch manchmal so "im Vorbeigehen" gute Schnappschüsse. Manchmal ist es einfach auch Glück. (bei mir zumindest) Wichtig finde ich schon, dass man das Motiv erkennt, das einem gefällt. Wir haben mal in Malaysia in Langkawi einen schönen Ausflug mit einem Fotografen (Peter Höfinger - sehr zu empfehlen für Ausflüge dort in die Natur, auch ohne Kamera) gemacht. Und das war schon lustig, ich wollte z.B. einen kleinen Frosch fotografieren, ich hätte es von oben gemacht. Und er meinte dann, nein machs von der Seite - ist wirklich hübsch geworden. :) Ich weiß - ich muss es mal hochladen. Mach ich bei Gelegenheit.

      LG Quaxi
    • Hi,

      @ND: Der erste Absatz hätte von mir sein können. Das geht mir ganz genau so.

      Noch eine Möglichkeit wäre, mehrere Bilder zu machen. Manche Motive lassen sich einfach nicht vollständig mit einem einzelnen Bild erfassen. Gerade wenn das Detail und die Übersicht des gleichen Motivs so unterschiedliche Ansichten liefert wie beispielsweise das Lavendel-Feld, wäre das ein Indikator dafür. Und wie gehts dann weiter?

      Mit der Beschäftigung von HDAV-Präsentationen habe ich gelernt, wie sehr die Fotografie vor Ort beeinflusst werden kann durch die Art der Bildpräsentation später. Solange Du bei der Präsentation auf ein Stück Papier im Format 9*13 cm oder einen Monitor mit 900*600 Pixel (das der Betrachter so lange ansehen kann wie er will) beschränkt bist, gehen sehr viele Möglichkeiten verloren ... auch bzgl. der Möglichkeiten solche interessanten, aber schwierigen Motive wie das Lavendel-Feld in Szene zu setzen. So kannst Du durch Bewegungen im Bild den Betrachter animieren, gar nicht erst nach einem Fixpunkt zu suchen, sondern kannst ihn gleich dahin lenken, die Größe und die Vielfalt des Motivs als das eigentliche Motiv zu verstehen und nicht den Punkt, auf dem das Auge ruhen möchte. Mit sequenziellen und zeitgleichen Überblendungen stimulierst (oder ... je nach Intension) flutest Du mehr oder weniger dosiert die Reizwahrnehmung der Betrachter und führst damit eine zusätzliche Dimension der visuellen Botschaft ein, die von einem statischen Bild nicht ausgehen kann.

      Ich habe mit inzwischen angewöhnt, beim Fotografieren auch den einen oder anderen Gedanken zur Präsentation zu verschwenden. Und da ist die klassische Bildkomposition nach Drittelregel, korrespondierenden Punkten & Co nicht immer die Lösung der Wahl, sondern manchmal auch einfach nur die Strukturen und Muster.

      Ciao
      HaPe
    • Fotografie ist natürlich eine Sache der Übung und manchmal kommt es auch drauf an, was das Equipment überhaupt hergibt. Hier war ja ein Reisezoom am werkeln. Viele Motive kann man damit abdecken, aber es hat halt auch seine Grenzen. Der Rat mit dem Ultraweitwinkel ist natürlich gut gemeint, nutzt in diesem Fall aber nichts, da keiner vorhanden.
      Ich muß gestehen, daß mir die heimischen Fotoausflüge mehr bringen, als irgendwelche Urlaubsreisen. Zuhause kann man in Ruhe experimentieren und Erfahrungen sammeln und das macht sich dann auch auf Reisen positiv bemerkbar.
    • Naja, das erste Foto vom Lavendelfeld, welches Du in deiner Frage verlinkt hattest, ist so das typische Foto, welches man ...zig Mal schon aus Frankreich kennt. Gibt es als Postkarten, Kalendermotive etc.
      So ein wenig beneide ich Euch ... durch ein blühendes Lavendelfeld zu gehen, steht noch auf meiner Wunschliste. Wir waren im April in Argostoli, da war noch nichts mit Lavendelblüte.
      über meine Reisen und Kreuzfahrten berichte ich in meinem Blog: silvertravellers.de/
    • Na, da hast du dich ja richtig in's Zeug gelegt. Von der Perspektive finde ich das letzte am gefälligsten. Ich mag es sogar lieber als das verlinkte Foto, weil es durch die Linienführung dynamischer wirkt. Das Stromgedöns würd ich noch wegstempeln und fertig.
      Man muß auch mal ganz ehrlich sein, das Lavendelfeld ist zwar schön anzusehen, aber die Umgebung ist hier eher nicht so der Hingucker. Dazu stehen die Pflanzen sehr dicht beieinander, sodaß bei einigen Aufnahmen nur lila Plüsch bei rüberkommt und sonst nichts. Gräm dich nicht Erhard, du hast das beste draus gemacht. Da läßt sich einfach nicht viel herausholen. Falls du noch einmal in die Gegend kommst und es ist dir wichtig, such dir eine andere Tageszeit aus. Je tiefer die Sonne, desto mehr leuchtet das Feld.
      LG kiki
    • Das erste Bild hat mir von der Perspektive am Besten gefallen und auch ohne die Kommentare meiner Vorredner gelesen zu haben, hätte ich spontan entschieden mit großer Blende den Hintergrund in Unschärfe verlaufen lassen.
    • Mir gefällt das Foto und ich glaube man muss hier nicht fragen, was man hätte besser oder anders machen sollen.

      Es gibt halt einfach, wie du es ja auch gemacht hast, verschiedene Möglichkeiten das Motiv zu fotografieren und bestimmt hätte eine Nahaufnahme, wie HaPe sie beschrieben hat, auch gut ausgesehen.
      Aber das bedeutet ja nicht, das das eine oder andere besser ist, es ist einfach nur aus einem anderen Blickwinkel aufgenommen, also anders.

      Mir persönlich gefällt allerdings deine erste Aufnahme auch am besten.
      Die Symmetrie passt gut zum Motiv und ich mag Schärfeverläufe.
      Ich hätte wahrscheinlich eine noch etwas größere Blende gewählt,ca. 5.6, um noch etwas mehr Unschärfe für den Hintergrund zu bekommen, aber auch das ist Geschmacksache.

      Eine Nahaufnahme ist auch immer sehr schön, wie in deinem drittletzten Bild.
      Allerdings stört mich der Schmetterling, da er sofort den Blick auf sich zieht und er leider schon außerhalb des Schärfebereichs liegt.

      Daher gefällt mir von den Nahaufnahmen das 3. Bild am besten.

      LG Petra
      " Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist. "
      ( Jean Paul )

      Mit der Kamera unterwegs
    • Hi,

      cicapetra schrieb:

      Mir gefällt das Foto und ich glaube man muss hier nicht fragen, was man hätte besser oder anders machen sollen.
      na ja, man kennt den Effekt doch: Da steht man mitten in irgend einer außergewöhnlichen Szenerie und überlegt sich, ob es sich evtl. auch um ein außergewöhnliches Fotomotiv handelt, das man nachhause transportieren kann, damit sich auch andere freuen können. Wer schon mal versucht hat, die besondere Atmosphäre mitten in einem Regenwald fotografisch zu konservieren, weiß sicher, was ich meine.

      Und manchmal ist das Ergebnis einfach enttäuschend. Nun mag es sein, dass man zwar das Abbild des Motivs, aber nicht die Gerüche und Geräusche, die Wärme auf der Haut, die emotionale Nähe, die Ungewissheit des nächsten Moments transportieren konnte. Oder es kann sein, dass die Perspektive, der Bildaufbau oder die Lichtsituation suboptimal eingeschätzt wurde. Oder es kann sein, das das Motiv einfach generell nicht taugt um auf einem einzelnen, begrenzten, rechteckigen Feld eingedampft zu werden.

      Ich finde es gut, wenn man sich derlei Fragen stellt wie Erhard in diesem Thread.

      Ciao
      HaPe
    • HaPe,

      ich meinte mit meinem Post auch nicht, dass man danach grundsätzlich nicht fragen soll, vielleicht ist das falsch rüber gekommen.

      Mein " man hätte HIER nicht fragen müssen ", bezog sich im Besonderen auf Erhards Eingangsfoto, welches ich ja, wie schon erwähnt, gut finde.

      Ich wollte halt nur zum Ausdruck damit bringen, dass man nicht immer sagen kann, welches besser oder schlechter ist, da es ja auch immer auf den Geschmack ankommt oder, wie du in deinem Post zu Beginn geschrieben hast, welche Wirkung man erzielen möchte.

      Mir geht es ja selbst auch nicht anders.
      Man hat etwas fotografiert, keines der Bilder ist wirklich schlecht und man fragt sich die ganze Zeit, welches wähle ich jetzt aus.
      Das kommt daher, weil eben keines wirklich schlecht ist, sondern eben nur " anders " ist.

      LG Petra
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      Mit der Kamera unterwegs