Kalimera Iris, ich habe vom Dezember 2014 bis Juni 2017 in der Nähe von Kalýves gewohnt. Mein täglicher Lebensmittelpunkt ist immer Kalýves gewesen. Mir gefällt der geschäftliche Treiben im Ort Kalýves. Wenn du in der Umgebung von Kalýves wohnst, oder wie ich gewohnt habe, ist Kalýves einfach ein wichtiger Mittelpunkt des Lebens. Ich bin in diesen 3 Jahren fast täglich in Kalýves gewesen.
Ich mag den Arbeiterort Kalýves sehr, zum Wohnen, als Basis im Winter, für die täglichen Einkäufe, Besorgungen, Essen gehen - aber ich würde hier keinen Sommerurlaub empfehlen, da gibt es für einen Urlaub, an der Südküste idyllischere Küstenorte (Paleochóra, Soúgia, Frangokástello, Plakiás, Léntas und Mirtos).
Kalýves liegt am östlichen Ausgang der Soúda-Bucht an der Nordküste zwischen Chaniá und Réthymnon. Kalýves liegt etwa 20 km östlich von Chaniá und 50 km westlich von Réthymnon.
Der Arbeiterort Kalýves, ist eine gute Basis um Chaniá, die Archäologische Stätte Áptera, die Dörfer auf der Halbinsel Drápano und im Bezirk Apokorónas zu erkunden.
Kalýves ist kein künstlicher Touristenort/Resort wie Almyrída, Loutró, Agía Rouméli, Soúgia, Kalamáki, Balí... Kalýves ist ein gewachsener Ort, mit 1.600 ständigen Einwohnern.
Hier haben im Winter alle Supermärkte und 3 Mini Märkte auf, viele Tavernen haben auch auf. Im Ort befinden sich: 1 großer SYN.KA Supermarkt (Genossenschaftskette), 4 kleinere Mini Märkte, Apotheke, 3x Schlachter, mehrere Bäcker, Friseure, Tankstelle, Ärzte und alle möglichen Geschäfte. Es gibt auch eine Volksschule. Man braucht nicht nach Chaniá fahren, da man in Kalýves einfach alles bekommt.
Kalýves ist noch immer durch (kretisches) Alltagsleben geprägt, viel mehr als durch Tourismus. Ich mag den Ort Kalýves sehr, Urlaub würde ich hier aber nicht machen.
Kalýves verdankt seine Entstehung wohl Bauern aus den umliegenden Bergdörfern. Das flache, breite Tal mit seinen drei Flüssen Xydas, Mesopotamos und Kiliaris, die auch im Sommer nicht versiegen, bot gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Landwirtschaft. Sie bauten kleine Hütten, griechisch Kalýves, um sich den täglichen Heimweg zu sparen. In der Antike soll bei Kalýves ein Hafen des westlich gelegenen Stadtstaates Áptera gelegen haben.
Die Tavernen in Kalýves sind im Durchschnitt 2€ günstiger als im Nachbarort Almyrída. In Almyrída ist alles ein wenig teurer.
In Kalýves kann man sehr gut und günstig Essen, z.B. günstige Leber in der Taverne Mythos oder sehr gute Pizza im Il Forno. Stellas Tapas Bar neben der alten Wassermühle hat auch einen sehr guten Ruf (ht auch im Winter auf). Wenn es mal eine Gyros Platte sein soll, es ist das Tages Spezial im Mistrali für 12.50€ (2021 noch 8.90€). Getränk ist im Preis inbegriffen.
Mitsos Grill neben dem Schlachter (rechts vom Café Sentra), es ist in der ganzen Gegend für seine gute Qualität bekannt. Das Grill House und der Schlachter gehören zusammen. Es gibt täglich mehrere Mittagsgerichte. Es ist immer voll mit Einheimischen, Residenten und Touristen. Sonntags hat es geschlossen.
Sehr schön ist auch das kleine Café Potamos bei der Brücke am Fluss.
An der Platia sind zwei Kafenia. Das Platanos Kafenio, es ist sehr beliebt bei Briten. Das rechte, dass Café Sentra (ehemals Aphrodite), ist der Treffpunkt der alten Männer von Kalýves. Hier werden auch immer alle Fußballspiele gezeigt. Da der Laden sehr günstig ist und gutes free Wifi hat, bin ich hier täglich gewesen.
Kalýves ist eines von 75 Dörfern des Bezriks Apokorónas. Abgesehen von dem Bauboom rund um Almyrída, Plaka und Kokkinó Chorió ist die grüne und abwechslungsreiche Halbinsel Drápano wunderschön. Es gibt sehr viele kleine und ursprüngliche Dörfer. Die Halbinsel Drápano (Apokorónas) zählt auch zu der grünsten Region auf der Insel.
Meine Gedanken über den Küstenort Georgioúpolis: Unter Kreta-Freunden gibt es ja einige Orte auf der Insel die sehr polarisieren: Plakiás, Frangokástello, Kalamáki, Georgioúpolis......
Bis 1906 hieß Georgioúpolis Almyropolis, nach dem Fluss Almyropolis. Davor war es lange Malaria-Gegend und Heimat von Piraten. 1906 wurde Almyropolis in Georgioúpolis (Georgsstadt) unbenannt, nach Prinz Georg, dem ersten Hochkommissar von Kreta.
Anfang der 1980er Jahre wurde das Gebiet als touristisches Ziel entdeckt und der Bau von Hotels begann. Nach und nach entwickelte sich das ehemalige Fischerdorf und Treffpunkt der Rucksacktouristen (80er Jahren) zu dem heutigen Strand-Urlaubsort, schwerpunktmäßig in Georgioúpolis und Kávros.
Von der „gemütlichen ländlichen Atmosphäre“ (wo mit der Apokoronas Lakalanzeiger, Reiseführer der Region wirbt), kann keine Rede mehr sein. Exopoli/Exopolis wird immer mehr zugebaut. Hier sind in den letzten Jahren über ein dutzend hochwertige Ferienhäuser/Anlagen entstanden und haben den Ort optisch verschandelt.
Nur 300m Luftlinie von der letzten Beach Bar in Georgioúpolis Richtung Osten/ langer Sandstrand Kávros beginnen die Resort. Hier haben sich in den letzten Jahren dutzende kleinere und größere Ressort und Luxus-Resorts sich angesiedelt, wie das Pilot Beach Resort. Der negative Höhepunkt ist die gigantische Resort-Anlage, Hotel Anemos Luxury Grand Resort. Das Bauprojekt bzw. die Fertigstellung ist für mich der I-Punkt der negativen Entwicklung und hat den noch wenigen restlichen Charme von Georgioúpolis und Umgebung endgültig begraben. Ganz zu schweigen von der peinlichen Touristen-Bimmelbahn. Und der touristische Bauboom in Georgioúpolis und Umgebung geht ungebremst weiter, in Planung sind zwei All Inklusive 5 Sterne Luxushotel, dass eine mit Wasserpark. Beide Projekte sind vom Umweltausschuss genehmigt.
Ich bin im Oktober 2013, dass erste mal in Georgioúpolis gewesen und es hat mir nicht besonders gefallen. Seit dem hat sich die Lage nicht verbessert.
Obwohl es am Fluss mit den ganzen Fischerbooten und Katzen wirklich sehr schön ist, habe ich in Georgioúpolis für mich festgestellt, dass ich in Georgioúpolis nicht das Gefühl habe an einem kretischen Ort zu sein. Durch den Süßwasserfluss/Hafen, den Eukalyptusbäumen, dem trostlosen Dorfplatz aus Beton mit dem Brunnen. Wegen dem Brunnen wird Georgioúpolis auch gerne ironisch Castrop-Rauxel genannt. Ein Kafenio suchte ich bereits 2013 vergebens. Mir fehlt einfach der Charme in Georgioúpolis, der für mich so viele anderen Orte auf Kreta ausmachen.
Ein Freund hat mir im Juli 2019 diese Email geschrieben: "Ich war an einem Abend jetzt im Mai mal in Georgioupoli für etwa 1,5 Stunden. Es war ein Kulturschock. Ich habe mir das alles mal angeschaut, es sind ja nur ein paar Minuten von Vrysses. Du bist in einer anderen Welt. Mit Hüpfburg, Bimmelbahn, Kretasafari, Hotels, historisch erhaltenem Marktplatz und Superkulturangeboten ;-). Es war grad kretischer Abend an der Kirche. Büchsenbier und kretische Tänze. Furchtbar das Ganze!"
Georgioúpolis, hat wie jeder andere Ort auf Kreta, seine langjährigen Stammgäste und Fans, dass muss man auch fairerweise sagen. Das ist auch gut so. Geschmäcker sind halt verschieden.
Für einen Tagesausflug oder ein paar Stunden kann ich Georgioúpolis empfehlen. Ich ziehe die ursprüngliche und wilde Südwestküste (Sfakiá) zwischen Paleochóra/Palaióchora und Frangokástello vor. Paleochóra und Soúgia sind meine absoluten Lieblingsorte.
Zu deinen Fragen:
Beide Orte liegen direkt an der Busverbindung Chania - Rethymnon - Heraklion (Nationalstraße/New Road). Von Kalyves 20 Minuten zu Fuß. Es gibt auch noch eine Busverbindung Chnaia - Kalýves - Almyrída. Diesen Sommer ist das Busununternehmen KTEL nicht direkt durch Kalýves gefahren, sondern hat am Ortseingang und Ortsausgang nur gehalten und ist dann wieder auf die New Road gefahren.
Um die Umgebung zu erkunden, die urigen Dörfer auf der Halbinsel Drápano /Apokorónas bietet sich ein Auto an.
Es gibt einen schönen Sandstrand in Kalýves, am westlichen Ende vom Ort, beim Synka Supermarkt. Die Strände direkt im Ort konnten mich nicht überzeugen.
In Georgioúpolis gibt es links vom Hafen, den schönen kleinen Sandstrand Kalyvaki Beach. Der Einstieg ist sehr flach und das Wasser ist dort wegem einem Süßwasserfluß kälter. In den Sommermonaten ist der Strand leider sehr voll. Der kilometerlange Sand/Grober Sandstrand gefällt mir nicht. Es gibt keinen natürlichen Schatten.