Wir besuchten den malerischen Emerald Lake. Hier kann man im Sommer baden. Obwohl das Wasser glasklar ist, haben wir keinen Fisch gesehen. Man weiß bei den Amerikanern nie, wieviel Dreck sie in die Oberflächenwässer einleiten. Das habe ich vor ein paar Jahren von einem Wasserexperten aus Wisconsin auf einem Aussichtspunkt oberhalb des Mündungsgebiets von Mississippi und Wisconsin River erfahren. Ich erzählte diesem Mann, dass wir bei unserem Bootsausflug mit unserer Angelausrüstung über Stunden keinen einzigen Fisch ergattert hatten. Der Wasserexperte erwiderte etwas unsicher, dass er, selbst wenn er einen Fisch gefangen hätte, ihn niemals essen würde. Das Wasser sei mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Giftstoffen belastet Es gäbe nämlich keine Kontrolle über die Art, die Menge und den Ursprung der in die Flüsse geleiteten Abwässer. Er gestand mir mit einem gewissen Neid, dass er die Vorgaben und Gesetze in Deutschland zum Schutze der Oberflächen- und Grundwässer kenne und dass er nicht daran glaube, dass dies irgendwann auch in den USA so sein werde.
Nun, hier in den Green Mountains gibt es wahrscheinlich keine Industriezentren, die diesen schönen See belasten würden (hoffe ich).
Nur an dieser Stelle und bei diesem Licht leuchtete der Lake Emerald so grün wie ein Smaragd
Auf der Fahrt zum Flughafen JFK, New York, bemerkten wir in einer Kleinstadt ein für hiesige Verhältnisse uriges, 1808 aus Naturstein erbautes Gebäude mit einem modernen Anbau. Kunsthandwerk wird dort angeboten; es wird von dem Eigentümer selbst hergestellt und zu saftigen Preise zum Kauf angeboten.
Der anfangs etwas kauzige Künstler entpuppte sich als gut gebildeter und informierter Selfmade Unternehmer. Er verdient, wie er mir freimütig erzählte, jeden Monat ein Vermögen mit seinen billigen Unterkünften, die er einst günstig kaufte, renovierte und jetzt an Wanderarbeiter vermietet.
Auf 2 Etagen wird ein breites Spektrum an Kunstobjekten ausgestellt
Er liebe sein Kunsthandwerk, zeigte mir seine chaotisch anmutende Werkstadt und kam auf die Situation in Europa zu sprechen. Er hätte nie geglaubt und kann es bis jetzt nicht verstehen, dass eine der weltweit führenden Wirtschaftsmächte wie Deutschland, innerhalb von wenigen Jahren einen ökonomischen Suizid begeht und jetzt seine Schwerpunkte auf die Rettung des Weltklimas, die Gender- und LGBTQ- Problematik setze. Genau so katastrophal sei die Entwicklung in der UK. Nein, er selbst ist natürlich kein Fan von Trump und seiner Politik. Er sei auch kein Demokrat, er wähle in Abhängigkeit politischer Programme und Kandidaten der Parteien. „Leute wie Sie sind aber in der Minderheit in ihrem Land“, erwiderte ich ihm. That’s correct, fügte er hinzu. Wir bezahlten die originellen Ohrringe, die meine Frau erstand und fuhren weiter nach New York.
Viele Grüße
horas