Posts by horas

    Wir besuchten den malerischen Emerald Lake. Hier kann man im Sommer baden. Obwohl das Wasser glasklar ist, haben wir keinen Fisch gesehen. Man weiß bei den Amerikanern nie, wieviel Dreck sie in die Oberflächenwässer einleiten. Das habe ich vor ein paar Jahren von einem Wasserexperten aus Wisconsin auf einem Aussichtspunkt oberhalb des Mündungsgebiets von Mississippi und Wisconsin River erfahren. Ich erzählte diesem Mann, dass wir bei unserem Bootsausflug mit unserer Angelausrüstung über Stunden keinen einzigen Fisch ergattert hatten. Der Wasserexperte erwiderte etwas unsicher, dass er, selbst wenn er einen Fisch gefangen hätte, ihn niemals essen würde. Das Wasser sei mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Giftstoffen belastet Es gäbe nämlich keine Kontrolle über die Art, die Menge und den Ursprung der in die Flüsse geleiteten Abwässer. Er gestand mir mit einem gewissen Neid, dass er die Vorgaben und Gesetze in Deutschland zum Schutze der Oberflächen- und Grundwässer kenne und dass er nicht daran glaube, dass dies irgendwann auch in den USA so sein werde.

    Nun, hier in den Green Mountains gibt es wahrscheinlich keine Industriezentren, die diesen schönen See belasten würden (hoffe ich).

    Nur an dieser Stelle und bei diesem Licht leuchtete der Lake Emerald so grün wie ein Smaragd

    Auf der Fahrt zum Flughafen JFK, New York, bemerkten wir in einer Kleinstadt ein für hiesige Verhältnisse uriges, 1808 aus Naturstein erbautes Gebäude mit einem modernen Anbau. Kunsthandwerk wird dort angeboten; es wird von dem Eigentümer selbst hergestellt und zu saftigen Preise zum Kauf angeboten.

    Der anfangs etwas kauzige Künstler entpuppte sich als gut gebildeter und informierter Selfmade Unternehmer. Er verdient, wie er mir freimütig erzählte, jeden Monat ein Vermögen mit seinen billigen Unterkünften, die er einst günstig kaufte, renovierte und jetzt an Wanderarbeiter vermietet.

    Auf 2 Etagen wird ein breites Spektrum an Kunstobjekten ausgestellt

    Er liebe sein Kunsthandwerk, zeigte mir seine chaotisch anmutende Werkstadt und kam auf die Situation in Europa zu sprechen. Er hätte nie geglaubt und kann es bis jetzt nicht verstehen, dass eine der weltweit führenden Wirtschaftsmächte wie Deutschland, innerhalb von wenigen Jahren einen ökonomischen Suizid begeht und jetzt seine Schwerpunkte auf die Rettung des Weltklimas, die Gender- und LGBTQ- Problematik setze. Genau so katastrophal sei die Entwicklung in der UK. Nein, er selbst ist natürlich kein Fan von Trump und seiner Politik. Er sei auch kein Demokrat, er wähle in Abhängigkeit politischer Programme und Kandidaten der Parteien. „Leute wie Sie sind aber in der Minderheit in ihrem Land“, erwiderte ich ihm. That’s correct, fügte er hinzu. Wir bezahlten die originellen Ohrringe, die meine Frau erstand und fuhren weiter nach New York.

    Viele Grüße

    horas

    Wir waren vor ein paar Jahren, ganz zufällig, im Kodak Chrome State Park, ganz in der Nähe vom Brice canyon, und es war fantastisch! Es gab außer uns nur noch ein paar Holländer, die dort campten.

    Man sollte tatsächlich mal was Neues probieren, was weniger angesagt ist und findet so - mit etwas Glück- ein kleines Juwel!

    horas

    Der beliebte und günstige Annual Pass soll von aktuell $80.- auf satte $250.- erhöht werden.
    Ohne Pass sollen zum normalen Eintritt noch $100.- zusätzlich p.P. zu zahlen sein.
    Beginn der Neuregelung ist zum 1. Januar 2026

    Das gilt aber nur für Ausländer ohne permanente Aufenthaltsgenehmigung für die USA.

    Wer von uns Kurzeitbesuchern bzw Touristen kauft auch schon einen Jahrespass? Ich mache das nicht! Und wenn es tatsächlich 100 $ mehr pro Person sein sollen, dann besuche die sog. State Parks. Da hat man den Vorteil, daß es viel weniger Touristen gibt, sie auch attraktiv sind und die Eintrittskarten bleiben bezahlbar.

    Viele Grüße

    horas

    Weißt du, dass es in New Hampshire keine Sales Tax gibt? ...

    Nein, das wusste ich nicht. Es ist auch gut, dass es meine Frau nicht weiß. Ich werde ihr auch nix davon sagen. Aber die normalen Preise in den USA sind ja so hoch, dass die Amis, einmal in Deutschland, gleich 3 kg Seife (fest und pH neutral) und einen Karton Zahnpasta bei DM kaufen und mit heim schleppen, wie vor ein paar Tagen, als uns eine Nichte aus den USA besuchte. Glaubst du, dass die Waren ohne "sales tax" in New Hampshire billiger als bei uns sind?

    Welches Hotel hattest du in Hampton gebucht? Gab es solch einen schweren Sturm?

    Das Hotel heißt "Lamie's Inn and The Old Salt Restaurant". Ich bekam über die Buchungsplattform Check24 eine Nachricht, dass das Hotel nicht mehr zur Verfügung steht. Mir wurden 3 Umbuchungs- bzw. Erstattungs- Optionen angeboten. Ich habe zunächst mal versucht das Hotel telefonisch zu erreichen, um Näheres über diese Entscheidung zu erfahren. Es gab allerdings immer nur eine automatische Ansage, dass wegen eines Feuers das Hotel zur Zeit nicht bewohnbar sei. Und da erinnerte ich mich wieder an die Bilder, die wir im Inn at Tyler Hill, NY, zu Beginn unserer Reise im TV gesehen haben. Die Ostküste der USA wurde von einem Sturm attackiert. Was jetzt die genaue Ursache des Feuers war, kann ich nicht belegen.

    Viele Grüße

    horas

    Nach diesen Besuchen in familiären Rahmen in Quebec haben wir die Rückreise Richtung New York angetreten. Schon in Quebec überquerten wir den St. Lorenz-Strom

    und folgten dem Trans-Kanada-Highway bis nach Drummondville, wo wir auf den Highway 55 nach Süden abbogen. Hinter der US-Grenze heißt die Autobahn dann „Interstate 91“.


    Ja, das sind echte Bäume, mit echten natürlichen Blättern

    Das Wetter über den Green Mountains war durchwachsen

    Die Fahrt wurde auf Wunsch meiner Frau an der Grenze zu den USA unterbrochen, da sie auf der kanadischen Seite einen Duty-Free Shop entdeckte. Auf der Kaufliste standen noch Geschenke für 2 Brautpaare, die zwischen Weihnachten und Neujahr in Conakry heiraten werden. Die Augen meiner Frau leuchteten, als sie die günstigen Preise von Swarovski Glasschmuck entdeckte. Meine Frau hat die unglaubliche Gabe, dass sie nie den Preis einer Ware vergisst, welche sie irgendwann irgendwo auf der Welt gekauft hat. Also schlug sie zu.

    Ich beschränkte mich auf vier 1/2L Flaschen kanadischen Eisweins, lokalen Honig und natürlich Ahornsirup im Metallkanister. Als die Tante an der Kasse sagte, es wäre besser die Sachen beim amerikanischen Zoll zu deklarieren, wollte meine Frau einen Teil des Schmucks zurückgeben. Ich war dagegen als ich das verzweifelte Gesicht der Kassiererin sah. „Wir deklarieren das zusammen, das sollte durchgehen“, war mein Vorschlag.

    Als wir den Shop verlassen wollten, wurden wir beinahe von gefühlten hunderten koreanischen Touristen überrannt, die in 3 großen Bussen gerade ankamen.

    Dann fuhren wir zu den US-Grenzwächtern. Es gab zuerst die Standardfragen und dann auch die Frage, ob wir was zu deklarieren hätten. Ja, haben wir und ich reichte den langen Kassenbeleg dem Officer rüber. Er studierte eine Zeitlang die Liste und sagte „alles okay und gute Fahrt“.

    Für die 2 verbleibenden Tage hatte ich ursprünglich ein nettes Hotel an der Atlantikküste in Hampton, New Hampshire, gebucht. Dieses wurde allerdings bei den starken Stürmen 10 Tage vor der geplanten Ankunft so schwer beschädigt, dass es außer Betrieb genommen wurde und ich umbuchen musste. Ich habe mich dann ins Landesinnere umorientiert und im grünen Vermont, genau genommen in den „Green Mountains“ ein interessantes Ziel gefunden. Meine Wahl fiel auf das „Arcady Mountain Motor Lodge“, ungefähr 10 km südlich der Kleinstadt Manchester, Vt gelegen. Das gesamte Team des Hotels stammt aus Peru, nur einer sprach Englisch, das ich verstehen konnte. Aber das Lächeln der Peruaner am Morgen, als wir den Frühstücksraum betraten, war für uns wie eine Vorhersage: es wird ein schöner Tag werden. Und so war es denn auch.

    In der Arcady Mountain Motor Lodge



    In der Gegend von Manchester fuhren wir auf schmalen Landstraßen an isoliert gelegenen Häusern, Häuschen, Hütten und Mobile-Homes vorbei. Man fragt sich da schon hie und da „von was leben denn die Menschen hier überhaupt?“.


    Viele Grüße

    horas

    Für die letzten 2 Tage in Quebec waren Besuche bei Freunden aus Guinea eingeplant. Meine Frau verabredete ein Treffen mit der Frau eines guten Freundes und Geschäftspartners und 2 ihrer Kinder. Wir trafen uns in einem Restaurant, wo Essen nach Art der Indianer bzw. Ureinwohner angeboten wird. Eigentlich gab‘s verschiedene Arten von Rotwild, nach europäischer bzw. amerikanischer Art zubereitet. Es war nicht schlecht, aber auch kein kulinarisches Highlight. Am nächsten Tag wurden wir in ihrem Prachthaus bewirtet.

    Auch ich hatte im Internet recherchiert und meine ehemalige Buchhalterin aus Labé, Guinea wiedergefunden. Es sind immerhin etwas mehr als 20 Jahre her, dass sie mit ihrem kanadischen Mann ihren Job bei mir aufgegeben hatte und wegzog. Es gab ein freudiges Treffen mit einem vorzüglichen Mafé Tiga (Ernusssoßengericht). Es war ein sehr schöner Abend.


    Auch in Kanada wird Halloween mit geschmackvollen Dekorationen zelebriert


    Meine ex-Mitarbeiterin und ihr Mann besitzen 32 Chalets in der Gaspési, im äußersten Osten von Quebec. Man kann diese Wohnungen mieten und sich in der wenig bevölkerten „Natur pur“ Landschaft an einem Fjord der kanadischen Atlantikküste amüsieren bzw. erholen, in sich einkehren oder Angeln gehen (bei Interesse gebe ich gerne einen Link zur Webseite der Unterkunft). Eigentlich zieht es mich nicht wirklich dorthin, da ich im Urlaub doch ein bisschen Remmidemmi um mich herum brauche.

    Mit Verwunderung habe ich in den kanadischen Supermärkten unseren Lieblingssprudel gefunden. Aber wer würde bei uns umgerechnet 2 € (3,29 CAN$) für eine 0,75L Flasche ordinären Sprudel ausgeben?

    horas

    Wir fanden die Autofahrt entlang des Saint-Lorenz Stroms via Trois-Rivières eigentlich sehr hübsch und sicher keine 5-stündige Fahrt.
    Eintönig empfanden wir die Fahrt am Transcanada Highway von Quebec nach Montreal.
    Aber jedenfalls ist Quebec City eine sehenswerte City, wie auf den Bildern sehr schön ersichtlich:thumbup:

    Ja, stimmt, Riverside; es wurde bei uns etwas länger, weil wir erst nach einer halben Stunde feststellten, dass meine Frau ihren Mantel bei ihrer Nicht vergessen hatte und wir deshalb nochmals zurückkehrten. Dann kamen noch Tanken und lunch dazu, so dass unsere Fahrt mir schier endlos erschien.

    Nach einer knapp 5-stündigen monotonen Fahrt, von Saint Eustache dem Nordufer des Sankt Lorenz Stroms folgend, erreichten wir die Altstadt von Quebec.



    Blick von Québec über den St. Lorenz Strom nach Lévis

    In deren Zentrum befindet sich unser Hotelchen, das „La Marquise de Bossano“. Es hat nur 4 Zimmer und 2 Parkplätze, die einem amerikanischen Van oder 2 europäischen Familienwagen Platz bieten. Wir konnten einen davon erhaschen.

    Eine freundliche junge Italienerin hieß uns willkommen und erläuterte das Notwendige in dieser romantischen, altehrwürdigen Unterkunft. Ab 9 Uhr gibt es gemeinsames Frühstück der Hotelgäste, die an einem Tisch platziert werden, wenn‘s genehm ist. Das Paar, das zu spät kommt, muss warten da nur 2 x 3 Gäste zusammensitzen können. Einen 2. Tisch gibt es nicht.

          

    Unser Zimmer beherbergte 100te Bücher, hatte aber keinen Kleiderschrank; um in der freistehenden Badewanne zu duschen, gehört auch einige Übung dazu.

    Wir hatten nette Gäste kennengelernt, es waren alles Amerikaner und sie hatten erstaunliche Geschichten zu erzählen.

    Die Altstadt hat viel französisches Flair zu bieten und ist voller Touristen, aber auch Einheimische, die in der Boulangerie ihr Bagette und in der Patisserie ihre „tarte“ (Kuchen), Brioche oder „eclaire“ kaufen. Bis auf die zahlreichen weitläufigen Festungsmauern und die Kanonen aus mehreren Kriegsepochen ähnelt das Straßenbild und das Flair alten Städten in Nordfrankreich. So trifft man natürlich andauernd Gruppen aus dem fernen Osten, aus Indien, der arabischen Welt und natürlich Englisch sprechende Kanadier und US-Amerikaner.





    Mir hat besonders gut ein kleiner Laden gefallen, wo man gebrauchte Schallplatten für wenig Geld erstehen kann. Ich konnte da nicht widerstehen und habe einige Platten aus den 70ern und 80ern gekauft. Eine gut erhaltene LP für 6,50 € ist schon der Hammer. Der Inhaber und Verkäufer verriet mir, dass die Franzosen vor allem alte Jazz-Platten mitnehmen, die in Frankreich bis zu dem 30-fachen des hiesigen Preises angeboten werden.

    Ich fragte ihn, warum er denn nicht seine Platten nach Europa und überhaupt nach Übersee verkaufe. Er antwortete mir, dass er mit dem, was er habe, zufrieden sei. Geld sei ja nicht alles.

    Viele Grüße

    horas

    Danke für deine Einblicke, Surya

    ...Lawar. (Schweinefleisch gemischt mit geraspelter Kokosnuss, Gewürzen und frischen Schweineblut). Davon sollten die Europäer die Finger lassen, da das Schweineblut für unsere Mägen unzuträglich ist. ...

    Da muss ich Dir allerdings widersprechen. Ich habe Schweineblut des öfteren gegessen (kalt in Geleeform in Guinea, fein zubereitet von meiner vietnamesischen Schwiegermutter mit klein gehackten Erdnüssen und Basilikum), in Nordvietnam gelöffelt, da flüssig) im Batakland von Sumatra Utara und in der Gegend von Manado mit indonesischen Soldaten. In Begleitung von Tuak hatte ich nie irgendwelche Verdaungsprobleme.

    Man sollte das Gericht immer in Gesellschaft mit Einheimischen genießen, dann macht es zumindest ein bisschen Freude!

    horas ba

    hier noch ein paar Eindrücke von Chinatown Montreal, wo auch Vietnamesen Seite an Seite neben Chinesen ihre Gewürze und ihre Kochkunst Touristen und Einheimischen feil bieten.

                        


    Anschließend sind wir nochmals an der Waterkant von Montreal entlangspaziert, wo bei diesem Wetter und Licht die bekannte Kapelle „Notre-Dame-de-Bon-Secours“ etwas unheimlich und mit einer mystischen Aura den Betrachter in ihren Bann zieht.


    Alles was der Tourist sich wünscht: Souvenirläden und Klettern, Fliegen, Springen in einem Adventure Kletter Par an der Waterkant.

    Am nächsten Tag hieß es „hit the road“ mit dem Ziel Quebec Stadt.

    Viele Grüße

    horas

    Hier noch ein paar Bilder aus Montreal, wo wir mit der ganzen Familie einige Stadtteile besucht haben, die wir bei unserem ersten Besuch vor 3 Jahren nicht erkunden konnten.

    Da sind zu erwähnen der Mont Royal mit der beeindruckenden Basilika „Oratorium Saint-Joseph du Mont-Real“, von dem man einen schönen Blick über einen Großteil der Stadt Montreal genießen kann. Der Monte Real ist der höchste Punkt der Stadt.

                     


    Blick auf die imposante Université de Montréal

    Collège Notre-Dame du Sacré-Cœur


    Ein Replikat der berühmten Skulptur „Angels unawares“ des kanadischen Künstlers Timothy Schmalz. Das Original steht auf dem Petersplatz im Vatikan.

    Vom Ostflügel der Basilika hat man einen schönen Ausblick über Montreal und den mächtigen St. Lorenz Strom im Hintergrund

    Chinatown von Montreal

    Wir haben hier selbstverständlich ausgiebig und exzellent gegessen.

    Gleich mehr

    horas

    Die Fahrt nach Kanada verlief ohne größere Unterbrechungen. Ich fuhr notorisch zu schnell, manchmal viel zu schnell. Aber mein gutes Navi mit Ankündigung von Verkehrshindernissen, Baustellen und Polizeifahrzeugen bewahrte mich vor kostenpflichtigen Maßregelungen.

    Ein Hauch von Indian Summer aufder Fahrt nach Kanada

    Wie die meisten wissen, wird man bei der Ausreise aus den USA nicht mehr kontrolliert. So war es auch an dem Grenzübertritt kurz hinter Champlain.

    Good bye USA

    Ein paar hundert Meter weiter warten die kanadischen Grenzposten auf die Autofahrer. Es waren zwei Büros für PKW geöffnet. Eine gut 100m lange Autoschlange schob sich langsam bei dem einen und sehr langsam bei dem anderen Posten durch. Wir führen zum Posten, wo der Polizist sich viel Zeit ließ.

    Niemand wagte sich auf die linke Spur

    Unser Officer fragte zunächst, nachdem er die roten Pässe bekommen hatte, ob wir Französisch oder Englisch sprechen. Beides, vorzugsweise Französisch, antwortete ich. Dann musste ich die hintere linke Fensterscheibe runterfahren; er lugte kurz hinein, dann kamen die üblichen Fragen, wohin, warum, wie lange, ob wir Arbeit in Kanada suchten; kurze Antworten und dann ein freundliches „gute Reise und schönen Aufenthalt in Kanada“. Das Ganze hat vielleicht 3-4 Minuten gedauert. Wir fragten uns, wieso die anderen 10-15 Minuten dastanden, bevor die Schranke aufging. Ich gehe davon aus, dass unter den us-amerikanischen Autofahrern keiner so dreist sein könnte, mit einem Sticker America first:/ oder I <3 Trump in Kanada einzureisen. Oder ... ?

    Dann kam der schwierigste Teil unserer Reise: die Fahrt durch Montreal mit unzähligen Staus. Aber zu unserer Nichte zu gelangen, gab es keine Ausweichmöglichkeit. Wir mussten 3 Flüsse überqueren, von Süden kommend zunächst über den gigantischen Sankt-Lorenz-Strom, dann über den Rivière des Prairies und zuletzt über den Rivière des Mille Iles. Die letztgenannten sind eigentlich Arme des großen St.-Lorenz-Stroms. Die Nichte wohnt in Saint Eustache, hübsch gelegen an dem schönen Fluß der 1000 Inseln.

    La Rivière de Mille Iles

    Es gab wieder herzliche Familien meetings, die 3 Kinder erinnerten sich noch an unseren Letzten Besuch vor 3 Jahren. Wie übergaben die Geschenke, die aus Guinea stammenden getrockneten Blätter für die Blätter-Soße (Mafé Hako), getrockneten Fisch und getrocknetes Fleisch aus Guinea; die Freude war riesig. Unsere Koffer wurden endlich leichter.

    Den nächsten Tag besuchten meine Frau und ich ausgiebig das kleine hübsche Zentrum von Saint Eustache mit der kleinen aber feinen Kirche des heiligen Saint Eustache.

    Eine malerische Hausfade, die zum Mittrinken einläd

    Und am Abend gingen wir 7 zusammen zum Boston Pizza, wo wir mit viel Glück noch Plätze bekamen, da massenhaft Leute kamen, um ein Eishockeyspiel zwischen einer kanadische und einer amerikanischen Eishockeymannschaft an den riesigen Bildschirmen zu verfolgen.

    Die ganze Familie mit den Besuchers aus Germany

    Es ging heiß her beim Eishockeyspiel der besten Teams aus USA und Kanada

    Später noch etwas mehr aus Montreal

    horas

    Ein Antiquitätengeschäft in Liberty hat mich sehr beeindruckt, nicht nur wegen seines enormen Reichtums an verkäuflichen Kunst- und Kitschobjekten,

    sondern auch wegen der Besitzerfamilie, deren Oberhaupt ein lebendes Geschichtsbuch ist. Ich habe eine gute Stunde mit dem betagten, aus Lettland stammenden Eigentümer geplaudert habe und ich hätte noch Stunden dort verbringen können. Aber auch im Urlaub gibt es den Zwang der Zeit.


    Hier haben wir uns wohlgefühlt. Besucher aus der ganze Welt kommen hierher, erfahren wir und decken sich mit Antiquitäten ein. Denn dieser Ort ist ein "bon marrché". Allerdings waren wir -bis auf ein paar Besucher aus dem Ort, die zu einem Plausch kamen- alleine mit den Besitzern des Antiquitätenschatzes.

    Nach fast 4 Tagen bauen wir unsere Basis im Inn at Tyler Hill ab und starten zu unserem nächsten Besuch bei Familie Barry in Montreal. Angeblich brauchen wir Deutsche keine ESTA für Kanada, wenn man über Land einreist. Ich berichte demnächst wie der Grenzübertritt zu den nördlichen Nachbarn der USA war.

    Viele Grüße

    horas

    Die Zeit zwischen den Besuchen bei meiner Tante und dem gemeinsamen Dinner außer Haus haben wir für Exkursionen in der Gegend um den Delaware River genutzt. Das Wetter war nicht besonders, nass und mild, fast wie im Saarland zu der Zeit.

    Wir haben kleine verschlafene, manchmal auch pittoreske Dörfer wie Cochecton, Callicoon, Hortonville und das etwas heruntergekommene Städtchen Liberty besucht. Hier besticht uns das Erscheinungsbild im Stadtzentrum, welches von kitschig-charmant zu ärmlich-verkommen übergeht.

    Liberty Press, ein Fotokopier Shop

    Vergammelte Klein-Supermärkte, Liquor Stores und Fastfood Lokale, in denen Besucher nur einkehren, wenn sie jahrelange Afrikaerfahrung besitzen, wechseln sich ab mit Orten wo Kunst und Kitsch sich treffen.



    Callicoon, wo Kunst beginnt

    und auch schnell wieder endet

    Andere Gemischtwarenhändler erinnerten mich an chinesische Tante-Emma-Läden in Indonesien, wo eine chaotische Unordnung den Besucher aus der Lidl-Heimat beeindruckt

    That's America

    horas

    Und so ging es mit unserer Reise weiter. Wie oben schon erwähnt, unser Schwerpunkt lag auf den Besuchen von Verwandten und Freunden in der neuen Welt. Es bleibt also alles sehr persönlich und familiär.

    Die 1. Nacht verbrachten wir in dem Best Western Paramus Hotel (NJ), im gleichnamigen Ort ungefähr 50 km nördlich vom JFK Flughafen gelegen; die Fahrt dorthin fühlte sich allerdings an, als wären es 100 km gewesen; immer wieder gings es „stop and go“ über zig Km durch NY City.

    Das Hotel war in Ordnung (Frühstück sollte man besser vergessen) und wir konnten am Abend gut mexikanisch essen und dabei köstliches IPA Bier genießen. Es war das wohltuende Ende der ersten Etappe unserer Reise.

    Am nächsten Tag ging es zu meiner 102-jährigen Tante nach Lake Huntington, NY, die ich allerdings nicht über unser genaues Ankunftsdatum informiert hatte. Es sollte keine Aufregung in ihrer familiären Umgebung geben, denn sie wohnt bei ihrer 78-jährigen Tochter und dem 80-jährigen Schwiegersohn. Nur die Tochter ist noch fitt. Kurz vor der Ankunft rief ich den Schwiegersohn an und fragte, ob wir kommen könnten. Das ging leider nicht, weil die „Jungen“ auf einem Oldtimertreffen waren, und Mutti ohne Hilfe nicht die Tür öffnen kann.

    Wir haben und somit die gruselig geschmückten Häuser in den Städtchen Liberty und Callicoon angeschaut.


    Wir fuhren also in unser Hotel „Inn at Tyler Hill“ (sehr empfehlenswert, wenn man gerne im Grünen bleiben will und dazu noch in einem schönen, verwinkelten, typisch amerikanischen Landhaus absteigen möchte). Es liegt auf der pennsylvanischen Seite der Landesgrenze von NY. Hier ist das selbstgemachte Frühstück mit köstlichem Obstsalat zu erwähnen. Das Frühstück wird ganz untypisch amerikanisch auf Keramiktellern und mit Metallbesteck eingenommen.

    Inn at Tyler Hill

                                       

    Ein nicht zu verachtendes Frühstück im Inn

    Wie überall in dieser Gegend laufen gegen Abend die Rehe an den weit auseinander gelegenen Häusern vorbei und schauen, was es Leckers im Garten gibt, das im Vorbeitrotten verschmaust werden kann.

    Am nächsten Tag waren wir endlich bei meiner Tante, übergaben ihr die köstlichen französischen Pralinen, (die ich ihr auch immer wieder aus Deutschland per Post schicke), die verhindern, so wie Tanti sagt, dass sie endlich heimkehren kann.

    Wir gingen dann am darauffolgenden Tag mit der alten Dame essen in dem rustikalen Restaurant Rockland House in Roscoe. Meine Frau und ich haben uns mal riesige saftige Steaks gegönnt und dabei lokal gebrautes IPA Bier genossen. Für ein ca. 0,4L Glas gefüllt mit diesem leckeren Getränk gebe ich gerne mal 12 us$ aus. Es schmeckte so gut..

          So sollte ein Steak sein und im Kreise einer glücklichen Famile genossen werden :)

    Die malerische Landschaft in der Gegend um den Delaware River

    Fortsetzung folgt

    horas

    Wir (meine Frau und ich) waren in den Herbstferien 2 Wochen im Nordosten der USA und Kanadas mit einem Mietwagen unterwegs. Es war eigentlich ein Besuch von Familien und Freunden, die zum Teil seit Langem und zum Teil seit wenigen Jahren nach Nordamerika ausgewandert sind. Bei und mit diesen haben wir die meiste Zeit verbracht und über alte Zeiten palavert. Unsere Tochter flog fast zeitgleich nach Chicago, um die Ferien mit ihren Cousinen in Iowa zu verbringen.

    Somit gibt es nicht viel von Land, Kultur und Natur zu berichten, auch weil der Indian Summer dieses Jahr aufgrund der langen sommerlichen Dürre weniger farbenfroh ausgefallen ist als erhofft. Schön und abwechslungsreich war unser Trip trotzdem.

    Unser Flug mit Delta Airlines war gut, das Essen an Bord weniger gut. Auch die Lounge im Terminal 2 in FRA-airport, die zahlreichen Airlines zur Verfügung steht, gleicht eher einer Kantine als einer vip Lounge.

    Wir kamen eine halbe Stunde früher als geplant im Terminal 4 in JFK New York an und konnten schnell den Flieger verlassen. Der Weg zur Passkontrolle war relativ lang.

    Dort angekommen konnte ich den Immigration Officer anhand seines Namens sofort als Zugehöriger einer ethnischen afrikanischen Gruppe erkennen. Die Peulh (in Englisch: Fular) sind vor allem in Guinea weit verbreitet. Ich begrüßte ihn also in der Fular-Sprache, worauf er mich mit offenem Mund anstrahlte. „Schon wieder einer, der meine Sprache spricht, unglaublich“ sagte er zu mir. Wir sprachen dann gute 5 Minuten über seine alte Heimat, was ihm offensichtlich gut tat. Ich hätte ihn gerne zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen, aber unser Zeitplan ließ eine Programmänderung nicht zu. Trotz des netten Plausches hatte ich die zweit schnellste Einreiseprozedur in einem Land außerhalb der EU erlebt.

    Terminal 4, JFK

    Obwohl die Gepäckausgabe relativ lange dauerte (aber immer noch weniger lang als in Frankfurt), kamen wir mit dem „airtrain“ eine dreiviertel Stunde vor der geplanten Mietwagenübernahme bei Sixt an. Und dort mussten wir richtig lange warten, denn es war nur ein Schalter geöffnet, der von einem deutschen Paar permanent in Beschlag genommen wurde. Nach 1 Stunde kam ein 2. Sixt Mitarbeiter zu uns und versuchte mit mir die Zeit zu überbrücken, bis ein Auto für zur Verfügung stand. Die von Sixt durch zahlreiche Mails angekündigte schnelle Schlüssel- und Auto-Übernahme war die Theorie, die Realität sah anders aus. Es kostete viel Zeit und Nerven bis wir den Wagen bekamen.

    Und dann konnten wir losfahren, die SIM Karte von T-mobile funktionierte sofort und Car-play auch. Die Straßenkarte des Ostens der USA und Kanadas hatte ich schon zuhause runtergeladen und so machten wir uns auf den Weg durch Manhattan in Richtung Norden.

    Die Skyline von NY auf der Fahrt durch die Bronx

    Fortsetzung folgt

    horas

    Ich bekam heute Morgen eine email von VN bzgl. eines Hackerangriffs und Datenklau. Hier der englische Text der Nachricht:

    Dear Valued Customer,

    Vietnam Airlines would like to inform you of a recent data breach involving a third-party customer service platform operated by a global technology partner. According to the service provider, Vietnam Airlines is among several global companies using its services that have been affected by this incident. A portion of customer data managed on this platform was accessed without authorization.

    Upon being alerted, we took appropriate actions to coordinate with relevant authorities, cybersecurity experts, and the third-party partner to investigate the breach, assess potential impact and contain further unauthorized access to its system.

    Some personal information may have been exposed, including full name, email address, phone number, date of birth, and Lotusmiles membership number. At this time, data such as payment information, passwords, travel itineraries, Lotusmiles balances, and passport details remain secure. Additionally, Vietnam Airlines’ internal IT systems were not affected.

    To help protect your personal data, we recommend changing the passwords of your Lotusmiles and associated email accounts, staying alert to potential phishing attempts, suspicious emails or phone calls impersonating Vietnam Airlines, and avoid sharing information, one-time passcodes (OTPs), or login credentials with unverified sources.

    Vietnam Airlines sincerely regrets any concern this incident may have caused. We are committed to keeping potentially affected customers informed with relevant updates as the investigation continues.

    For any questions or assistance, customers are kindly requested to contact Vietnam Airlines Data Protection Office at dpo@vietnamairlines.com, or via 24/7hotlines: 1900 1100 (for calls within Vietnam), 1900 1800 (for Lotusmiles members calls within Vietnam), and +84 24 3832 0320 (for calls outside Vietnam).


    Your sincerely,

    Vietnam Airlines

    Wir fliegen eigentlich immer mit Vietnam Airlines, die letzten Jahre nonstop von Frankfurt nach Saigon. Pünktlichkeit war bisher immer gut, Service ebenfalls einschließlich Auswahl an Speisen und Getränke, Freundlichkeit des Personals immer gut. Falls der Preis in Ordnung ist, gibt es keine Alternative für diesen VN-Airlines non-stop Flug. wir fliegen meistens Business klasse, dann bekommen wir bei Air France beziehungsweise Sky Team auch die Meilen gutgeschrieben.

    Viele Grüße
    horas

    Hallo Horas,

    danke für deine Antwort, auch wenn ich mich manchmal frage, was die Intension solcher Antworten ist.

    Hallo Christian,

    Ich habe sicherlich meine Bemerkung bzw Empfehlung hinsichtlich deiner Lebensmittelvergiftung in Laos etwas wenig feinfühlig dargestellt.

    Unabhängig davon bin ich überzeugt, dass man überall auf unserem Planeten eine Lebensmittelvergiftung zuziehen kann. Solche Zustände, wie du sie auf einem Foto eines lokalen Restaurants in VN darstellst, findet man doch überall im nicht-touristischen SO-Asien. Das schreckt mich nicht ab.

    Mein Beitrag war eigentlich nur ein Ratschlag, den ich selbst vor ziemlich genau 40 Jahren bei einer Fahrt in der Region Agadez, Niger von 2 älteren Professoren, Experten der Biologie und Biochemie, bekommen habe.

    An einem Morgen beim Frühstück auf der Dachterrasse unseres Hotels in Agadez bin ich aufgestanden und habe mir eine große Portion gegrilltes Rindfleisch auf dem benachbarten Markt gekauft. Das Entsetzen meiner Begleiter war sehr groß, nicht nur weil das Fleisch in dem Papier eines zu diesem Zweck zerlegten Zementsacks eingepackt war. Horas, meinte der ältere Professor, Sie haben null Überlebenschancen hier, wenn Sie Ihre Ernährungsweise nicht brutal umstellen. Und dann kam der Ratschlag mit den harten Eiern, Sardinen aus der Büchse und Bananen
    Ich erwiderte ihm lapidar, dass ich mich schon seit meiner Ankunft im Niger vor über einem Jahr auf traditionelle Weise ernähre und bisher keine Probleme damit hatte. "Dreck macht Speck, so drückte es meine Großmutter aus", sagte ich dem alten Professor.
    Nach einer kurzen Pause der Reflexion resümierte der alte Professor mit der revidierten Erkenntnis, dass ich, der mit einer erschreckenden Naivität und Unkenntnis der Risiken ausgerüstet sei, wahrscheinlich den besten Schutz besäße, die Zeit hier unbeschadet zu überstehen. So war's denn auch.

    Sein Kollege und Neffe probierte dann 2 Stückchen meines gegrillten Fleischs und bekam 10 Minuten später Erbrechen und Durchfall, was er allerdings auf die in ihm steckende Angst vor solchen Krankheiten zurückführte. Das half ihm allerdings nichts, er war für die folgenden 3 Tage krankgeschrieben!

    Viele Grüße

    horas