Posts by horas

    Großen Respekt: Was Ihr = Deine Frau und Du da für Eure Straße macht!

    Wo der Staat versagt, muss man sich selbst helfen 🥴. Woher weißt du überhaupt, dass meine Frau die Straße neu gemacht hat? Hab ich wahrscheinlich schon in einem anderen Bericht erwähnt.

    Das hat sie auch nur gemacht, damit die LKW besser hoch kommen, wenden und rückwärts in den Hof fahren können.

    Viele Grüße

    horas

    Ich habe noch ein paar sehenswerte Fotos, die ich euch zeigen möchte.


    Gegenüber von unserem Anwesen kann man frische Hammel, Schafe, Ziegen und Rinder kaufen. Die Hinrichtung und Verarbeitung bleibt dem Käufer überlassen.



    Unsere Maniokblättersoße (Mafé Hako Bantara) wird hiervorbereitet



    und das ist die leckere aber scharfe Soße mit Fisch, Aubergine, Karotten, Kürbis, Zwiebeln; zum Nachtisch gibt es Papaya; die Frau und Mutter freut sich über jeden Großabnehmer!


                         


    Am Abend bereitet meine Frau eine Opferzeremonie vor; die KInder unserer Straße bekommen jedes eine halbe Orange und -was mehr wiegt- 20.000 guineische Franken. Der Ansturm und die Freude sind gewaltig.


            


    Später am Abend gehen wir fein aus. Ich sehe zum ersten Mal die fertiggestellten Twin Tower, die Chinesen gebaut haben und die Chinesen gehören.


               

    Und das ist das Ziel unseres Ausflugs; das Hotel einer internationalen Kette; hier steigen die guineische Haute Société und Beamte und Berater der internationalen Organismen ab. unsereins musst ein paar Straßen weiter fahren, wo es weniger Licht und weniger Sterne gab :whistling:.


    Viele Grüße

    horas

    Bei uns in Franken gibt es als Spezialität in den Wintermonaten eine Schlachtschüssel, dabei wird in einem Kessel ein ganzes Schwein gesotten und so ziemlich komplett verzehrt: Ohren + Rüssel + Innereien sind Leckerbissen, nur Hirn gibt es nicht.

    Gegessen wird vom Holzbrett ohne Geschirr, aus den Resten + Schwarten wird Wurst gemacht.

    Das werde ich mir merken! Wo fängt denn Franken an, vom Saarland aus gesehen oder hast du einen Geheimtip, wo die Schlachtschüssel am besten schmeckt?

    Auf der Heimfahrt von dem Hafen Boulbiné sehe ich ein mir bisher unbekanntes modernes Conakry. Wird hiermit das neue Zeitalter für Guinea eingeläutet?


                


    Wie haben die das in einer so kurzen Zeit geschafft? Nun ja, es sind gut 3 Jahre her, dass ich durch dieses Viertel gefahren bin. Aber erstaunlich ist der Wandel schon.

    Die Straßenverkäufer gibt es weiterhin. Sie stehen am Straßenrand, schlendern gelassen zwischen den langsam rollenden Autoschlangen und flehen potentielle Kunden mit Augenkontakt zum Kaufen an.


    Orangenverkäuferin Apfelverkäuferin Kleiderverkäuferin

                       


    Man findet alles, was man zum Überleben braucht, und das beim Nachhauseweg. Beim langsamen Fahren tauscht man das Geld gegen die Ware. Schneller als jedes Geschäft, schneller als Amazon.


    Stühle, Hocker, Waschpulver Orangen und Brot Brot und Papiertücher

                 


    Eine neue Universität gibt es auch: die "Freie Universität von Guinea". Erbaut in kürzester Zeit von Deutscher Entwicklungshilfe? Nein, von chinesischer:thumbsup:!


    Der Verkehr in Conakry ähnelt dem in Saigon.


    Viel Straßenverkehr, armes Land? Passt das zusammen?

    Viele Grüße

    horas

    Im Hafen von Santo Antao angekommen war ich zunächst sehr enttäuscht. Die karge wüstenhafte Landschaft schien hier ihre Fortsetzung zu finden. Man sagte mir, dass nur der nördliche Teil der Insel grün sei. Also bin ich mit einem Minibus auf einer unendlichen extrem kurvigen Teerstraße nach Norden gefahren. Wir rollten durch Wolken hindurch, genossen die kühle feuchte Luft und waren dann endlich in dem grünen Paradies.


    Leider sind die Fotos der Reise auf einer Festplatte in Deutschland. Ich könnte sie in ca. 10 Tagen nachreichen.


    Ich weiß nicht mehr wie, aber auch ich habe einen deutschen Auswanderer, Herbert hieß er, kennengelernt. Ein echter Freak. Er finanzierte sein Dasein durch Führungen in diesem Teil der Insel. Seine Kunden waren immer die gleichen: ein deutscher Professor der Geografie (wenn ich micht recht entsinne) und seine Stusis, die 2 Mal im Jahr eine Exkursion nach Santo Antao machten. Die Schönheit dieser Region ist beeindruckend. Ob es Strände gibt kann ich nicht sagen. Ich kann mich nur an dunkles vulkanisches Festgestein (Lava und Basalte) erinnern. Aber das könnt ihr wahrscheinlich ergoogeln.


    Viele Grüße

    horas

    Wir haben uns als Insel-Mittagessen 2 gegrillte Capitain Fische mit Fritten bestellt. Dazu wurden ein Topf mit Zwiebel-Tomatensoße und einen mit Chilipaste gereicht. Umgerechnet 16 Euro hat das leckere fangfrische Essen gekostet. Leider kam -als wir den 2. Fisch attackierten- ein heftiges Gewitter mit Starkregen auf und hat uns das angenehme Dinieren etwas versauert.



    Nachdem die Blitze weitergezogen waren stürzten wir uns bei strömendem Regen in die Wellen. Die warme Flut hat gut getan. Und dann kam auch noch das kleine Inselorchester und spielte uns ein paar rhythmische Songs, in denen unsere Namen immer wieder erklangen.


          


    Gegen 16:30 sind wir dann wieder mit unserer Piroge zurückgefahren. Am Hafen von Boulbiné war wie immer hektisches Treiben, wir haben uns, da da Auto noch nicht da war, ein paar super süße Ananasscheiben et etwas Maniok gegönnt. Ab und zu sollte man auch mal was vegetarisches essen 8):love:.


         


    Fortsetzung folgt

    horas

    Gestern war ich mit meiner Tochter und ihren beiden Freundinnen, die bei uns wohnen, auf der Insel Roume. Man läßt sich mit einer öffentlichen oder privaten Piroge vom Hafen "Boulbiné" aus ans Ziel schiffern. Die Piroogen liegen nebenenander und wackeln ganz schön. Das Besteigen wird smit zum Abenteuer. Kurz nach der Abfahrt hat man einen schönen Blick auf den Bauxitverladehafen. Zur Zeit liegt ein ukrainisches Schiff dort und wird die wertvolle Ladung wohl in eines der osteuropäischen Länder bringen.

            


    Die Insel liegt zwischen den weitaus größeren Inseln Los im Osten und Fotoba im Westen. Trotzdem gibt es auf der Westseite der kleinen Insel eine gewaltige Brandung, die für uns Schwimmer eine freudige Herausforderung ist. Bei Flut sollte man wissen, wo die kleinen überschwemmten Granitblöcke liegen, sonst kann es schmerzhafte Folgen haben.



    Die kleinen spartanisch eingerichten Hotels sind zur Zeit leer; neue werden trotzdem gebaut. Es fehlt allerdings an Süßwasser, auch die Grundwasservorräte sind sehr limitiert.


    Gästehäuser unter dem Baobab Neubau am Hang

                                


    Einige Künstler aus vergangenen Hippiezeiten, so scheint es, vertreiben uns mit ihrem handwerklichen Können und tiefgründigen Gesprächen die Zeit.


              


    Viele Grüße

    horas

    Antwort auf die 1. Frage: oh ja


    zur 2. Frage: nein

    Das passiert hier (hinterm Haus)


    Zur Frage 3: wenn du dich auf meine Guineaberichte beschränkts, trifft dies zu. Die Mitbringsel betreffen Verpflegung (Nahrungsmittel (1 Dose mit Sardinen in Tomatensoße kostete vor Jahren schon 5 € beim libanesischen Händler), Hygieneartikel und Kosmetika, technische Ersatzteile für Haus und Garten (alles mechanische und elektrische ist zwar billig aber von extrem schlechter Qualität, natürlich aus China), Kleidung und Schuhe für alle 17, die hier wohnen.

    Was Urlaubsreisen betrifft, reisen wir mit nicht mehr als 20 - 25kg (für uns 4 - zum Entsetzen meiner Schwester, die für sich selbst und für 14 Tage schon 23kg mitschleppt!), nehmen aber 1 bis 2 leere Koffer mit, um Sachen für Guinea einzukaufen. So schließt sich der Kreis.

    HG

    horas

    Ich mußte mal googeln, was das überhaupt für eine Buschratte ist.

    Beim Stichwort Agouti wird mir von Wikipedia erklärt, daß es die nur in Südamerika gibt.

    Tja, ich habe das Tier noch nicht lebend gesehen. Die Einheimischen hier sagen es sei Agouti. Es wird mittlerweile in der Elfenbeinküste und auch in Guinea für den Kochtopf gezüchtet.

    LG

    horas

    Ich habe im August 1994 vom Senegal (Dakar) aus kommend 10 Tage auf den Kap Verden Urlaub gemacht. Da ich kein Tagebuch führe, kann ich mich nicht mehr an alle Details erinnern.


    Ich war nur 4 oder 5 Nächte auf Santiago. In der Hauptstadt Praia, wo auch der Flughafen ist, wollte ich nicht bleiben.

    Meine Unterkunft war ein kleines einfaches Hotel in einem kleinen Dorf in einer heißen felsigen Hügel- und Schluchtengegend. Ich war der einzige Gast.

    Ich weiß nur noch, dass ich am 1. Morgen los wanderte und nach ein paar Stunden in brütender Hitze fast am Verdursten war. Ich lechzte nach einer Wasserquelle. In einem Tal sah ich ein paar Hütten auf die ich dann zuging. Aber es war niemand da. Ich rief laut auf spanisch, dass ich trinken will (portugiesisch kann ich nicht). Ein paar Männer waren plötzlich neben mir und führten mich in den Schatten. Quiero bibir sagte ich wieder und einer brachte mir ein großes gefülltes Glas. Ich trank es in einem Zug aus und merkte dabei, dass es kein Wasser war, sondern ein Getränk, das die Menschen dort Cana nannten. Es war Zuckerrohrschnaps, weißer Rhum. Das gleiche ist mir dann noch einmal bei meiner Wanderung passiert. Irgendwie kam ich dann spät abends in mein Hotel zurück, wo eine Hochzeitsgesellschaft am Feiern war. Und schon war ich dabei, mit einem Gläschen Cana in der Hand. An weitere Details kann ich micht nicht mehr erinnern.


    Ich bin dann nach Mindelo auf Sao Vicente geflogen, wo ich mich sogar noch wohler gefühlt hatte.


    Es gab dort sehr nette und schöne Cafés und Kneipen, mein Hotel war auch ansprechend und das Essen klasse. Diese Inselgruppe gehört(e?) zu dem Beobachtungsraum der US Coast Guard, und ich hatte das Glück, dass gerade ein Schiff von denen andockte und die gehobenen Grade in meinem Hotelchen abstiegen oder nur Abendessen einnahmen.

    Musik und Dining, aufgelockert durch Tanzeinlagen der Amis. Die Musik kam nicht von Cesaria Evora, sondern von einem Geiger und einer Sängerin mit melancholischer Stimme. Wer die Musik von Cesaria mag, und ich kenne niemanden, der sie nicht mag, hätte auch den Hummer beiseite geschoben und mit LtCol Regina S. bei Kerzenlicht getanzt. (Auf den Kap verden gibt es keine Crevetten (Shrimps) sondern Hummer. Und das in großen Mengen, zuminndest damals in 1993.) Der Abend war so stimmungsvoll, ich wurde fast eins mit dem amerikanischen Küstenschutz.


    Aber das Interessante an Mindelo war die Ankunft des Wasserschiffes am frühen Morgen von Santo Antao, der grünen Insel kommend. Die ärmeren Menschen vom Plateau standen am Hafen und erwarteten ungeduldig das lebenserhaltende Schiff mit Frischwasser. Ich war auch dabei. Beim Warten verliebte ich mich in ein einheimisches Fräulein, und wir schleppten zusammen die 40 Liter Wasser auf die hochgelegene Wohngegend. Ich habe das 2 Tage lang gemacht und musst dann auf die nördlich gelegene Insel Santo Antao weiter reisen. Mich verlangte nach Grünem, nach Vegetation.


    Jetzt muss ich noch die Fotos vom heutigen Tag auf meinen Laptop laden, damit ich morgen noch von den schönen Ereignissen von heute berichten kann. Ich melde mich wegen der grünen Insel nochmals in diesem Thread. Aber, um es vorweg zu sagen, das wäre schon eine attraktive Reise für euch.

    VG

    horas

    Üüüüühhhhhh - so komplett mit Zähnen im Kieferknochen - :confused: :cry: :shock:

    Weiß nicht, ob ich dafür tapfer genug wäre oder lieber hungrig bliebe.

    Oh Gott Gusti, ich wollte dich nicht schockieren! Nein, das sind keine Zähne, das sind die Pfoten des sehr schmackhaften Agouti (ich nenne das Tier "Buschratte"). Es ist Vegetarier, hat rotes, fettarmes Fleisch. Wie die Chinesen und vor 30 Jahren die Franzosen, kochen die Einheimischen das Tier mit Kopf und Füßen. Man gewöhnt sich daran.

    Wenn ich was Neues, Unbekanntes esse mache ich die Augen zu und lasse meinen Gaumen und die Zunge entscheiden, obe es gut ist oder nicht.

    LG

    horas

    Believe it or not: das ist unsere Küche mit angeschlossener begehbarer Dusche.



    Hier wurde gestern die köstliche Erdnusssoße mit Innereien gekocht. Ich liebe das! Und das sind unsere Köchinnen.


    Sie ist natürlich feurig scharf, aber wir sind diese Geschmacksrichtung gewohnt.


    Und hier wohnen die etwas besser gestellten Menschen. Von unserem Haus aus gibt es einen schönen Blick auf die Nordseite der Halbinsel von Conakry. Das Meer wird von Mangrovensümpfen gesäumt, kein Ort für Beachvolleyball oder Sandburgenbauer.


           


    So sieht das Interieur der Wohnung eines guineischen Beamten aus. Wir fühlen uns direkt wohl, es ist wie zu Hause.


    Es gibt auch moderne Berufsschulen, mit einem technischen Zweig, wie diese, die „Täubchen“ heißt. Wie sieht eingerichtet ist konnte ich gestern nicht ausfindig machen, es war ja Feiertag.


       


    Neben der Schule befinden Shopping- und Dining-möglichkeiten, in einem augenscheinlich noch nicht vollständig fertiggestellten Gebäudekomplex.


    Was es mehr gibt als in unserer Welt: ein herzliches Lachen, welches -trotz der allgegenwärtigen Armut- die Freude am Leben spüren lässt. Ein kleines Lächeln, ein freundlicher Gruß genügen schon, um dieses Lachen geschenkt zu bekommen.


        


    Viele Grüße

    horas

    Dionysos Village bei Sitia - Wer Spaß an der Besichtigung maroder Gebäude hat, ist hier gut aufgehoben.

    Wir rätseln immer wieder, wie eine solche Fehlplanung zustande kommt.

    Also Berhard, wenn ich mir das Panoramabild so anschaue, brauche ich nicht lange zu rätseln, warum die Anlage langsam aber sicher zu Staub wird:

    karge felsige Landschaft drum herum, keine Ortschaft in der Nähe, und das Schlimmste ist das Ufer. Dort können nur hart Gesottene absteigen, Menschen, die ein Eremitendasein bevorzugen.

    Wenn man nicht ins Wasser waten kann, dann muss schon eine großartige Poollandschaft dieses Manko auffangen, oder aber lebhafte Dörfer in der Nähe. Weder das eine, noch das andere scheint es in und bei der Anlage zu geben.


    Zukünftige Ferienanlagedesigner sollten sich dieses Dorf anschauen, um ebensolche Fehler zu vermeiden.


    Danke für die schönen Bilder, auch die Ghosttownaufnahmen, und den Bericht!

    horas

    Gestern war Maulid, der Geburtstag des Propheten, hier in Conakry, so wie überall in der moslemischen Welt. Aber man merkt schon, dass die Menschen kein Geld haben, um wie früher ausgelassen zu feiern, mit einem gut gefüllten Teller Reis und einer Flasche Fanta oder dem weit süßeren Vimto. Das Land ist heruntergewirtschaftet, die Menschen sind verarmt.


    Straßenszene, Wohnviertel


        


    Es wird zwar noch gebaut, aber mäßig, stückchenweise und unkontrolliert


    Ein Schulgebäude wird aufgestockt gespielt wird nur in den engen Straßen

        


    Diejenigen, die einen Coup gelandet haben, bauen schnell, bevor man zur Rechenschaft gezogen wird. Was man hat, wird gesichert, auch vor Einbruch und bis in die höchsten Etagen.


             


    Auch wenn man nicht viel oder nichts in der Hosentasche hat, setzt man sich gerne in ein Straßencafé oder eine Cremerie und schwätzt mit Freunden. Vielleicht spendiert ja jemand ein Tässchen.



    Viele Grüße

    horas