Posts by Katharina1310

    Das freut mich aber sehr, dass ich Euch zu der Reise inspirieren konnte, Gusti! Java wird Euch bestimmt gefallen.

    Hm....ich glaube, ich würde mich um Tickets für den Sonnenaufgang bemühen am Borobdur. Aber vielleicht auch einfach, weil das immer so in meinem Kopf war. Letztlich tut es sich vermutlich nichts und der Vorteil für abends wäre, je nachdem, wo ihr wohnt, könntet Ihr vom Tempel aus direkt zum Essen im Ort gehen.

    Und wenn Euch Java gefällt, kommt Ihr bestimmt noch mal zurück. Für uns war der Bromo tatsächlich das Highlight der Reise. Aber man kann ja wirklich nicht immer alles in eine Reise packen.

    Wann geht es bei Euch los?

    Hallo Gusti!

    Ja, das ist in der Tat alles wenig erfreulich. Genau wie Du hätte ich gerne direkt bei der Airline und eben auch die Teilflüge jeweils in der Hand nur einer Airline gebucht. Hinzu kommt, dass Du zu jeder indonesischen Billig-Airline Katastrophen-Berichte im Netz findest.

    Da ich letztlich weder bei der Airline buchen konnte, habe ich nun nach einiger Recherche über traveloka gebucht.
    Aber leider auch nur mit 1:25 h Umsteigezeit. Wenn ich das Gepäck ein- und wieder auschecken muss (in Jakarta), wird das natürlich nicht funktionieren.
    Mein einziger Trost ist, dass wenn wir einmal in Jakarta sind, über den Tag immer wieder Flieger nach Flores gehen, so dass wir zur Not (natürlich mit zusätzlichen Kosten), hoffentlich im Laufe des Tages da ankommen.

    Keine glückliche Lösung, aber ich habe keine andere gefunden.

    Hallo Irene!

    Wir waren vorletztes Jahr auf Java und Bali, haben allerdings alles auf eigen Faust zusammen gestellt und gebucht. (Bei Interesse findest Du hier im Bali/ Indonesien-Forum auch meinen Bericht über die Reise.)

    Im Vorfeld war ich auf Slamet gestoßen, der mit East Java Guide Touren auf holländisch und englisch anbietet. Vor Ort hatte ich ihn angeschrieben, weil wir noch einen Fahrer brauchten für eine Strecke. Er hat ihn uns vermittelt und darüber hinaus noch Tipps eingeholt, wie wir unsere Wünsche am Besten verwirklichen können. Also, obwohl wir nicht seine direkten Klienten waren, hat er sich super nett gekümmert.

    Auf seiner Homepage eastjavaguide.com findest Du seine Kontaktdaten und er bietet auch komplette Trips an. Er wird Euch sicher auch Eure eigene Tour zusammen stellen.

    Freut Euch, Ost-Java ist toll und die Indonesier sind Zucker!

    Liebe Grüße

    Katharina

    Ich hatte in Costa Rica meine Salomon Speedcross mit. Die sind leicht, atmungsaktiv und denen haben auch diverse Pfützen im Corcovado-Nationalpark und Regen nichts ausgemacht. Außerdem haben sie ein Profil, das auch etwas Rutschsicherheit gibt.

    Wenn es nächstes Jahr im Juni zu einer kleinen Dschungeltour nach Sumatra geht, werden sie wieder dabei sein.

    Sie sind allerdings nicht knöchelhoch. Allerdings waren unsere Touren in Costa Rica auch nicht so anspruchsvoll, als das wir das dort benötigt hätten. Und auf der Anreise getragen waren / sind sie wie Turnschuhe.

    Noch ein paar abschließende Worte zu unserer Reise:

    Wir hatten eine tolle, abwechslungsreiche Reise, die uns zum ersten Mal in unserem Leben, in die Wüste geführt hat. Das war ein wirklich tolles Erlebnis.
    Auch unsere Befürchtungen im Vorfeld, dass wir als Asien-affine Urlauber Probleme mit der marokkanischen Mentalität bekämen, bewahrheiteten sich nicht. Wir trafen durchweg freundliche, liebenswürdige Menschen, die nie aufdringlich waren.
    Auch fühlten wir uns nie unwohl oder gar unsicher.

    Die Route führte natürlich nicht in abgelegene Gegenden oder off the beaten path, von daher war es gar kein Problem mit dem Mietwagen herum zu kommen. Unser Mietwagen war nicht geländegängig. Um unsere Taschen ggf. auch bei der Reise von A nach B unterwegs im Kofferraum haben zu können, hatten wir uns für einen mittel großen Wagen entschieden, letztlich hätte auch ein Kleinwagen gereicht. Rasen kann man nicht, da die Geschwindigkeitsbegrenzungen, gepaart mit den vielen Polizeikontrollen, das eh nicht zulassen.
    Alle Straßen, die wir gefahren sind, waren asphaltiert, bzw. die wenigen nicht asphaltierten Wege ließen sich mit etwas Vorsicht ebenfalls gut fahren.
    Sprit war günstiger als bei uns hier und die Versorgung mit Tankstellen wirklich exellent.

    Geld haben wir ausnahmslos am Automaten mit der Kreditkarte gezogen. In Marokko ist größtenteils noch Barzahlung das Mittel der Wahl. Bei den Unterkünften wurde es teils im Vorfeld kommuniziert, dass man nur bar zahlen könne. Klar, in größeren Geschäften, wie den großen Supermärkten oder an Tankstellen, war die Bezahlung mit Karte problemlos möglich. Aber ansonsten ist hier Bares Wahres.

    Unsere Unterkünfte hatte ich im Vorfeld, bis auf Maison D`Hotes Tigminou und die Ferienwohnung zum Schluss, über booking gebucht. Welche Vorlieben man bei Unterkünften hat, ist ja sehr individuell. Wir zahlten zwischen 52,- Euro bis 107,- Euro für eine Übernachtung mit Frühstück (bis auf die Ferienwohnung, die war teurer). Alle Unterkünfte waren tip top sauber. In den meisten konnte man abends auch essen, musste das aber nicht. Nie hatten wir das Gefühl, dass das obligatorisch sei. Wir haben es gemacht, weil es auch einfach einfacher war und teils - je nach Ort - die Infrastruktur auch nichts Anderes hergab. Die Preise für ein 3-Gang-Menü lagen hier zwischen unglaublichen 10,- Euro im Dades Tal, bei den meisten Unterkünften zahlen wir 15,- Euro. In der Wüste (ungerechtfertigte) 40,- Euro.

    Zu öffentlichem Personennah- oder auch Fernverkehr kann ich nichts beitragen. Und auch zu den Taxi-Preisen nicht. Ein Taxi hatten wir ja nur in der ersten Nacht und am ersten Morgen genutzt, das hatte unsere Unterkunft organisiert. Hier waren die Preise durchaus ordentlich. Für eine Fahrt von vielleicht 10 Minuten waren wir mit 15,- Euro (nachts) bzw. 10,- Euro (tagsüber) dabei. War uns aus Bequemlichkeitsgründen in dem Fall egal. Ob das normale Preise sind, oder die Flughafenmafia kann ich nicht beurteilen.

    Was ich auf jeden Fall sagen kann: Marokko kann man hervorragend und problemlos individuell bereisen.

    Für uns war es eine schöne Reise, allerdings nicht so schön, dass wir (von einer Woche Taghazout abgesehen) in nächster Zeit wieder Marokko planen würden. Irgendwie sind wir, aber da weiß ich wie gesagt nicht, ob das an uns lag, oder am Land, nicht so richtig in einen Flow gekommen, um auf dem Weg noch rechts und links spontan Dinge zu entdecken. Und somit bestanden die Tage immer aus der Fahrt von A nach B und dem Aufenhalt samt dem, was man dort geplant hatte, in B. Ein wenig mehr rechts und links des Weges hätte uns besser gefallen.
    Auch ist diese karge Landschaft einfach nicht so unsers (außer es ist hochalpin, da kann es uns nicht karg genug sein =) ).

    Dann bedanke ich mich, dass Ihr mitgereist seid und meine Prosa bis zum Ende ertragen habt. Kurz und knapp kann ich irgendwie nicht. Sorry!
    Gerne beantworte ich, soweit möglich, Eure Fragen, solltet Ihr die haben.

    Schnell haben wir eine Routine, die immer damit beginnt, dass wir morgens vor Sonnenaufgang alle Rolläden öffen und mit einem Kaffee auf dem Balkon dem Erwachen des Tages zuschauen.

    Der Ort selber bietet wirklich für Jeden etwas. Die hiesige Metzgerei bietet ihre mehr oder minder appetitliche Ware feil.

    Drei Geschäfte weiter kann man Surfbretter ausleihen.

    Es mangelt nicht an portablen Ständen mit Saftpressen, Cafès, mal mehr mal weniger hippen Restaurants. Tatsächlich sind wir einen Abend in einem chicen Restaurant direkt am Meer essen, in dem sogar Alkohol ausgeschenkt wird.
    Das ist hier aber die Ausnahme. Und wie wir feststellen durften, hat das (wir vermuten den Zusammenhang zumindest) den angenehmen Nebeneffekt, dass obwohl wir so nah am Strand wohnen, hier Nachts absolute Ruhe herrscht. Keine gröhlenden, feiernden Menschen am Strand.

    Dafür dürfen wir an einem Abend einem Fest beiwohnen, bei dem eine klassische Kapelle Musik macht und alle Marokkaner Taghazouts sich versammelt haben, um zuzuhören und mitzuklatschen. Seitdem glaube ich auch, dass das meistverkaufte Fußballtrikot der Welt das marokkanische ist.

    Für uns waren die vier Tage in Taghazout wirklich ein toller Abschluss. Sicher ist das alles Geschmackssache und natürlich ist der Ort reichlich auf touristische Bedürfnisse (vor allem die, der jungen Leute) zugeschnitten, aber uns hat es so gut gefallen (wohl auch wegen unserer tollen Ferienwohnung), dass wir überlegen, nächstes Jahr im Winter hier wieder für eine Woche vorbeizuschauen.

    Heute geht es ein letztes Mal weiter. Das Ziel ist Taghazout, einem kleinen Örtchen etwa 10 km nördlich von Agadir. Hier haben wir für die letzten 4 Tage eine Ferienwohnung gemietet, um noch etwas zu entspannten, zu surfen und das Meer zu genießen.

    Wir verlassen Taroudant und das Dar Salam Souss Richtung Agadir. Da wir noch zumindest für das tägliche Frühstück einkaufen müssen, ab jetzt können wir uns ja nicht mehr an den gedeckten Tisch setzen, ist das Ziel des Tages ein Supermarkt. Dieses Mal fällt die Wahl auf den Marjane in Inezgane, einem Stadteil von Agadir. Den Carrefour kennen wir nun ja schon.
    Außerdem, so sagt der Reiseführer, liegt direkt neben dem Supermarkt auch ein Souk der hauptsächlich von Einheimischen genutzt wird. Wenn das kein Argument ist...

    Der Souk al Houria bietet dann tatsächlich nichts, was uns zum Kaufen animieren könnte. Trotzdem durchstreifen wir das Gewirr der vielen kleinen Läden: Kleidung, Haushaltswaren, Schuhe, Haustextilien, Goldfische in kleinen Aquarien...alles was der marokkanische Haushalt so benötigen könnte, wird hier feil geboten.

    Der Marjane steht dem Carrefour in Nichts nach. Das Angebot ist reichhaltig. Und so landet neben allem, was wir zum Frühstück so benötigen auch Einiges an Mitringseln wie Arganöl oder Amlou im Einkaufswagen.

    Nun sind wir gerüstet für die kommenden Tage. Dummerweise müssen wir uns nun durch den nervigen Verkehr Agadirs quälen, aber auch das hat ein Ende und irgendwann ist Taghazout erreicht.

    Taghazout ist quasi terrassenförmig direkt von erster Meereslinie ausgehend den Berg hinauf gebaut. Eine zweispurige Straße teil den Ort quasi in zwei Teile. Gerade im Richtung Meer liegenden Teil finden sich nahezu keine Straßen.
    Vorm Rathaus werden wir, wie vorher vereinbart, in Empfang genommen und zu unserer Wohnung in erster Meereslinie gebracht. Die Wohnung ist genau so, wie die Bilder es zeigten: ein großer, heller Raum mit Bett, Tisch und Küche, einem kleinen, aber netten Bad und vor allem einem über die gesamte Breite verlaufenden Balkon mit zwei Liegen und einer überdachten Couchecke. Vom Balkon sieht man direkt auf den Ortsstrand und das Meer. Also wenn man es hier nicht aushalten kann, weiß ich es nicht....

    Die kommenden Tage verbringen wir wenig aufregend, aber für uns perfekt.
    Taghazout ist eine wirklich charmante Mischung aus alteingesessenem Fischerdorf und Hotspot der (mehr oder weniger) surfenden Jugend. Ich schätze, wir sind die Ältesten, die hier übernachten.
    Der Strand vor unserer Nase bietet vom Balkon aus immer wieder etwsa Neues zu entdecken.
    Seien es die Fischer, die morgens zur Brandung gezogen werden, um den Tag fischend zu verbringen und abends wieder einlaufen.

    Der Fang wird dann zum Kauf feilgeboten. Frischer geht wohl nicht. Denken sich allerdings auch die Zaungäste, die auf etwas hoffen, was herunter fällt.

    Auch der örtliche Boxclub schiebt am Strand eine Trainingseinheit ein.

    Wem der Strand direkt am Ort zu klein ist (er unterliegt sehr stark Ebbe und Flut), geht einfach ein paar Minütchen weiter und trifft auf den schier endlosen Panoramabeach.

    Hier sammeln sich die örtlichen Surfschulen zuhauf, fliegende Händler verkaufen Minztee, Gebäck oder gar Eis. Hinter dem Strand läuft eine Promenade entlang, die man herrlich spazieren gehen kann. Viel hochpreisige Hotels haben sich hier angesiedelt.

    Auf der Suche nach einem Restaurant, das laut Internet eine große vegetarische Auswahl hat und mal was anderes als Tajine oder Couscous bietet, stromern wir weiter durch die Stadt. Besagtes Restaurant gibt es aber leider nicht mehr.


    Also versorgen wir uns in einem kleinen Shop mit ein paar Keksen und gehen langsam zurück zum Riad.


    Vorbei an Marokkos Variante der "Painted Ladies"...

    ... und der nach wie vor genutzten motorfreien Variante des Transports aller möglicher Güter.

    Den Rest des Tages verbringen wir im Riad mit lesen und etwas sonnen. Später gibt es noch ein 3-Gänge Menü am Pool. Der erste Gang besteht aus vielen kleinen Schüsselchen mit den verschiedensten Vorspeisen. Sehr lecker. Die Tajine und auch der Nachtisch können da aber dann leider nicht mehr mithalten.

    Mit einem alkoholfreien Cocktail lassen wir den letzten Abend der Rundreise ausklingen. Morgen geht es für die letzten 4 Tage ans Meer in eine Ferienwohnung.

    Das Dar Salam Souss ist wirklich stylish und fotogen eingerichtet. Unser Zimmer ist, bis auf das ungewöhnliche (aber dennoch schöne) Bad, wirklich schön. Und verschiedene Terrassen und Sitzgelegenheiten bieten viele Rückzugsorte. Das Betreiberpaar allerdings war zwar bei der Begrüßung wirklich freundlich, aber weitere Worte wechselt man mit uns nicht, sondern geht seinen eigenen Dingen nach. Was natürlich verständlich ist, aber wir bisher so noch nicht erlebt hatten. Alles in allem können wir das Riad aber empfehlen, wenn man Taroudant besichtigen möchte.
    Ich muss sagen, würde ich die Reise mit dem jetzigen Wissen noch mal planen, würde ich Taroudant nicht noch mal ansteuern. Wir fanden es relativ reizlos.

    Am Morgen ist es leider so frisch, dass wir das Frühstück nicht draußen, sondern erneut im Restaurant einnehmen. Und uns erwartet ein sehr leckeres Frühstück (nichts anderes hatten wir erwartet) und ein kleiner Plausch mit Yahya und Johanna, die zusammen mit Yahya die Gäste betreut.
    Leider müssen wir weiter und wie gerne wir noch verlängert hätten. Wie schon angedroht, das war der Werbeblock. Uns hat das Maison D'hotes Tigminou unfassbar gut gefallen. Sowohl was die "Hardware" angeht fühlten wir uns in der kleinen, stylischen Oase pudelwohl. Aber auch die Software war, und wir waren ja nun schon auf der Reise viele super liebe, freundliche Menschen erlebt, noch einen Tick aufmerksamer und einfach auch durchdachter.

    Ziel des Tages war Taroudant, angeblich das ruhigere Marrakesch. Gute 3,5 Stunden Fahrt erwarteten uns. Und ein Großteil des Weges führte wieder durch weite, weite Landschaft, die durch wenig Abwechslung sorgte. Jetzt muss ich dazu sagen: wir fanden die Landschaft eher eintönig, auch wenn wir natürlich zwischendrin auch tolle Ausblicke genossen hatten. Aber jeder ist anders, jeder findet andere Dinge schön. Und ich weiß, dass viele Menschen das auch toll finden.

    Ab und an boten sich dann aber auch Abwechslungen von den eintönigen Brauntönen.

    Ab und an durchfuhren wir auch Dörfer und kleine Orte. Je näher wir Taroudant kamen, desto abwechslungsreicher wurde es dann doch wieder. Zumal kleine Schmankerl wie dieser Tiertransport am Wegesrand warteten.

    Kaum wurde es städtischer, sahen wir aber auch wieder mehr Polizeikontrollen. Blieben aber unbehelligt. Mit kleinen Stressmomenten (hier abbiegen oder da?) kamen wir dann in der Unterkunft in Taroudant, dem Dar Salam Souss, an.
    Hinter einer unscheinbaren Tür im nicht unbedingt wirtlichsten Viertel verbarg sich eine extrem Instagrammable-Unterkunft. Das Betreiberpaar hatte wohl lange in den Niederlanden gewohnt und war nun zurück gekehrt, um das kleine Riad mit vielleicht 5 Zimmern zu betreiben.

    Unser Zimmer war groß, modern-orientalisch eingerichtet mit, etwas ungewöhnlich, einem offenen Bad. Das heißt Dusche und Toilette waren nur durch eine 2m hohe Wand (das Zimmer war locker 3,50 m hoch), die jedoch kein eigenes Zimmer bildete, vom restlichen Raum getrennt. Nichts für Frischverliebte, die sich noch nicht so gut kennen. 8o

    Same procedure...

    Frisch gestärkt zog es uns dann in die vielleicht 10 Fußminuten entfernte Medina. Taroudant ist mit 85.000 Einwohnern eine relativ große Stadt. Die eigentliche Medina ist jedoch, und das ist wohl das Besondere, komplett von einer alten Lehmmauer umgeben.
    Ich muss zugeben: nach der Lektüre des Reiseführers und diverser Internet-Einträge hatte ich nun mit einer alten Medina gerechnet, spannend wie Marrakesch's Medina nur eben ohne Händler, die alle etwas von einem wollen.
    Wir wurden jedoch eines Besseren belehrt. Nicht wegen der Händler, sondern wegen der alten Medina.

    Hinter einem der Tore durch die man in die Medina kommt, erwarteten uns moderne Gebäude. Zwar teils ein Gassengewirr, jedoch durchweg mit neuen Häusern. Toll war, dass in Taroudant gefühlt keine bzw. nur wenige Touristen zu finden waren und hier das normale Leben stattfand. Obst wurde von Karren verkauft, die üblichen (unappetitlichen) Metzger boten ihre Ware feil. Aber auch Elektrogeräte vom Mixer bis zur Kühlgefrierkombi konnten in kleinen, vollgestellten Läden gekauft werden.
    Der Hauptplatz, umstanden von vielen Cafès als Zentrum, wurde aber durchaus von Autos befahren.

    Wir landeten dann im hiesigen Souk, der das Attribut "entspannt" definitiv verdiente.

    Hier konnten natürlich Touristen fündig werden und Argan-Produkte oder Honig kaufen, aber auch die Einheimischen konnten hier Gold oder Kleidung kaufen. Wenn wir angesprochen wurden, dann wurden wir nur freundlich gegrüßt und das war es auch. Man konnte also in Ruhe herumstöbern und schauen.

    Am Nachmittag erreichen wir dann unser Tagesziel, das Maison D'hotes Tigminou. Und ich fürchte, hier folgt nun ein Werbeblock. :-O

    Die Anlage liegt zwischen Ouarzazate und Ait Ben Haddou. Und wie schon vorher geschrieben, wäre es auch eine Idee, wenn man Ait Ben Haddou besuchen will, hier zu übernachten, da der alte Ksar nur 10 Autominuten entfernt ist. Letztlich war ich mit unserer Variante am Ort zu übernachten sehr zufrieden, allerdings die Aussicht auf zwei Nächte hier in dieser schönen Unterkunft.....:love: hätte auch was.

    Hinter, wie meist unscheinbaren Mauern, öffnet sich ein kleines Juwel. Originelle Schilder verweisen zum Parkplatz, Pool und zur Rezeption. Kaum haben wir geparkt, werden wir von Yahya und dem lauten I-A des Hausesels willkommen geheißen. Neben dem Parkplatz wohnt nämlich ein Esel zusammen mit zwei Ziegen und beäugt mal mistrauisch mal neugierig die Neuankömmlinge.


    Das Maison D'Hotes Tigminou ist ein Adults only-Hotel mit 7 Zimmern. Jedes liegt in einem kleinen Bungalow samt Veranda, umgeben von viel Grün, lauschigen, schattigen Plätzen und schön angelegten Wegen.

    Selbstverständlich gehört auch ein Pool mit Daybeds, Liegen und genügend Schatten dazu, sowie ein kleiners Spa. Die Anlage ist unter französischer Leitung und das merkt man. Schon im Vorfeld war die Kommunikation hervorragend. Und das führte sich im Hotel fort.

    Wir bekommen eine kleine Führung durch die Anlage, auch die im Vorfeld gebuchte Massage, hatte man direkt auf den Schirm und unseren Wunsch abends dort zu essen. Wo wir unseren Tee haben möchten, nachdem wir das Zimmer bezogen haben, wird noch gefragt. Wir entscheiden uns für de Pool.
    Unser Zimmer ist gemütlich eingerichtet, das Bett bequem und selbstverständlich alles makellos sauber. Wobei ich bei meinem Hochlied auf das Tigminou sagen muss, dass das Zimmer zwar wirklich nett ist, aber da hatten wir dann Schönere auf der Reise. Dafür ist der Rest unschlagbar.

    Nachdem wir das Zimmer bezogen haben machen wir uns Poolfertig und kaum dort angekommen, kommt auch schon Yahya mit Tee und Gebäck. Eine mittlerweile liebgewordene Sitte für uns.

    Wir verbringen den Nachmittag wieder lesend am Pool, der aber wie bei den bisherigen Pools auch, sehr frisch ist. Bei mir langt es nur für die Füße. Mein Mann schafft es ganz rein, allerdings auch schnell wieder raus.

    Kurz vor meinem Termin zur Massage werde ich abgeholt und die wenigen Meter zum Spa gebracht, wo ich noch eine sehr gute, entspannende Massage genießen darf. Mit 40,- Euro für 1 Stunde keine asiatischen Preise, trotzdem jede Cent wert.

    Maximal tiefenentspannt geht es dann später zum Abendessen. Schon im Vorfeld hatten wir viel vom gehobenen Niveau der marokkanisch-französisch inspirierten Küche gehört. Im Tigminou wird auch Alkohol ausgeschenkt und so gönnen wir uns vorneweg einen Gin-Tonic, bevor wir im kleinen Restaurant bei einem marokkanischen Weißwein (gut, den braucht es nicht unbedingt) ein unfassbar leckeres Menü serviert bekommen. Toll angerichtet auf stylischem Geschirr und wirklich sehr lecker. Das Ganze für 25,- Euro pro Person.
    Bei einem weiteren Gin-Tonic lassen wir den Abend auf unserer Veranda ausklingen.

    Ein weiterer sonniger Tag wartete auf uns. Und heute konnte ich ihn auch mal genießen, ohne gerädert zu sein.

    Das Frühstück wurde auch am Pool serviert, bot aber keine großen Überraschungen. Was uns aber nicht davon abhielt, wieder alles aufzufuttern, was uns hingestellt wurde. Wir waren in früheren Leben wohl Heuschrecken.

    Die Zagora Oasis Lodge war tatsächlich die Unterkunft, die uns am wenigsten gefallen hat. Obwohl die Anlage schön war, das Zimmer ebenfalls, fühlten wir uns hier nicht ganz so wohl, wie in anderen Unterkünften. Dennoch würde ich von der Lodge nicht abraten. Mit dem Pool bzw. dem Wasser hatten wir vielleicht Pech und natürlich war der Service auch nicht unfreundlich oder schlecht. Nur eben nicht so freundlich, wie wir es mittlerweile gewohnt waren.

    Am Sonntag sollte in Zagora ein großer, sehenswerter Markt stattfinden. Bevor es also weiterging, wollten wir uns das Spektakel nicht entgehen lassen. Vorher musste aber noch das Klassiker-Foto gemacht werden.

    Wie mein Reiseführer zu berichten wusste, wird das berühmte Schild regelmäßig erneuert. Sah aus, als sei es gerade sehr frisch erneuert.

    Nun also auf zum Markt. Der sollte in Flughafennähe sein, wie uns noch im Hotel erklärt wurde. Nur, die Straße in die Richtung war gesperrt. Wir versuchten es anders herum, aber auch hier war kein Durchkommen, geschweige denn, dass man auch nur das Gefühlt gehabt hätte, alle strömen in eine Richtung, in der der Markt sein müsste.
    Unverrichteter Dinge geben wir auf und treten die Weiterreise an.

    Statt die Hauptstraße durch das Draa-Tal zu nehmen, biegen wir ab und fahren durch kleinere Straßen durch die Oase.

    Ziemlich zerrupfte Palmen säumen den Weg, im Hintergrund erheben sich tafelartige Berge, wir fahren an Eselskarren vorbei, durch kleine Orte. Obwohl Marokko ein muslimisches Land ist, ist der Sonntag der Ruhetag. Und das merkt man. Heute ist nicht viel los.

    Nach gut einer halben Stunde führt der Weg aus der Oase wieder zurück auf die Hauptstraße. Hinter Agdz wandelt sich die Landschaft wieder eine eine reine Fels- und Steinwüstenlandschaft. Nichts Grünes weit und breit.

    Bei der Recherche war ich auf den Hinweis auf die Cascade Tizgui gestoßen und auch unser Reiseführer wusste davon zu berichten. Und da wir Zeit hatten, nahmen wir einen weiteren Schlenker, weg von der Hauptstraße über Serpentinen durch karge Felsen.

    Karg, karg, karg. Nichts deuter an, dass hier irgendwo Wasser sein könnte.
    eine Art Plateau dient offensichtlich als Parkplatz. Drei Wohnmobile und ein weiteres Auto parken hier. Ein Parkplatzwächter schiebt einen lauen Job unter einem Sonnendach.
    Wir parken und treten den kurzen Abstieg zur Cascade an. Und tatsächlich, der Abschnitt im Tal führt auf ein Becken, von Grün umwuchert. Stühle, Tische und Sitzgelegenheiten mit Schattendach eines Restaurants laden zum Verweilen ein.

    Bevor wir uns niederlassen, gehen wir jedoch erst noch ein Stück weiter in das eingeschnittene Tal. Das so ein kleines Rinnsal in so unwirtlicher Gegend dann plötzlich so viel Grün erschafft und letztlich sogar eine kleine Gumpe bildet. Immer wieder erstaunlich, was Wasser so kann.
    Zurück an der untersten Gumpe spricht uns der Besitzer des Restaurants, der es sich selber im Schatten gemütlich gemacht hat, an. Wir holen uns etwas zu trinken und setzen uns zu ihm. Dass ich nur maximal einzelne Wörter französisch kann, mein Mann gar nicht, er aber nur französisch und dafür kein englisch spricht, hält ihn nicht davon ab, uns ganz viel zu erzählen. Ich versuche den Faden nicht zu verlieren, mir einen Reim auf das Gesagte zu machen, einzelne Worte zu verstehen und ab und an wissend zu nicken. Was für ein lustiger und schöner Moment. (Und nur fürs Protokoll: das Eine oder Andere habe ich dann doch verstanden, konnte nur mangels gemeinsamer Sprache nicht wirklich reagieren oder gar antworten). Um so lustiger, als mein Mann hinterher fragt, was er denn gesagt habe, weil er dachte, ich hätte alles verstanden.
    Tatsächlich haben wir hier zum ersten Mal in Marokko, auch wenn dieser Ort im Reiseführer erwähnt wurde, das Gefühl, ein wenig auf eigene Faust erkundet zu haben. Etwas, was bei den letzten Reisen in ferne Länder viel öfter passierte und das Salz in der Suppe war.

    Die Unterkunft des Tages liegt zwischen Ouarzazarte und Ait Ben Haddou, heute fahren wir also tatsächlich ein kleines Stück doppelt. Die Weiterfahrt dorthin führt wieder ein wenig höher mit tollen Ausblicken über einen kleinen Pass, bevor die Gegend wieder bewohnter wird.

    Ein Tankstop ist noch nötig, bevor wir die letzten Meter des Tages fahren.

    Auf den Strecken, die wir gefahren sind, war es übrigens nie schwierig, eine Tankstelle zu finden. Sehr oft finden sich hier große Tankstellen an Ortsein- und Ausgängen und an allen größeren Straßen. Wir zahlen meist etwa 1,37 Euro für den Liter. An jeder Tankstelle steht jemand bereit, der einem volltankt, manchmal sogar die Windschutzscheibe säubert (aufgrund des vielen Staubs sieht das Auto immer aus wie Hulle). Man kann also bequem im Auto sitzen bleiben, sogar zahlen geht mit der Kreditkarte und dem Kartengerät im Auto. Und nie wurde hier die Hand für Trinkgeld aufgehalten. Natürlich wird es gerne und mit einem Schukran und Lächeln genommen, aber wir hatten nie das Gefühl, dass es erwartet wird. Ein weiteres Vorurteil das wir ablegen durften.

    Zwar war die Nacht dank des ätzenden Reizhustens wieder nicht sonderlich erholsam, dafür aber immerhin in einem bequemen Bett. Und bei dem Ausblick des Sonnenaufgangs aus dem Zimmerfenster war die Nacht erst mal vergessen.

    Beim Frühstück gab es wieder neben den üblichen Frühstückszutaten noch Obst und Berberomelette, eine Art Shakshuka.
    Und das Wertvollste war der fürsorgliche Tipp von Youssef, es in der Apotheke doch mal mit Codein-Hustensaft zu probieren. Ja, er wüsste, dass das in Europa ohne Rezept nicht ginge, hier sei das aber kein Problem.
    Da die wenig erholsamen Nächte so langsam aber deutlich ihren Tribut forderten, war ich weich genug geklopft, um das in Erwägung zu ziehen.

    Nun hieß es Abschied nehmen von diesem gastlichen Haus.
    Das Desert Villa Boutique Hotel kann ich nur wärmstens empfehlen. Toller Gastgeber, schöne Lage, tolle Zimmer, schöner Pool, gutes Essen - rundum gelungen. Allerdings war es mit über 100,- Euro auch (neben der Ferienwohnung zum Schluss) auch die mit Abstand teuerste Unterkunft. Ich würde sie aber jederzeit wieder buchen.

    Heute erwartete uns ein eher ereignisarmer Fahrtag. Zagora war das Ziel, ein weiterer Ausgangspunkt um die Erg Chegbi zu fahren. Im Vorfeld war die Frage in welche Wüste es uns zieht, wir entschieden uns für Merzouga, da hier mehr Sandwüste zu erwarten war. Etwas weniger touristisch soll es aber in der Erg Chegbi sein.

    In der nächsten Stadt Rissani, machten wir uns erst mal auf die Suche nach einer Apotheke. Wobei die Suche nicht sonderlich schwierig ist, weil Apotheken in jedem Dorf zu finden sind und immer deutlich gekennzeichnet sind. Mein Wunsch nach Codein-Hustensaft ließ die Apothekerin noch nicht mal mit der Wimper zucken. Für 1,50 Euro wurde ich mit einer großen Flasche versorgt.
    Besonders erstaunlich, da mich vorher ein Hustensaft und ein Saft gegen Halsschmerzen 15,- Euro gekostet hatte und eine weitere Packung Halsschmerztabletten 9,- Euro. Toll, wenn Drogen so günstig sind. :S

    Die Landschaft war größtenteils Steinwüste und eher eintönig. Zeit also, den Beipackzettel übersetzen zu lassen und das Internet zu Codein zu befragen. Hui...es stand schon mal fest, dass ich auf keinen Fall die 4x am Tag von dem Zeug nasche, sondern nur nachts (zumal mit der Husten tagsüber in Ruhe ließ).

    Entlang des Weges grasten (wobei, kann man grasen sagen, wenn alles gefühlt nur karg ist) Dromedare und die Straße war lang und weilig.

    Ein Problem bei langen Autofahrten ist auch das Austreten. Für meinen Mann nicht so sehr, wie für mich. Gerade auf dieser Strecke, die so gut wie durch keine Dörfer oder gar Städte führte, aber auch Büsche rar gesät sind.
    An einer Stelle, an der Dromedare was auch immer aus der Krone eines einzelnen, stacheligen Baumes zupften und ein paar Büsche mehr herum standen, versuchte ich mein Glück, zumal weit und breit niemand zu sehen war. In einem islamischen Land möchte man ja auch nicht unbedingt mit der Hose in der Kniekehle gesehen werden :ops: . Ich hatte Glück, kein Auto weit und breit, die Dromedare interessierte ich auch nicht. Doch kaum zurück am Auto kam wie aus dem Nichts jemand auf seinem Möfchen vorbei und fragte nach Wasser. Wirklich verrückt. Wo auch immer er herkam. Er bekam ein Wasser, wir hatten ja genug dabei, und weiter ging's. Jetzt entspannter.

    Nach viel Straße, viel eintöniger Landschaft und nur wenigen, kleinen, kargen Dörfchen erreichten wir Zagora. Mehrspurige Straßen und Kreisverkehre, sogar Ampeln und alles in eine Oase eingebettet. Zagora war deutlich größer, als alle Städte, die wir seit Ouarzazarte durchquert hatten. Um zu unserer Unterkunft, der Zagora Oasis Lodge, zu gelangen, mussten wir einmal durch die Stadt. Also hieß es wieder sehr aufmerksam fahren.

    Der Empfang war freundlich, aber doch etwas verhaltener als wir es mittlerweile gewöhnt waren. Die Lodge bestand aus einem schönen, grünen Garten zwischen den umgebenden Mauern, vielen Palmen, die einen Pool umstanden, an dem es sogar eine Bar gab. Etwa 5 Zimmer gab es hier.
    Unser Zimmer war modern und freundlich eingerichtet und top sauber wie alle Unterkünfte bisher.
    Da Zagora bei der Durchfahrt nicht unbedingt lockte, machten wir es uns am Pool gemütlich. Der lud nur leider so gar nicht zum schwimmen ein, da das Wasser sehr trüb war. Dafür gab es an der Bar einen tollen, leckeren alkoholfreien Cocktail, den wir gemütlich auf der Liege rumlungernd schlurften.

    Ein wenig Bewegung fehlte jedoch noch. Also gingen wir noch eine kleine Runde um die Lodge. Von Dächern wurde uns freundlich zugewunken, Hunde kamen uns entgegen, interessierten sich aber nicht für uns, aus dem Nichts begegnete uns wieder ein Mofa-Fahrer, die Sonne schwand nach und nach, Zeit wieder zurück ins Hotel zu gehen.

    Auch hier konnten wir ein 3-Gänge-Menü am Pool sitzend essen. Den Tag ließen wir dann vor unserem Zimmer sitzend, ein Tisch und zwei Stühle luden dazu ein, bei einem Gin-Tonic ausklingen.
    Wie schon in Merzouga hatte man uns freundlich darauf hingewiesen, dass kein Alkohol ausgeschenkt würde, es aber kein Problem sei, wenn man welchen dabei hätte, diesen zu trinken.

    Als es ins Bett ging, gab es das Codein-Teufelszeug und die Nacht war herrlich erholsam.

    Die Wahl war auf das Desert Villa Boutique Hotel gefallen. Top-Bewertungen, nahe an den Dünen, aber auch an der Stadt, 8 Zimmer und mit Pool.

    Was für ein sympathischer Empfang vom Besitzer. Wir waren noch recht früh, wurden aber herzlich willkommen geheißen. Am Pool wurde uns Tee und Gebäck serviert und versichert, dass der Zimmerservice so schnell wie möglich unser Zimmer vorbereitet.

    Wir hatten keine Eile, im Schatten konnten wir erst mal in Ruhe ankommen und die vielen Eindrücke des Vormittags sacken lassen.

    Das Zimmer, das wir bekamen, war schön hell, top sauber, mit einem schönen Bad und - juchu - bequemen Betten!
    Aber so schön es auch war, wir waren ja nicht hier, um im Zimmer zu bleiben. Also zog es uns dann schnell wieder raus.
    Youssef fragte nach unseren Plänen und versorgte uns dann mit Tipps, wo wir gut eine Kleinigkeit essen könnten, wo man schön sitzen kann auf ein Getränk und wo man besser nicht hingeht.
    Und dann machten wir uns auf den staubigen Weg durch die Sonne ins "Städtchen". Tatsächlich ist Merzouga keine wirklich Stadt. Neben der asphaltierten Hauptstraße sind alle weiteren Straßen nur (gut befahrbare) Pisten. Kleine Hotels, ein paar Restaurants und Souvernirläden haben sich hier angesiedelt. Vor allem hat Merzouga aber alles zu bieten, was man als Touri so in der Wüste machen möchte: egal ob eine Nacht in der Wüste, mehrtätige Wüstentouren mit Dromedar, Moped oder Auto, Buggy fahren, Quad-Touren...und und und.

    An der kleinen Restaurant-Meile trafen wir lustigerweise auch Salah und die Crew das Camps wieder. Obwohl wir nur eine Nacht da waren, gab es ein großes Hallo, als würde man sich ewig kennen. Bei einem Getränk beobachten wir das überschaubare Treiben und schlenderten dann für noch ein, zwei faule Stündchen zurück zum Riad.


    Am Pool liegend wurde gelesen, nur nicht geschwommen, denn obwohl es warm war, war der Pool eisekalt. Mein Mann wurde immer aufgeregter, denn seine Moped-Tour rückte immer näher.

    Ich nutzte die Zeit alleine, um das Hotel noch ein wenig zu erkunden und machte es mir dann auf dem Dach, mit Blick auf die Dünen, gemütlich.
    Irgendwann kam die Nachricht meines Mannes, dass das Moped mitten in der Wüste den Geist aufgegeben habe und er jetzt noch seinem Guide beim Abschleppen hilft. Ich solle mir keine Sorgen machen. Gegen halb acht, gut 1,5 Stunden später als erwartet, kam er dann zurück ins Hotel mit strahlenden Augen und SEINEM Urlaubserlebnis schlechthin. Er hatte das Glück, alleine mit dem Guide unterwegs zu sein und hatte einen Riesenspaß.

    Beim Abendessen gab es also viel zu berichten.
    Das Abendessen hatten wir im Hotel bestellt. Es gab ein leckeres, einfallsreiches 3-Gänge-Menü, vegetarisch war kein Problem. Ein schöner Abschluss für diesen Tag.

    Natürlich geht auch heute der Wecker (zum letzten Mal in dieser Nacht) vor Sonnenaufgang. Die Wüste will bis aufs Letzte ausgekostet werden.
    Ab ins Bad, schnell angezogen und raus geht es wieder.

    Alles ist friedlich, auf der einen oder anderen Düne im Umkreis warten auch andere Menschen auf den Sonnenaufgang:

    Und wie sich raus stellt, sind Licht und Farben morgens noch besser als abends.

    Und dank anderer Urlauber, die das Ganze lieber auf Dromedaren reitend erleben, ergeben sich noch einige wunderbare Rüstenromantik-Bilder.

    Schnell klettert die Sonne höher und die schönste Lichtstimmung ist vorbei. Die richtige Zeit für das Frühstück, das es in Form eines kleinen Büffets gibt.

    So ein Wüstencamp ist durchgetaktet. Die meisten Leute bleiben, wie wir, nur für eine Nacht. Das heißt, nach dem Frühstück geht es auch schon wieder zurück nach Merzouga.
    Wir hatten mit dem guten Geist des Camps, Salah, allerdings dann doch noch das Folge-Programm organisiert. Von wegen: nur Wüste reicht uns ;)

    Buggy fahren stand auf dem Programm. Da ich wenig Wert darauf lege, Buggy oder Quad selber zu fahren, wurde es dann eben der Buggy. Zuerst ging es zurück in die "Stadt" zu einem Buggy-Verleih. Wir bekamen einen Fullface-Helm, Kolja wurde kurz instruiert und schon ging es weiter. Unser Guide auf dem Quad vorneweg, wir hinterher. Erst noch herantastend, dann immer höher, schneller weiter. Und ich gebe zu: das machte schon Spaß. Noch mehr Spaß machte es meinem Fahrer, der im Kreis grinste.

    Als unser Guide an einer Düne uns bedeutet, vorsichtig zu sein, versteht das mein Mann falsch und hält mitten auf dem Kamm der Düne. Mit dem Ergebnis, dass wir nicht vor- und zurück können. Nach einigem hin- und her heißt es: die Frau muss ans Steuer. Die Frau protestiert jedoch lauthals, bis ihr klar ist, dass da wohl kein Weg dran vorbei führt. Aber die Schieberei, zusammen mit meinem Gas geben, erzeugt nur eine riesige Sandfontäne, jedoch kein Fortkommen. Erst als uns eine andere Buggy-Tour mit einem erfahreren Guide zur Hilfe kommt, und nicht geschoben, sondern hin- und her geschaukelt wird, kommt das Buggy mit mir (oder umgekehrt) frei und fährt die doch recht steile Düne herunter. Hach, das hat Spaß gemacht. Wer hätte das gedacht? Das Angebot weiter zu fahren, lehne ich jedoch ab und ich wechsel wieder auf meinen angestammten Platz als Beifahrer-Prinzessin.

    Der Tag fing schon mal erlebnisreich an
    Wir hatten noch eine weitere Nacht in Merzouga, jedoch in einem Hotel, gebucht. Bevor es jedoch dahin ging, fuhren wir mit Salah noch zu dem Organisator von Offroad-Motorrad-Touren, wo er für meinen Mann an dem Tag doch noch eine 2-stündige Tour ermöglichen konnte. Beim Warten auf den Besitzer stomerten wir durch den großen Shop nebenan, der von den Handwerks-Betrieben und Händlern in Merzouga betrieben wurde. Hier gab es allerlei Mitbringsel und Souvenirs zu kaufen. Wir konnten uns aber unbehelligt umschauen. Beim Teppichhändler riskierten wir einen Blick länger, da wir bereits zu Hause auf der Suche nach einem neuen Teppich unter der Couch waren. Das Interesse blieb natürlich nicht unbemerkt und ein Teppich nach dem anderen, samt Erklärungen über die Wolle, Herstellung, Muster etc. wurde ausgebreitet. Zwischendrin bekamen wir auch Tee in die Hand gedrückt. Der Klassiker schlechthin. Ein Teppich gefiel uns tatsächlich gut, also fassten wir uns ein Herz und fragten nach dem Preis. Der wurde uns genannt und auch der Preis für die Versendung (denn im Flieger mitnehmen war ja nicht drin) pro Kilo. Da wir uns nicht direkt entscheiden konnten und wollten, verabschiedeten wir uns mit dem Hinweis, dass wir noch eine Nacht in Merzouga wären und darüber nachdenken. Das wurde freundlich zur Kenntnis genommen und uns ein schöner Tag gewünscht. Null aufdringlich, null nervig.
    Schlußendlich haben wir uns dagegen entschieden, den Teppich zu erstehen, fanden das aber für unseren Eindruck der Menschen im Süden, ein schönes und typisches Erlebnis.

    Nachdem die Motorrad-Tour für später in trockene Tücher gebracht war, ging es zum gebuchten Hotel.

    Wie unfassbar fein der Sand war. Wie ich von meinem Mann lernte, ist der Wüstensand so fein, dass er für Beton nicht genutzt werden kann und deshalb die Emirate ihren Sand nicht mal eben aus der Wüste zum Bauen verwenden können. Reisen bildet.

    Auch ganz spannend, wie auf einmal, gefühlt aus dem Nichts, immer wieder kleine schwarze Skarabäen auf einen zukommen. Und bis heute weiß ich nicht, ob sie der Schatten des Körpers lockt oder mögliche Flüssigkeit....

    Im Vorfeld hatte ich von vielen Buggys und Quads gelesen, die durch die Wüste lärmen und die Szenerie und Ruhe ruinieren. Vielleicht hatten wir mit der Tageszeit Glück oder mit der Jahreszeit, wobei der November durchaus hier nicht als Nebensaison gilt. Egal, wir fanden es super.

    Wüste wohin man schaut (ja ja, nur 5x22 km, reichte aber fürs Erste...).

    Kurz gingen wir noch mal zum Camp, da wir weder gefragt hatten, wann es überhaupt Abendessen gibt und außerdem das herum stehende Snowboard doch mal antesten wollten.

    Was für Wellen und Muster der Wind in den Sand zaubert....wie scharf die Kanten der Sandberge aussehen...

    Sandboarden war übrigens dann eher eine lahme Angelegenheit. Auch wenn ich natürlich total professionell dabei aussehe.

    Und natürlich lassen wir uns auch den Sonnenuntergang nicht entgehen.

    Das Abendessen das uns, und die etwa 10 anderen Camp-Gäste erwartete, war dann das Gegenteil des Abendessens im Riad Gabsi: mit 40,- Euro richtig teuer und eine totale Enttäuschung.
    Und natürlich mussten wir nach dem Essen, in der Dunkelheit noch mal raus. Das Licht Merzougas erhellte die höchste Sanddüne von hinten und auch der Mond sorgte dafür, dass das erhoffte Wüste-Sternen-Bild leider nichts wurde (obwohl wir in der Nacht jeweils um Mitternacht, 2 und 4 Uhr weitere Versuche starteten.

    Der Anblick des illuminierten Camps hatte schon was:

    Was nicht so wirklich was für uns war, und was wir aufgrund unseres Ausfluges in die Wüste nach dem Abendessen eh halb verpasst hatten, war das abendliche Musik machen am Lagerfeuer. Das ist egal in welcher Konstellation nicht meins. Und so war ich nicht böse darum, dass sich die Runde gerade auflöste, als wir kamen.

    Glücklich und voller neuer Eindrücke muckelten wir uns in die (sogar halbwegs) bequemen Betten. Wäre mein mittlerweile echt heftiger Reizhusten, der mich halb im Sitzen schlafen ließ, nicht gewesen, wäre alles perfekt gewesen.

    Nach dem Aufstehen direkt der Blick aus dem Fenster und hurra, die Sonne lässt sich wieder blicken.
    Wir duschen, packen alles wieder zusammen und gehen dann hoch zum Frühstück. Ein Glück haben wir uns noch warm angezogen, denn das Frühstück für uns Frühaufsteher wird auf der Terrasse am Pool mit Blick auf die Affenfinger serviert.

    Nach dem fulminanten Abendessen wird auch beim Frühstück groß aufgefahren und neben Tee, Kaffee und Orangensaft Berberrührei, Brot, Msmen, Obst, Joghurt und und und aufgetischt. Die Fahrt wird lang, also verputzen wir wieder alles bis auf den letzten Krümel. (Bitte sagt mir, dass nicht nur wir so verfressen sind...)

    Bevor wir uns auf die über 4-stündige Fahrt Richtung Wüste machen, wollen wir noch zahlen. Wir hatten gar nicht gefragt, was das Abendessen überhaupt kostet. Als der gut gelaunte und sogar deutsch (und englisch und französisch...) sprechende Chef 20,- Euro für 2 7-gängige Abendessen samt 2 Literflaschen Wasser berechnen will, gucken wir ihn mit großen Augen an. Unfassbarer Preis für ein so tolles Essen. Wir bedanken uns tausend Mal und lassen natürlich ein großzügiges Trinkgeld da.
    Riad Gabsi kann ich, wie Ihr schon raus gehört habt, nur Wärmstens empfehlen. Tolle Lage nahe an den Affenpfoten und den Serpentinen des Dades-Tals, super freundliche Mitarbeiter, tolles Essen und das alles für 54,- Euro im Doppelzimmer mit Frühstück. Alles top sauber.
    Klar, jeder hat einen anderen Geschmack, aber wir waren froh, dass unsere Wahl auf das Riad Gabis gefallen ist.

    Auf dem Rückweg raus aus dem Tag können wir dann noch mal alles bei schönstem Sonnenschein und blauem Himmel bewundern. Sieht das nicht toll aus?

    Die Weiterfahrt hält für mich noch eine große Freude bereit. Was im Tal als Regen runter kam, kam in den höheren Bergen als Schnee liegen. Und so konnten wir, den Atlas hinter uns lassend, diesen Anblick bestaunen:

    Die karge Landschaft, eine endlose Straße und die beschneiten Berge. Ist das nicht toll? Mein Mann muss jedenfalls rechts ran fahren, weil ich mich so freue und den Anblick tot fotografieren muss.

    Auf der Weiterfahrt machen wir den Versuch noch einen alten Ksar, Geheimtipp des Reiseführers, zu besichtigen. Wir scheitern aber leider an den Zugangsmöglichkeiten.
    Auch die Todra-Schlucht liegt auf dem Weg. Bei der Planung hatte ich hin- und her überlegt, in welche Schlucht wir wollen, hatte mich dann aber aufgrund der Wandermöglichkeiten für die Dades-Schlucht entschieden (die ich nur empfehlen kann). Und irgendwie, auch wenn die Todra-Schlucht ja ein Must-See ist, können wir uns für den Umweg nicht erwärmen. Hohe enge Schluchten sind für meinen Mann so gar nichts und irgendwie zieht uns die Wüste einfach magisch an. Dazu muss ich sagen, dass wir noch nie richtige Wüste gesehen haben. Gut, wie ich mittlerweile weiß, ist Wüste nicht zwangsläufig nur Sand, sondern eben auch Geröll und Stein, aber uns schwebte natürlich eine Sandwüste vor. Da war keine Zeit für Schluchten entlang des Weges.

    Zur Einstimmung und für das richtige Feeling tauchten dann ab und an auch Dromedare entlang der Straße auf. Fast so gut, wie die Giraffen, die aus dem Nichts kamen in Tansania....

    Die Wahl des Wüstencamps war entsprechend, der Wüstenaufenthalt sollte ja das Highlight der Reise werden, ein längerer Prozess, sollte es doch das perfekte sein. Also habe ich Camp nach Camp angeschaut, Bewertungen, die Lage (nicht zu nah an Merzouga selber), alles sollte so optimal wie möglich sein. Und im Vorfeld ließ sich alles gut an. Salah, der das von uns gebuchte Camp betrieb, gab uns den Treffpunkt in Merzouga an, an dem wir dann das Auto stehen lassen könnten. Von da aus sollte es mit dem Jeep zum Camp gehen. Dass wir nicht Dromedar-Reiten würden, war uns von vornherein klar, Salah hatte aber auch direkt davon abgeraten. Der Weg sei zu weit und zu stressig.
    Er fragte auch im Vorfeld, was wir denn machen wollen würden. Wir waren etwsa verdattert. Ähm, nichts....in der Wüste sein... Tja, ganz so kam es dann doch nicht. Begehrlichkeiten wollen halt auch mal geweckt werden.

    Je näher wir Merzouga kamen, desto mehr türmten sich Sandberge am Horizont auf.

    Mein Mann, der seit einigen Jahren das Offroad-Motorradfahren für sich entdeckt hat, sah sich in Gedanken schon mit dem Motorrad hier herum fahren. Einstweilen musste er aber noch mit dem Dacia vorlieb nehmen. Versuche am Tag davor eine Moped-Tour zu buchen waren leider alle, im Wahrsten Sinne des Wortes, im Sande verlaufen. Alles war schon ausgebucht. Da er sich im Vorfeld aber nicht festlegen wollte, und nicht wollte, dass sich die Reise nur darum drehte, hatten wir es halt spontan versucht. Er trug es aber mit Fassung.

    Die Fahrt ins Camp war schon ein großes Staunen, auch wenn man ehrlich sein muss und sagen, dass die Erg Chebbi bei Merzouga mit 5x 22 km jetzt auch nicht so endlos ist, wie sie zu sein scheint. Camps werden wie Sand am Meer angeboten, teils liegen sie eins neben dem Anderen. Und auch wenn ich versucht hatte, eines zu finden, das relativ weg von allen anderen ist, war es letztlich nicht wirklich so.

    Das Camp, das wir nach etwa 10-15 Minuten Fahrt, erreichten, sah wirklich toll aus. Auch das Zimmer war groß, stylisch und wie immer top sauber. Inklusive Dusche (wenn man die in der Wüste braucht), Toilette und Waschbecken. Aber natürlich hielt uns nichts im Zimmer und schon kurz drauf saßen wir bei dem üblichen Tee, Gebäck und Nüssen vor dem Essenszelt und kamen erst mal an. Wir waren die ersten Gäste (es war halb vier nachmittags) und Salahs Bruder, der im Camp alles betreute, erzählte uns vom Camp, von seiner Familie und wie heiß die Wüste sein kann.

    Das wollten wir nun aber alles selber erleben. Die Schuhe blieben vorm Zelt und ab ging es Richtung Sand.
    Wer von Euch schon öfter in der Wüste war, lächelt vermutlich jetzt müde, aber ich bitte unsere Erstlings-Euphorie zu berücksichtigen.

    Das ist unser Startschuss. Klamotten angezogen, leider mal die warmen, und dann raus vor die Tür. Direkt fragt uns einer der zahlreichen Angestellten, ob wir Tee haben wollen. Nein, danke, aber wir wollen ein wenig wandern/ spazieren. Und schwups bekommen wir einen Tipp, wie wir durch zwei Dörfer zu den Affenfingern laufen können. Für eine große Runde ist es jetzt eh zu spät, aber so haben wir wenigstens einen Plan. Prima.

    Wir gehen auf die andere Flussseite vorbei an ersten Häusern. Noch ist weit und breit niemand zu sehen. Aber je mehr es aufklart, trauen sich auch wieder Menschen auf die Straße. Hier auf der anderen Flussseite findet sich nicht ein asphaltiertes Stück Weg. Dafür Felder, Lehmhäuser, etwas modernere Häuser und auch Ruinen. Alles in der Kulisse der Oase und der umliegenden Gesteinsformationen.

    Jeder, dem wir begegnen grüßt nett und wir saugen einfach das besser werdende Wetter, die Lichtstimmung und die Landschaft ein.

    Unterhalb der Affenpfoten angekommen, hat das aufklarende Wetter immer mehr Touristen angelockt. Der Parkplatz ist nun nicht mehr ganz so leer und einige Marokkaner bieten ihre Dienste als Wanderführer an.

    Da aber klar ist, dass für eine ausgiebige Wanderung aufgrund der späten Stunde keine Zeit mehr ist, treten wir einfach mit kleinen Abwandlungen den Rückweg an.

    Auf dem Rückweg ist im Dorf nun wesentlich mehr los. Kinder spielen in den Straßen, Frauen bieten uns freundlich Nüsse um Verkauf an (und ich schlage zu und zahle einen viel zu hohen Touristenpreis - egal).

    Wir können uns gar nicht satt sehen. Die Steine und das Licht...wunderschön!

    Und wenn ich mir dieses Bild so ansehe, fällt mir ein in Marokko präsentes Thema ein: Müll. Wie in jedem Land, das nicht überall über ein Müllabfuhr-Programm verfügt, liegen immer wieder Dosen, Beutel und anderer Unrat herum. Am nächsten Tag sehen wir zwar, dass entlang der asphaltieren Hauptstraße Müllbeutel zur Abholung bereit stehen, aber hier im Dorf, weit ab von der Straße muss der Müll halt erst gesammelt und dann im Beutel vermutlich zur Straße getragen werden....
    Marokko hat aber seit einigen Jahren Plastikbeutel verboten. Und so bekommt man tatsächlich immer nur dünne Beutel aus einer Art Stoff oder vermutlich Papier. Aber auch die fliegen halt erst mal rum und verrotten nicht sofort.
    Manchmal wundert man sich, wieso man die eigene Umgebung so verschandelt und zumüllt. Aber das ist natürlich auch leicht gesagt, wenn man in einem Land groß geworden ist, wo es eine funktionierende Müllabfuhr gibt, egal wie klein das Dorf ist, und man von klein auf entsprechend erzogen und dazu angehalten wurde. Wie immer versuchen wir den Müll weitestgehend auszublenden. Ärgern nützt nichts und ändern können wir es auch nicht.

    Es wird langsam dunkel, als wir gegen viertel vor sieben wieder zurück am Hotel sind. Noch knapp eine Stunde bis zum Abendessen. Hier im Riad Gabsi ist das Essen vielgelobt, es soll mehrere Gänge haben und vorzüglich sein. Vegetarisches Essen? Gar kein Problem. Natürlich nicht. In diesem Haus ist gefühlt nichts ein Problem.

    Beim Abendessen zeigt sich erst, wie voll und gefühlt ausgebucht das Riad ist. Alle Tische sind eingedeckt, der Raum schön warm beheizt (tatsächlich ist es heute ziemlich kalt) . Kaum sitzen wir, bekommen wir eine Flasche Wasser gebracht. Und dann kommt ein fulminantes 7-Gänge-Menü. Von Mini-Pizzen über Blumenkohlsuppe bis zu gefüllter Paprika und alles gekrönt von einem Stück Kuchen. Alles ohne viel Warterei mit einem Lächeln serviert. Das war mal ein Fest und wirklich lecker. Glücklich über den doch noch schön gewordenen Tag rollen wir aufs Zimmer.

    Was kümmert mich mein Geschwätz von vorhin....weiter geht's :thumbsup:

    Der Wecker geht früh, aber das macht uns ja nichts aus, wenn man was Schönes erleben darf. Noch ist es dunkel. Wir machen uns also in aller Ruhe fertig, um dann vor Sonnenaufgang erneut den Weg rüber ins alte Dorf anzutreten.
    Leider zeigt sich schon, dass die Wettervorhersage, die einen Wettereinbruch für heute vorhersagte, nicht gelogen hat. Es ist zwar trocken, aber bewölkt.
    So früh am Morgen, ohne Souvenirhändler und mit wenigen weiteren Menschen, kann man sich noch viel mehr in alte Zeiten zurück versetzen und sich vorstellen, wie man hier im windgeschützten Ksar zwischen den Mauern gelebt hat.

    Bauarbeiten zwischen den alten Häusern zeugen davon, dass man nicht nur die Bausubstanz erhalten will, sondern auch verfallene Gebäude mit neuem Leben erfüllen will. Ait Ben Haddou ist DER Besuchermagnet weit und breit. Wie so oft, wenn etwas angesagt ist, sogar leider so sehr, dass es wohl auch wieder viele negative Auswirkungen hat. Mit unserer Besuchszeit am späten Nachmittag bzw. frühen Morgen, bleiben wir aber von den Massen verschont.

    Wir stromern also noch etwas die Treppen rauf und runter, biegen um Ecken ab, um uns vor Toren , Tunneln oder den nächsten Treppen zu sehen.

    Wir beobachten eine lustige Szene. Eine alte Dame mit Gras in einer Kiepe auf dem Rücken begegnet und und strahlt uns mit einem Salam freundlich an. Wir grüßen zurück und ziehen weiter. Hinter uns passiert das Selbe mit einer Gruppe Osteuropäerinnen, die sofort das Fotomotiv, das die alte Dame abgibt, erkennen. Sie bitten uns, Fotos mit Ihnen zu machen. Die alte Dame legt sich ins Zeug, lacht, klatscht und singt und animiert die Damen um sie rum, es ihr gleich zutun. Kaum sind die Fotos geschossen, wird ein Obulus erwartet, der durchaus kritisch beäugt und nachgefordert wird. Die Dame hat da mit Sicherheit ein lukratives Geschäftsfeld für sich entdeckt. Dass sie nicht wirklich mit ihrer Rückenlast irgendwohin gehen will, lässt sich leicht daran erkennen, dass sie zwar etwas auf dem Rücken trägt, aber nicht annähernd so viel, wie wir vorher auf den Straßen beobachten konnten. Aber gut, die Touristinnen hatten ihren Spaß und Fotos, die Dame ein paar Dirham. Klingt nach Win-Win und wir konnten eine lustige Begebenheit beobachten.

    Ein letzter Blick aufs Dorf, bevor wir zurück zum Hotel zum Frühstück auf der Terrasse gingen.

    Unser Hotel Dar Mouna hat uns gut gefallen. Die Bewertungen im Vorfeld waren nicht ausschließlich hochlobend, aber wir fühlten uns wohl. Die Lage ist die Beste, die man sich vorstellen kann: gegenüber des Dorfes, so dass man von der Terrasse oder, je nach Zimmer auch aus dem eigenen Fenster, den Ksar gegenüber sehen kann. Das Personal war durchweg freundlich, es gibt einen Pool, Parkplätze und sogar ein Frühstücksbüffet. Das Essen war o.k. Unser Zimmer war ein typisches Lehmhaus-Zimmer, aufgrund der dicken Mauern und kleineren Fenster etwas dunkle aber super sauber.
    Ein paar Tage später übernachteten wir in einem ganz, ganz tollen Hotel, das nur 10 Autominuten entfernt liegt. Aber letztlich war es gut, direkt im Ort zu sein und die Möglichkeit zu haben, spontan rüber zu gehen.

    Nach dem Frühstück machen wir uns auf den nicht allzu langen Weg Richtung Dades Tal. Der Plan war, gegen Mittag dort zu sein, um noch eine kleine Wanderung zu machen.

    Zuerst fahren wir jedoch durch Ouarzazarte, Marokkos Hollywood. Zahlreiche Filme wurden hier in den Studios und in der Umgebung gedreht. Sogar ein Film-Museum in dem man durch einige Kulissen schlendern kann, gibt. Die Bewertungen davon sind jedoch nicht ganz so überzeugend. Und da es jetzt eh nicht unbedingt auf unserer To-Do-Liste stand, lassen wir es links liegen.
    Kurz vor Ouarzazarte springen wir noch in den Carrefour und füllen unsere Vorräte auf.

    Kurz vorm Ortsausgang ist es dann soweit...auch wir werden von der Polizei angehalten. Dazu muss man sagen, dass die Kreisverkehrgestaltung hier schon speziell ist. Man hat nicht unbedingt Vorfahrt, ist man einmal im Kreisverkehr. Und so mussten wir an einem Stopschild an der Einfahrt stoppen und direkt vor der nächsten Zufahrt in den Kreisverkehr wieder. Mein Mann achtet nur auf den einfließenden Verkehr, ich sage noch "Du hast ein Stopschild überfahren", da kommt schon die Kelle.
    Die Polizei hat es sich in einem Café am Ausgang des Kreisverkehres Richtung Schnellstraße gemütlich gemacht und zieht einen Touri nach dem Nächsten raus. Alle übersehen das 2. Stopschild.
    Der Polizist ist freundlich, spricht sogar englisch und was soll man leugnen, wenn man es doch getan hat. 10 Minuten später, um eine Erfahrung reicher und 40 Euro ärmer fahren wir weiter. Einerseits war es offensichtlich, dass man sich dort positioniert hatte, weil in diese Stop-Schild-Falle alle tappen. Wir waren aber einfach froh, dass es wegen etwas passierte, was wir getan hatten, man sich nicht abgezogen fühlte und somit auch kein blödes Gefühl aufkam. Sogar eine DIN-A-4 große Bestätigung des Vorfalls samt Quittung gab es (auf Wunsch meines Mannes, der nun mal kein arabisch lesen kann, aber unterschreiben sollte, noch um den Tatbestand auf englisch ergänzt).

    Groß ärgern galt nicht, in Deutschland wäre das wesentlich teurer geworden.

    Was uns viel mehr ärgerte, war das:

    Regen! Ernsthaft Marokko?
    Die weitere Fahrt verlief ereignislos, bei Regen und grau und grau kann einen ja auch oft die Landschaft nicht begeistern. Zumal wir uns fragten, was wir nur am Ziel machen, wenn es regnet.

    Die Fahrt ins Dadestal ist wunderschön. Anfangs noch relativ breit, führt die Straße vorbei an kleinen Dörfern, unzähligen Palmen und beeindruckenden Felsformationen. Je weiter und höher wir kommen, desto enger wird das Tal (ohne zu einer wirklichen Schlucht zu werden) und desto kühler wird es.
    Bei 14 Grad und leichtem Nieselregen steigen wir dann schlussendlich bei der nächsten Unterkunft aus. Hier im Tal gibt es unzählige Übernachtungsmöglichkeiten von sehr günstig bis zu wirklich sehr teuer. Wir haben uns für das Riad Gabsi aufgrund der guten Bewertungen entschieden. Kaum angekommen, kommt man uns schon entgegen und führt uns durch das ein wenig verwinkelt und verwirrend gebaute Haus auf eine überdachte Terrasse am Pool. Wie freundlich wir begrüßt werden. Sogleich gibt es Tee und Gebäck, das W-Lan-Passwort, die Frage ob wir etwas zu trinken benötigen und der Hinweis, dass wir jederzeit Kaffee, Tee oder Wasser haben könnten.
    Unser Zimmer ist groß und absolut sauber, eigentlich sogar sehr schön eingerichtet, hätte man nicht noch eine eher abgewohnte Ledercouch mit hinein gestellt.

    Wir richten uns ein und überlegen uns dann Plan B. Also sitzen wir kurz darauf wieder im Auto und fahren ein paar Kilometer weiter zum engsten Stück des Tales, wo sich in zahlreichen Serpentinen die Straße über einige Höhenmeter nach oben schlängelt.

    Oben, mit Aussicht auf das Tal unter uns, trinken wir einen Kaffee und beschließen dann, wieder ein Stück zurück zu fahren, um uns die berühmte Felsformation der Affenfinger anzuschauen. Der große Parkplatz hier ist verwaist. Kein Wunder bei der Kälte und dem leichten Regen. Wir schauen uns ein wenig um, entscheiden aber, dass ohne eine Regenjacke (und die hängt zu Hause im Schrank) selbst eine kleine Wanderung sehr unangenehm werden würde.
    Also legen wir auf unserem Zimmer eine kleine Pause ein, lesen, schlafen etwas, bis wir draußen hören, wie vor unserer Tür der Nasse Boden geflitscht wird und wir messerscharf folgern, dass man das ja nur macht, wenn es nicht mehr regnet.