Posts by Elke1952

    Zu Las Palmas habe ich hier auch einiges geschrieben:


    Elke1952
    May 20, 2017 at 11:09 AM

    Wer sich für Architektur interessiert, kann bei Ausflügen auf Gran Canaria sehr viel dazu kennenlernen. Die traditionelle Architektur der Insel hat ihre Wurzeln in Andalusien und Portugal. Das erkennt man bei vielen Gebäuden, egal ob einfaches Bauernhaus oder prächtiges Herrenhaus. Im Laufe der Zeit haben sich Besonderheiten gebildet wie die typischen Holzbalkone. Die Balkone dienten nicht nur der Belüftung, sondern sie waren auch ein Statussymbol.

    Die Ureinwohner lebten noch in primitiven Höhlen. Mit der Eroberung im 15. Jahrhundert durch die Spanier begann die gotische Epoche. Hierzu findet man viele Beispiele wie die Kathedrale Santa Ana in Las Palmas. Sie zeigt nicht nur Merkmale der Gotik, sondern auch Einflüsse der Renaissance und Neoklassik, die auf die Gotik folgten. Verschiedene Einflüsse prägten die sakrale Architektur Gran Canarias. Die Kirche San Juan Bautista von Telde zeigt sich Stil der Mudejar-Gotik des 16. Jahrhunderts. Weitere sehenswerte Sakralbauten sind die Kirchen Santo Domingo und San Telmo in Las Palmas, die zur Blütezeit des Barock im 17. und 18. Jahrhundert entstanden und auch Elemente im Mudejar-Stil aufweisen. Neue Impulse bekam die Architektur im 19. Jahrhundert durch liberales Gedankengut. Es kam die Glanzzeit des Jugendstils. Viele Jugendstilgebäude entstanden in Las Palmas zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sehr schöne Häuser könnt ihr in der Einkaufsstraße Calle Triana bewundern. Eindrucksvolle Werke wie beispielsweise den Parador von Tejeda im Zentrum der Insel schuf der Architekt Miguel Martín Fernández de la Torre. Zum Abschluss kommen wir zur modernen Architektur des späten 20. Jahrhunderts. Ein typisches Beispiel ist das Auditorium Alfredo Kraus von Oscar Tusquets.

    Bald ist Weihnachten und dazu gibt es auf Gran Canaria eine besondere Attraktion, das sind die Sandkrippen in Las Palmas. Mitte November beginnen die Vorbereitungen und Anfang Dezember beginnt die Ausstellung, die bis zum Dreikönigstag dauert. Krippen haben eine lange Tradition auf den Kanaren und die Sandkrippen am Las Canteras Strand sind wirklich etwas Außergewöhnliches. Es gibt sie seit 2005. Als ich die Krippen zum ersten Mal gesehen habe, war ich nicht nur von ihrer Größe beeindruckt, sondern auch von den Details an den Figuren, die sehr sorgfältig gestaltet waren.

    Interessant ist auch ihre Entstehungsgeschichte. Acht Bildhauer aus verschiedenen Ländern hatten seinerzeit die Idee, dieses vergängliche Kunstwerk zu gestalten. Auch heute noch treffen sich Künstler aus aller Welt wie Rodrigo Cesar de Magalhaes, Portugal, Johannes Christoffel Hogebrink, Niederlande, Aleksei Rybak, Russland und Gresham Glover, USA, um diese 5m hohen Figuren zu erschaffen. Mehr als 200 Tonnen Sand werden dazu benötigt. Die Krippe ist mit 1.500 qm die größte Freilichtkrippe Europas. Besucht wird sie Jahr für Jahr von rund 200.000 Menschen. Die Künstler stellen nicht nur traditionelle Szenen dar wie die Heilige Familie der den Besuch der Heiligen drei Könige, sondern auch Landschaften der Insel. Außer den Besichtigungen werden auch Workshops angeboten, bei denen die Teilnehmer lernen, mit Sand zu formen. Der Besuch der Sandkrippen lässt sich gut mit einem Spaziergang am Las Canteras-Strand verbinden. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei, man freut sich aber über eine Spende für wohltätige Zwecke. Geöffnet ist täglich von 10.00 bis 22.00 Uhr, außer am 24.12., 31.12. und 05.01., jeweils von 10.00 bis 20.00 Uhr.

    Eine lange Tradition hat auf Gran Canaria der Anbau von Tomaten. Ihre Geschichte reicht zurück bis zur Entdeckung der Neuen Welt im Jahre 1492. Damals kam sie mit vielen anderen exotischen Pflanzen nach Europa. Die Anbaubedingungen waren perfekt, das milde Klima ließ sie ganzjährig gedeihen. Durch die Briten begann der Export der Tomaten. Der englische Geschäftsmann Blisse gründete im Jahre 1885 in Telde das erste Unternehmen für den Tomatenexport. Es folgten weitere britische Firmen, die mit Tomaten handelten und die Produktion stieg an. Aber auch kanarische Unternehmen für den Tomatenanbau entstanden. Durch den spanischen Bürgerkrieg verschwanden einige, andere gibt es heute noch. In den 1960er Jahren wurden Agrargenossenschaften gegründet, die auch heute noch das vorhandene Tomatengeschäft kontrollieren. Es wird nur noch in kleinen Mengen exportiert.

    Im Westen der Insel gibt es in La Aldea de San Nicolas große Tomatenplantagen, die von den umliegenden Stauseen mit Wasser versorgt werden. Tomaten sind gesund, sie enthalten Vitamin C, B und E sowie Karotin, Zink und Folsäure. In der Küche sind sie vielseitig zu verwenden. Zu den traditionellen kanarischen Gerichten mit Tomaten gehören der Brunnenkresseeintopf und die kanarische Fischsuppe.

    Zum Abschluss noch ein Ausflugstipp: das Tomatenmuseum - Museo de La Zafra - in Vecindario. Es zeigt auf 4.000 qm Ausstellungsfläche sehr viel Wissenswertes über die Tomate, von ihrer Geschichte bis zum Anbau und zu ihrer Verwendung.

    Die Landschaft Gran Canarias zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus. Eine Besonderheit sind die Barrancos, das sind Schluchten, oft auch ausgetrocknete Flussläufe. Sie durchschneiden kilometerweit die Landschaft, einige gelten als natürliche Wasserreservoire. Einige Barrancos sind als Ausflugsziele bekannt, anderer werden mit ihren senkrechten Felswänden zum Klettern genutzt. Auch für Naturfreunde sind sie ein schönes Ziel, denn einige sind üppig mit feuchtigkeitsliebenden Pflanzen bewachsen. Ein schönes Beispiel dafür ist der Barranco del Laurel in der Nähe von Moya im Norden der Insel. Hier findet man noch die Überreste eines ursprünglichen Lorbeerwaldes sowie Farne, Moos und Drachenbäume.

    Grün und fruchtbar ist der Barranco de Agaete, der östlich vom gleichnamigen Ort liegt. Das Tal ist durch Felswände vor Wind geschützt, neben Avocados, Zitronen, Papayas und Mangos wachsen dort sogar Kaffeesträucher. Es gibt Fincas, auf denen der Kaffee verkauft wird. Im Osten der Insel liegt der Barranco de Guayadque, der für seine Höhlenwohnungen aus der Zeit der Ureinwohner bekannt ist. Einige von ihnen sind immer noch bewohnt. Außer den Höhlenwohnungen gibt es im Barranco de Guayadque noch eine Höhlenkirche und ein Museum zu besichtigen. Eine Besonderheit ist auch das Höhlenrestaurant.

              

    Der Barranco de Fataga befindet sich mit dem gleichnamigen Dorf nördlich vom Urlaubsort Maspalomas. Er wird auch gerne als Tal der Tausend Palmen bezeichnet. Ob es wirklich Tausend sind? Die herrliche Landschaft kann man von Maspalomas sogar mit dem Linienbus erreichen. Zu den Highlights des Barranco de Fataga gehört der Aussichtspunkt Degollada de las Yeguas, der Ausblicke über das Tal sowie bis zur Küste bietet. Der Barranco de Fataga erstreckt sich bis nach Maspalomas und endet dort in der Lagune La Charca. Dieses letzte Stück heißt Barranco de Maspalomas. Ich wohne in Campo Internacional nicht weit vom Barranco entfernt. Es gibt eine Fußgängerbrücke, von dort kann man schöne Blicke bis zu den Bergen genießen.


        

    Im Urlaub will man gerne etwas Neues entdecken. Das können fremde Kulturen, andere Bräuche und Sitten oder eine neue Sprache sein. Viele Menschen finden aber auch eine neue Küche spannend. Wie sieht es denn damit auf Gran Canaria aus? Dazu machen wir erst mal einen Ausflug in die Vergangenheit. In den letzten 500 Jahre, seit dem Beginn der Seefahrt, hat sich auf der Insel eine reichhaltige Kulinarik mit Einflüssen aus vielen Ländern entwickelt. Aus Mitteleuropa kamen Zwiebeln und Knoblauch nach Gran Canaria. Nach der Entdeckung Amerikas waren es Kartoffeln, Mais, Paprika und verschiedene Kürbisgewächse, die nach Gran Canaria eingeführt wurden. Besonders die zurückgekehrten Auswanderer aus Venezuela und Kuba waren an der Einführung neuer Pflanzen auf Gran Canaria beteiligt. Sie brachten das Saatgut mit und hatten auch die entsprechenden Kenntnisse über die Pflanzen. Mittlerweile gelten viele Pflanzen, die in Amerika ihren Ursprung haben, hier auf den Kanaren als heimische Produkte. Das liegt daran, dass Neuzüchtungen entstanden, die mit den ursprünglichen Pflanzen nicht mehr viel zu tun hatten.

    Als Urlauber könnt ihr inseltypische Spezialitäten entdecken, das lässt sich oft sogar mit einem spannenden Ausflug verbinden. Die Vulkanerde lässt Weinreben und Olivenbäume gedeihen, aber auch eine Kaffeeplantage gibt es auf Gran Canaria. Weinfreunde finden ausgezeichnete Tropfen auf der Insel, bei einem Ausflug in die Berge bietet sich eine Besichtigung der Bodega Las Tirajanas an. Auf großen Obstplantagen wachsen Bananen, Mangos, Papayas und andere Früchte. Ein besonderes Erlebnis ist die Mandelblüte Ende Jan./Anfang Febr. Aus den Mandeln wird Marzipan und köstliches Gebäck hergestellt, außerdem die sirupartige Creme Bienmesabe. Die schwarze kanarische Biene sorgt für den Honig. Sie lebt schon seit 200.000 Jahren auf der Insel und zeichnet sich durch ihre Anpassungsfähigkeit an ihre Umwelt aus. Es gibt auf Gran Canaria ca. 11.000 Bienenstöcke. Der Honig, der hier produziert wird, hat schon internationale Auszeichnungen bekommen. Zur Landwirtschaft der Insel gehören Ziegen und Schafe, deren Milch zu sehr gutem Käse verarbeitet wird. Eine besondere Spezialität ist der Blumen-Käse - Queso de flor – der mit Artischockensaft hergestellt wird. Zu den traditionellen Produkten der Kanaren gehört auch Gofio, ein fein gemahlenes Mehl, das aus Mais, Gerste oder Weizen hergestellt wird. Die Einheimischen essen es gerne als Brei, in der Gastronomie werden Desserts daraus zubereitet. Fischfreunde kommen auf der Insel natürlich auch auf ihre Kosten und können fangfrischen Barsch, Makrelen, Papageienfische und andere Sorten genießen, ebenso Calamares oder Gambas.

    Für viele Urlauber stehen auf Gran Canaria Sonne, Strand und Meer an erster Stelle. Dazu bucht man gerne ein Hotel direkt am Strand. Bei der Planung eines Strandurlaubs auf Gran Canaria sollte man aber bedenken, dass es in Spanien keine privaten Strände gibt. Es ist also nicht so, wie man es von anderen Ländern kennt, dass die Hotels eigene Abschnitte mit Liegen und Sonnenschirmen für ihre Gäste zur Verfügung stellen.

    Das ist im Küstenschutzgesetz von 1988 geregelt. Darin heißt es, das der Zugang zu allen Stränden für jedermann öffentlich und kostenfrei ist. Es dürfen keine Privatstrände, die Leuten den Zugang verweigern oder Gebühren verlanden, errichtet werden. Die zuständige Gemeinde hat das Recht, weitere Regeln zu erlassen wie z.B. Rauchverbot. Liegen und Sonnenschirme dürfen nur von autorisierten Firmen aufgestellt werden. Die Lizenzen werden in bestimmten Abständen vergeben, dazu ist zunächst eine Ausschreibung von der jeweiligen Gemeinde notwendig. Man darf aber auch eigene Strandutensilien wie Sonnenschirme und Liegestühle an den Strand mitbringen. Aber Zelte dürfen nicht mit an den Strand, es gibt auf Gran Canaria ausgewiesene Campingzonen, dort ist Zelten erlaubt. Ansonsten gibt es an vielen Stränden auch Hinweistafeln mit dem Regeln.

    Ein befreundetes Ehepaar lebt in Portugal an der Algarve. Meine Freundin schrieb mir, dort Falken eingesetzt werden, um die Möwen zu vertreiben. Dazu schickte sie mir ein Foto, das einen Falkner vor ihrem Apartment zeigte. Er lies die Falken zu bestimmten Zeiten fliegen, um die Möwen zu erschrecken. So hielten sie Abstand zu den Häusern und bauten auch keine Nester.

    Es interessierte mich, ob es das auf Gran Canaria auch gibt. Bei meinen Recherchen konnte ich erfahren, dass hier am Flughafens Falken eingesetzt werden. Der Zusammenstoß mit einem Vogelschwarm kann für ein Flugzeug schlimme Folgen haben, besonders wenn sie in die Triebwerke geraten. Deshalb sind rund um die Uhr jeden Tag rund 50 Falken im Einsatz. Dieses Greifvogel-Kontrollteam des Flughafens soll die Sauberkeit seines Luftraums gewährleisten. Verantwortlich für die Greifvögel ist seit 1998 die Familie Carmona. Antonio Carmona und seine vier Kinder Antonio, Miguel, José und Sara sind von Beruf Falkner. Dank ihrer Arbeit können keine Vögel die startenden und landenden Flugzeuge gefährden.

    Seit mehreren Generationen züchtet die Familie Carmona verschiedene Falkenarten. Sie sollen verhindern, dass die Möwen und Tauben zu den startenden und landenden Flugzeugen fliegen. So wird der Flughafen für die Falken zum Jagdgebiet, das sie in freier Wildbahn hätten. Die Ausbildung der Vögel beginnt schon kurz nachdem sie aus dem Ei geschlüpft sind und sie dauert, bis sie ausgewachsen sind. Es werden Markier- und Angriffsflüge trainiert, letztere sollen Tauben und Möwen erschrecken und bei Bedarf auch töten. Die Einsätze der Falken finden an unterschiedlichen Zeiten statt, damit die Beute kein Zeitgefühl dafür entwickelt. Die Falken werden stets von dem gleichen Falkner betreut, so dass beide zusammen ein Team bilden.

    Sie gehören zu den beliebtesten Speisen auf Gran Canaria – die Tapas. Sie haben allerdings ihren Ursprung auf den Festland, durch die spanischen Eroberer sind sie auf die Kanaren gekommen. Wie sind denn die Tapas entstanden? Dazu gibt es verschiedene Theorien und Geschichten. Sie sollen von den Mauren stammen. Auch heute noch werden in vielen arabischen Ländern Mezedes – Vorspeisen ähnlich den Tapas – serviert. Es soll aber auch einen Zusammenhang zu den Kutschern in der Provinz Malaga geben. Es gab Stationen, an denen sie eine Pause machen konnten. Dabei haben sie sich unterhalten und auch Alkohol getrunken. Das führte dazu, dass sie die Post nicht mehr zuverlässig zustellten und auch sonst nicht mehr zuverlässig arbeiteten. Daher gab es einen königlichen Erlass, der die Wirte verpflichtete, Wein nur noch mit einem essbaren Deckelchen zu servieren. Tapas heißt übersetzt Deckel, die ersten Tapas waren einfache Brotstücke, die auf das Glas gelegt wurden.

    Eine weitere Legende zu den Tapas gibt es um Alfons X. von Kastilien. Während einer Krankheit sollte er zwischen den Mahlzeiten Wein und Häppchen zu sich nehmen. Er veranlasste als er wieder gesund war, dass es künftig zum Wein eine Kleinigkeit zu essen geben soll. Im Anfang war es nur eine Scheibe Brot auf dem Glas, später wurde der „Deckel“ mit einer Olive oder Sardelle dekoriert. Als irgendwann das Brot durch verschiedene Häppchen ersetzt wurde, blieb der Name Tapas bestehen.

    Es geht in einer anderen Geschichte um den Brauch, alkoholische Getränke als Schutz vor Fliegen abzudecken. Es war auch hier anfangs eine Scheibe Brot, damit sie nicht fortgeweht wurde, hat man sie mit einer Olive beschwert. Die Wirte entwickelten im Laufe der Zeit immer mehr Variationen bei der Herstellung dieser „Deckel“.

    Die Tapas sind mittlerweile überall in Spanien beliebt. Man bekommt sie in einer Bar zum Wein oder Bier, im Restaurant werden sie als Vorspeise serviert. Es gibt kalte und warme Tapas, sie werden üblicherweise auf kleinen Tellern oder in Schüsseln serviert. Man findet bei Ausflügen auf Gran Canaria fast überall Tapas-Bars. Wer in einem der Urlaubsorte im Süden seinen Urlaub verbringt, findet in San Fernando zahlreiche Tapas-Bars. Ein schönes Erlebnis ist auch die Noche de Tapas – der Tapasabend – in der Altstadt von Las Palmas.

    Gran Canaria ist eine Insel voller Vielfalt, die auch verschiedene Urlaubsformen bietet. Im Sommer ist bei den meisten Strandurlaub und Wassersport angesagt, im Winter bietet sich für Erholung suchende ein Wellnessurlaub an. Gesundheit und Erholung haben eine lange Tradition auf Gran Canaria, bereits im 17. Jahrhundert wurde die Heilkraft von Quellen nachgewiesen. Historiker haben dazu die entsprechenden Texte entdeckt. Reisende entdeckten Gran Canaria zu Beginn des 19. Jahrhunderts, dies geschah zufällig bei einer Reise nach Kapstadt. Schnell merkte man, dass das milde Klima Beschwerden linderte und dabei half, Krankheiten zu kurieren. Man versprach sich auch im Winter durch das schöne Wetter Erholung und Wohlbefinden.

    In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Gran Canaria zu einem bedeutenden Zentrum des Gesundheitstourismus. Das milde, gesunde Klima zog Menschen aus ganz Europa an. Sie schätzten besonders die heilsamen Quellen von Los Berrazales und Azuaje zum Baden. Im 20. Jahrhundert war der Fortschritt nicht mehr aufzuhalten und der Italiener Eduardo Filiputti schuf in den 1960er Jahre in den Dünen von Maspalomas ein Heliotherapiezentrum. Die Mischung aus Sonne und Sand sollte für die Gesundheit der Urlauber genutzt werden. Das Zentrum verschwand im Jahr 1990 durch den Wiederherstellungsplan des Dünen-Ökosystems.

    Warum sollte man heute Gran Canaria für einen Wellnessurlaub auswählen? Neben dem gesunden Klima und der Tradition als Gesundheitsstandort sind es heute auch die hervorragenden Wellnesshotels und besondere Spa-Einrichtungen. In den Wellnesshotels werden verschiedene Therapieformen angeboten wie Aromatherapie, Thalassotherapie, Reflextherapie und Hydrotherapie. Aber auch Massagen, Salzbäder, Algenbehandlungen und Lymphdrainage gehören zu den Angeboten. Die Wellnesshotels verfügen über Sauna, Whirlpool und Innenpool, oft gehört auch ein Kosmetikstudio dazu. Häufig wird bei Anwendungen die Heilkraft der hiesigen Pflanzen genutzt. Ein Beispiel ist die Aloe Vera, die regenerierend und reizlindernd wirkt und in verschiedenen Formen angewendet wird. Ein weiteres Thema sind die Vulkane. Für Massagen werden Vulkansteine genutzt und für ein Peeling die vulkanische Lava. Neben den Wellnesshotels gibt es zahlreiche Spas, Massage-Studios und Kosmetikstudios. Abschließend möchte ich noch die medizinischen Zentren erwähnen, die ein breites Angebot an ästhetischer Medizin und Zahnmedizin haben.

    Es ging weiter mit der französischen Firma Societe Pour L‘ Etude d‘ Amenagements Tecnique Planifiés ( SETAP ), die die Ausschreibung für das Projekt Maspalomas Canaria gewann.So begann der Tourismus auf Gran Canaria und die gesamte Gegend veränderte sich durch die Bebauung, die1962 mit den ersten Hotels begann. 1968 entstand der Golfplatz von Maspalomas und ein Jahr später mit Sioux City der erste Themenpark Spaniens. 1957 erreichte der erste Charterflug die Insel. Straßen und Autobahnen wurden ebenso ausgebaut wie der öffentliche Nahverkehr.

    In Maspalomas entstand der Ortsteil Playa del Ingles, der sich zu einem bedeutenden Ferienort entwickelte. Mit seinem langen Sandstrand wurde er schnell bei einem internationalen Publikum beliebt. Es entstanden in den 1960er und 1970er Jahren zahlreiche Hotels sowie Bungalow- und Apartmentanlagen. Die Shoppingcenter Cita und Yumbo wurden gebaut, am Strand entstand Anexo II mit Restaurants, Bars und Geschäften.


    Es folgte das angrenzende San Agustin mit den ersten Ferienanlagen, die besonders Urlauber aus Schweden anzogen. Es folgten dort größere Hotels sowie eine schwedische Schule und Kirche. Im Jahre 1980 wurde das Shoppingcenter San Agustin eröffnet

    Das nördlich von Playa del Ingles gelegene San Fernando sollte den Einheimischen als Wohnort dienen. Dort gibt es keinen Tourismus. Dafür wurden weitere Ferienorte angelegt wie Sonnenland, das mit Bungalowanlagen und einigen Hotels in den 1980er Jahren entstand. Südlich davon entstand zwischen 1980 und 1995 Campo International, das überwiegend aus Bungalowanlagen besteht, dazwischen befinden sich ein paar Hotels. Meloneras ist der jüngste Ortsteil von Maspalomas. Er zieht sich mit Luxushotels, exklusiven Restaurants und Geschäften vom Leuchtturm entlang.

    Wer in Maspalomas Urlaub macht, kann eine besondere Sehenswürdigkeit entdecken, die man dort vielleicht nicht vermutet. Und zwar gibt es an der Promenade von Meloneras eine archäologische Fundstelle, sie heißt Punta Mujeres. Dort sind die Grundmauern eines Gebäudes und seiner Zimmer noch zu erkennen. Eine Tafel gibt Informationen zur Fundstelle und zu den Ureinwohnern. Wie weit reicht denn die Geschichte vom Maspalomas zurück? Dieses Gebiet gehörte in der Zeit der Altkanarier zum Königreich von Telde. Regiert wurde es Guanarteme Bentejui - Guanarteme ist die damalige Bezeichnung für den König. Im Jahre 1479 bekamen die spanischen Eroberer ihre letzte Niederlage bei der Schlacht von La Caldera. Mit Verstärkung eroberten sie im Jahre 1480 fast die gesamte Insel. Der Guanarteme zog sich in den Osten der Insel in den Fels von Ansite zurück. Als die Spanier immer näher kamen, stürzte er sich 1483 mit seinen Gefolgsleuten in die Tiefe, weil er nicht in Gefangenschaft geraten wollte.

    Nach den Ureinwohnern belebten die Eroberer das Gebiet des heutigen Maspalomas. Es waren überwiegend Hirten und Bauern ,die Tabak, Zuckerrohr, Getreide und später Tomaten anbauten. Am Strand legten Piraten an, die die Insel unsicher machten. Darüber hinaus waren es aber auch Fischerboote oder andere Boote, die Holz aus den Wäldern transportieren. Bei den Piraten ist der Niederländer Peter Van der Does zu erwähnen. Er scheiterte im Jahre 1599 dabei, die Insel zu erobern und er landete in Maspalomas, um die Toten zu begraben und sich mit Holz und Wasser zu versorgen. Das Gebiet wurde in der folgenden Zeit immer mehr besiedelt. Die Menschen benötigten Flächen für den Ackerbau und Weiden für ihr Vieh. Bis im 17. Jahrhundert war das Gebiet von Maspalomas im Besitz der Krone. Nach Streitigkeiten übergab es König Felipe III. an die Familie Pérez de Villanueva. Im Jahre 1785 erhielt Fernando Bruno del Castillo den Titel Conde de la Vega Grande de Guadalupe. Im 19. Jahrhundert war die Grafenfamilie der größte Landbesitzer auf Gran Canaria. Später wurde sie federführend im Tourismus, der im Jahre durch das Projekt Concurso Internacional Maspalomas Costa von Alejandro del Castillo startete. Ausgeschrieben wurde es im Jahre 1962, ein Jahr später begannen die Bauarbeiten.