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    Ich bin auch für Deutsch.

    Zum einen wirst du dich in einer Fremdsprache (relativ gutes Englisch" wie du sagst) dem Kind gegenüber vermutlich niemals in allen Nuancen so ausdrücken können wie in deiner Muttersprache. Wenn du mit ihm Englisch sprechen würdest, würdest du dem Kind einen Teil seiner Identität vorenthalten. Deutsch als gemeinsame Sprache wird euch verbinden.

    Zum anderen denke ich, dass Deutsch für das Kind schwieriger als Fremdsprache zu lernen wäre als Englisch, was es dort in der Schule lernen wird. Du gibst dem Kind mit Deutsch somit auch rein objektiv und jenseits aller Gefühls- und Ausdrucksgeschichten in Bezug auf eure Bindung einen wertvollen Schatz mit, den es möglicherweise in Zukunft brauchen kann.

    Und ganz pragmatisch finde ich die Begründung von Horas sehr, sehr plausibel.

    Mir ist das eher unangenehm längere Zeit an eine Person gebunden zu sein, auch wenn man maximale Flexibilität hat…. Kann ich irgendwie schwer beschreiben, ich mags einfach nicht so sehr.

    Sicher ist es mit Fahrer oftmals praktischer / unkomplizierter und man bekommt durch einen Einheimischen an der Seite sicher viel mehr Einblicke.

    Im Zeitalter von Apps wie Uber und Makemytrip braucht man auch nicht mehr unbedingt einen festen Fahrer. Es ist einfach, einen Transfer (auch mit Zwischenstopps) von Ort zu Ort zu organisieren. Nur weiß man eben nie, was man bekommt. Manch einer spricht so gut wie kein Englisch, kennt die Region nicht wirklich, versteht das Konzept unseres europäisch geprägten Sightseeing nicht und sieht die Hauptaufgabe darin, dich ohne Zeitverlust von A nach B zu bringen. Und dann sitzt du hinter einem missmutig oder unsicher schweigenden Fahrer, dem du nicht sagen kannst, dass du bei einem interessanten Ausblick halten willst, dass du ein paar Samosas oder einen Tee willst oder aufs Klo musst.

    Wenn man einen richtig guten (Touristen gewöhnten) Fahrer hat, kann der sein Land sozusagen durch die Brille des Gastes sehen und achtet auf Sehenswertes und weiß, was der Foreigner so braucht um sich wohl zu fühlen. Und er kann die kleinen Erlebnisse am Wegesrand erschaffen, die einem noch Jahre später ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

    Aber ein bisschen ist es eben auch immer Glückssache. Und manch einer ist auch überbehütend und man fühlt sich nicht frei. Und der eine oder andere bringt einen zu Commissionshops in der Hoffnung, ihr kauft überteuertes Zeug und er bekommt dann noch ein paar Rupies vom Händler.

    Wenn ihr euch überwiegend ohne große Schnörkel in Städten aufhaltet, braucht ihr dort keinen Fahrer. Vor Ort ein Taxi oder eine Rickshaw für ein paar Stunden fürs Sightseeing zu buchen, erspart einem aber Umstände. Man kann die Jacke und die Wasserflasche bei einem kurzen Tempelbesuch im Fahrzeug lassen, der Fahrer weiß, wo er hin muss und wo er parkt und man muss nicht immer neu ein Fahrzeug finden und den Preis verhandeln. Hotels und Guesthouses haben da auch oft Fahrer, mit denen sie zusammenarbeiten.

    Ich habe mal geschaut, leider ist die „Durga Puja“ dieses Jahr vom 17.-21.10. - endet also kurz bevor wir in Kolkata ankommen würden. Dann wird man in dem Viertel „Kumartuli“ wohl nichts mehr von den hergestellten Tempelfiguren sehen - schade. Dennoch halte ich aktuell mal an dem Plan in Kolkata zu starten fest.

    Kumartulli kann dennoch lohnen. Ich war auch off Season im März dort und die waren fleißig am Werkeln. Es wird kurz nach der Durga Pooja sicher weniger los sein und die Lager werden nicht gefüllt sein, aber dennoch ist es ein typisches fast dörflich wirkendes Handwerkerviertel, das nicht leergefegt sein wird.

    Vor allem ist es dort am Hooghly netter und ursprünglicher als in der geschniegelteren Gegend weiter südlich.

    Vrindavan ist konkret in die Überlegungen mit aufgenommen. Ich schaue ob und wie ich es mit unterbringe. Von Agra über Fathepur Sikri, Vrindawahn oder Dehli mit einem Fahrer zu fahren wäre auch eine gute Option - danke für die Idee. Komplett mit Fahrer möchten wir die Reise nicht machen, das liegt aber an uns. Mir ist das eher unangenehm längere Zeit an eine Person gebunden zu sein, auch wenn man maximale Flexibilität hat…. Kann ich irgendwie schwer beschreiben, ich mags einfach nicht so sehr.

    Wahrscheinlich wäre Delhi - Vrindavan - Agra - Fatehpur Sikri und zurück nach Delhi mit dem Auto gut. Oder von Agra mit dem Zug zurück nach Delhi oder weiter, je nachdem, wie euer Plan dann weiter ist.

    Genau so stelle ich es mir vor - sitzen, gehen, stehen und schauen / beobachten und dabei den Magen vielleicht schon ganz langsam an Essen von food stalls gewöhnen (Varanasi wäre ja dann erst der zweite Stopp auf der Reise).

    Deena Chat Bandar in Varanasi ist sehr original und hygienisch und ist immer voll. Ich mag am liebsten Dahi Puri, das sind knusprige sehr dünne kleine Brot"schüsselchen", mit lecker gewürzter vegetarischer Füllung und Joghurt. Man isst so ein Kügelchen / Schüsselchen in Gänze und im Mund knuspert es dann, schmeckt würzig und gleichzeitig frisch und manchmal sind noch ein paar Granatapfelkerne drauf für einen extrafrischen fruchtigen Touch. Ist eine echte Geschmacksexplosion.

    https://maps.app.goo.gl/iQPexT1Kt2VAhky47

    Ich lese gerade https://is.gd/MINC3q - vielleicht folgen noch ein paar andere Bücher. Für weitere Empfehlungen bin ich offen

    "101 Indien" und die weiteren Bücher von Andrea Glaubacker sind ein netter Vorgeschmack. Andrea schreibt eher anekdotenhaft - entsprechend dem Konzept der Bücher, die sie verfasst. Sind ganz tolle Häppchen mal hier und mal da, um sich die eine oder andere Facette zu erschließen. Nur den "Fettnäpfchenführer" finde ich vom Konzept her schlecht.

    Und "Der Duft des Göttlichen" von Martin Kämpchen ist super und gibt einen tollen und nicht an der Oberfläche bleibenden Einblick, wie Indien so "tickt". Sehr empfehlenswert für das Verständnis der Gesellschaft, während Andrea eher beobachtend und beschreibend bleibt.

    Das Buch, das du gerade liest, werde ich mir auch mal besorgen. Es scheint wirklich interessant zu sein. Allerdings ist es vor 20 Jahren erschienen, während Indien mit Riesenschritten fortschreitet. Von Jahr zu Jahr gibt es immer etwas Neues an Technologie, auch wenn diese nicht immer funktioniert. Dass vieles, was im Buch thematisiert wird, schon lange nicht mehr so bzw. nicht mehr so ausgeprägt ist, merke ich bereits beim Lesen des Klappentextes.

    Quote

    Falls ihr euch hier und da für die Taxi-Variante entscheidet, braucht Fatehpur Sikri keinen Tagesausflug, sondern ist ein Stopp von 1 bis 2 Stunden auf dem Weg zwischen Delhi und Agra bzw. zwischen Agra und Vrindavan.

    Um nochmal eine Lanze für einen Mix aus Zug und Taxi zu brechen:

    Es gibt gute Unternehmen, die tolle Fahrer haben, mit denen ihr die Route besprechen könnt. Es kostet nicht mehr als ein Mietwagen ohne Fahrer in anderen Ländern.

    Ihr könnt halten, wo ihr wollt, könnt hier und da noch einen Schlenker fahren zu einer kleinen Sehenswürdigkeit am Rande, könnt unterwegs in Ruhe Pausen machen zum Essen oder für Chai.

    Ein guter Fahrer erkennt besondere Situationen und macht euch darauf aufmerksam.

    Ein Fahrer hat zum Beispiel beim Durchqueren eines Wildschutzgebietes mich mal auf einen wilden Elefanten aufmerksam gemacht.

    Einmal stand ich plötzlich einfach so mitten auf einem Viehmarkt und mir wurde erklärt, wie man mit einer Art Fingersprache unter einem Handtuch den Preis aushandelt.

    Das eine oder andere Mal wurden mir Betriebe gezeigt wie eine Ziegelei oder eine Zuckerfabrik, in der Zuckerrohr verarbeitet wurde etc.

    Bezügl. Goa: Die Wahl fiel auf Goa, da ich vermute, dass sich Hampi am einfachsten mit Goa verbinden lässt. Kerala wäre auch interessant, aber eben nochmal weiter entfernt.

    Ja, wenn es denn Hampi sein soll, ist Goa als Stranddestination da sicher die beste Wahl.

    Die Nachtzüge hab ich nur mal grob nachgeschaut. Es gäbe zumindest zeitlich ganz gute Verbindungen. Ich habe gelesen, dass man die Zugtickets bestenfalls 3 Monate vorher buchen sollte, weil viele längere u. beliebte Strecken schnell ausgebucht sind (zumindest die besseren Klassen). Danke für den Hinweis mit den Probebuchungen auf der Seite der Indischen Bahn. Das werd ich dann auf jeden Fall mal probieren.

    Du kannst die Züge gar nicht früher buchen, die Buchungen werden erst dann fereigegeben. Ich weiß gerade nicht genau, ob es 2 oder 3 Monate vor der Reise sind.

    Varanasi ist der Stopp auf den ich mich am meisten freue. Es kann natürlich sein, dass mich die Stadt total überfordern wird, aber irgendwie glaub ich das nicht. In Nepal gab es auch eine Hindu-Verbrennungsstätte (Pashupatinath-Tempel) den ich sehr interessant fand. Sicherlich nicht mit Varanasi zu vergleichen, aber ich hätte dort den ganzen Tag verbringen können, so anders und interessant war das für mich. Daher hab ich für Varanasi etwas mehr Zeit eingeplant.

    Dass die Ghats zu dem Zeitpunkt (28.20.) evtl. noch verschlammt sein können, ist ein guter Hinweis, das hatte ich überhaupt nicht am Schirm. Gibt es da Erfahrungswerte aus den letzten Jahren?

    Varanasi ist ja weit mehr als Manikarnika und Harischandra Ghat. An beiden wird aktuell gebaut.

    Du kannst an den Verbrennungsghats überall ungehindert hingehen, darfst auch fotografieren (auch wenn einige Menschen es pietätlos finden, wobei ich finde, dass es immer eine Frage der konkreten Situation und des Bildausschnitts ist). Die Scammer werden zu dir kommen, sich als "hilfsbereite Volunteers" vorstellen und dir die "eternal flame" zeigen wollen. Sie werden versuchen, dir etwas zwischen Respekt und Angst einzuflößen und werden irgendwas zwischen Nettsein und Druckaufbau versuchen. Sie fragen dich dann nach eine "kleinen" Spende für die Armen, die sich kein Holz leisten können, deren Höhe mit dem Wocheneinkommen einer Krankenschwester vergleichbar ist, lassen ihr Opfer mit dem Gefühl von Dankbarkeit und Ehrfurcht zurück, setzen das Geld dann in Drogen und Alkohol um. Sobald sie dich kennen und wissen, dass sie dir nichts vormachen können, ist alles gut und sie lassen dich in Ruhe. Also ist es gut, mehrfach hinzugehen.

    Zum Schlamm an den Ghats: Ich war jeweils Ende Oktober / Anfang November 2013, 2022 und 2024 dort und es wurde fieberhaft daran gearbeitet, die Ghats freizuspülen. Es wurde jeden Tag etwas besser, aber man konnte bei weitem nicht durchgängig durchgehen. Das macht es anstrengend, denn in den Gassen verliert man schnell die Orientierung, GPS geht nicht immer und plötzlich ist man ganz woanders als man dachte. Eine Freundin war letztes Jahr etwas früher da (um den 20.10.) und die Ghats waren noch völlig unpassierbar.

    Und genau das, was du in Kathmandu an Pashupatinath gemacht hast, macht man in Varanasi: Stundenlang an den verschiedenen Ghats sitzen, auf den Ganges schauen, übers Leben nachdenken und die vielen völlig unterschiedlichen Typen beobachten, die an dir vorbeigehen.

    Deinen Beitrag über untouristischere Städte / Gegenden habe ich im Vorfeld schon gelesen. Es ist echt schwierig für mich, all die Dinge die ich sehen will / auf die ich neugierig bin, unterzubringen bzw. mich dann entsprechend von Ideen (erstmal zumindest, vielleicht folgen ja weitere Reisen) verabschieden zu müssen, weil´s zeitlich einfach nicht hinhaut. Und dann bleiben oft die touristischen Punkte, sicher auch, weil man darüber schon was gelesen / gesehen hat und entsprechend interessiert ist.

    Aber du hast natürlich recht, viele Gegenden die nicht in jedem Reisefürer als "TopTipp" erwähnt sind, haben ihren Reiz.

    Trau dich unbedingt, den einen oder anderen Ort zu besuchen, der nicht in jedem Reiseführer erwähnt wird. In Blogs, Reiseführern, bei Routenbeschreibungen der Reiseveranstalter werden natürlich eher die Städte mit den "großen" Sehenswürdigkeiten erwähnt, und es ist in jedem Land normal, erst einmal die Highlights abzugrasen, die einem immer irgendwo begegnen beim Lesen und einem vertraut werden und die man dadurch für unentbehrlich hält.

    Aber ich schwöre dir: Indien erschließt sich nicht durch das Besichtigen von einer Burg nach der nächsten, an denen man klebrige Guides abschütteln muss und kaum ein Bild machen kann, auf dem keine Reisegruppe in dreiviertel langen beigen Hosen, Sonnenhut und roter Nase einem sich produzierenden und ausgesprochen lustigem Reiseleiter an den Lippen hängt.

    Ich verspreche dir: Bundi, Orchha oder Pushkar gehören auf die Liste! Pushkar ist inzwischen auch ziemlich touristisch und es gibt viel Abzocke dort. Aber beim Klang von Mantras und Tempelglocken bei Sonnenuntergang, während Affen über Dächer tobten mit Blick in den Sonnenuntergang über dem heiligen See habe ich mich in Pushkar restlos in Indien verliebt. Und Orchha und Bundi haben ähnliches Potenzial. Es ist zu Herzen gehend, wenn dich am zweiten Tag Shopkeeper und Wirte in Restaurants wiedererkennen und du hier und da zu einem Schwatz anhältst, wenn du zufällig in einen Tempel in einer Seitengasse gerätst und man dir eine Rassel in die Hand drückt und du "Hare Krishna" mitchantest, wenn du dich auf einen Mauervorsprung setzt und der Shopkeeper gegenüber bringt dir einen Hocker und bietet dir einen Tee an. Das alles passiert dir in den kleinen Orten eher.

    Die kleinen Orte haben einen anderen Reiz und nicht "auch ihren Reiz", sie ermöglichen dir, in Atmosphäre einzutauchen, statt staunend vor einem Bauwerk zu stehen und dir dann im Verkehrschaos dir die Füße platt zu laufen auf dem Weg zum nächsten Monument.

    Die Idee mit Kolkata kam auf, da wir unbedingt nach Varanasi möchten u. das von Delhi ähnlich weit weg ist wie von Kolkata. Wenn wir in Kolkata starten, müssen wir keine Wege doppelt zurücklegen. Indlandsflüge möchten wir, so gut es geht, vermeiden. Mich interessiert die Stadt auch, weil sie lange Zeit als "Armenhaus Indiens" galt, wegen den Kolonialgebäuden (viele sicher nicht mehr so gut in Schuss) aber auch weil sie im Kontrast als Zentrum von Litaratur- und Kunstschaffenden gilt.

    Das ist sicher kein dummer Gedanke... Andererseits: Wenn ihr ohnehin Nachtzüge nehmen wollt, ist es im Grunde auch egal, wo genau ihr im Dunkeln seid...

    EDIT: Letztlich ist es aber von den Entfernungen ungefähr so, als würdet ihr von Hamburg nach München fahren wollen und dann lieber weiter fahrt nach Rom statt zurück.

    Ja, Kolkata gilt als intellektuell und die West Bengalis als gebildet. Außer jeder Menge chaotischer Buchstände im Univiertel bekommt man davon nicht viel mit.

    Ja, Kolkata hat im alten Teil um Esplanade herum noch viele alte Kolonialgebäude, alles - ebenso wie die berühmte Tram und auch die uralten Busse, die in der Stadt herumfahren, eher etwas verkommen und abgewrackt wirkend. Dazwischen tost der Verkehr und man denkt, man könne mal eben den Kilometer laufen, ist aber gefangen zwischen mehrspurigen Straßen, die mit Metallgittern abgesperrt sind und man weiß kaum, wie man da von einer Seite auf die andere kommt...

    Anderes Erbe der Stadt sind noch die von Menschen gezogenen Rickshaws. Kann man nostalgisch finden. Aber wenn man sieht, dass darauf als Fahrgast ein Vater den Sohnemann - offenbar aus einer gut situierten Familie - zur Schule bringt, denkt man sich, dass es vielleicht nicht so verkehrt wäre, würde der Vater einen Motorroller nutzen.

    In Kolkata ist Kali sehr präsent, eine erstmal furchterregend aussehende schwarze Göttin, die an ihrem Gürtel Knochen und Schädel trägt.

    Und ich bin mir sicher, dass die wundervollen Erfahrungen nicht daran gelegen haben, dass Du ein paar Handyfotos gemacht hast.

    Korrekt. Sie lagen daran, dass um mich herum liebe und aufmerksame und sachkundige Spotter und Fahrer waren, die stolz waren, ihr "Reich" zu zeigen, konzentriert, fokussiert, ruhig und besonnen und nicht in kreischender Partyatmosphäre...

    Zwar plane ich keine Indien Reise, aber mir ist nach wie vor nicht klar, ob es hier ums Fotografieren geht oder um was anderes.

    Denn sost müssten ja auch Kameras verboten werden, und davon ist hier keine Rede.

    Inder hängen dauerhaft IMMER am Handy. Mitten in der Nacht jemanden anzurufen, ist völlig normal.

    Du siehst in Restaurants, Malls, Hotels auch in hochwertigem Ambiente Personal stehen und mit der Familie ein Videotelefonat führen. Beim Autofahren wird permanent telefoniert. Im Flugzeug wird telefoniert bis der Flieger beschleunigt und sofort nach dem Aufsetzen schon wieder. Keine Ahnung, wie die so schnell wieder Empfang haben... Bei einer Bahnfahrt führte mein Nachbar an jeder Station ein Videotelefonat mit Frau, Eltern und den Kindern. Soweit ich es mitbekomme, geht es immer um Weltbewegendes, nämlich die Mitteilung, wo man aktuell gerade ist und die Frage, ob der Gesprächspartner schon gegessen hat. Das tun sie stets ohne Kopfhörer und die Antworten schallen blechern aus dem Lautsprecher.

    Ebenso werden Tik Toks zum Zeitvertreib geschaut in jeder freien Sekunde. Ich habe mich schon bei dem Gedanken ertappt, dass ich dem nächsten, aus dessen Handy die immer gleiche Lachkonserve dröhnt, das Telefon aus der Hand schlage und darauf herumtrampel.

    Gelangweilten Kindern werden die Handys gegeben für laut bimmelnde Spiele und für Videos.

    Es wird wild und wirr durch die Gegend gefilmt. Und so, wie auch mir schon mehrfach ein Telefon direkt in den Weg gehalten wurde (Video oder Videotelefonie) mit den Worten, die ich übersetze mit: "Guck mal, hier ist auch eine Aunty aus dem Ausland", so wird sicherlich jedem Tiger, Pfau, Elefanten, Antilope in einem Nationalpark das Telefon entgegengereckt unter lautstarken Kommentaren.

    All das ist im Jeep auf Safari kaum noch möglich, wenn man nur noch Kameras erlaubt...

    Halten sich Fahrer und Guide nicht an die Regeln droht ihnen eine Geldstrafe und ein 4-wöchiges Arbeitsverbotverbot

    Das beugt natürlich "Ausnahmen" gegen großzügiges Trinkgeld vor...

    Sinnvoller als ein generelles Handyverbot fände ich Verhaltensregeln für Fahrgäste. Aber man kann natürlich die Mentalität der meisten nicht mal eben durch Regeln ändern und in Schach halten...

    Bin froh, dass ich nach einer mittelmäßigen Erfahrung (Ranthambore) und zwei wundervollen Erfahrungen (Panna für Tiger und Pobitora für Nashörner) mit dem Thema "Safari" abgeschlossen habe...

    Ja, ich sehe es genauso:

    1000 Euro für den Flug ausgeben und sich benachteiligt und "übers Ohr gehauen" fühlen, wenn man für ne Mango oder ne Rickshawfahrt 20 Cent mehr zahlt als die Einheimischen. Und sich super großzügig fühlen, wenn man nach einer engagierten Leistung über einen ganzen Tag ein Trinkgeld gibt, von dem man in Deutschland nicht mal ein kleines Wasser im Lokal hätte bestellen können.

    Ich habe mir angewöhnt weder Geld mit der Gießkanne auszugießen, noch zu knausern. Ich bin kein ATM auf zwei Beinen. Aber ich schaue mir die Menschen, denen ich begegne, sehr genau an. Engagement und echte Herzlichkeit und harte Arbeit sollen fair belohnt werden. Noch mehr als von einem einmaligen Trinkgeld haben die Betreffenden von Weiterempfehlungen.

    Vaileth sieht sehr sympathisch und süß und besonders aus. Ich wünsche ihr das Allerbeste!

    Ich kann es nicht lassen...

    Nochmals zu Kolkata: Die Stadt ist riesig. Es gibt eine gute Metro, die hilft, schnell entlang der Achse zwischen Kumartulli (sehr interessantes Handwerkerviertel) und dem ruhigen Süden (gepflegte Gegenden mit indischen, aber nicht ganz so chaotischen Märkten und nicht ganz so schlimmem Verkehr) zu pendeln.

    Ich habe bei meinem ersten Besuch zentral in der Nähe der Park Street gewohnt (wuselige Märkte, Verkehrschaos, nicht so weit zu den anderen Sehenswürdigkeiten) und beim zweiten Mal im Viertel Kalighat (ruhiger, gepflegter, der bekannte Kalighattempel um die Ecke, Lake Market ist nett für Streetfood und es gibt nette Cafés dort, Metrostation in wenigen Minuten erreichbar). Ich war in einem super empfehlenswerten Apartment über Airbnb in einem wirklich süßen Wohngebiet mit Straßenhändlern und gelben Taxis und einem vom Balkon aus zu beobachtenden Waschplatz und gebe den Kontakt sehr gerne weiter).

    Sehenswert neben Kumartulli und Kalighat Tempel: Das Univiertel, der Dakshineswar Kali Tempel ist mir persönlich zu neu und zu clean, das Victoria Memorial ist halt eine Art Museum in einem gepflegten Park, als Andachtstätte und Museum das Mother House (Mutter Theresa), Howrah Bridge mit dem Blumenmarkt war deutlich weniger spektakulär als erhofft. Es gibt nahe der Station "Esplanade" einen riesigen Markt (New Market) für alles.

    Ich habe den Kontakt eines netten Guides, mit dem ich leider nur schriftlich kurz Kontakt hatte. Aber eine Freundin hat sehr gute Erfahrungen mit ihm gemacht (keine Abzocke, ein sehr engagierter junger Mann).

    Das ist ja auch in vielen Tempeln schon so: Die Sucht, Reels zu drehen um sich selbst in Szene zu setzen, stört überall die Atmosphäre. Und ein Verbot wird vielleicht diejenigen von einem Besuch abhalten, denen es nur darum geht.

    Dennoch: Ich bezweifle, dass ein Handyverbot das Verhalten in den Nationalparks grundsätzlich ändern wird. Dienstbeflissenheit in der Hoffnung auf Trinkgeld wird Fahrer und Spotter weiter zu nah an die Tiere treiben und die Mentalität der Menschen, die alles lautstark diskutieren müssen, ändert sich durch ein solches Verbot nicht.

    Für Leute wie mich - ich reise ja niemals mit separater Kamera und habe auch seit Jahren keine mehr - ist es allerdings schade, dann so gar kein Erinnerungsfoto mehr zu haben...

    Bleibt in meinem Herzen die Erinnerung an eine Pirschfahrt im Panna-Nationalpark - nur Fahrer und Spotter und ich im Fahrzeug neben 2 anderen Fahrzeugen mit respektvollen anderen Menschen in gutem Abstand von einer Tigerin mit ihren Cubs.

    Irgendwie ist die Fujibesteigung doch noch nicht raus aus meinen Sehnsüchten, dabei hatte ich die Pläne eigentlich schon eingedampft. Aber es gibt im Juli ja auch einige Festivals....

    So ähnlich geht es mir mit Indien, der Wunsch Orte nochmal zu besuchen zu bestimmten Fest- und Feiertagen Oder Orte zu besuchen, weil bestimmte Festivitäten dort sehr intensiv gefeiert werden wie Ganesh Chaturthi im September in Maharashtra und Navratri im Herbst.

    Ach, interessant. Das war bei mir genau umgekehrt. Ich fand die eher bodenständige und lebendige Art der Koreaner angenehmer als das Gefühl, ständig etwas falsch machen zu können in Japan.

    Weniger Touristen findest du in den Klöstern und Tempeln auf dem Land und in den anderen Städten. Seoul ist ja für viele - ebenso wie für dich und auch für mich beim ersten Besuch - ja meistens ein Zwischenstopp zum Schnuppern.