Posts by Sabiji

    Ist schon eine weile her, dass ich in Skandinavien war. Ende Mai war es allerdings bei den Lofoten selbst Mitternacht nicht dunkler als bei uns mit Gewitterhimmel. Und für Polarlichter solltest Du deutlich nördlich des Polarkreises sein und dazu einen richtig dunklen und wolkenfreien Nachthimmel haben. Bleibt eigentlich nur mitten im Winter. Ich kann mich an Tromsö/Norwegen erinnern, dass dort im Januar ein Polarlichtfest gefeiert wird.

    Da ich damals mit Motorrad unterwegs war, habe ich natürlich den Winter gemieden - auch wenn es - wie bei mir - am Nordkapp am 1. Juni heftig geschneit hat...

    Der Artikel wundert mich wenig. Ich finde die Situation sogar typisch japanisch. Man arrangiert sich mit einer gegebenen Situation, obwohl man weis, dass man was ändern müsste - und auf das, was daraus resultiert auch immer flexibel reagieren muss. Aber Spontanität ist keine jap. Stärke.

    Das beste Beispiel ist, dass man trotz knallharter Abschottung und dem besorgniserregenden Zustand des Gesundheitssystems unter der Last der Pandemie auf harte Lockdown-Maßnahmen verzichtet hat und eher auf die (typisch japanische ) Getrieberad-Strategie setzt, bei der man als Teil der Gesellschaft Verantwortung trägt, und zum Allgemeinwohl sich selbst beschränkt.

    Die Verantwortung bewegt sich aber nur in einem bestimmten Rahmen, welche man eher als Giri sehen kann, einer Art Selbstverpflichtung. Ein Charakter dessen ist auch, nicht Schuld sein an etwas, also sprich, die Ursache zu sein für etwas ( auf Corona bezogen = andere anzustecken).

    Genau das Beschreibt die Situation im Beitrag ganz gut, denn auch kein Politiker will gerne die Verantwortung übernehmen, durch eine "große" Öffnung neue Wellen auszulösen.

    Aber!

    Typisch japanisch ist das Analysieren von Situationen und aus dem Ergebnis einen japanischen Weg zu erstellen. Als ursprünglich ausgesprochene Impfskeptiker, haben sie aus den Lockdown- Problemen anderer Industriestaaten erkannt, dass das lediglich kurze Ausbremsen zu keinem vernünftigen Ergebnis führt. Einzig das Impfen scheint die Lage zu entspannen. Und wie zu Industriewunderzeiten muss man plötzlich feststellen, dass sie in kürzester Zeit mit ihrer Impfrate uns längst in den Schatten gestellt haben.

    Japan wird öffnen müssen. Aber sie fürchten ebenfalls eine winterliche neue Welle im Land. Dabei werden sie auch die Corona-Entwicklung für diese kritische Zeit in Europa und den USA beobachten, um dann Entscheidungen zu treffen, die einen Kompromiss darstellen werden.

    Sie werden wenn alles unkritisch verläuft 2022 touristisch öffnen, aber nur in bestimmten Kontingenten und für eine überschaubare Anzahl ausgewählter Länder und unter bestimmten Bedingungen für die Touris - um zu beobachten und zu lernen.

    Deswegen hat die im Artikel genannte Planlosigkeit durchaus ihren jap. Sinn.


    Persönlich bin ich immer noch recht optimistisch für "mein" Herbst 2022, das bis dahin eine Tür offen ist. Ob dann tatsächlich für mich und zu welchen Bedingungen bleibt abzuwarten, denn verständlicherweise scharren Unmengen Japanbegeisteter mit den Hufen...


    Wie dem auch sei, ich plane zur Zeit im Rahmen einer Teilnahme an einer Europameisterschaft im hohen Norden Finnlands eine Rundreise in Skandinavien für 2023. Ein Ausfall Japan in 2022 würde finanziell dann Skandinavien zu Gute kommen.

    Das wird schon irgendwann mit Japan klappen...


    https://sumikai.com/nachrichte…eit-der-regierung-300557/

    Balsam auf meine Seele, Mikado. Noch 4 Wochen arbeiten, dann bin ich genau dort! Ich liebe Quedlinburg und den Harz. 1 Woche wandern bei hoffentlich bester Herbstfärbung.

    Mein Lehrling ist mit Ryanair vor einer Woche für ein paar Tage zu seiner Familie nach Italien/Bologna geflogen. Nach seiner Aussage wollte niemand, weder hinzu D/I noch auf zurück I/D, irgendetwas sehen, noch musste er irgendwas hochladen, runterladen, einscannen etc. Er war selbst total verwundert. Beide Flieger waren bis auf den letzten Platz voll.

    "Gegenklugscheißmodus an" ...wenn selbst schon die alten Griechen diesen Begriff für den sportlichen Wettbewerb benutzt haben, sehe ich mich im allgemeinem Sprachgebrauch nicht im Hintertreffen..."Gegenklugscheißmodus aus"8)

    Also ich bin mittlerweile schon wieder relativ zuversichtlich was Japan Herbst 2022 angeht. Ansonsten wird´s halt entsprechend verschoben, da bin ich recht entspannt. Wie gesagt, wenn keine noch aggressiveren Folgemutanten kursieren, sich die Belastung der Krankenhäuser dort entspannt und die Impfungen sich im Impfskeptiker-Land Japan auch wirklich positiv auswirken, wird sich Touristentechnisch einiges bewegen. Die Olympiade führte nicht zum befürchteten Corona-Kollaps, und nach den Wahlen werden eh Entscheidungen zum Thema fällig.

    Hier mal meine sehr grobe Peilung ist Zeitraum Ende Oktober/ Anfang November 2022

    Tag 1 Ankunft Tokio -> Transfer Kyoto -> Stadtziele Kyoto


    Tag 2 Jidai Matsuri -> Stadtziele/Kurzwanderungen Umgebung alternativ Wanderung Hiei


    Tag 3 Himeji -> Osaka


    Tag 4 Omihachiman -> Hikone


    Tag 5 Tenjin-San Antik-Markt -> weitere Stadtziele


    Tag 6 Nara


    Tag 7 Stadtziele Kyoto -> Transfer Tokio -> Stadtziele Tokio


    Tag 8 Entweder Kawagoe mit Antikmarkt oder Kamakura I


    Tag 9 Kamakura II -> Enoshima -> (Odawara)


    Tag 10 Wandern bei Hachioji


    Tag 11 Fuji-San/ wandern Aokigahara, Abends am 31.10. Halloween nach Shibuya


    Tag 12 Nikko


    Tag 13 Odawara -> Hakone


    Tag 14 Hakone


    Tag 15 Winke, winke Japan


    Stadtziele Kyoto sind diverse Tempel und Schreine, Straßen und Viertel, Aussichtspunkte, Burg Nio, Nationalmuseum Kyoto (Pflicht).


    Tokio, gibts diverse Ecken, die ich sehen will, muss ich sehen, wenn es soweit ist. Vieles richtet sich auch nach dem Wetter, besonders wenns ums wandern geht. Ich fürchte kein Regen, aber die lehmigen, mit myriaden von Zedernwurzeln durchzogenen Wanderwege können verdammt rutschig sein. In Hakone wird übernachtet, damit Frau und Tochter in Ruhe in irgendeiner heißen Pfütze sitzen können. Ich ertrage Onsen in der Regel nicht.

    Nach 3 Wochen Japan, einem Land, das so effizient, gut organisiert, höflich und sehr serviceorientiert ist, ist der Unterschied wirklich extrem. Mir ist das früher nie so stark aufgefallen.

    Mmh, jaaa...ich drücke es mal so aus: es lässt sich sehr angenehm in Japan reisen. Ich habe persönlich schon das eine oder andere mal mit einem zwinkernden Auge über bestimmte Sachen hinweg geschaut. Japaner sind auch nur Menschen. Was meine Erfahrung mit den Öffis angeht: wir hingen auf den Weg nach Kamakura 10 Minuten in einem Bahnhof fest - irgend eine Durchsage - 90 % aus dem Zug raus - wieder ne Durchsage - alle wieder rein - wieder ne Durchsage - alle wieder raus - "finale" Durchsage - alle wieder rein, dann ging es doch weiter. In dem Fall waren Anzeigen und Ansagen nur japanisch. Da jedoch immer welche sitzen blieben, taten wir es auch und schauten der ´"Reise nach Jerusalem" der übrigen Fahrgäste fasziniert zu. Auf den Rückweg vom Takao muss wohl jemand sogar die Notbremse getätigt haben. Da ging auch erstmal nichts und aufgeregte Uniformierte rannten aufgeregt durch die Abteile (um den Verursacher zu haschen?). Auf den Rückweg vom Fuji hatten wir fast 1 Stunde Verspätung mit dem Bus, weil wir einfach im Berufsverkehr "verreckten". Kann man nicht ändern. Der Busfahrer hielt eine ellenlange Rede und aus Wortfetzen welche ich verstand war es eine umfangreiche Entschuldigung.

    Manchmal ist die Service-Orientierung eher niedlich-nervend. Ich beschrieb ja, wie wir am Takao in das Service-Center gekidnappt wurden, trotz Beteuerungen, das wir (bzw. Tochter) die Örtlichkeiten kennen. Nein, wir wollen nicht die Kabelbahn nutzen, wir wollen hoch wand...okay wir hören uns die Kabelbahn an :rolleyes:. Oder im Schwertmuseum in Ryugoku: so bitte schön, hier herein in den Fahrstuhl diesen Knopf gedrückt...! Aber die "fünf einsamen Treppenstufen" können wir doch hochlaufen, wir sind doch keine 90! Ja, natürlich, danke, aus Höflichkeit fahren selbstverständlich Fahrstuhl, auch wenn ich sonst schon längst oben wäre.

    Und selbstverständlich habe ich im Kombini auch immer artig auf die "ich bin schon volljährig-Taste" an der Kasse gedrückt um legitimer Eigentümer eines Bieres zu werden, auch wenn ich alterstechnisch-optisch nach Empfinden von Tochter definitiv zur Schrumpelrosinen-Fraktion gehöre.


    Wie dem auch sei, die Japaner sind dennoch in der Regel auffällig unaufdringlich. Zu mindestens stürzte sich in Läden nicht stets jemand wie ein Kamikaze auf einen um Umsatz zu generieren, so dass man in Ruhe schauen konnte. Wenn man allerdings eine Auswahl getroffen hatte, wurde der Deal recht "intensiv" abgewickelt, als ob man das teuerste und kostbarste des Ladenbestandes erwerben wollte. Und tatsächlich wirkte die Freude bzw. Freundlichkeit nicht aufgesetzt, sondern glaubwürdig.


    Auf dem Rückweg vom Takao blieben wir an einem unserer geliebten Takoyaki-Stände hängen. Die Bällchen brauchten noch einige Minuten. Wir waren die einzigen Kunden und die Standbesitzer haben sich fast umgebracht uns die Wartezeit zu "versüßen". Dann sollten wir um Himmelswillen aufpassen, weil die Bällchen doch so heiß sind. Und viel Gesundheit und Glück in unserem Leben, und das die Götter uns auf unserer Reise in Japan und nach Hause beschützen sollten., und zig mal Verbeugung für 2 Portionen Takoyaki. Ganz ehrlich? Manchmal war ich auch froh um die nächste Ecke zu biegen.;)

    I

    Da es unsere erste Japan-Reise war, war klar, dass die "Standardroute" (Tokio und Kyoto als Hauptziele) die Grundlage sein werden. Dann wollte ich noch nach Hiroshima. Und dann irgendwie den Fuji einbauen (den wir dann wegen Wetter aber leider nicht gesehen haben). Mit dieser Grundlage habe ich dann mit obigen Seiten und den Vorschlägen dort für Ausflugsziele unsere Reiseroute Schritt für Schritt zusammengestellt.


    Für die Feinplanung nutze ich auch gerne Google Maps und die Funktion StreetView. Dort, wo viele Bilder eingestellt wurden, gibt es meist etwas zu sehen. Das schaue ich mir dann genauer an, ob es mich anspricht und ob es in eine mögliche Route passt.

    Und basierend auf dieser Erfahrung, was würdest Du das nächste mal anders machen? Mehr Natur, mehr Stadt, oder mehr "Aktion"? Oder hatte alles so gepasst wie erhofft. Gab es Stationen die Euch besonders gefesselt haben und gab es welche, de eher "naja, hätten wir uns klemmen können" (abgesehen vom Wetter beim Fuji, das ist halt Schicksal)"?

    Und da die Rundreise recht komplex war, wie waren in etwa die Kosten?

    X/ Alles hat leider ein Ende.

    Vielen Dank für den "Live-Bericht"! Das war ja eine sehr umfangreiche Rundreise. Wie seit ihr genau auf diese Ziele gekommen? Was war im Wesentlichen ausschlaggebend, bestimmte Orte der Tour zu besuchen?

    Ich fand viel bemerkenswerter - und daher vielleicht "typisch" - dass sich viele an der Schönheit der (gestalteten) Natur erfreut haben. Japanische Gärten, Zen-Gärten. Massen strömen dorthin, wo es das farbige Herbstlaub zu sehen gibt. Nicht so sehr in der "freien Natur", sondern eben in Parks und Gärten.


    Ein junges Paar nimmt an einer Tee-Zeremonie teil, setzt sich dann mit der Teetasse auf den Boden der Veranda und betrachtet still den Garten. Das meinte ich mit "Freude an der Ästhetik im Kleinen".

    Die Japaner haben sicherlich auch eine gewisse "kulturhistorisch bedinge Naturverbundenheit". Zum einen ist die jap. Ur-Religion der Shintoismus, eine Naturreligion. Eine Schrein-Anlage ohne viel Grün undenkbar. Zum anderen wurden auch taoistische Maßstäbe in die Gartenkultur aus China eingebracht, so dass Gärten ein Mikrokosmos sind. Steine, Wasser, Pflanzen, (San-Sui) als zwingende Bestandteile. Und zum Schluss bringt insbesondere der Zen seine Aspekte mit rein mit den Gesetzmäßigkeiten der Natur im Wandel der Jahreszeiten. Wer genau hinschaut erkennt, dass es oft recht wenig unterschiedliche Pflanzenarten sind, die man in solchen Gärten findet. Oft nur Kiefer, Ahorn, Bambus, Hortensien, Azaleen, Hartriegel, Kirsche und Pflaume.