Posts by Flicka

    15.04.26

    Heute wollte ich mir den Gyengbokgung-Palast anschauen. Von Myeong-Dong gings mit der U Bahn eine Station bis Chungmu-ro und von dort aus mit Linie 3 vier Stationen bis Gyeonbokgung.

    Auf dem Vorhof der Palastanlage war schon einiges los. Einige Besucher waren im geliehenen Hanbok, der traditionellen Tracht, oder jedenfalls einer touristentauglichen Version, unterwegs und konnten damit kostenlos in den Palast. Der Eintritt ist mit 3000 Won allerdings auch günstig. Ich kaufte mir für 6000 Won ein Combination Ticket für alle Paläste und machte ein paar Fotos, während ich auf die Wachablösung wartete. Die ging dann auch pünktlich um 10 Uhr los.

    Danach machte ich das, was alle anderen auch machten: zum Eingang drängen. Wer auf die Wachablösung keinen Wert legt, sollte vielleicht einfach schon um neun in die Anlage, da ist es sicher ruhiger. Es waren einige Reisegruppen unterwegs, auch mit Mikrofonen, und natürlich wollten die vielen Menschen im Hanbok schöne Fotos. Es war also etwas anstrengend, allerdings erstreckt sich die ganze Anlage über viele Höfe, Zwischengänge und einen Park, es verteilte sich also. Und es ist wie in Japan: Einerseits ärgert man sich über die posierenden kostümierten Menschen, andererseits sind es nette folkloristische Farbtupfer.

    Irgendwann hatte ich aber genug und vor allem musste auch mal für eine Weile aus der Sonne. Obwohl Seoul nördlicher liegt als Kyoto, schien die Sonne hier gefühlt doppelt so hell. Also raus aus dem Palast und rein in ein Cafe. Danach gings weiter ins Bukchon Hanok Village, einem Viertel mit traditionellen Häusern. Ich dachte noch, so voll ist es hier ja gar nicht, aber der Andrang konzentrierte sich vor allem auf eine besonders pittoreske Straße, an und in der mit Schildern bewaffnete Wachmenschen standen und vergeblich daran erinnerten, dass hier tatsächlich Menschen wohnen. Eigentlich war es wie in Gion (Katzenbabies Katzenbabies Katzenbabies....) Irgendwo hatte ich den Tip gelesen, abends zu kommen, aber Besucher dürfen das Viertel nur noch von 10 - 17 Uhr betreten.

    Ich musste mal wieder raus aus der Sonne und entschied mich für Pizza. Danach gings nach Insadong, wo ich drauf und dran war, mir einen Namensstempel machen zu lassen, bis mir einfiel, dass ich sowas samt Stempelkissen auch vor Jahren schon mal aus China mitgebracht hatte.

    Zum Abschluss besuchte ich den Jogyesa-Tempel. Dort war alles mit Lampions verziert, große bunte Figuren standen herum. In Japan hätte ich auf ein Tempelfest getippt, aber ich glaube, zumindest die Lampions sind hier ständig angebracht. Jedenfalls war hier insgesamt alles deutlich bunter als ich es aus Japan gewohnt war.

    Es war schon nach vier, ich fuhr mit der U Bahn zurück nach Myeong-dong und legte im Hotel zwei Stunden die Füße hoch. Zum Abschluss gings dann nochmal durch die Straßen des Viertels. Hunger hatte ich nicht, ich suchte eher nach einem letzten Reiseandenken und wurde schließlich fündig: In einem der Läden, in denen man sich mit Bügeletiketten selbst gestaltete Taschen und ähnliches zusammenstellen kann, bastelte ich mir einen Schlüssel- / Kofferanhänger.

    Morgen steht der letzte Urlaubstag an, Abends gehts schon für die letzte Übernachtung zum Flughafen.

    Gute Nacht!

    Grundsätzlich eine schöne Route, aber evtl zu viel für die Zeit, gerade für den Erstbesuch.

    Ein paar Überlegungen:

    Ich kenne einige eurer Ziele. Für Yakushima finde ich 4 Übernachtungen passend, aber da werdet ihr wahrscheinlich einen Mietwagen brauchen, der vorgebucht werden muss. Als Deutsche müsstet ihr vorab auch den Führerschein übersetzen lassen. Ich weiß nicht wie gut sich die Fähren mittlerweile buchen lassen, das muss man wohl auch vorab erledigen.

    Hiroshima und Himeji würden auch passen.

    Eure Ziele in Kyushu kenne ich nur teilweise, dazu kann ich nichts sagen. Auch nicht zu Onomichi.

    Aber insgesamt wäre es mir zu viel Fahrerei. Man darf den Aufwand, sich erst mal zurechtzufinden und dann mit dem Gepäck in Zug und UBahn unterwegs zu sein, nicht unterschätzen.

    Ich bin nicht sicher, ob eure Ziele in Kyushu mit dem Zug machbar sind. Evtl bräuchtet ihr dort nochmal einen Mietwagen.

    Zim Mount Aso schaut mal hier: Im Moment kann man ihn besuchen das kann sich aber wieder ändern:

    https://www.japan-guide.com/e/e4552.html

    Ob Kyoto für einen vollen Tag überhaupt Sinn macht?

    Auch Tokyo kommt eigentlich zu kurz, und eine letzte Übernachtung vor dem Flug braucht ihr dort auf jeden Fall, je nach Flughafen und Abflugzeit evtl in einem Hotel am Flughafen.

    Auch wenn ihr Megastädte nicht mögt: Tokyo bietet auch Ausflugsmöglichkeiten nach außerhalb, zB Kamakura.

    14.04.26

    Nach zweiwöchiger Japanreise sollte es heute zum zweieinhalbtägigen Stopover nach Seoul gehen. Vom Flughafenhotel am Kansai Airport brauchte ich nur ein paar Minuten bis zum Check In Bereich. Dort konnte / sollte man bei Korean Air an Automaten einchecken bzw sein Gepäckband ausdrucken. Mich machen diese Dinger immer nervös. Aber okay, der Automat fand mit dem Scan des Reisepasses meine Buchung und spuckte schließlich auch das Gepäckband aus.

    Nur wurde ich meinen Koffer nicht los. Am dortigen Automaten musste ich den Pass wieder scannen, und jetzt hieß es plötzlich "Your passport details don't match" (oder so). Wie bitte??? Leichte Panikattacke, ein neuer Versuch mit Hilfe eines Flughafenmitarbeiters an einem anderen Bag-drop-Automaten, selbes Ergebnis. Ich wurde an den Check-in-Schalter verwiesen. Der öffnete 10 Minuten später, ich kam zum Glück bald dran und auf meine Erklärung, was passiert war, kam ein gelassenes It's okay, und ich konnte meinen Koffer abgeben. Puh, jetzt konnte ich also meinen Gemütszustand wieder auf normal runterfahren.

    Durch die Sicherheitskontrolle, Passkontrolle, Shops, mit einem Shuttle zum Gate 14, ich kaufte noch ein Frühstück, dann begann bald das Boarding. Der Flug nach ICN verlief reibungslos, die Einreise nach Korea ebenfalls. K-ETA wird derzeit von Deutschen nicht benötigt. Ich hatte die erforderliche Arrival Card vorher online ausgefüllt, musste aber nichts vorzeigen. Man musste lediglich den Pass vorlegen, bekam Fingerabdrücke abgenommen und ein Foto gemacht. Die Wartezeit war kurz, und beim Zoll lief es ohne irgendwelche Angaben. Einfach den "Nothing to declare"-Ausgang nehmen und fertig. Nach Quarantäne-Angaben oder einem entsprechenden QR Code fragte übrigens niemand.

    Im Flughafen hob ich erst mal Geld ab, folgte den Hinweisen zur Rail, kaufte ein Ticket für den Arex Express nach Seoul und schaffte es vor der Abfahrt noch, im Convenience Store CU die T-Money-Card für die U-Bahn aufladen zu lassen, die ich mir beim Hinflug nach Japan schon in ICN im Transferbereich gekauft hatte. Um 12.10 Uhr, ziemlich genau 1 Stunde nachdem der Flieger das Gate erreicht hatte, saß ich im anfahrenden Expresszug. Dort hätte ich mir, wie ich dann feststellte, wohl auch während der Fahrt auch eine T-Money-Card kaufen können. Jedenfalls wurde das durchgesagt. Nach 2 Wochen Zugfahren in Japan sehr ungewohnt: Die Sitze sind nicht drehbar, und die Passagiere in meinem Wagen fuhren alle rückwärts.

    Am Bahnhof Seoul gings weiter mit der UBahn Linie 4 und zwar 2 Haltestellen bis Myeong-Dong. Als ich dort auf dem Handy nach dem richtigen Ausgang schauen wollte, wurde auf dem Display plötzlich ein "Amber Alert" angezeigt, irgendwas auf koreanisch, dann ein Foto eines Mann von einer Überwachungskamera. Aha. Zum Glück schaffte ich es ohne weitere Probleme ins Hotel und konnte jetzt, um halb zwei zum Glück auch schon einchecken.

    Den Nachmittag verbrachte ich damit, mich einfach durch Myeong-Dong treiben zu lassen und Eindrücke aufzusaugen. Irgendwann fand ich mich an der Kirche wieder und entdeckte in der Nähe eine sonnige Terrasse. Ein entspanntes Bier in der Nachmittagssonne, das hatte mir in Japan echt gefehlt.

    Nach einer Rast auf dem Hotelbett gings Abends wieder in die Straßen und zu den vielen Essensständen, die mittlerweile aufgebaut worden waren. Inzwischen schoben sich die Touristenmassen durch die Straßen. Nach vier Tagen im ländlichen Japan fühlte ich mich etwas erschlagen. Ich probierte gefüllte Teigtaschen und eine mit Schokocreme gefüllte Waffel, für mehr reichte der Hunger nicht. Vielleicht morgen.

    Für heute aber: Gute Nacht!

    13.04.26

    Grüße vom Kansai Airport!

    Es sollte heute trocken bleiben, also verbrachte ich den letzten Tag in Japan wie geplant mit einer Fahrradtour. Mit dem Zug gings 2 Stationen nach Asuka und von dort erst mal einen kurzen Weg zu Fuß zu einem Hügelgrab in einem Wohngebiet. Bei der anschließenden Fahrradmiete entschied ich mich für ein E-Bike (gute Entscheidung!) und stellte dann fest, dass die höchste Einstellung des Sattels sich für mich immer noch nach Kinderfahrrad anfühlte. Dabei bin ich bloß "normal groß".

    Hier in der Gegend führen viele kleine Straßen, die mit dem Auto kaum befahren werden, durch die Felder, und auf einem dieser Wege steuerte ich zuerst die Grabstätte von Kaiser Kinmei an. Weiter gings zu zwei merkwürdig geformten Felsblöcken, ich glaube es sind Bestandteile von Grabanlagen. Ich merkte an dieser Stelle dass meine Planungen, was ich mit dem Fahrrad ansteuern wollte, nicht passten, denn von zu Hause aus war nicht richtig erkennbar gewesen, welches die fahrradgeeigneten Straßen waren und was die Landstraßen mit Durchgangsverkehr. So war ich ganz dankbar, dass ein Einheimischer mir die Richtung zum nächsten, schildkrötenartigen Felsen wies, und nahm seinen Vorschlag mir danach auch den Tachibanadera Tempel anzuschauen, dankbar an. Von hier aus war es dann auch nicht mehr weit zum Ishibutai Tumulus aus dem 7. Jahrhundert, dem größten Megalithgrab Japans. Die Grabkammer lag früher unter einen quadratischen Grabhügel, der aber im Laufe der Zeit abgetragen wurde.

    Weiter (und ordentlich bergauf) gings zum Okadera Tempel, gegründet schon im 8. Jahrhundert, aber die Gebäude sind nicht aus dieser Zeit. Eigentlich hatte ich mir von dem Tempel nicht viel erwartet und war jetzt ganz verzaubert. Überall blühende Rhododendren, eine Pagode, ein schöner Blick vom Hügel auf die Tempelhalle, ungewöhnliche kugelförmige Glücksbringer. Ich schlenderte über das Gelände, und plötzlich war mir klar: Mit diesem schönen Tempel wollte ich meine Japanreise abschließen. Dass es dann auch noch verschiedene Goshuin gab, ua einen Scherenschnitt und ein gesticktes, rundeten das Erlebnis ab.

    Ich fuhr also gemütlich ohne weitere Stops durch die Felder nach Kashihara, gab dort das Rad wie vorher vereinbart ab und gönnte mir ein spätes Mittagessen im indisch/nepalesischen Restaurant. Ich holte den Koffer aus dem Hotel und fuhr mit Kintetsu nach Osaka Abenobashi, wechselte dort zur JR-Station Tennoji und fuhr hinaus zum Kansai Airport. Dort habe ich eine Übernachtung gebucht, bevor es morgen früh nach Seoul gehen soll. Online eingecheckt bin ich, die Einreiseformalitäten für Korea sind erledigt. Ich kann kaum glauben, dass ich morgen nachmittag in einer völlig neuen Stadt in einem ganz fremden Land sein werde.

    Auf die Stunde genau vor zwei Wochen bin ich hier gelandet und wusste so gar nicht, was mich erwarten würde. Würde sich Japan noch wie das Japan anfühlen, das ich vor 12 Jahren kennengelernt hatte? Oder würde ich völlig desillusioniert nach Hause fliegen? Zum Glück hat es sich nach wie vor "richtig" angefühlt. Auf dieser Reise habe ich vor allem die Ruhe der Tempel schätzen gelernt. Ich war selten auf einer Rundreise so entspannt. Aber ich hatte mir auch bewusst mehr Zeit für Leerlauf eingeplant.

    Jetzt bin ich gespannt, wie ich mich in Seoul zurechtfinden werde.

    Gute Nacht!

    12.04.26

    Grüße aus Kashihara

    Heute gings auf Wanderschaft auf dem Yamanobe no michi Weg, wohl die älteste dokumentierte Straße Japans. Ich fuhr mit dem Zug nach Miwa und besuchte zuerst den Omiwa Schrein, einen der ältesten Japans. Es gibt dort keine Haupthalle für die Gottheit, denn die ist der Berg hinter dem Schrein. Warum hier Eier als Opfer dargebracht wurden, weiß ich nicht.

    Von hier aus gings Richtung Norden, vorbei an einem Unterschrein, dem Saj Schrein zu einem weiteren Unterschrein, dem Hibara Schrein mit einem seltenen dreiteiligen Torii. Der Weg führte durch Waldabschnitte, Felder und Dörfer, unterwegs wurde immer wieder Obst angeboten.

    Den kleinen Sumoschrein verpasste ich leider, dafür machte ich am Kofun des "Kaisers Sujin" (wohl eine mythologische Figur) eine halbe Runde um den für Japan typischen schlüssellochförmigen Grabhügel. Ab hier gings zum etwas abseits gelegenen Chgakuji Tempel. Hier war etwa die Hälfte der Strecke geschafft.

    Der Weg führte weiter durch Dörfer und Felder, und erstaunlichweise auch über einen Friedhof. Um drei Uhr erreichte ich mein Ziel, den Isonokami Schrein, der Hühner hält. Ich hätte ja gerne gewusst, ob die Eier lm Omiwa Schrein von hier stammten. In dem Schrein wird, so verstehe ich es, ein mythisches Schwert verehrt und außerdem ua ein siebenschneidiges Schwert aufbewahrt, das man zwar nicht zu sehen bekommt, aber immerhin als Goshuin ins Buch bekommen kann.

    Zum Bahnhof waren es noch 2 km, und kurz vor dem Ziel kehrte ich noch ineinem Cafe ein und genoß einen Erdbeerbecher. Mit insgesamt 17 km in den Beinen war Abends nur noch ein Picknick im Bett angesagt.

    Fazit: Ein schöner Wandertag bei bestem Wetter durch eine geschichtsträchtige Landschaft.

    Gute Nacht!

    Die bunten Papiere dürften aufgefädelte Papierkraniche sein. Ich kenne sie als Friedenssymbol.

    Die Figuren mit Lätzchen / Mützchen sind Jizo-Figuren.

    Und Goshuinbücher bekommt man normalerweise in allen größeren Tempeln und Schreinen. Normalerweise kosten sie ungefähr 2000 Yen und man braucht keine gesonderten Bücher für Tempel und Schrein, sondern kann beides im selben Buch sammeln. Man darf aber keine sonstigen (Souvenir-) Stempel darin sammeln.