Songlines - Bruce Chatwin

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    • Songlines - Bruce Chatwin

      Hey Liebe Travel Freunde!

      Ich habe vor kurzem besagtes Buch gelesen und war von der Beschreibung der Reise durch das Innere Australiens total geflasht!
      Diese Mystik der Aborigines hat mich total in seinen Bann gezogen. Gibt es dort überhaupt noch etwas zu sehen oder zu spüren, oder sind jegliche Spuren davon verwaschen?

      Würde so gern nach Australien und selber solch eine Reise erleben, wie seht ihr es. Lohnt sich das noch?
      Liebe Grüße
    • Hallo,

      in Australien ist man eigentlich auf Schritt und Tritt mit der Aborigine-Kultur konfrontiert. Allerdings etwas anders, als Du vermutlich möchtest. Auch die Australier haben erst vor wenigen Jahren / Jahrzehnten entdeckt, welchen Schatz sie da in ihrem eigenen Land haben und es gibt alle möglichen Aktivitäten, die Menschen dieses Kulturkreises zu fördern. Es gibt ganze Stockwerke mit Sonderausstellungen in Museen, von öffentlicher und privater Hand initiierte Programme, die speziell Aborigines einen gesichertes Einkommen versprechen (und mit denen dann ordentlich geworben wird). Künstler von Aborigine-Kunst werden mit Bild und Vita vorgestellt. Und Aborigines bekommen eine Plattform um sich direkt an Touristenorten einzubringen. Letzteres sieht dann z. B. so aus: Auf dem Sonnenuntergangs-Busparkplatz am Uluru kommen eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang die ersten von zehn, zwanzig Busse, Fotografen bauen ihre Stative auf, auf bereitgestellten BBQ-Tischen werden kalte Platten mit exotischen Schnittchen drapiert, aus dem Nichts stehen plötzlich 200 Gläser mit Sekt bereit, man kichert, lacht und amüsiert sich, sieht vielleicht (vielleicht aber auch nicht) auch mal rüber zum Uluru, der in phantastischen Farben getaucht ist und ... ach ja richtig ... irgendwo im Hintergrund sitzen am Boden drei Aborigines mit einer Decke vor sich ausgebreitet, auf denen Armbänder angeboten werden. Und buchstäblich niemand kümmer sich um sie, spricht mit ihnen oder kauft ihnen gar etwas ab.

      In Indien kann man manch´ einen hinduistischen Tempel nur durch sehr niedrige Türen betreten. Nicht weil die Menschen früher kleiner waren, sondern weil sich dann zwangsweise jeder Besucher vor der Gottheit erstmal verbeugen muss, wenn er die heilige Stätte betritt. So ähnlich stelle ich mir das auch in Australien vor. Wenn Du auf ausgetretenen Touristenpfaden in Australien unterwegs bist wirst Du wahrscheinlich erstmal nicht zwingend von der Mystik umfangen werden, die Du suchst. Mystik und Pauschalreise passen irgendwie nicht zusammen. Ich glaube (= vermute, hoffe) aber, dass Du sie dennoch finden kannst, wenn Du wirklich danach suchst. Wenn Du bereit bist die ausgetretenen Pfade zu verlassen, Hürden zu überwinden, auch niedrige Türen akzeptierst, die nur mit einer Verbeugung passiert werden können und Dich auf ein kleines "Abenteuer Australien" mit ungewissem Ausgang einlässt.

      Ciao
      HaPe

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HaPeRieger ()

    • Ich denke auch, dass du die ausgetretenen Pfade verlassen musst um auch wirklich etwas von der Kultur der Aborigines mitzubekommen. Als ich vor ein paar Jahren im Nordwesten Australiens war, habe ich auch versucht etwas tiefer in die Kultur der Einheimischen einzutauchen. Leider musste ich damals allzu oft feststellen, dass es lange nicht so ist wie ich es mir vorgestellt habe oder wie es vielleicht vor etlichen Jahren noch war. Vieles fiel oder fällt dem Tourismus zum Opfer. Aber in Broome hatte ich trotzdem noch den Eindruck, dass es touristisch gesehen noch nicht ganz so überfüllt ist und man noch einiges fernab der Touristenwege entdecken konnte. Falls dich also die Gegend interessieren sollte, dann findest du auf: "in-australien.com/broome_1018054" einen ausführlichen Guide über diese Gegend. Auf jeden Fall eine große Empfehlung von mir, wenn du Australien entdecken möchtest. Besonders gut hat mir auch der Gantheaume Point gefallen. Dort kann man u.a. bis zu 130 Millionen alte Dinosaurierspuren entdecken.