Ausflug nach Flores: Zu Besuch bei den Komodo-Drachen

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    • Ausflug nach Flores: Zu Besuch bei den Komodo-Drachen

      Am 10. September machten wir unseren Ausflug zu den Komodo-Waranen. Wie berichtet hatten wir die Tour gleich nach der Landung bei dem Fahrer gebucht, der uns ins Hotel brachte, und zwar vom Anbieter East Cruise Komodo. Der Tagesausflug umfasste neben der Insel Komodo noch 5 weitere Stopps, darüber werde ich einen separaten Beitrag schreiben.



      Wir hatten uns gegen eine private Tour entschieden, da uns die Preise zu abgehoben waren (zwischen 4 Mio. IDR bis 8 Mio. IDR). Die shared tour kostete immer noch 1.350.000 IDR pP, hinzu kamen noch zusätzliche 310.000 IDR. Davon sind 250.000 IDR die Parkgebühr und 60.000 IDR für die weiteren Inseln oder die Ranger Fee? Das wurde uns nicht wirklich klar. Diese 310.000 IDR muss man in bar bezahlen, die Tour selber kann man auch mit Kreditkarte zahlen. Barzahlung ist auf Flores kein Problem mehr, es gibt mittlerweile zumindest in Labuan Bajo jede Menge Geldautomaten, sodass man Geld abheben kann.

      Jetzt zu unserer Tour: Abgeholt wurden wir um 05:15 Uhr am Hotel und die Tour startete dann um 06:00 Uhr vom Bootssteg eines anderen Hotels in Labuan Bajo, dem Laprima Hotel (ein ziemlich hässlicher Klotz und genau wie in unserem Hotel wird hier gebaut, ein zweiter Flügel wird an den bestehenden Komplex angebaut).



      Komodo, UNESCO Welterbe, war der zweite Stopp auf unserer Tour und voller Vorfreude auf die bevorstehende Begegnung mit den Riesenechsen gingen wir gegen 09:30 Uhr an Land. Eigentlich eine gute Zeit, denn die Tiere sind zwischen 07:00 und 10:00 Uhr am aktivsten.





      Wir wurden in die Obhut von drei Rangern übergeben, da wir eine größere Gruppe waren ging einer vorweg, einer in der Mitte und einer am Ende. Die Ranger sind mit einem mannshohen, am oberen Ende gegabelten Stock ausgerüstet, mit dem sie die Warane ggf. in Schach halten können. Die Tiere sind nicht ungefährlich: Ein Biss führt zu tödlichen Infektionen. Außerdem sind sie schnell: Sie können - wenn sie wollen - mit bis zu 18 km/h rennen. Wenn sie satt sind, sind sie jedoch eher träge, und da sie sich nach einer ausgiebigen Mahlzeit bis zu 2 Wochen satt fühlen, liegen sie meistens faul rum.

      Worauf wir schon im Boot hingewiesen wurden und was man überall bei den Beschreibungen liest, ist, dass Komodowarane einen überaus gut entwickelten Geruchssinn haben. Blut riechen sie auf mehrere Kilometer Entfernung und der Geruch macht sie aggressiv. Deshalb sollen Frauen während ihrer Periode von Komodo fernbleiben. Die Tiere werden bis zu 3 m lang, haben eine Lebenserwartung von 50 - 60 Jahre, und ausgewachsene Exemplare können um die 100 kg wiegen. Auf Komodo leben derzeit ca. 1.700 Drachen. Wieviele würden wir davon zu Gesicht bekommen?

      Es gibt mehrere Lehrpfade, die zwischen 2 und 10 km lang sind, und 2 "adventure trails", die wohl etwas weniger bequem sind. Wir nahmen den der mittleren Länge, d.h. den 2,5 km langen.

      Bereits nach ca. 150 m stießen wir auf das erste Exemplar.



      Danach ging es weiter zu einem verlassenen Nest. Ein Weibchen legt bis zu 30 Eier in ein solches Nest, allerdings baut sie es nicht selber, sondern übernimmt es von Reinwardt-Großfußhühnern. Die für das Brüten nötige Wärme entwickelt sich durch das Verfaulen des Laubs.

      Unser Front-Ranger schritt zügig voran und übersah glatt den zweiten Waran auf unserem Weg.



      Generell waren die Ranger übrigens nicht sonderlich motiviert, der Front-Ranger spulte halt seine Standardsprüche ab, die beiden anderen liefen nur mit. Ehe wir uns versahen, war unsere Tour nach nicht einmal einer Stunde zu Ende. In der Nähe des Restaurants sahen wir noch ein paar Hirsche.



      Vor dem Restaurant selber lagen drei weitere Warane, die wohl auf Futter warteten.



      Vorbei an den obligatorischen Souvenir-Ständen ging es zurück aufs Boot.

      Alles in allem war ich schon etwas enttäuscht, ich hatte gehofft, mehr Zeit auf der Insel zu haben, um vielleicht abseits von den "Lehrpfaden" auf das ein oder andere ausgewachsene Tier zu stoßen. Aber das Programm sah das nicht vor.

      Natürlich hätten wir auch auf meinen bereits erwähnten Mitstreiter aus dem Reiseforum hören und statt nach Komodo nach Rinca fahren können. (marbles, du bist gemeint :) ) Dort soll man mehr Warane zu Gesicht bekommen. Aber wir wollten halt das berühmte Komodo sehen, bevor es nächstes Jahr vorübergehend für Besucher schließt. Nach Rinca wurden nur Halbtagestouren auf einem shared boat angeboten und uns reizten ja auch die weiteren Stopps, die die Tagestour beinhaltet.

      Was wir auf diesen weiteren Stopps sahen und unternommen haben, erfahrt ihr demnächst.
      Sonnige Grüße von der Insel

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    • Wir sind zurück auf Bali, aber ich will euch nicht vorenthalten, was wir neben den Komodo-Waranen auf unserer Tagestour ab Flores gesehen und unternommen haben.

      Nach etwa einer Stunde Fahrt mit dem Speedboot erreichten wir als erstes kurz nach 7 Uhr am Morgen Padar Island. Eine gute Zeit für den Frühsport, denn jetzt ging es steil bergauf und Schatten gibt es praktisch keinen auf diesem Fleckchen Erde, das kaum Vegetation hervorbringt. Keine Angst, es stand keine Kletterpartie bevor, sondern man kommt über eine Art Treppe nach oben. Trotzdem hat der Aufstieg es in sich: Mein Muskelkater in den Waden ist der klare Beweis dafür.


      Wow!


      Auf halber Strecke

      Padar, die drittgrößte Insel des Komodo Nationalparks (nach Komodo und Rinca), ist berühmt für die Aussicht, die sich bietet, wenn man den Gipfel erreicht, denn es gibt hier vier Buchten und die Strände haben drei verschiedenen Farben: weiß, rosa und schwarz. Das Panorama, das man von oben bestaunen kann, ist wunderschön, fast schon außerirdisch!


      Geschafft!

      Weiter ging es nach Komodo, darüber habe ich ja separat berichtet.

      Der nächste Halt war am Pink Beach. Pinkfarbene Strände findet man weltweit nur selten (es gibt auch welche auf den Bermudas). Für die ungewöhnliche Färbung des Sandes sind Microorganismen verantwortlich, die sog. Foraminiferas.



      Nicht nur der Strand war erstaunlich, auch das Schnorcheln vom Ufer aus war toll!







      Beim nächsten Halt, Taka Makassar, war die Strömung ungewöhnlich stark, deshalb verzichtete ich auf das Schnorcheln. Einige aus der Gruppe überschätzten ihre Fähigkeiten und wurden mit Hilfe eines Rettungsrings wieder zum Boot gezogen! Die Sandbank ist wirklich schön und eigentlich sollte man hier wie in einem Swimming Pool sich treiben lassen können. Nun ja, es sollte nicht sein.





      Beim Manta Point schließlich ging nichts mehr! Die Strömung war heftig und die Mantas ließen sich auch nicht blicken, obwohl die Bootscrew ca. 20 Minuten nach den "sanften Riesen der Meere" Ausschau hielt.

      Bevor es zurück nach Flores ging steuerten wir noch Kanawa Island an. Auf der kleinen Insel gibt es nur ein Resort, davor legte unser Boot für einen letzten Schnorchelstopp an.

      Es herrschte Ebbe und deshalb brauchte man nicht einmal Maske und Schnorchel, um die tollsten Entdeckungen zu machen.


      Direkt am Ufer gab es davon eine ganze
      Menge zu sehen!

      Als wir wieder in Labuan Bajo ankamen, war es schon nach 17 Uhr, unser Resort erreichten wir dann erst gegen 17:30 Uhr. Da wir an der Rezeption noch das Taxi für den Flughafentransport am nächsten Tag bestellten und danach erst einmal duschten, verpassten wir leider den Sonnenuntergang, der hier zu dieser Jahreszeit bereits um 17:54 Uhr stattfindet. Aber egal! Wir hatten einen langen und ereignisreichen Tag hinter uns. Mehr als genug Eindrücke für heute ...

      PS: Wenn sich jemand bei den Aufnahmen über die unterschiedlichen Blautöne wundert: Ich hatte zwei Kameras mit und fotografierte außerdem noch mit dem Handy.
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    • Aber einen Sonnenuntergang will ich euch dann doch nicht vorenthalten, denn an unserem ersten Abend konnten wir ihn bestaunen:



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    • marbles1 wrote:

      Gelesen und per Email kommentiert
      Jetzt bin ich aber neugierig!!! Leider empfange ich im Moment keine Emails - warum auch immer :cry: :confused:
      Sonnige Grüße von der Insel

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    • Hier die Kopie:
      Guten Morgen (bei uns *g*)
      habe deinen Bericht nun gelesen.
      Auf unserem Boot vom Hotel aus passten 8 Personen, daher der etwas günstigere Preis.
      Ja schade, dass ihr ebenfalls nicht mehr gesehen habt. Auch ist Rinca die landschaftlich schönere Insel.
      Gut dass du die Inseln, die auch wir besucht haben, noch einmal namentlich erwähnt hast, das hilft mir bei meinem Bericht auf meiner HP, den ich mal bald fertig habe, da bin ich etwas faul dieses Jahr.
      Aber wie du schon schriebst, Komodo zu besuchen gehört auch bei mir auf die Liste, den man innerlich nun abhaken kann, genauso wie Angkor Wat :)
      Mit lieben Grüßen
      Micha

      P.S. mir fehlen nur noch die Bilder, habe auf Bali, Lembongan und Flores 800 Bilder gemacht, die nun noch sortiert und eingefügt werden müssen.
      Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben
      - Alexander von Humboldt -

    • Danke für den interessanten Bericht und die faszinierenden Bilder.
      Die Liste wo wir hin wollen, wird immer länger und länger.
      Nochmals Danke, dass wir mitreisen durften.

      :thumbup:
    • Wir waren 2015 auf Flores, von dort aus auf Rinca und jetzt nach dem Lesen hier im Forum froh, uns nicht für Komodo selbst entschieden zu haben. Dort gibt es mit Sicherheit die viel größeren Warane, aber dafür muss man doch weite Strecken auf sich nehmen und das in der Hitze. Auf Rinca haben wir viele Warane gesehen, diese waren jedoch nicht mega groß. Die Insel fanden wir ganz schön, haben noch ein paar Wasserbüffel gesehen. Und ich hab noch niemals geschwitzt wie im November auf Rinca. Unfassbar heiß!
      Auf Kanawa waren wir gleich zweimal, unglaublich schön dort die Unterwasserwelt für Schnorchler, riesige Korallen, kaum Leute dort. Auch der Strand richtig klasse! Bidadari Island hingegen kann ich nicht empfehlen für einen Stop. Da gibt es nichts!
      Labuan Bajo als Standort fanden wir ganz schön schlimm. Das Meer verdreckt wegen Nähe zum (Container-)Hafen, die Hotelauswahl begrenzt, der Ort eine einzige Baustelle. Dennoch war´s ein eindrucksvoller Trip mit tollen Sonnenuntergängen und springenden Delfinen in der Floressee.
    • Sorry, hab ich anders gehört, von dem Rangern vor Ort und auch mein Sohn hat auf Komodo riesige Teile gesehen. Wir auf Rinca nicht, was aber nicht unbedingt daran lag, dass die sich gerade alle versteckt hielten :rolleyes:
      Danke für den Hinweis, dass die Reptilien auf Rinca auch Komodowarane heißen. Wie gut, dass es so belesene Menschen gibt, ich wäre ja sonst aufgeschmissen :thumbup:
    • 3Nicki wrote:

      Sorry, hab ich anders gehört, von dem Rangern vor Ort und auch mein Sohn hat auf Komodo riesige Teile gesehen.

      Wir haben auf Komodo keine ausgewachsenen Tiere zu Gesicht bekommen. Wenn du meinen Bericht oben gelesen hast, wirst du gesehen haben, dass ich die Ranger als "nicht sonderlich motiviert" beschrieben habe. Teilweise waren sie auch nicht sonderlich informiert ... (siehe meine kritischen Anmerkungen zu dem Trip nach Komodo)

      Ich habe gehört, dass sie zu der Zeit nur "Dienst nach Vorschrift" machten, weil die Pläne, Komodo für ein Jahr zu schließen, auch mit der Absicht einhergingen, die Insel zu privatisieren, was eine Umsiedlung der dortigen Bewohner zur Folge gehabt hätte.
      Sonnige Grüße von der Insel

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