• Hallo zusammen

    Der nächste Urlaub rückt näher - und somit muss meine Fotoausrüstung noch entsprechend aufgestockt werden mit Ersatz-Akku, evtl. X-Drive und einem Filter. ;)

    Da ich auch von Filtern noch nicht viel Ahnung habe :roll: wollte ich mal nachfragen, welche denn unerlässlich sind?

    UV-Filter sollte man auf jeden Fall haben, wurde mir schon mitgeteilt. Gibt es da große Unterschiede, oder ist es nahezu egal, welchen man kauft?

    Welche Filter sind noch wichtig?

    Viele Grüße und danke schon mal für Eure Antworten!
    Manuela

  • Ich verwende ausschließlich UV-Filter. Einen Pol-Filter hab ich zwar, aber der liegt seit Jahren unbenutzt in der Tasche.
    Eigentlich ist ein UV-Filter bei einem halbwegs guten Objektiv überflüßig und dient fast ausschließlich dem Schutz des Objektives.
    Aber aufpassen: Runtergeben, wenn Du einen Regenbogen fotografierst. Mir passiert bei den Nilfällen in Äthiopien. Mit einem UV-Filter geht der nämlich nicht drauf.

  • Hallo Manuela,
    ja, die Frage ob einen Filter benutzen oder nicht und wenn ja, welchen, wird immer wieder gefragt. Im Prinzip benutze ich einen Filter nur zum Schutz (manchmal) für meine guten Objektive. Ansonsten halte ich die Filter für überflüssig. Jeder Filter absorbiert Licht/Strahlen. Wenn ich einen UV-Schutz brauche, dann nehme ich einen Sky-Light-Filter, der ist stärker als ein UV-Filter. Nur zum Schutz als Objektivschutz, davon halte ich nichts, da jeder Filter die Qualität der Bilder herabsetzt. Wenn man Farbfilter einsetzt, dann ist es ja gewollt.
    Einen Polfilter habe ich auch, den ich jedoch nur ganz selten einsetze, z. B. wenn ich durch Glas hindurch fotografieren möchte, damit werden Reflexe/Spiegelungen von Wasser und Glas gemindert.
    Und ja, es gibt Qualitätsunterschiede. Kauf Dir keinen billigen Filter.
    Als Schutz gibt es auch Gegenlichtblenden.
    Viele Grüße
    Petra =)

  • Quote from Sheridane

    ...
    UV-Filter sollte man auf jeden Fall haben, wurde mir schon mitgeteilt. Gibt es da große Unterschiede, oder ist es nahezu egal, welchen man kauft?

    Welche Filter sind noch wichtig?
    ...

    Hallo Manuela,

    also welche Filter Du kaufst hängt freilich vom Deiner persönlichen Vorstellung ab.

    Wie auch schon geschrieben wurde, nimmt jeder Filter natürlich etwas vom Licht weg. Bei UV Filtern habe ich diese ausschließlich um mein(e) teuren Objektive (Linsen) vor evtl. Beschädigungen und Staub zu schützen.

    Da habe ich auch die hochvergüteten Filter genommen. Wenn Du einen Kratzer auf den Filter bekommen solltest ist das nicht schlimm. Wenn Du aber einen Kratzer auf Dein teures Objektiv kriegst kannst Du es im Prinzip wegschmeißen. Das Risiko ist es mir einfach nicht wert.

    Ob Du die Filter wirklich "brauchst" ist nicht so einfach zu entscheiden.

    Ich brauche unbedingt einen Polfilter! Gerade in tropischen Gefilden nimmt er schon mal etwas Licht weg (evtl eine Sonnenblende fürs Objektiv schützt Dich vor Reflexionen und Licht von der Seite, oder von vorn schräg) und außerdem bekommst Du mit dem Polfilter die Farben besser raus. Später nachbearbeiten geht auch, aber was Du vorher schon richtig machst, brauchst Du nicht korrigieren!!

    Ich habe für beide Objektive einen Polfilter und einen UV-Filter. Für mein 17-85 habe ich beim Polfilter die höchste Vergütung genommen, da ich bei viel Sonne den Filter sehr oft (meistens) drauf habe. Es gibt mir noch ein bissl mehr an Gestaltungsmöglichkeiten. Für mein Zoomobjektiv habe ich "nur" normale Vergütung genommen, da ich es einfach nicht soo oft benutze und da ist meiner Meinung nach der günstigere Polfilter auch ausreichend.

    Ich hoffe es hilft Dir weiter ;)

    v.Grüße Axel aka blaufotograph

  • Hallo Manuela,

    die meisten Filter aus der Anlogzeit habe m. E. ihre Bedeutung verloren.
    An der Kamera gibt es jetzt den Weißabgleich (manuell oder automatisch) gegen Farbstiche, für gewollte Farbefekte oder Korrekturen gibt es Software.
    Der einzige Filter, der wirklich noch sinnvoll wäre, ist der Polfilter. Bis jetzt bin ich aber auch ohne ausgekommen.
    UV-Filter verwende ich auch nicht.

    Einen Ersatz-Akku halte ich dagegen schon für wichtig.

    Gruß Bernhard

  • Hi,

    na dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu. Filter in der analogen Zeit hatten einen ganz anderen Stellenwert als Filter in im digitalen Zeitalter. Im Folgenden eine Liste von Filter, die an einer DSLR Sinn machen, nach Priorität gestaffelt.

      Der wichtigste Filter überhaupt ist der Polfilter. Es reduziert jede Art von nichtmetellische Reflexe - also z. B. Reflexe auf Glasscheiben, Wasser, aber auch Wassertröpfchen in der Luft. Es wird deshalb mit Polfilter das Bild grundsätzlich dunkler, kontrastreicher, farbintensiver, Wasser wird transparent, der Himmel blauer, Scheiben durchsichtig. Die Wirkung hängt stark vom Winkel der Sonne ab und der gekonnte Umgang mit dem Polfilter muß lange geübt werden. Wenn Du erstmal weißt, wofür man ihn einsetzen kann, willst Du nicht mehr darauf verzichten. Er schafft einen echten Netto-Mehrwert an Informationen auf dem Sensor und ist deshalb (auch wenn das immer wieder mal behauptet wird) durch keine Computertricks zu ersetzen. Polfilter bei kurzen Brennweiten (z. B. kleiner 17mm am APS Sensor) kann problematisch sein, da sich durch den großen Bildwinkel und die winkel-selektive Wirkung des Filters Vignettierungen einstellen können.

      Gerne genommen werden auch Grauverlaufsfilter. Diese Filter sind zur Hälfte grau, zur Hälfte transparent. Der Übergang ist immer mehr oder weniger fließend. Grauverlaufsfilter werden eingesetzt um die hohe Dynamik im Motiv - etwa bei Aufnahmen im Sommer im Freien - zu reduzieren. Der Himmel wird etwas abgedunkelt, der Boden nicht und in Summe reduziert sich der Dynamikbereich des Motives auf das Maß, dass der Sensor gerade noch aufzeichnen kann - also keine überstrahlten Wolken und keine abgesoffenen Schatten. Grauverlaufsfilter machen nur Sinn, wenn man sie nicht nur drehen, sondern auch verschieben kann. Derzeit bietet das Cokin-System die einzigen sinnvollen Verlaufsfilter an.

      NC-Filter (Neutral Color = Graufilter) können dann verwendet werden, wenn so viel Licht im Spiel ist, dass man durch abblenden auf die kleinste Blende nicht mehr zurecht kommt - oder nicht mehr zurecht kommen will. Um ein Motiv freizustellen ist beispielsweise die Blende 2,8 gewünscht, es ist aber so viel Licht da, dass selbst die kürzeste Belichtungszeit nicht mehr taugt. In diesem Fall schraubt man ein Graufilter davor und löst damit das Problem. Graufilter gibts in allen Dichte-Varianten und können die Verschlußzeit um den Faktor 2 bis 10.000 (!) verlängern. Man kann auch zwei und mehr Graufilter kombinieren, ihre Filterwirkung multiplizieren sich dann (z. B. 2 * Faktor 1.000 Filter ergibt einen Faktor 1.000.000 Filter!) Die Verwendung eines Graufilters bei fließendem Wasser (mehrere Sekunden / Minuten Belichtungszeit) kann sehr reizvolle Ergebnisse liefern. In Fotostudios werden Graufilter gerne eingesetzt, wenn beleuchtungstechnisch die Scheinwerfer nahe an das Motiv heran müssen die Abbranddauer der Studioblitze aber nicht so stark reduziert werden kann, dass es nicht zu Farbverschiebungen kommt. Mit einem Graufilter (vor dem Objektiv ... oder den Scheinwerfern) wird dann die viel zu helle Szenerie abgedunkelt

      Von manchen Fotografen werden tatsächlich manchmal noch Farbfilter eingesetzt. Dies kann zwei Beweggründe haben: (1) in extremen Lichtsituationen mit starkem farbigem Licht (Disco) kann es vorkommen, dass einzelne Kanäle des Kamera-Sensors eher in die Sättigung gehen als andere Farbkanäle. Im Ergebnis kommt ein farbverfälschtes Bild heraus. Um dem entgegenzuwirken schraubt man ein Filter in der Komplemtärfarbe vor das Objektiv, die dominante Farbe wird kompensiert und kein Kanal geht in die Sättigung. Später kann man in Photoshop die ursprüngliche Farbwirkung wieder einstellen - allerdings ohne Kanalüberstrahlung. (2) In Situationen mit zwei Lichtquellen mit stark unterschiedlicher Farbtemperatur (z. B. Kerze und stark gedimmter Blitz) kann es hilfreich sein, mittels eines Farbfilters die Farbtemperaturen etwas aneinander anzugleichen.

      ND-Filter (Neutral Density, Neutraldichte = UV-Filter Skylight-Filter etc.) sind aus optischen Gründen völlig überflüssig. Wenn man sie heute noch verwendet, dann ausschließlich als Schutz für die Frontlinse. Anspruchsvolle Amateure und Profis verwenden ND-Filter nu in der Nähe eines Hochofens während des Abstichs und bei Kindergeburtstagen (Schokoladenfingergefahr). Der Filter nimmt zwar kein Licht weg, die beiden Luft-/Glasübergänge können aber zu Streuung und Reflexionen führen. Der bessere Objektivschutz ist auf jeden Fall die Gegenlichtblende, die grundsätzlich immer auf dem Objektiv sein sollte. Wenn Du trotzdem auf einen ND-Filter aus Schutzgründen nicht verzichten willst, dann kaufe hochvergütete Filter (z. B. von B&W, mit Discounterware wirst Du nicht glücklich) und nehme sie bei Nachtaufnahmen oder in Gegenlichtsituationen ab, da sich hier die Reflexionen besonders deutlich auswirken. In "normalen" Situationen stören ND-Filter wenig.

    Erschlagen =) ?

    Ciao
    HaPe

  • Quote

    Erschlagen =)?

    Jaaaa! ;)

    Mir geht es eigentlich in erster Linie darum: Schutz des Objektives und: Keine zu hellen Fotos! Bei meinen Schneefotos von Istanbul z. B. sind mir manche einfach irgendwie zu hell durch den Schnee. Das hat nichts mehr der ISO-Zahl zu tun, sondern hängt meines Erachtens wirklich vom Schnee ab. Und bei zu starker Sonneinstrahlung hab' ich auch Einbußen in der Qualität.

    Diesbzgl. müsste ich mich dann also für den Polfilter - in Deiner Aufzählung die Nr. 1 - entscheiden, wenn ich das richtig gelesen habe?

    Alles andere ist mir schon wieder (zumindest momentan) kompliziert. Außerdem will ich ja nicht ständig wechseln. Das Objektiv, die Filter ... da krieg ich ja von meinen Reisen nix mehr mit. :-O

    Bzgl. des UV-Filters wurde mir halt gesagt, dass bei zu starker Einstrahlung das Objektiv kaputt gehen kann. Stimmt das? Soo empfindlich sind sie doch auch wieder nicht, oder?

    Vielen Dank jedenfalls an alle für Eure Antworten!!

    Viele Grüße
    Manuela

  • Quote from Sheridane

    Bzgl. des UV-Filters wurde mir halt gesagt, dass bei zu starker Einstrahlung das Objektiv kaputt gehen kann. Stimmt das? Soo empfindlich sind sie doch auch wieder nicht, oder?

    Hallo Manuela,

    wann hast du diese Auskunft bekommen? War das vorgestern?:-O
    Dieses Argument habe ich noch nie gehört.

    Gruß Bernhard

  • Hallo,

    also Objektivschutz: (1) aufpassen, (2) Gegenlichtblende (3) UV-Filter ... in dieser Reihenfolge.

    Schneefotos werden eigentlich gerne mal zu dunkel. Die Belichtungsautomatik versucht eine "mittleres Grau" in die Luminanz der Szenerie zu bekommen und bügelt den hellen Schnee da soweit herunter, dass alles was nicht "Schnee" ist (z. B. Skifahrer, Wald) in Schatten versinkt. Wenn Deine Schneebilder zu hell sind dann wahrscheinlich, weil noch einige andere (dunkle) Motive im Bild sind, die dominant für die Belichtung sind und dann tritt der Schnee eher in den Hintergrund der Berechnung und wird zu hell. Genaueres kann man aber nur sagen, wenn man mal ein solches zu helles Schneebild sehen könnte. Generell wirst Du da mit einem Filter (egal welchem) wenig ausrichten können, weil Du gegen die Belichtungsautomatik arbeitest. Der einzige wirksame Hebel ist da (a) nach der Aufnahme am Display das Histogramm ansehen und (b) ggf. die Aufnahme mit einer Belichtungskorektur wiederholen. Wie man das Histogramm interpretiert weißt Du? Pol-, Grau- oder UV-Filter helfen da rein gar nichts.

    Kein Objektiv geht durch Sonneneinstrahlung kaputt :roll: Laß´ Dir sowas nicht erzählen.

    Ciao
    HaPe

  • Quote from Sheridane

    ...außerdem will ich ja nicht ständig wechseln. Das Objektiv, die Filter ... da krieg ich ja von meinen Reisen nix mehr mit. :-O

    Das ist genau auch der Grund, warum ich bis jetzt noch keinen Polfilter habe, obwohl ich ihn mir schon manchmal gewünscht habe. Z. B. in Thailand, wenn es etwas dunstig ist, da könnte man dann event. noch ein paar Farben mehr rausholen.

    Gruß Bernhard

  • Hallo,

    auf Grund des Nikkor 2,8/17-55 habe ich auch schon mit dem Filter-Gedanken gespielt.

    Zum Schutz:
    Google'n und die intensive Suche in den einschlägigen NIKON Foren haben mich dann aber letztlich davon abgehalten, auch nur irgendwas Filtermäßiges vorne drauf zu schrauben. Viele Gründe wurden in den vorhergehenden Thread's schon genannt. Die Sonnenblende stellte eigentlich die wichtigste Schutzfunktion dar. Und dann wurde ausgeführt, dass eigentlich noch nie jemand kaputte Frontlinsen hatte. Und beim runterfallen prodiziert der Filter scharfkantigste Splitter, die noch am ehesten geeignet sind, die Frontlinse zu verkratzen.

    Zur Filterung:
    Bei modernen Digitalkameras (mit den Nachbearbeitungsmöglichkeiten) und den hochwertigen Objektiven sollte es eigentlich keinen Filter mehr benötigen, ggf. vielleicht einen Pol-Filter.

    Filter wurden da letztlich nur empfohlen für extreme Dreck-/Schlammspritzer o.ä., also ganz anderer Ansatz.

    Grüsse

    Karl

  • Na ja, kaputte Frontlinsen, stimmt, das hatte ich noch nicht, aber Kratzer, da kann ich schon ein Lied von singen. Wie ich schon schrieb, habe ich ab und zu den Filter als Schutz drauf, vor allem wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin. Mit der Sonnenblende drauf, ist der Fotoapparat viel zu groß und unhandlich, um diesen mal schnell in dem Tankrucksack zu verstauen.
    Aber ansonsten nehme ich keinen Filter als Schutz, es sei bei Wüstensandsturm...
    Viele Grüße
    Petra

  • Quote from HaPeRieger

    Hi,

    na dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu. Filter in der analogen Zeit hatten einen ganz anderen Stellenwert als Filtr in im digitalen Zeitalter. Im Folgenden eine Liste von Filter, die an einer DSLR Sinn machen, nach Priorität gestaffelt.
    .....
    Erschlagen =)?

    Ciao
    HaPe

    Ja tatsächlich, aber danke, das Du Dir die Mühe gemacht hast die Details mal darzulegen. Hat mich selbst auch sehr interessiert. Gerade auch der Abschnitt mit den Graufiltern war äußerst informativ für mich.

    Ich hoffe mal auf einen weiteren interessanten Erfahrungsaustausch ;)

    Danke =);-)

    v.Grüße Axel aka blaufotograph

  • Hallo Manuela,

    zu deinem Bild würde ich sagen, wenn ichs nicht anders wüßte:
    Hier war ein Polfilter davor. Schnee ist halt naturgemäß weiß und in deinem Bild gibt es im Schnee noch schöne Schattenzeichnungen. Als zu hell würde ich das auf keinen Fall bezeichnen.
    Durch einen Polfilter würde hier der Kontrast eher noch stärker werden. D. h. der Himmel, der hier m. E. schon ziemlich dunkel ist, würde noch dunkler.
    Beim Polfilter muss man halt aufpassen, dass man es nicht übertreibt. Oft sieht man in Reisekatalogen Fotos mit tollen Farben am Meer, aber die Boote scheinen in der Luft zu schweben. Hier wurde dann die Spiegelung im Wasser gänzlich unterbunden und das ist auch nicht schön.
    Was m. E. auch wichtig ist, werden die Bilder im Zusammenhang mit anderen Fotos (Bildergalerie Internet, Diashow etc.) betrachtet kann es sein, dass die Bilder ohne Polfilter rel. flau wirken.
    Dagegen kann ein einzelnes Bild an der Wand natürlich super aussehen.
    Du siehst, der Polfilter ist also nichts, was man draufschraubt und vergessen kann, sondern hier ist eine feine Abstimmung notwendig.

    Gruß Bernhard

  • Hallo Manuela,

    genau so habe ich mir das Problembild nach Deinen Schilderungen vorgestellt :-). Zunächst mal: Finger weg von Filtern jedweder Art in solchen Situationen - auch vom Polfilter.

    Das Problem in diesem Bild ist (a) die Belichtung und (b) der Motivkontrast. Der Schnee ist nicht wirklich hell, er ist eigentlich sogar ziemlich dunkel (und farbstichig vom blauen Himmel. Was dem Schnee fehlt ist Kontrast, Details, Strukturen in der hellen Fläche, so dass er anmutet als wäre er komplett überstrahlt - ist er aber nicht. Etwa die Spuren im Schnee: Die hast Du sicher kräftiger, plastischer in Erinnerung, stimmts? Wenn Du mal mit einem Graphiktool Deiner Wahl die Farbe den Schnee ausmisst, siehst Du dass er einen Rotwert von 193, Grünwert 195 und Blauwert von 207 hat. Der maximalwert ist 255. Zwischen 192/195 und 255 ist noch massig Platz. Der Schnee ist nicht weiß, also nicht mal hellgrau, sondern mittelgrau mit der Tendenz zu einem Blaustich (siehe dominanten Blauwert).

    Das ist genau der Punkt den ich beschrieben hatte: Die Belichtungsmessung möchte ein "mittleres Grau" auf dem ganzen Bild haben, sieht einen dunklen oberen Bereich und einen hellen unteren Bereich (und ist alleine damit schon etwas verwirrt). Wie ich schon schrieb: Du hättest mindestens eine halbe Belichtungsstufe überbelichten müssen. Das ist (erstaunlicherweise) bei Schneebilder ganz häufig der Fall. Dann wäre der helle Bereich im Schnee in Richtung 255/255/255 gewandert, der dunkle Bereich wäre nicht ganz so stark nach oben gewandert => mehr Different => mehr Strukturen => schöneres Bild. Zusätzlich wäre Hütte und Wald aus dem völlig abgesoffenen schwarzen Bereich herausgekommen und man könnte Details sehen.

    Zu Deiner Ehrenrettung: Solche Motive sind generell hochproblematisch. Der im Motiv vorhandene Dynamikumfang (eine Bezeichnung für die Spanne zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Motivteil) liegt gerne mal bei 12 bis 15 Belichtungsstufen, der Sensor Deiner Kamera kann aber nur 9 bis 10 Belichtungsstufen aufzeichnen. Negativfilme waren da einen Tick besser. Wenn Dir das Bild wichtig ist und Du etwas Nachbearbeitung am PC nicht scheust: (a) im RAW-Format aufnehmen, (b) immer so belichten, dass das Bild zu dunkel aber keines Falls zu hell ist (dunkle Bereiche kann man besser retten als zu helle Bereiche) und im Zweifelsfall eine Belichtungsreihe (z. B. eine Stufe unter und überbelichten) herstellen ... kostet ja nix bei einer DSLR.

    Selbst Das gezeigte Bild ist übrigens nicht hoffnungslos verloren. Man könnte da noch ganz viel mehr Struktur und Details heraus zaubern ;)

    Viele Grüße
    HaPe

  • Quote from HaPeRieger

    Selbst Das gezeigte Bild ist übrigens nicht hoffnungslos verloren. Man könnte da noch ganz viel mehr Struktur und Details heraus zaubern ;)

    Na das hoffe ich doch ... :-O Denn sooo schlecht finde ich es ja nicht ;) ... nur meines Erachtens zu hell bzw. wie hier schon geschrieben wurde - ohne Struktur im Schnee.

    Ich habe keinerlei Filter hergenommen!

    Irgendwie hört sich das alles seeeehr kompliziert an. Da muss ich mich wohl doch noch mehr in die ganze Thematik einlesen.

    Klar - man kann aus jedem Bild noch etwas mehr "rausholen". Mein Problem: Ich möchte nicht jedes einzelne Bild noch extra ewig bearbeiten (bin ich zu faul dafür), sondern eigentlich von Haus aus gleich gute Bilder machen. Gelingt mir in gewissen Punkten ja - denke ich - auch ganz gut. Nur eben bzgl. Schnee hatte ich schon damals mit der einfachen Digitalkamera immer Probleme und jetzt mit der DSLR leider eben auch. Aber der nächste Schnee kommt bestimmt (nur hoffentlich nicht zu bald) und dann werde ich da mal etwas mehr herum experimentieren, speziell mit der Überbelichtung. Daran hätte ich jetzt ehrlich gesagt als letztes gedacht.

    Viele Grüße und danke für Eure Informationen!!!! Muss Euch wirklich loben: Hier bekommt man super Antworten, die auch wirklich weiterhelfen, ohne gleich doof angemacht zu werden, "was man schon wieder gemacht hat" (wie es leider in div. Spezialforen der Fall ist).
    Manuela

  • Hi Manuela,

    das ist eine alte Weisheit: Fotografieren ist einfach ... solange man nix davon versteht :D.

    Vielleich hätte ich nicht so viel schreiben sollen. Ist ja doch alles recht verwirrend: Am Histogramm auf dem Display Deiner Kamera hättest Du das Problem unmittelbar nach der Aufnahme gesehen und hättest ohne Kenntnis des Hintergrundes reflexartig reagieren können (ein Supervorteil der digitalen Fotografie): Histogramm hat an der rechten Seite eine dicke Lücke => eine halbe oder dreiviertel Blende überbelichten => fertig.

    Ciao
    HaPe

  • ja da hört man die profis raus
    aber ist auch für laien voll interessant. ich habe von meinem sohn für meine alpha 200
    einen polfilter bekommen aber da es seither immer nur regnet konnte ich ihn noch nie richtig testen.
    bin schon gespannt welche unterschiede es werden.
    ich probiere immer an blumen im garten und landschaft.
    ich hab immer das problem dass ich denke es ist scharf aber dann am computer ist es anders.
    vielleicht hat es mit meiner kurzsichtigkeit zu tun aber das ärgert mich oft.
    denn gerade blumen im macro bereich sind das was mir sehr gefällt.
    vielleicht ist es auch zu wenig übung und das technische verständnis fehlt mir leider sowieso total.
    dafür freu ich mich wenn es was wird und das ist e oft aber nicht immer.

    jedenfalls sind eure ausführungen sehr interessant und auch nicht so kompliziert
    wie oft in beschreibungen.
    viel spass am fotografieren weiterhin, maxi