Flugpreise einst und jetzt

  • In letzter Zeit wird ja viel über die steigenden Flugpreise gesprochen.
    Habe mal nachgeschaut, was wir so alles gezahlt haben:
    (hier ein paar Beispiele)

    1996, Flug mit SAS von Muc über Copenhagn nach Bangkok und return: 1299 DM (ca.640 €)

    1996 , Flüge innerhalb von Thailand 438 DM (ca.210 €)
    1. Flug Bangkok-Chiang Mai
    2. Flug Chiang Mai – Bangkok - Koh Samui
    3. Flug Phuket – Bangkok

    1999, Flug mit Thai von Muc über Bangkok nach Kuala Lumpur und
    zurück von Penang über Bangkok nach Muc, 1488 DM (ca.740 €)

    2004, Flug mit Thai von Muc über Bangkok nach Phuket und return: 851 €

    2006, Flug mit Thai von Muc über Bangkok nach Phuket und
    von Bangkok zurück nach Muc: 842 €

    2009, Flug mit Thai nach Bangkok und return: 921 €

    Was man aber bei dieser Aufstellung nicht vergessen darf, die Realeinkommen sind in Deutschland die letzten 10 Jahre zurückgegangen.

    :(

    viele Grüsse

    Erhard

    Das Leben beginnt da, wo die Zeit egal ist

  • Hallo Erhard,
    auch wenn Ihr mit 921 Eur mit Thai die Alternativen wohl doch nicht alle recherchiert habt , so ist der Trend in Deiner Aufstellung richtig und entspricht auch unserer Erfahrung...
    Reisen (Fliegen) ist/wird wesentlich teurer! Dies wird die "touristische Landschaft" in den nächsten Jahren entscheidend verändern. "Nah" Ziele in Europa werden profitieren...

  • Quote from RiJaMo

    ....auch wenn Ihr mit 921 Eur mit Thai die Alternativen wohl doch nicht alle recherchiert habt ...


    doch haben wir, =) , aber wenn man an ein bestimmtes Datum gebunden ist, wird es schwer. Es gab sogar einen billigeren LH Flug, aber der ging von Ostermontag auf Dienstag zurück. So fliegen wir am Karfreitag heim und haben noch ein paar Tage Zeit, bevor es wieder in die Arbeit geht.

    ;)

    viele Grüsse

    Erhard

    Das Leben beginnt da, wo die Zeit egal ist

  • Hallo,

    witzige Idee.

    ich könnte da unsere erste Fernreise beisteuern: Frankfurt => Delhi und zurück im Sommer 1990 für 1490 DM. Wenn man etwas sucht und flexibel ist, ist das heute für 550 Euro zu haben. In der Zeit in der der Flugpreis nominal um 30% gefallen ist, hat sich das Familieneinkommen nominal um 400% erhöht.

    Ciao
    HaPe

  • Haben dieses Jahr Anfang Februar Flüge für Dezember gebucht - so früh wie nie zuvor.
    Im Vergleich zu 2004 (selbes Ziel, selber Reisemonat, damals Monate später gebucht als jetzt) um 30% teurer!
    So eine Lohnsteigerung hatte ich zwischenzeitlich leider nicht...

  • Hallo,

    Quote from maxi

    leider ist das nich bei jedem so.


    das vielleicht nicht, aber zumindest müßte man heute wenigstens die gleiche Schmerzgrenze ansetzen wie vor 18 Jahren. Wir neigen dazu uns sehr schnell an sehr bequeme Situationen zu gewöhnen und sehen das Ende des Abendlandes aufziehen, wenn mal das eine oder andere Privileg wegbricht. Flugreisen haben gemessen an der allgemeinen Kaufkraft einen stetigen und in Summe über die Jahre dramatischen Preisverfall erlitten. Wenn jetzt durch Spekulationstätigkeiten der Spritpreis anzieht ist das ärgerlich, aber nicht wirklich schlimm. Ich glaube, es geht uns allen so gut wie nie zuvor und ich finde das Leben viel zu interessant um es mit Gejammer zu verbringen. Aber vielleicht sehe ich das auch ganz falsch.

    Ciao
    HaPe

  • Hallo,

    Quote from Silkenya

    Im Vergleich zu 2004 (selbes Ziel, selber Reisemonat, damals Monate später gebucht als jetzt) um 30% teurer!


    bleibt die Frage, ob die Preise 2008 zu teuer oder 2004 zu billig waren.

    Ciao
    HaPe

  • @ ich glaube, es geht uns allen so gut wie nie zuvor und ich finde das Leben viel zu interessant
    um es mit Gejammer zu verbringen. Aber vielleicht sehe ich das auch ganz falsch.

    ja genau, das siehst du falsch.
    denn du wirst es nicht glauben aber ich finde es ging mir so um 1970
    besser als jetzt.
    da war nämlich alles im aufbau und alle waren besser drauf,
    hatten noch zeit und viel mehr gefühl für alles
    aber jetzt ist nur noch - geld, job, besser, toller, mehr - wichtig
    für nichts ist zeit schon gar nicht für ein miteinander und rundum gehts bergab
    ob klima, wohlstand, politik, ich find es nicht interessant sondern zum weinen.

    und warum ist was andere schreiben gejammer?
    jeder schreibt eben seine meinung

    und das war jetzt meine, maxi

  • Quote from HaPeRieger

    bleibt die Frage, ob die Preise 2008 zu teuer oder 2004 zu billig waren.


    Ach ja, uns aber jetzt darüber zu streiten ist müßig - es ist ein weites Feld, wie Fontane so schön sagte...

  • Hallo Maxi,

    Quote from maxi

    ja genau, das siehst du falsch.


    nach meinen Beobachtungen (die selbstverständlich auch falsch sein können) haben wir ganz vieles selbst in der Hand. Ich glaube, wir "erleiden" unsere jetzige Zeit nicht einfach, sondern wir sind selbst - jeder für sich persönlich - dafür verantwortlich wie er seine Zeit erlebt. Die Politiker waren früher nicht besser (eher das Gegenteil scheint mir der Fall zu sein), für das Klima hat sich niemand interessiert und die Industrie konnte im Prinzip machen was sie wollte. Das so eine Zeit boomt (wir reden übrigens von der Zeit der Ölkrise, Sonntagsfahrverbot, Mord, Terror und Todschlag durch die RAF, kalter Krieg und permanent drohender nuklearer 3. Weltkrieg) ist klar, aber es handelt sich um einen Boom, der keine gesunde Basis hat, sondern den eigenen Kindern Hypotheken auferlegt, die wir heute lebenden, verdienenden und Steuern zahlenden Menschen auslöffeln müssen.

    Jeder ist seines Glückes Schmied. Wer meint den Hype ums goldene Kalb mitmachen zu müssen, wird eventuell enttäuscht werden. Aber es gibt auch heute sehr viele sehr zufriedene Menschen, für die Geld und Karriere nicht das Zentrum ihres Universums ist. In Deutschland findet man zugegebenermaßen nicht viele davon. Aber vielleicht ist es ja gerade das, was uns hier im Forum immer in die Ferne treibt :-).

    Viele Grüße
    HaPe

  • Es sind leider nicht nur die Flugpreise die teurer werden . Wenn ich mal vergleiche - 1995 war ich das erste Mal in der Dom.Rep. , drei Wochen allincl. , 4 Sterne inkl. aller Kosten für 3100,- DM . 2005 war ich (bestimmt zum letzten Mal !!) dort , wieder drei Wochen allincl. , 4 Sterne inkl. aller Kosten für 2500,- Euro . Und es ist nichts besser geworden , im Gegenteil !!

    LG Winfried

  • Quote from HaPeRieger

    .... Ich glaube, es geht uns allen so gut wie nie zuvor und ich finde das Leben viel zu interessant um es mit Gejammer zu verbringen...


    Dass das Leben interessant ist, gebe ich Dir recht. Aber vielleicht sollte man ab und zu über den Tellerrand schauen.
    Nichts für ungut!;-)

    Quote from HaPeRieger

    Aber vielleicht sehe ich das auch ganz falsch.


    Ja!

    viele Grüsse

    Erhard

    Das Leben beginnt da, wo die Zeit egal ist

  • Hallo Erhard,

    Quote from Erhard

    Ja!


    dann verstehe ich es wirklich nicht. Man kann doch nicht Preise aus dem letzten Jahrhundert mit heutigen Preisen vergleichen. Klar wird alles teuerer, aber überproportional hat die Tourismusbranche nicht angezogen. Soweit ich das überblicke liegen alle hier genannten Preise im Rahmen. Auch die von Winfried genannte Preissteigerung liegt umgerechnet so bei etwa 4,5% pro Jahr. Das ist zwar immerhin 1,5% über der letztjährigen Inflationsrate und das ist natürlich ärgerlich aber auch wieder nicht so ärgerlich, dass das die Reiselust trüben könnte, oder? Speziell die Preise für Urlaubsflüge sind nach meiner bisherigen Beobachtung in den letzten 30 Jahren - trotz Inflation - sogar kontinuierlich billiger geworden. Saisonale Schwankungen bzw. temporäre Abweichungen aufgrund besonderer Ereignisse (Terroranschläge, Ölpreisschwankung) mal abgesehen.

    Ich seh´ schon. Meine Meinung ist etwas unpopulär hier im Forum :cry:. Ich würde sie ja gerne ändern, wenn ich Euere Beobachtungen nachvollziehen könnte. Kann mir jemand helfen?

    Viele Grüße
    HaPe

  • Danke Erhard,
    ich wollte schon auswandern nach Deutschland.
    400% Erhöhung beim Fam. Einkommen das wär ein Grund gewesen.
    Aber es scheint dann doch nicht so zu sein.

    Weißt du HaPe,
    es mag schon sein dass die Flugreisen billiger sind aber dafür
    ist das Leben allgemein um so viel teurer, dass kaum was übrig bleibt.
    Oder hattet ihr früher 2 Autos mit allen Versicherungen,
    wo gab es damals Kanalgebühren, Sturmversicherungen, die Mieten sind extrem,
    man braucht Pensionsvorsorge, die Heizkosten, Strom usw. es ist doch soviel dazu gekommen was nie war,
    da nützen billigere Flüge nichts.
    Familien mit Kinder wo nur einer arbeiten kann, die schaffen es oft kaum,
    das ist doch bei euch nicht anders als bei uns.
    Und wer ein Haus hat und allein übrig bleibt - z.B. die Frau, kann es nicht halten,
    mit einer Pension ginge das nie.
    Das ist kein Gejammer, das ist Realität.
    Und mit dem "Billigen" Flug alleine ist es ja auch nicht getan, da kommt ja doch
    einiges an Nebenkosten auch noch dazu.
    Siehst du das nicht so?

  • Hallo HaPe

    ich finde das Preissteigerungen um gut 57% (zwar in 10 Jahren , aber trotzdem ) bei schlechterem Service und runtergekommenen Hotels einfach eine Frechheit sind . Vor allem bei der Unflexibilität der Reiseveranstalter .
    Und wer jammert denn hier - wir stellen nur fest ! Und ich kann nicht behaupten das mein Einkommen um 400 % gestiegen ist . Und selbst wenn dem so wäre , um wieviel Prozent sind in der Zeit die Lebenshaltungskosten gestiegen ???

    LG Winfried

  • Hallo maxi,

    Quote from maxi

    Siehst du das nicht so?


    na, ja, das Leben ist auf jeden Fall komplizierter geworden. Wollte man sich in den Siebzigern ein Telefon zulegen, war die einzige zu treffende Entscheidung: "grün, orange oder beige" und jeder Fünfjährige konnte es bedienen. Heutzutage fühlt man sich bei der gleichen Absicht ohne Informatikstudium gehandicapt.
    Versicherung für zwei Autos mussten meine Eltern nicht nicht zahlen, weil wir keine Auto hatten, genauso wenig wie einen Fernseher oder einen Kühlschrank, wobei ich heute ehrlicherweise nicht mehr sagen kann, ob wir uns ein Auto hätten leisten können oder nicht. In einem wieder aufgetauchten "Mietbuch" ist nachzulesen, dass meine Eltern jahrelang ab den Fünfzigern monatlich anfangs 36 Mark, am Ende 57 Mark Miete gezahlt haben. Die letzten 45 Jahre, die ich überblicken kann, sind kontinuierlich aufwärts gegangen. Nicht nur bei uns, sondern bei allen Bekannten. Pensionsvorsorge, Lebensversicherungen hatten meine Eltern nicht. Nicht dass man sie früher nicht gebraucht hätte, es war einfach ein gerüttelt Maß Gottvertrauen da, die Gewißheit, dass sie von ihren Kindern nicht im Stich gelassen werden und die Einsicht dass das ganze Leben lebensgefährlich ist und man sich nicht wirklich vor Schicksalsschlägen loskaufen kann. Im Gegenzug war so etwas wie eine Flugreise etwas völlig utopisches. Jenseits unserer Vorstellungskraft. Vielleicht vergleichbar für uns heute mit einem dieser Reisen ins Weltall für 20 Mio Dollar.

    Maxi, ich versteh´ Dich ja, ein stückweit, aber verstehst Du mich nicht auch ein kleinwenig? Das Wort "Jammern" ist einer der Begriffe, die in diesem Thread gar nicht gut angekommen sind. Ich kenne viele Menschen, die offensichtlich und ehrlicherweise keinen Grund haben zu jammern und es trotzdem tun. Weiß der Himmel warum - ich weiß es nicht, Es geht ihnen gut, sie sind gesund, haben einen bescheidenen Wohlstand, keine ernsthafte Sorgen - natürlich gibt es immer einen, dem es noch besser geht und auf den man etwas neidisch sein kann. Kann man denn nicht einfach mal mit seinem Status Quo zufrieden sein? Egal wo der sich gerade befindet? Gerade wir Reiselustigen haben doch den direkten Vergleich. Und ich bin immer ganz peinlich berührt, wenn ich die allerherzlichste Freundlichkeit und Gastfreundschaft ausgerechnet da finde, wo die Not am größten ist. Ich weiß nicht wie Dir das geht, aber je weiter ich von zuhause weg fahre, desto mehr lerne ich für das Leben zuhause - lerne meine relativen Probleme und Sorgen in einen globalen Kontext einzuordnen und komme dann immer sehr bescheiden wieder nachhause.

    Viele Grüße
    HaPe

  • Hallo,

    also ich finde "gejammert" hat hier doch niemand, es wurde lediglich einiges aus eigener Erfahrung festgestellt - Punkt.

    Man kann natürlich auch immer mit diesem Klischee kokettieren, die Deutschen - oder Österreicher, wie auch immer - würden immer nur jammern, aber deswegen darf man doch mal den Mund aufmachen und sagen, was einem so auffällt. Ist schon schlimm genug, immer alles einfach so hinzunehmen und zu sagen: Ja, die früher, die hatten's ja noch schlimmer, hatten nur graue Telefone, die Armen, usw... - Pfff, darum geht's doch nicht. Und dass "jeder seines Glückes Schmied" ist, das kann man auch nicht so stehen lassen. Wer kein Eisen hat, kann auch nix schmieden.